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Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn




Die im Jahre 1908 gegründete Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn (RSHB) verband die schweizerischen Orte Ramsei, Sumiswald-Grünen/Wasen, Affoltern im Emmental und Huttwil. Die RSHB gehörte ab 1. Januar 1944 zum Eisenbahnunternehmen Vereinigte Huttwil-Bahnen (VHB), das später mit der EBT und der SMB zum Regionalverkehr Mittelland fusionierte und heute zur BLS AG gehört. Das Streckennetz der Bahnstrecke Ramsei–Huttwil wird nur noch teilweise betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Im April 1857 erteilte das eidgenössische Amt für Verkehr die Konzession für den Bahnbau NeuenstadtLuzern. Die vorgesehene Streckenführung entsprach ab Bern der ursprünglichen Postkutschenroute Bern–Gümligen–WorbBigenthalLützelflüh–Sumiswald–Huttwil–Sursee–Luzern. In der entscheidenden Abstimmung im Parlament wurde dann aber der Linie Bern–KonolfingenLangnau der Vorzug gegeben.[1]

Im Laufe der Zeit wurden im Emmental verschiedene Bahnlinien gebaut. Noch immer war aber die Postkutsche die einzige öffentliche Verkehrsverbindung nach Sumiswald. Die Einwohner verspürten erneut den Drang, ans Bahnnetz angeschlossen zu werden.

Erste konkrete Konzessionsgesuche für die Bahnlinie gingen 1890 beim Kantonalrat ein, allerdings waren beide aufgrund ihrer ungünstigen Trasseführung chancenlos gegenüber dem dritten, 1891 eingereichten Gesuch. Darin hiess es: „Diese Linie, welche das emmentalische Eisenbahnnetz vervollständigen und in Verbindung mit den projektierten Eisenbahnen Huttwil–Wollhusen und Konolfingen–Thun wenigstens in der Hauptsache zum Abschluss bringen würde, wäre nicht nur geeignet, eine grössere Zahl bis dahin isolierter Ortschaften dem allgemeinen Verkehr zu erschliessen und Landwirtschaft, Handel und Industrie auf eine höhere Stufe der Entwicklung zu bringen, sondern es würde dadurch namentlich auch die allernächste Schienenverbindung eines grossen Teiles des Oberaargaues, des Kantons Luzern und des unteren Emmentals mit dem oberen Emmental, dem Oberland und dem Mittelland, speziell mit mehreren Verkehrszentren wie Bern, Burgdorf, Langnau, Thun, Langenthal und Luzern zustande gebracht.“ Das Projekt scheiterte jedoch an den fehlenden Geldmitteln.[2]

Eine weitere Eingabe erfolgte im Frühjahr 1897 von dem Initiativkomitee für eine Eisenbahn Goldbach/Ramsei–Sumiswald–Huttwil, das für die Verbindung Bern–Worb–Sumiswald–Huttwil, optional auch Ramsei–Wasen, eine Teilkonzession beantragte, um als erste Sektion die Trassierung Sumiswald–Huttwil vornehmen zu können. Aber erst am 16. April 1904 fand die erste Generalversammlung statt, die Aktionäre konnten ein Aktienkapital von über 2 Mio. Franken aufbringen. Die Dorfgemeinschaft von Sumiswald war nicht einverstanden mit der Planung und forderte eine Streckenführung über das etwa 40 m höher auf einer Terrasse gelegene Dorf. Eine Expertenkommission entschied 1905 die Trassierung zuungunsten der Dörfler, empfahl jedoch: "Um auch den wirtschaftlichen Interessen des Dorfes Sumiswald besser entgegenzukommen, sollte versucht werden, die Abzweigung nach Wasen über Sumiswald zu führen." Die November-Sitzung 1905 des Grossen Rates behandelte diesen Punkt abschliessend und erteilte die Genehmigung. Entgegen1,2 Mio. Franken beteiligte sich der Kanton Bern jetzt mit 1,77 Mio. Franken an der Kapitalgesellschaft.[2]

Das grösste einzelne Bauprojekt war ein 210 Meter langer Tunnel nördlich von Sumiswald. Probleme gab es mit Hangrutschung beim Fuchsloch nahe Dürrenroth. Die sechs Bachquerungen wurden aufgrund der stark gestiegenen Metallpreise nicht wie geplant als Stahlkonstruktion ausgeführt, sondern mit Beton. Der Schotter kam von dem Steinbruch nahe der südlichen Tunnelmündung bei Sumiswald. Der Kostenvoranschlag von rund drei Millionen Schweizer Franken wurde am Ende um ungefähr 10 % unterschritten. 35 ha Land wurden überbaut. Landerwerb und Vermessung kosteten 1 Franken pro m² gegenüber etwa dem eineinhalbfachen bei LHB und HWB.[2]

Der neuen Bahn gelang es aber nicht, die grossen Verkehrsströme anzuziehen. Sie litt im Gegenteil seit je unter der dünnen Besiedelung. Schon zwei Jahre nach der Eröffnung waren die Finanzen derart angespannt, dass der Betrieb rationalisiert werden musste. Zu diesem Zweck kaufte die Bahn zwei Dampftriebwagen, mit denen der Betrieb viel billiger abzuwickeln war als mit den bisherigen Dampflokomotiven, weil auf ihnen der Lokführer zugleich auch die Aufgaben des Heizers übernehmen konnte.[3]

Fahrzeugpark der ehemaligen RSHB


Die RSHB besass zur Zeit ihres Bestehens:[4]

Triebfahrzeuge

Personenwagen

Gepäckwagen

Güterwagen

Dienstwagen

Verkehr seit 2010


Heute wird nur noch der kurze Abschnitt Ramsei–Sumiswald-Grünen durch die BLS AG bedient, die S44 fährt ab Sumiswald-Grünen via Burgdorf nach Bern und von dort weiter via Gürbetal nach Thun. Nach Burghof auf der Strecke Sumiswald-Grünen–Wasen führt die RUWA kurze Güterzüge. Auf der Strecke Sumiswald-Grünen–Huttwil findet nur noch sporadischer Güterverkehr statt, ausserdem nutzt die BLS die Strecke für Dienstfahrten.

Die Bahnverbindungen Sumiswald-Grünen–Wasen und –Huttwil wurden durch Buslinien ersetzt, die ebenfalls von der BLS AG betrieben werden.[7]

Die Genossenschaft Museumsbahn Emmental will auf die nicht mehr befahrenen Streckenabschnitte wieder Betrieb bringen.[8] Der Genossenschaft gehören der Verein Dampfbahn Bern und der Verein Historische Eisenbahn Emmental (VHE) an. Die beiden Vereine Dampflokfreunde Langenthal und Club Salon Bleu, die ebenfalls an der Gründung der Genossenschaft beteiligt waren, haben inzwischen mit dem VHE fusioniert.[9]

Im Dezember 2013 wurde die Infrastrukturkonzession für die Strecken Sumiswald–Wasen und Sumiswald–Huttwil auf die Emmentalbahn GmbH (ETB) übertragen. Diese muss die Strecken für den Netzzugang offen halten, insbesondere für den Güterverkehr und Fahrzeugüberfuhren. Diese Verpflichtung wird ihr von Bund und Kanton abgegolten.[10]

Einzelnachweise


  1. Sumiswalder zankten wegen Bahnstation. In: Berner Zeitung. 10. August 1989.
  2. a b c Otto Schuppli: Die Vereinigten Huttwil-Bahnen. Minirex, Luzern 1989, ISBN 3-907014-03-0, S. 15–20.
  3. 100 Jahre Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn – Rückblicke auf eine sterbende Linie. in Berner Zeitung, 30. Mai 2008.
  4. Otto Schuppli: Die Vereinigten Huttwil-Bahnen. S. 23–54.
  5. Ein rundes Jubiläum: 100 Jahre «Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn» – Dampflokomotiven, Personen-, Gepäck-, Post- und Güterwagen. auf Website der BLS AG, abgerufen am 17. Mai 2015.
  6. Sparen mit Dampftriebwagen. auf Website der BLS AG, abgerufen am 17. Mai 2015.
  7. Pressemitteilung der BLS (Memento des Originals vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. vom 1. April 2010.
  8. Die Emmentalbahn macht Dampf. In: Berner Zeitung. 19. März 2015.
  9. Homepage der Genossenschaft Museumsbahn Emmental (Memento des Originals vom 4. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 2. April 2015.
  10. Seite nicht mehr abrufbar , Suche in Webarchiven: Medieninformation des Bundesamtes für Verkehr vom 16. Dezember 2013.

Literatur


Weblinks










Kategorien: Bahngesellschaft (Schweiz)








Stand der Informationen: 03.07.2020 06:40:00 CEST

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