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Quelle




Eine Quelle ist ein Ort, an dem dauerhaft oder zeitweise Grundwasser auf natürliche Weise an der Geländeoberfläche austritt. Meistens handelt es sich dabei um aus Niederschlägen gespeistes (meteorisches) Grundwasser. Nur in seltenen Fällen entstammt das Wasser tieferen Teilen des Erdinneren (juveniles Wasser).[1]

Inhaltsverzeichnis

Klassifikation


Quellen können nach mehreren Aspekten klassifiziert werden: nach dem hydrostatischen Druck des Grundwassers, nach dem zeitlichen Verlauf der Quellschüttung, nach der Quelltemperatur, nach dem Gehalt an gelösten gasförmigen und festen Stoffen, nach Strukturmerkmalen oder nach der Art der vom Austritt geschaffenen Lebensräume.

Einteilung nach hydrostatischem Druck

Einteilung nach dem zeitlichen Verlauf der Quellschüttung

Einteilung nach Quelltemperatur

Gewöhnlich entspricht die Wassertemperatur einer Quelle der örtlichen mittleren Jahrestemperatur der Luft und ist im jahreszeitlichen Verlauf konstant. In Mitteleuropa liegt die Temperatur dann etwa bei 6 bis 10 °C, in tropischen Gebieten bei 20 bis 25 °C. Liegt der speisende Grundwasserleiter weniger als 20 Meter tief, kann es zu geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Quelltemperatur kommen.

Einteilung nach dem Gehalt an gelösten Stoffen

Quellen, die einen besonders hohen Gehalt an gelösten gasförmigen oder festen Stoffen haben, bezeichnet man als Mineralquellen. Mit der Wirkung von Heilquellen beschäftigt sich die Balneologie. Mineralquellen lassen sich weiter unterteilen in Solequellen, Schwefelquellen, Säuerlinge, alkalische Quellen, Bitterquellen, Eisenquellen und radioaktive Quellen. Träger der Radioaktivität in radioaktiven Quellen ist das Edelgas Radon, das beim Zerfall von uran- oder thoriumhaltigen Mineralen meist in Granit- oder Gneisgesteinen entsteht (vgl. Radonbalneologie).

Einteilung nach Strukturmerkmalen im Quelleinzugsgebiet

Einteilung nach Strukturmerkmalen des Quellortes

(Brunnen sind künstliche Grundwasseraufschlüsse und werden nicht als Quelle bezeichnet.)

Quellen als Lebensraum


Das sogenannte Krenal, also der Lebensraum Quelle, ist ein kleinflächiger Lebensraum, dessen physikalische und chemische Faktoren, ausgenommen bei Karstquellen, recht konstant bleiben. Ändern sie sich doch, so kann dies große Auswirkungen aufs Krenal haben. Quellen sind, außer im Falle starker Belastung des Grundwassers, oligotrophe Gewässer.

Man unterscheidet den Lebensraum der quellbewohnenden Organismen, der Krenobionten, in das Eukrenal, den eigentlichen Quellbereich, und das Hypokrenal, den anschließenden Lebensraum im oberen Quellabfluss. Das Hypokrenal reicht nur so weit, wie die Lebensbedingungen des Quellfließes noch durch den Wasseraustritt geprägt sind. Bewohnen Organismen vorwiegend das Krenal, bezeichnet man sie als Krenophile, erscheinen sie dagegen dort nur selten, nennt man sie Krenoxene.

Bekannte Quellen


In Deutschland

In Österreich

In der Schweiz

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Wiktionary: Quelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Quellen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Quelle – Zitate

Einzelnachweise


  1. Ernst Neef 1981: Das Gesicht der Erde. S. 525.
  2. Über ca. 20% der eisfreien Landflächen weltweit sind aufgeschlossene Karbonatgesteine, Ford&Williams, Karst Hydrogeology and Geomorphology, Chichester 2007, S. 5.
  3. Frank Ahnert: Einführung in die Geomorphologie. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (utb Band 8103). 5. Auflage, 2015. ISBN 978-3-8252-8627-9, S. 158.








Kategorien: Limnologie | Quelle | Hydrogeologie | Wasserwirtschaft | Biotoptyp








Stand der Informationen: 03.07.2020 02:32:52 CEST

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