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Ransbach-Baumbach

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ransbach-Baumbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ransbach-Baumbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 28′ N, 7° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Ransbach-Baumbach
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 12,14 km2
Einwohner: 7715 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56235
Vorwahl: 02623
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 062
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheinstraße 50
56235 Ransbach-Baumbach
Website: www.ransbach-baumbach.de
Stadtbürgermeister: Michael Merz
Lage der Stadt Ransbach-Baumbach im Westerwaldkreis

Ransbach-Baumbach ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Ransbach-Baumbach ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, der sie angehört. Die Stadt ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Das Stadtgebiet von Ransbach-Baumbach liegt im Zentrum des Kannenbäckerlandes, das in dem an das Mittelrheintal angrenzenden Teil des Westerwaldes liegt, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Koblenz. Mit dem südlich der Autobahn gelegenen Teil der Waldgemarkung hat Ransbach-Baumbach Anteil am Naturpark Nassau. Die Stadtteile Ransbach im Norden und Baumbach im Süden sind baulich zusammengewachsen. Beide Ortskerne sind etwa eineinhalb Kilometer voneinander entfernt.

Geschichte


1330 wird das Kirchspiel Ransbach erstmals urkundlich erwähnt.

Bereits im Jahre 959 jedoch wird in der Montabaurer Zehntbeschreibung von dem ausgegangenen Ort Desper (Dedinsburg) bei Ransbach gesprochen.

1373 taucht der Ortsname Babenbach für Baumbach auf.

Am 7. Juni 1969 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Ransbach (Westerwald) und Baumbach die neue Gemeinde Ransbach-Baumbach gebildet.[3]

Seit 1971 ist Ransbach-Baumbach Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Am 10. Mai 1975 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ransbach-Baumbach bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.373
1835 1.908
1871 1.806
1905 2.625
1939 3.365
1950 3.956
Jahr Einwohner
1961 4.694
1970 5.433
1987 6.316
1997 7.069
2005 7.333
2018 7.715

Politik


Stadtrat

Der Stadtrat in Ransbach-Baumbach besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU RaBaB FWG Gesamt
2014 4 10 5 3 22 Sitze
2009 3 10 5 4 22 Sitze
2004 5 17 22 Sitze

Partnerschaften

Partnerstädte von Ransbach-Baumbach sind Pleurtuit (Bretagne) (seit 1985) sowie Rukoma (Ruanda) (seit 2005).[6]

Wappen

Wappen von Ransbach-Baumbach
Blasonierung: „In Silber drei rote Schrägbalken, belegt mit einem blauen Salzkeramikhenkelkrug, darauf ein dunkelblauer springender Hirsch über ebensolchem Rankenwerk.“
Wappenbegründung: Die drei roten Schrägbalken auf silbernem Grund beziehen sich auf das Wappen der Herren von Reif(f)enberg, Westerwälder Linie ohne den blauen, dreilätzigen Turnierkragen, die über Jahrhunderte Grundherren von Ransbach waren (1476–1745). Der blaue Henkelkrug steht für das Töpfergewerbe (= Kannenbäckergewerbe) der früheren Gemeinden Ransbach und Baumbach und zeigt den „Ransbacher Hirschen“ als Sinnbild dieses Gewerbes, wie es von alters her auf den Ransbacher Kannen, Krügen und Töpfen zu finden ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Das Stadtzentrum von Ransbach-Baumbach wird von zwei Kirchen geprägt: Der evangelischen Stadtkirche mit dem denkmalgeschützten Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert und der katholischen Pfarrkirche St. Markus aus dem Jahr 1950. Im Stadtteil Baumbach befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Antonius. Sehenswert ist hier der Kreuzweg mit Plastiken der Künstlerin Gudrun Müsse-Florin, die in den Jahren 1969–1971 aus Aluminiumguss entstanden sind.

Das im September 2016 eröffnete Skulpturen und Miniaturen Museum mit einer weltweit einzigartigen Sammlung von Skulpturen aus Terrakotta, Steingut, Porzellan, Marmor und Bronze.[7][8]

Das Naherholungsgebiet Erlenhofsee liegt ca. 800 Meter vom Stadtzentrum entfernt und wurde in den 1970er Jahren angelegt. Der See ist 14 Meter tief. Um den See führt ein Rundweg, der auch einen Rosenpark passiert. Die kleine Erlenhofkapelle gehört zu der früheren Hofanlage und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Am Südrand des Stadtgebietes kommt man ins Quellgebiet des Brexbachs, der sich hier aus dem Vordersten und Hintersten Bach bildet. Diese Gewässer speisen seit 1666 die im Auftrag des Kurfürsten zu Trier angelegten Landshuber Weiher. Die Teiche sollten den Fischbedarf der Katholiken am Freitag decken. Die vier Weiher sind sehr unterschiedlich. Speziell der zweite (von Norden kommend) ist wegen seines Seerosen-Bewuchses ein beliebtes Ausflugsziel.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur


Keramikindustrie

Ransbach-Baumbach nennt sich selbst „Zentrum der Keramik“ aufgrund der zahlreichen Betriebe, die Gebrauchs- und Zierkeramik, Industrie- und Baukeramik herstellen. Unter anderem werden hier auch seit den 1960er Jahren die bekannten Römertöpfe hergestellt.

Schon seit dem 17. Jahrhundert ist Ransbach-Baumbach Sitz von Unternehmen, die den Westerwälder Ton weiterverarbeiten. Im 18. und 19. Jahrhundert waren fast zwei Drittel der Einwohner als Landgänger unterwegs, um die Keramikprodukte in Süddeutschland, den Niederlanden und anderen Ländern zu verkaufen. Noch heute findet in Ransbach-Baumbach ein Töpfermarkt statt, der jährlich am ersten Oktoberwochenende bis zu 30.000 Besucher anzieht. Über 130 Händler aus dem In- und Ausland stellen ihre Produkte an Verkaufsständen aus.

Schulen und Kindergärten

Medien

Lange Zeit hatte der regionale Fernsehsender wwtv seinen Sitz in Ransbach-Baumbach. 2010 wurde der Sitz der Gesellschaft von Ransbach-Baumbach in das rechtsrheinisch gelegene und somit geographisch noch zum Westerwald gehörende Urbar verlegt, da seit 2009 aus einem gemeinsamen Medienhaus mit TV Mittelrhein gesendet wird.

Verkehr

Die Stadt hat in Ransbach einen Bahnhof an der teilweise im Touristikverkehr betriebenen Bahnstrecke Engers–Au (Brexbachtalbahn). Der nächstgelegenen Anschlüsse an den SPNV sind die Bahnhöfe Siershahn und Dernbach, Anschluss an den Eisenbahnfernverkehr besteht am Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main sowie am Hauptbahnhof Koblenz.

Ransbach-Baumbach liegt zwischen zwei Schenkeln, die von dem Autobahndreieck Dernbach gebildet werden nordwestlich davon, und hat eine eigene Anschlussstelle zur Bundesautobahn 3.

Sicherheit

Die Freiwillige Feuerwehr Ransbach-Baumbach sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten


Der Tenor Johannes Kalpers wuchs in Ransbach-Baumbach auf. Außerdem wuchs in Ransbach-Baumbach der Generalvikar des Erzbischofs von Köln Prälat Dominik Schwaderlapp auf, der am 25. März 2012 im Hohen Dom zu Köln von Joachim Kardinal Meisner zum Bischof geweiht wurde. Schwaderlapp ist nunmehr als Weihbischof im Erzbistum Köln tätig. Ehrenbürger der Stadt Ransbach-Baumbach ist Yves Bimbard, der die Städtepartnerschaft von Ransbach-Baumbach mit der französischen Gemeinde Pleurtuit in der Bretagne mitbegründete. Die Sozialpolitikerin und Landtagsabgeordnete Loni Böhm, der Abgeordnete Lorenz Hastenteufel sowie der Rennfahrer Dieter Kern wurden im Ortsteil Ransbach geboren.

Sonstiges


Seit 1676 gibt es in Ransbach-Baumbach die Fohr-Brauerei. Die Ransbach-Baumbacher Schützengesellschaft wurde 1849 gegründet und ist somit der älteste Verein der Stadt.

Weblinks


 Commons: Ransbach-Baumbach  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise


  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 176 (PDF; 2,8 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 187 (PDF; 2,8 MB).
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Bericht über eine Reise nach Ruanda (Memento des Originals vom 14. April 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Anke Mersmann: Vom Sammler zum Museumsgründer. In: Rhein-Zeitung.de. 22. September 2016, abgerufen am 20. November 2017.
  8. Skulpturen und Miniaturen Museum. Gemeinnütziges Skulpturen- und Miniaturen-Museum Betriebsgesellschaft mbH, abgerufen am 6. April 2018.
  9. Ransbach-Baumbach im Wanderatlas Deutschland



Kategorien: Ransbach-Baumbach | Gemeinde in Rheinland-Pfalz | Ort im Westerwaldkreis | Stadt in Rheinland-Pfalz | Gemeindegründung 1969 | Stadtrechtsverleihung 1975



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