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Rankweil

Marktgemeinde
Rankweil
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 21,85 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 9° 39′ O
Höhe: 468 m ü. A.
Einwohner: 11.929 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 546 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6830
Vorwahl: 05522
Gemeindekennziffer: 8 04 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
Website: www.rankweil.at
Politik
Bürgermeister: Katharina Wöß-Krall[1] (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2015)
(33 Mitglieder)
    
Insgesamt 33 Sitze
Lage von Rankweil im Bezirk Feldkirch
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Rankweil ist eine Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg und liegt im Bezirk Feldkirch. Mit 11.929 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) ist sie zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Feldkirch und achtgrößte Gemeinde in Vorarlberg.

Besonders bekannt ist Rankweil als Wallfahrtsort durch die 1985 zur basilica minor erhobenen Liebfrauenbergkirche, die auch im Rankweiler Wappen zu sehen ist. Außerdem ist die Marktgemeinde als Schulstandort zweier höherer Schulen besonders für die Region Vorderland bedeutsam.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Rankweil liegt im oberen Rheintal in Vorarlberg, Bezirk Feldkirch, in der Grenzregion zur Schweiz (St. Galler Rheintal) und zum Fürstentum Liechtenstein, auf 468 Metern Seehöhe. Rankweil ist die drittwestlichste Gemeinde Österreichs. Rund 70 % der 22 km² großen Gemeinde liegen in der Rheinebene, der Rest im größtenteils bewaldeten Hügelland.

Zwischen dem Hohen Sattel (752 m) im Süden und dem Sattelberg (575 m) im Norden bei Klaus bildet die Rheinebene die geschützte Bucht des „Vorderlandes“ mit ausgesprochenem Gunstklima, das anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen erlaubt. 30 % der Fläche Rankweils sind bewaldet.

Der größte Bach des Ortes ist die Frutz, ein längerer Wildbach an der Nordgrenze. Östlich der sogenannten „Fabrik“, am Übergang vom Hügelland ins Rheintal wird von der Frutz der Mühlbach abgezweigt. Seit 1846 erfolgt die Abzweigung etwas weiter oberhalb mittels eines Stauwehrs, „Rotes Tor“ genannt. Der Mühlbach wird künstlich durch Rankweil geführt und betrieb früher mal bis zu 23 Wasserkraftanlagen. Die erste Wasserkraftnutzung erfolgte schon im Jahre 1300. Das größte Kraftwerk läuft heute in der ehemaligen Spinnerei, jetzt „Fabrik“ genannt. Weiter wird der Mühlbach zur Wasserentnahme durch die Feuerwehr genutzt.[2]

Ortsteile der Gemeinde sind Brederis und Rankweil.

Nachbargemeinden

Die Marktgemeinde Rankweil hat gemeinsame Gemeindegrenzen mit zehn anderen Gemeinden im Bezirk Feldkirch. Dies sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn) Koblach, Röthis, Sulz, Zwischenwasser, Laterns, Übersaxen, Satteins, Göfis, Feldkirch und Meiningen.

Geschichte


Zur Zeit des Römischen Reiches war das heutige Rankweil unter dem Namen „Vinomna“ ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem die befestigten römischen Straßen zusammenliefen, unter anderem die Hauptverkehrsstraße von Chur nach Augsburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 842.

1375 verkaufen die Grafen von Montfort die Herrschaft Feldkirch, und damit Rankweil, an die Habsburger. Diese verwalteten ihre im heutigen Vorarlberg gelegenen Herrschaftsgebiete abwechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Im späten Mittelalter, in der Zeit der Appenzellerkriege (1405–1429, zwischen dem mit Habsburg verbündeten Fürstabt von St. Gallen und den ihnen untergebenen Appenzellern) ergab sich die Herausbildung der in der Neuzeit abgeschlossenen staatlichen Territorien.

Signifikant dafür sind unterschiedliche Bündnisse der Städte und der Stände, wie auch der Herrschaft Feldkirch (Rankweil) mit den Hofleuten zu Altstätten, Berneck und Marbach, mit der Stadt St. Gallen sowie mit den Landleuten am Eschnerberg.

1405 erfolgte durch die Aufnahme der Herrschaft Feldkirch, und damit von Rankweil, die eigentliche Gründung des nach eidgenössischem Vorbild organisierten „Bundes ob dem See“, des wichtigsten Bündnisses dieser Zeit. Dieser dehnte sich rasch aus (u. a. Bludenz, Rankweil, Sax, Gaster und Toggenburg). Gewagte militärische Unternehmungen und Erhebungen gegen die Herrschaft der Habsburger (Tirol, Allgäu, Thurgau) waren kurzfristig erfolgreich und führten zur Zerstörung zahlreicher Adelsburgen. Am 13. Januar 1408 unterlag der Bund jedoch bei Bregenz dem habsburgischen Ritterheer.

1618 wurde Rankweil das Marktrecht verliehen. Von 1805 bis 1814 gehörte Rankweil mit Vorarlberg zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Rankweil seit der Gründung 1918. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Politik


Die Gemeindevertretung von Rankweil besteht aus 33 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2015 setzt sich diese aus 18 Mandataren der Rankweiler Volkspartei und Parteifreien, 10 des Grünen Forums Rankweil, 3 der Sozialen Demokraten und Unabhängigen und 2 der FPÖ und Bürgerliste Rankweil zusammen.

Bürgermeisterin der Marktgemeinde ist seit 29. April 2019 Katharina Wöß-Krall von der Rankweiler Volkspartei.[1]

Bürgermeister von Rankweil

Bevölkerungsentwicklung


Per 1. Jänner 2013 waren 11.741 Personen in Rankweil gemeldet. Im Vergleich zu 2011 (siehe Grafik) bedeutet dies einen Zuzug von 174 Personen. Insgesamt gibt es 4.858 Haushalte, in 1.214 davon leben Kinder oder Jugendliche. In 3.644 Haushalten gibt es keine Kinder oder Jugendliche. Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Rankweil beträgt 2,5 Personen.[3]

In Rankweil leben insgesamt 1.458 Familien. 234 davon sind Alleinerzieher. In drei Prozent aller Familien leben vier oder mehr Kinder. In über 80 Prozent der Familien leben ein oder zwei Kinder.[3] Im Jahr 2012 wurde Rankweil als „familieplus“-Gemeinde ausgezeichnet – eine Landesauszeichnung für familienfreundliche Gemeinden.

Kultur


In Rankweil gibt es 125 Vereine. Rund 40 davon sind Sportvereine, gefolgt von 12 Kulturvereinen und je neuen Vereinen aus den Bereichen Musik, Religion und Familie. Seit über 25 Jahren behauptet sich das Alte Kino Rankweil in der Vorarlberger Kulturszene. Der Verein ist vor allem in folgenden Bereichen aktiv: Blues, Kabarett, Theater, Film, Rock, Kleinkunst und Mundart. Von Zucchero über Bryan Adams, Gianna Nannini und Amy McDonald bis hin zu Dave Brubeck und Hubert von Goisern, – nationale und internationale Stars sind bereits in Rankweil aufgetreten.

Regelmäßige Veranstaltungen


Folgende große Veranstaltungen finden jährlich in Rankweil statt:

Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rankweil

Kirchen und Kapellen

Neben der Basilika zeugen zahlreiche Kirchen und Kapellen von der Stellung Rankweils als Pilgerzentrum Vorarlbergs. Rankweil liegt direkt am österreichischen Jakobsweg, was jedes Jahr unzählige Pilger nach Rankweil lockt.

Museen

Nicht nur das Museum selbst bietet den Besuchern einen direkten Einblick in die Zeit der Römer in Vorarlberg. Mitglieder der „Legio XXI Rapax“ (römische Besatzungstruppe in Raetien), sowie Germanen aus dem hohen Norden lassen regelmäßig die römische Antike lebendig werden, indem sie auf unterhaltsame Art den Alltag römischer Soldaten und der Zivilbevölkerung veranschaulichen.[5]

Sport


Rankweil hat zahlreiche Sport- und Tennisplätze, eine Tennishalle, eine Skateboardanlage, einen Sportschützenplatz und eine Eislauffläche für Publikumseislauf und Eishockey, einen Fitnessparcours am Schafplatz sowie eine Finnenbahn. Seit 2008 verfügt Rankweil außerdem über einen 18-Loch Golfplatz. Rankweils Sportvereine sind durchaus auch über Landesgrenzen erfolgreich: Der Verein „Pool Player Club Rankweil“ spielte in der österreichischen Poolbillard-Bundesliga. Der Fußballverein FC Rot-Weiß Rankweil war bis 2009 in der Regionalliga West. In der Saison 2011/2012 gewann der HC Rankweil den VEHV-Cup und wurde Meister der CS EHL Vorarlberg. Auch Leichtathleten aus Rankweil haben es immer wieder an die nationale Leistungsspitze geschafft, Klaus Bodenmüller erreichte sogar Weltklasse. Zudem führten schon öfters große internationale Radrundfahrten führten durch den Ort; Rankweil war dabei schon Etappenziel der Österreich-Radrundfahrt. Seit einigen Jahren ist in Rankweil der Sitz des einzigen Profi-Radteam in Vorarlberg. Das Team Vorarlberg besitzt eine UCI Continental-Lizenz.

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Marktgemeinde Rankweil ist das Zentrum der Region Vorderland – rund 12.000 Einwohner leben im 22 km² großen Gemeindegebiet. Mit 6310 Erwerbstätigen bei rund 12.000 Einwohnern ist Rankweil eine Einpendler-Gemeinde. 4512 Bürger umliegender Gemeinden finden in insgesamt 311 Arbeitsstätten einen Arbeitsplatz. Knapp 500 Personen in Rankweil sind selbstständige Erwerbstätige. Der wirtschaftliche Nachwuchs wird an 404 Lehrstellen ausgebildet.

In Rankweil agieren viele Unternehmen global, unter ihnen bekannte Markenführer. Der Branchenmix reicht vom High-Tech-Gerät zum Fruchtsaft (Rauch Fruchtsäfte), vom Zulieferer der Auto- und Motorenindustrie bis hin zu Laserprodukten.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei rund 47 Prozent.

Wirtegemeinschaft Rankweil

Landesweit bekannt ist Rankweil für die vielen Gasthäuser und Gastgärten. Der Ursprung für diese hohe Dichte an gut bürgerlichen Wirtshäusern liegt an der langen Geschichte Rankweils als Wallfahrtsort. Die meisten großen Gasthöfe Rankweils sind Mitglied in der Wirtegemeinschaft Rankweil. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Rankweiler Gastronomen, die durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte ihre Kräfte bündeln.

Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland

Die Interessengemeinschaft Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland hat zum Ziel, die Stärken und Fähigkeiten von Betrieben, Einzelhändlern, Handwerkern und Dienstleistern zu bündeln und zu verbinden. Der Wirtschaftsraum Rankweil-Vorderland soll durch gemeinsame Aktionen als Ort zum Leben, Arbeiten und Einkaufen besser bekannt gemacht werden.

Umwelt


e5 ist eine landesweite Auszeichnung für Gemeinden, die im Umweltschutz besonders aktiv sind. Rankweil hat für umgesetzte Projekte 2012 das vierte von fünf „e“ erhalten. Besonders aktiv ist die Gemeinde in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger und nachhaltige Mobilität. Beispielsweise sind alleine am Mühlbach zehn private Wasserkraftwerke in Betrieb. Der gewonnene Strom versorgt unter anderem auch das Ende 2011 neu errichtete Sozialzentrum Haus Klosterreben, das als Rankweils Vorzeigeprojekt im Bereich Energieeffizienz gilt. So wird beispielsweise die Warmwasserbereitung im Sommer zu 100 Prozent aus der Solaranlage des Hauses bereitgestellt.

Gesundheit und Soziales


Die Marktgemeinde Rankweil wurde 2012 gemeinsam mit sechs weiteren Vorarlberger Gemeinden als „familieplus Gemeinde“ für vorbildliche Kinder-, Jugend- und Familienpolitik ausgezeichnet. Bereits im Jahr 1996 hat sich Rankweil als eine der ersten Gemeinden des Landes an der ersten Phase des Programmes, damals unter der Bezeichnung „Familiengerechte Gemeinde“ beteiligt, 2010 wurde ein Sozialleitbild bis 2020 erarbeitet. Daraus entstand beispielsweise der Kinder- und Familientreff Bifang oder der Veranstaltungsreihe „Kind sein in Rankweil“, die unter anderem spezielle Veranstaltungen für Väter und Kinder beinhaltet.

Die Gemeinwesenstelle Mitanand bietet Hilfe in schwierigen Lebenssituationen für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. Zudem gibt es für Senioren einen Seniorenmittagstreff, den Mobilen Hilfsdienst und den Rankler Hock. Familien können die Elternberatungsstelle Rankweil in Anspruch nehmen und für Jugendliche gibt es jeden Monat ein neues Programm im Jugendtreff Planet.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde

Weblinks


Commons: Rankweil  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rankweil – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. a b Erstmals Frau an der Spitze in Rankweil. In: vorarlberg.ORF.at. 30. April 2019, abgerufen am 30. April 2019.
  2. Mühlbachgenossenschaft Rankweil (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
  3. a b Melderegister Marktgemeinde Rankweil, Jänner 2013
  4. Michael Unterwurzacher, Beate Rüf, Diethard Sanders, „Quelltuff in Vorarlberg – Bildung, Verwendung, materialtechnische Eigenschaften“ , Vorarlberger Naturschau, 19, S. 219, Dornbirn 2006.
  5. Freilichtmuseum Römervilla Rankweil-Brederis



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Stand der Informationen: 01.03.2020 06:43:05 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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