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Pony (Pferd)

Ein Pony ist ein kleines Pferd.[1][2][3]

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung


Ponytyp

Die typischen Ponyrassen sind Landrassen, welche sich durch stämmigen Wuchs, kurze, kräftige Beine, kleine, harte Hufe, kurzen Gesichtsschädel mit breiter Stirn, ausgeprägte Nüstern, kleine Ohren, reiches Langhaar mit dichter Schweifwurzelbehaarung (die so genannte Ponyglocke), starke Nerven und Leichtfuttrigkeit auszeichnen.[4][5] Verwendet werden sie als Reit-, Trag- und Zugtiere. Sie sind meist kräftig genug, auch Erwachsene zu tragen. Aufgrund der großen Robustheit werden fast ausschließlich Rassen dieses Typs in halbwilder Haltung zur ganzjährigen Beweidung in Beweidungsprojekten eingesetzt.[6][7] In ihrem Sozialverhalten zeichnen sich Ponys durch eine vergleichsweise geringe Individualdistanz und starke Herdenbindung aus.[4]

Beispiele für typische Ponyrassen sind Shetlandpony, Dartmoor-Pony, Exmoor-Pony, New-Forest-Pony, Isländer, Highland-Pony, Dülmener und Konik.

Sporttyp

Andere Ponyrassen sind auf Reitpferdepoints, beispielsweise raumgreifende Gänge und Springvermögen, gezogen und werden im Ponysport eingesetzt. Diese Ponyrassen wurden oft mit Arabern veredelt und zeigen je nach Züchtungsgrad fließende Übergänge zwischen Ponytyp und Warmbluttyp.[4] Durchgezüchtete Sportponys sehen oft aus wie Miniatur-Reitpferde und können wegen ihres leichten Körperbaus Erwachsene meist nicht über längere Zeit hinweg tragen.

Beispiele für den Sporttyp sind Welsh-Pony, Connemara-Pony und Deutsches Reitpony.

Größe

Bei Einsatz in Turnieren dürfen Ponys und Kleinpferde ein bestimmtes Stockmaß nicht überschreiten. Die FEI legt dieses Stockmaß mit 148 cm fest.[8] In Deutschland wird des Weiteren unterschieden zwischen[9]

Im angelsächsischen Raum, wo Pferde in „hands“ gemessen werden (1 hand = 4 inches = 10,16 cm), wird ein Pony häufig als ein Pferd festgelegt, das ein Stockmaß von unter 14,2 hands (147 cm) hat.

Fütterung


Die Fütterung von typischen Ponyrassen unterscheidet sich von der Fütterung von Warmblütern. Ein typisches Pony benötigt wesentlich weniger Kraftfutter als ein Warmblüter. Ohne Arbeit, in der Erhaltungsfütterung, können im Sommer eine gute Weide und im Winter Heu und Wasser genügen.[10] Je nach Bedarf ist es angebracht, Mineralfutter zu geben. Eine große Gefahr geht von übermäßig fetten Weiden und zu viel Kraftfutter aus, die Hufrehe, Kreuzverschlag und Koliken auslösen können. Auch ein Übermaß an Mineralfutter kann Hufschäden verursachen.

Verwendung


Ponys werden als Kinderponys, im Freizeitreiterbereich und im Ponysport eingesetzt.

Kinderponys

Ponyrassen sind durch ihre Größe insbesondere für Kinder und kleinere, leichtere Erwachsene geeignet.

Freizeitpferde

Isländer,[11] Haflinger und Norweger können aufgrund ihres kräftigen Körperbaus auch schwere Erwachsene tragen. Für ungeübte Reiter sind die typischen Ponyrassen besser geeignet als Großpferde, da sie ein im Rücken schwingendes Großpferd mit ausgreifenden Gängen meist noch nicht aussitzen können.

Für Isländer gibt es eigene Breitensport-Wettbewerbe, die Hestadagar, sowie eine Turnierszene mit Gangprüfungen.

Ponysport

Ponyreiter ist im Pferdesport die Altersklasse bis 16 Jahre. Für die Teilnahme an Ponyturnieren muss das Stockmaß des Ponys bescheinigt werden.[12] Sportponys, die nahe an das erlaubte Stockmaß von 148 cm herankommen, werden als Endmaßponys bezeichnet. Endmaßponys sehen aus wie Miniatur-Reitpferde und können von ihrem leichten Körperbau her Erwachsene meist nicht über längere Zeit hinweg tragen.[13] Es gibt sowohl Spring- als auch Dressurprüfungen für Ponyreiter.[14]

Im Fahrsport können auch Erwachsene an Ponyprüfungen teilnehmen.

Kleinpferd


In Deutschland gab es früher neben der international üblichen Unterscheidung zwischen Pony und Großpferd zusätzlich noch die Bezeichnung Kleinpferd. Das Kleinpferd war dabei mit einer Größe von mehr als 130 cm und weniger als 147,3 cm zwischen dem Pony und dem Großpferd angesiedelt.[15] Unter Kleinpferden wurden insbesondere jene Rassen verstanden, die oben im Abschnitt „Freizeitpferd“ aufgeführt sind.

Heute wird in der Versicherungsbranche der Begriff Kleinpferd als Synonym zu Pony im Zusammenhang mit Pferdehaftpflichtversicherungen verwendet, bei denen sich die Tarife nach Klein- und Großpferd unterscheiden.[16]

Begriff und Etymologie


Der Singular lautet das Pony. Die Frisur wird dagegen der Pony genannt. Die Bezeichnung Pony stammt ursprünglich vom lateinischen pullus in der Bedeutung von Fohlen (später auch pullanus ‚junger Hengst‘). Aus dann altfranzösisch poulain oder poulent wurde im Schottischen poulenet in der Aussprache „pulnei“ und später „punei“ in der Schreibweise powney, was dann zu englisch powny und schließlich pony führte, welches dann im 19. Jahrhundert von dort entlehnt wurde.[17] Pierers Universallexikon von 1847 führt bereits an, dass Ponys „… eine sehr kleine, zierliche, aber kräftige u. stark behaarte Pferderasse“ sind und man „[…] die kleinsten Ponies […] auf den Shetlandsinseln, Island, Norwegen, Öland u. Corsica; etwas größer [in] Wales, Galloway, Sardinien u. den Pyrenäen findet.[18]

Rassen (Auswahl)


Im Folgenden werden einige typische, im deutschen Sprachraum bekannte oder verbreitete Ponyrassen aufgeführt.
Ponytyp:

Kleinpferdetyp:

Sporttyp:

Siehe auch


Literatur


Weblinks


 Commons: Ponies  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Kleinpferd – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Uni Leipzig, Wortschatz-Lexikon, „Pony“ (Memento des Originals vom 29. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Abgerufen am 29. Juni 2016.
  2. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, „Pony“ . Abgerufen am 29. Juni 2016.
  3. Duden online, „Pony, das“ . Abgerufen am 29. Juni 2016.
  4. a b c Martin Haller: Ponys & Kleinpferde. Rassen, Reitweisen, Kauf, Haltung. Cham (Schweiz): Müller Rüschlikon, 2001. ISBN 3-275-01368-8
  5. Martin Haller: Kosmos Pferdeführer. Pferde- und Ponyrassen aus aller Welt. 2. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1999. ISBN 3-440-07759-4
  6. Leo Linnartz, Renée Meissner: Rewilding Horses in Europe. Background and guidelines – a living document. Nijmegen: Rewilding Europe, 2014. ISBN 978-90-822514-1-8 Online lesbares und herunterladbares pdf-Dokument. Abgerufen am 29. Juni 2016. (englisch)
  7. Roeland Vermeulen: Natural Grazing. Practices in the rewilding of cattle and horses. Nijmegen: Rewilding Europe, 2015. ISBN 978-90-822514-2-5 Online lesbares und herunterladbares pdf-Dokument. Abgerufen am 29. Juni 2016. (englisch)
  8. FEI Fédération Equestre Internationale: 2016 „Chapter IV: Ponies, Article 1042: Definitions“ (Memento des Originals vom 8. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in Veterinary Regulations. 13th Edition 2015 , effective 1 January 2016. (Memento des Originals vom 8. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Lausanne 2015. Seite 60. Abgerufen am 29. Juni 2016. (englisch)
  9. Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. - Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht: „Messbescheinigung Pony.“ Abgerufen am 29. Juni 2016.
  10. Hobbylexikon Pferde, Stichwort Ponyfütterung, 1976, Luzern, Frankfurt am Main
  11. Angabe von einem Islandpferdehof (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. zum Tragevermögen von Isländern
  12. Messbescheinigung , FN
  13. Angabe von einer Reitschule (Memento vom 3. Februar 2014 im Internet Archive) zum Reitergewicht, Cavallo
  14. Pferdesportverband Schleswig-Holstein Ponysport (Memento des Originals vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Hobbylexikon Pferde, Stichwort Kleinpferd, 1976, Luzern, Frankfurt am Main
  16. Beispiel für eine Pferdehaftpflichtversicherung deren Tarife vom Stockmaß abhängen
  17. Duden 7, Herkunftswörterbuch, Bibliographisches Institut Zürich, 1963, Seite 520.
  18. Pony. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 13. Altenburg 1861, S. 358 (zeno.org ).



Kategorien: Pferd


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