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Polska Zjednoczona Partia Robotnicza


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Polska Zjednoczona Partia Robotnicza
Polnische Vereinigte Arbeiterpartei
Gründung 15. Dezember 1948
Auflösung 27.–30. Januar 1990 (Selbstauflösung)
Haupt­sitz ul. Nowy Świat 6/12
00-497 Warszawa
Aus­richtung Kommunismus
Marxismus-Leninismus

Die Polska Zjednoczona Partia Robotnicza (kurz: PZPR; deutsch: Polnische Vereinigte Arbeiterpartei, kurz: PVAP) war eine marxistisch-leninistische Partei, welche laut der 1976 geänderten Verfassung der VR Polen von 1952 die "[...] leitende politische Kraft der Gesellschaft beim Aufbau des Sozialismus [...]"[1] war. Zeit ihres Bestehens war sie dadurch die alle gesellschaftlichen Bereiche (außer der katholischen Kirche) regierende Kraft der Volksrepublik Polen, welche das Ziel einer sozialistischen Entwicklung Polens mit dem Fernziel des Kommunismus hatte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Bis 1989

Die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei wurde auf einem Vereinigungsparteitag der Polnischen Arbeiterpartei (Polska Partia Robotnicza, PPR) und der Polnischen Sozialistischen Partei (Polska Partia Socjalistyczna, PPS) vom 15. bis 21. Dezember 1948 gegründet. Dies war durch die Entfernung von Funktionären der PPS, die sich der Vereinigung, die eigentlich eine Übernahme durch die PPR war, widersetzten sowie derjenigen aus der PPR denen „nationalistisches Rechtsabweichlertum“ vorgeworfen wurde. Man schätzt, dass ca. 25 % der Sozialisten auf das „Abstellgleis“ kamen bzw. aus dem politischen Leben verdrängt wurden.

Auflösung

Ab Januar 1990 wurden in ganz Polen Gebäude der Partei besetzt um so den Diebstahl des Vermögens und die Vernichtung der Archivbestände zu verhindern. Am 29. Januar 1990 fand der XI. Parteitag der PZPR statt, auf dem die Umwandlung der Partei vorangebracht werden sollte. Letztlich kam es zu ihrer Selbstauflösung. Ein Teil der Delegierten beschloss zwei neue, sozialdemokratisch orientierte Parteien zu gründen. Zu diesem Zweck erhielt die PZPR von der KPdSU eine Million Dollar, als sog. „Moskauer Kredit“.

Ehemalige Funktionäre der PZPR gründeten so einerseits die Sozialdemokratie der Polnischen Republik (Socjaldemokracja Rzeczypospolitej Polskiej, SdRP). Deren Hauptinitiatoren waren Leszek Miller und Mieczysław Rakowski.

Der verbliebene Teil der Mitglieder gründete die Sozialdemokratische Union der Republik Polen (Unia Socjaldemokratyczna Rzeczypospolitej Polskiej, USdRP) die sich später in Polnische Sozialdemokratische Union (Polska Unia Socjaldemokratyczna) umbenannte sowie die Bewegung 8. Juli (Ruch 8 Lipca).

Umgang mit dem Vermögen der PZPR

Die SdRP sollte unter anderem alle Rechte und Pflichten der PZPR übernehmen und in der Abwicklung des Eigentums der ehemaligen PZPR behilflich sein. Diese verfügte Ende der 1980er Jahre über beträchtliche Einnahmen, vor allem durch ihren Immobilienbesitz, sowie aus dem Unternehmen „Prasa-Książka-Ruch“ (Presse-Buch-Bewegung), welchem wiederum besondere Steuervergünstigungen zuteilwurden. Zu dieser Zeit machten die Mitgliedsbeiträge lediglich 30 % der Gesamteinnahmen der PZPR aus.

Gegen Ende des Jahres 1990 fand im Sejm eine intensive Debatte über die Art und Weise der Übernahme des Vermögens der ehemaligen PZPR statt. Dieses bestand u. a. aus 3000 Immobilien, von denen ca. die Hälfte ohne jegliche Rechtsgrundlage genutzt wurde. Die Befürworter der Übernahme des Vermögens der PZPR argumentierten, dass dieses durch Raub und Zahlungen aus dem Staatshaushalt entstanden war, und daher von der Gesellschaft als ganzes erarbeitet worden sei. Die Gegner aus der SdRP waren der Meinung, das Vermögen sei durch Mitgliedsbeiträge entstanden und verlangten, die SdRP, die zu dieser Zeit das Vermögen verwaltete, solle vermögensrechtlich die Rechtsnachfolge der PZPR antreten. Dabei unterlagen das bewegliche Eigentum und die Konten der ehemaligen PZPR nicht der Kontrolle durch den Sejm.

Am 9. November 1990 verabschiedete der Sejm das „Gesetz über die Übernahme des Vermögens der ehemaligen PZPR“. Dieses sollte schlussendlich zur Übernahme des Immobilienvermögens der PZPR durch den Staat führen. Ein Teil der Immobilien wurde bis zum Jahr 1992 übernommen, größtenteils zugunsten von Kommunalen Gebietskörperschaften. Um den Rest hielten gerichtliche Auseinandersetzungen noch bis ins Jahr 2000 an. Das bewegliche Eigentum und Geldvermögen der PZPR sind praktisch verschwunden. Laut der Angaben von Abgeordneten der SdRP wurden ca. 90–95 % der Parteivermögens für die Auszahlung von Abfindungen an hauptamtliche Mitarbeiter sowie für soziale Zwecke verwendet.

Ziele und Aufbau


Bis zum Jahr 1989 war die PZPR eine, mit quasi absoluter Macht ausgestattete, Staatspartei welche im Bund mit "befreundeten Parteien und Organisationen" die Gesellschaft kontrollierte und vor allem die Sicherheits-, die Außen- und die Wirtschaftspolitik des Landes steuerte. Die Partei war nach dem Prinzip des „Demokratischen Zentralismus“ organisiert, wonach die Entscheidungsfindung, die Leitung der Partei als auch die Besetzung der führenden Posten innerhalb der Partei demokratisch erfolgen sollte. In der Praxis spielten das ZK (Komitet Centralny, KC), dessen Politbüro (Biuro Polityczne) und Sekretariat, die entscheidende Rolle. Die Partei selbst als auch ihre Organe unterstanden zudem einer genauen Beobachtung durch die Sowjetunion. Diese schalteten sich bei wichtigen politischen und personellen Entscheidungen auch ein (mal direkt, mal indirekt), obwohl diese eigentlich ausschließlich Sache der Parteitage (Zjazd) gewesen wären, welche in etwa alle fünf bis sechs Jahre stattfanden. In den Zeiten zwischen den Parteitagen, fanden die Versammlungen der Parteiorganisationen auf Ebene der Woiwodschaften, Powiats (Kreise), Gemeinden und Betriebe statt.

Die kleinste Organisationszelle stellte die sogenannte Basisparteiorganisation (Podstawowa Organizacja Partyjna, POP) dar, welche in Betrieben, Hochschulen, Kultureinrichtungen usw. tätig war. Die wichtigste Rolle übernahmen in der PZPR die Berufspolitiker, das sog. „Parteiaktiv“ (aktyw partyjny). Dieser Bestand aus Personen, die für die Leitung von staatlichen Institutionen, gesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften etc. geschult wurden. Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung (Ende der 1970er Jahre) betrug die Mitgliederzahl über 3,5 Millionen. Das Politbüro des ZK, das Sekretariat sowie die Woiwodschaftskomitees entschieden über die Vergabe von Schlüsselpositionen innerhalb der Partei, aber auch in jeglichen Einrichtungen welche die Bezeichnung „staatlich“ im Namen führten – angefangen bei Zentralbehörden, bis hin selbst zu kleinen staatlichen Unternehmen und Genossenschaften. In einigen Bereichen wurden Posten jedoch auch an mit der PVAP verbündete Parteien, also der Vereinigten Bauernpartei (Zjednoczone Stronnictwo Ludowe, ZSL) (vor allem im Bereich der Landwirtschaft) sowie der Demokratischen Partei (Stronnictwo Demokratyczne, SD) (vor allem im Bereich des Handwerks, des Kleinunternehmertums und bei einigen Genossenschaften) vergeben.

Parteichefs


Bis zum Jahr 1954 stand der Vorsitzende des ZK an der Spitze der Partei.

Parteitage


Bekannte Mitglieder


Sitz des Zentralkomitees


Bis zum Jahr 1990 befand sich das Entscheidungszentrum der PZPR in einem in den Jahren 1948–1952 aus obligatorischen Beiträgen des ganzen Volkes errichteten Gebäude. Dieses hieß offiziell Haus der Partei (Dom Partii), umgangssprachlich hingegen Weißes Haus (poln. Biały Dom). Seit 1991 befindet sich im Gebäude das Zentrum für Finanz- und Bankwesen (poln. Centrum Bankowo-Finansowe). Im Zeitraum 1991–2000 hatte hier ebenfalls die Warschauer Wertpapierbörse ihren Sitz. In den Jahren 1918–1931 befand sich an dieser Stelle das Gebäude des Verkehrsministeriums und davor, 1831–1918, der Rechnungshof.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Parteichefs  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Artikel 3, Absatz 1 der Verfassung der Volksrepublik Polen [1]



Kategorien: Kommunistische Partei | Historische Partei (Polen) | Organisation (Volksrepublik Polen) | Gegründet 1948 | Aufgelöst 1990



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