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Plural




Dieser Artikel behandelt den Plural als Fachausdruck. Für das 1917 gegründete Unternehmen siehe Plural Servicepool.

Der Plural (lateinisch [numerus] pluralis ‚Mehrzahl‘, abgeleitet von plures ‚mehrere‘; Abkürzung: Plur., Pl.) ist der grammatische Fachausdruck für Mehrzahl (Abkürzung: Mz.). Dem Plural gegenübergestellt ist der Singular, die Einzahl. In manchen Sprachen gibt es weitere Zählformen, siehe Numerus.

Inhaltsverzeichnis

Der Plural im Deutschen


In der deutschen Sprache gibt es den Plural bei verschiedenen Wortarten, zum Beispiel beim Verb (Zeitwort, Tätigkeitswort), beim Substantiv (Hauptwort), beim Artikel (Geschlechtswort) und beim Pronomen (Fürwort).

Im Deutschen kongruieren aufeinander bezogene Phrasen oder einzelne Bestandteile innerhalb einer Phrase hinsichtlich des Numerus miteinander. Falsch wäre z. B. „Du fahrt über den See.“, da das Verb hier in einem anderen Numerus steht als das zugehörige Subjekt; richtig ist „Du fährst über den See.“

Weitere Beispiele:

Pluralbildung des Artikels

Der bestimmte Artikel, der im Singular die Wortgeschlechter anzeigt (der, die, das), weist im Plural die Einheitsform die auf. Für Maskulina und Neutra gilt daher in ihrer bestimmten Verwendung bereits ein Numerusunterschied durch die Artikelform als gegeben.

Der unbestimmte Artikel (ein-) zeigt im Deutschen üblicherweise keine Pluralform: ein Stuhl – Stühle. Lediglich zur besonderen Hervorhebung der Unbestimmtheit kann die Form einige eingesetzt werden: ein Stuhl – einige Stühle, die analog zu den anderen Mengenattributen wie keine, wenige, manche, viele, alle flektiert, wobei bei der Anzahl Null sowohl Singular als auch Plural stehen kann: kein Stuhl / keine Stühle, womit kein wie ein Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr) fungiert. Außerdem entspricht der unbestimmte Artikel morphologisch wie semantisch dem Zahlwort eins und entsprechend flektieren die anderen Numeralia (Kardinalzahlen) im Plural: ein Stuhl – zwei Stühle, …

Pluralbildung bei Substantiven

Während die Flexionsendung eines deutschen Artikels oder Adjektivs von Genus, Numerus und Kasus abhängt, also drei Einheitenkategorien in sich vereint („Fusion“), treten in Substantiven die Suffixe ggf. hintereinander auf („Agglutination“). Auf den eigentlichen Stamm können substantivische Derivationsmorpheme folgen, die jeweils ein festes Genus tragen, und daran kann ein Pluralsuffix angehängt werden, hinter dem allenfalls noch ein Dativsuffix stehen kann.[1]

Konkret werden zur Pluralbildung in der deutschen Sprache folgende sprachliche Mittel verwendet:

  1. additiv-agglutinierende (nämlich die Suffixe -e, -er, -(e)n und -s, vgl. Tabelle)
  2. modifikatorische (nämlich Umlaut: der Magen – die Mägen)
  3. morphosyntaktische (nämlich die Artikelunterscheidung bei Nullpluralen: der Wagen – die Wagen).

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Pluralbildung von Erbwörtern und Lehnwörtern:

Pluralmorph
(Endung)
Maskulina Feminina Neutra
ohne Umlaut mit Umlaut ohne Umlaut mit Umlaut ohne Umlaut mit Umlaut
-e Hund – Hunde Turm – Türme Wildnis – Wildnisse Hand – Hände Jahr – Jahre Floß – Flöße
-er Geist – Geister Wurm – Würmer -/- -/- Ei – Eier Amt – Ämter
-(e)n Bauer – Bauern -/- Tafel – Tafeln Werkstatt – Werkstätten Ohr – Ohren -/-
-s Kakadu – Kakadus -/- Boa – Boas -/- Radio – Radios -/-
-∅ Bürger – Bürger Vater – Väter Peperoni – Peperoni Mutter – Mütter Messer – Messer Kloster – Klöster

Wie man erkennen kann, sind die Arten der Pluralbildung vielfältig und arbiträr; weder vom Genus noch von der Lautgestalt des Substantivs sind eindeutige Regeln vorhersagbar. Es gibt dennoch einige Zusammenhänge zwischen Genus und Pluralform eines Substantivs.

Verhältnis von Genus und Plural

Jacob Grimm stellte fest, dass die Pluralbildung im Allgemeinen vom Genus des Wortes abhängig ist und meist

erhalten. Die Distribution der einzelnen Allomorphe ist aber morphologisch bedingt, d. h., es kann keine allgemeingültige Regel angegeben werden, mit der man aus dem Aussehen des Singulars auf den Plural schließen könnte. Nur die Wahl zwischen -n und -en ist phonetisch bedingt.

Doppelformen in der Pluralbildung

Manchmal existieren verschiedene Pluralformen eines Wortes, zum Beispiel

Dabei gibt es einen Bedeutungsunterschied in der hochdeutschen Sprache: Die Worte beziehen sich auf das Wort als Aussage, während die Wörter sich eher auf die grammatische Bedeutung von „Wort“ beziehen.

Der e-Plural

Dieser Plural ist typisch für die deutsche Sprache, wenn auch ungleich auf die Genera verteilt. So gibt es zwar über 200 maskuline Wörter aus dem Erbwortschatz, die einen e-Plural bilden, aber nur etwa 60 Neutra und 40 Feminina. Während letztere stets Umlaut zeigen, wo dieser möglich ist, tritt der Umlaut bei Maskulina und Neutra unregelmäßig auf.

Innerhalb der indogermanischen und sogar der germanischen Sprachen ist der e-Plural eher selten; er tritt jedoch auch im Dänischen auf (vermutlich durch deutschen Einfluss mitbedingt).

Einige Feminina sind im Schwange, vom e- zum n-Plural zu wechseln, eine Entwicklung, die das Simplex Flucht (Fluchten, aber noch: Ausflüchte), ferner die Wörter Saat oder Schlucht bereits abgeschlossen haben (*Säte, SchlüchteSaaten, Schluchten).

Der n-Plural

Vor allem Feminina bilden im Deutschen einen Plural auf -n; dabei enden sie im Singular typischerweise auf -e, -el oder -er:

Feminina auf -er oder -el verhalten sich deshalb anders als gleichförmige Maskulina oder Neutra, weil der Plural bei ihnen nur durch die Endung und nicht, wie bei jenen, durch den Wechsel des Artikels ausgedrückt werden kann.

Außerdem bilden einige Maskulina einen n-Plural; es handelt sich dabei vorwiegend um belebte Substantive auf -e, z. B. der Bube, der Knabe, der Rabe, der Löwe, der Grieche, der Schwede; sowie ferner um einige wenige Substantive auf -er, etwa der Bauer, der Bayer, der Vetter.

Eine weitere Gruppe von vor allem maskulinen Wörtern mit Plural auf -n sind Wörter lateinischer oder griechischer Herkunft mit Endbetonung oder Betonung auf der vorletzten Silbe, die Personen bezeichnen, z. B.:

Schließlich existiert noch eine Gruppe neutraler Lehnwörter, welche ebenfalls zumeist aus dem Lateinischen oder Griechischen stammen und eine endbetonte Stammform im Singular zeigen; diese nehmen einen Plural auf -ien an, z. B.:

sowie als einziges Erbwort:

Die meisten dieser Wörter haben ihr Singularmorph -um abgestoßen; einige jedoch behalten dieses Suffix weiterhin und zeigen so Suffixwechsel bei der Numerusbildung:

Siehe aber auch das Unterkapitel zum Plural von Fremdwörtern.

Der r-Plural

Der Plural auf -r betrifft ursprünglich nur eine kleine Klasse von Neutra (Bezeichnungen für Tierjunge) und wurde von dort ausgehend mittels Analogie auch auf andere Wörter übertragen. Heute flektieren etwa ein Dutzend Maskulina und mehrere Dutzend Neutra nach diesem Muster, das nur im Mittelhochdeutschen produktiv war; dabei tritt immer, wo möglich, Umlaut ein.

Feminine r-Plurale sind im Standarddeutschen nicht belegt. Im österreichischen Deutsch indes existiert für „Tomate“ ein Singular: die Paradeis mit zugehörigem Plural die Paradeiser. Häufig wird jedoch die Paradeiser auch als Singular verwendet.

Der s-Plural

Die Mehrzahlbildung mit -s ist im Hochdeutschen im 17./18. Jahrhundert aufgekommen, und zwar zuerst bei Familiennamen und später bei den Ruf- und Ortsnamen. In diesen Fällen geht sie auf die Genitiv-Endung -s zurück, etwa Müllers Familie, Meiers Leute.[2] Eine andere Quelle sind die s-Plurale des Niederdeutschen, etwa die Kumpels, die Jungens, das sie wie die anderen nordseegermanischen Sprachen, etwa das Niederländische und das Englische, seit alters kennt.

Heute gehört die s-Endung zum Standard der deutschen Pluralbildung. Sie wird zum Beispiel bei manchen Akronymen, bei vielen Fremdwörtern, vor allem solchen englischer oder französischer Herkunft, sowie bei Satzkomposita verwendet:

Der s-Plural wird zudem für die Kennzeichnung von Gruppen gleichen Familiennamens verwendet:

aber:

Der Nullplural

Endungslos und formengleich mit dem Singular ist der Plural bei vielen Maskulina und Neutra auf -el, -en oder -er:

Nullplural zeigen ebenfalls Neutra auf -e; dabei handelt es sich zumeist um Kollektivsubstantive mit Präfix ge- z. B. Gebäude, Gebilde, Gebirge sowie außerdem um das Wort Käse.

Ein Sonderfall sind einige lateinische Wörter wie Kasus und Status. Singular und Plural werden hier zwar gleich geschrieben (der Status – die Status), aber mit unterschiedlich gesprochener Endung: Singular mit kurzem u, Plural mit langem u. Das lange u im Plural wird zuweilen auch markiert, z. B. als Kasūs (mit Makron).[3][4]

Der (reine) Umlautplural

Zweisilbige Maskulina auf -el, -en und Substantive auf -er unterscheiden die Singular- von der Pluralform oft durch Umlautung des Stammvokals:

Sowohl mit als auch ohne Umlaut erscheint der Plural etwa von Wagen: die Wagen / die Wägen.

Der kombinierte Umlautplural

Umlaut tritt jedoch auch bei der Pluralbildung von Substantiven auf, welche sich eines Pluralmorphs bedienen; typischerweise handelt es sich dabei um Maskulina mit e-Plural oder Neutra mit r-Plural; für einsilbige Feminina mit e-Plural ist Umlaut obligatorisch. Andere Feminina zeigen keine Umlautung im Plural, ausgenommen Komposita auf -statt (Plural: -stätten).

In Verbindung mit dem n-Plural tritt, von diesem Fall abgesehen, kein Umlaut auf; selbiges gilt ausnahmslos für den s-Plural.

Spezielle Pluralformen von Fremdwörtern

Bei Wörtern aus Fachsprachen kommt es mitunter zu ungewöhnlichen Pluralformen, welche der fremden Herkunft dieser Wörter geschuldet sind:

Originalpluralformen von Fremdwörtern

Bei Fremdwörtern werden im Deutschen auch Plurale gebildet, welche sich in der Morphologie (nicht aber unbedingt in der Aussprache) an der Pluralform der Herkunftssprache des betreffenden Wortes orientieren:

Ungewöhnliche und übermarkierte Pluralformen

Folgende Wörter bilden im Deutschen einen Plural mittels Einschub eines Dentallautes -d- oder -t- zwischen Wortstamm und Plural:

In einem Aufforderungssatz wird umgangssprachlich manchmal ein zusätzliches -s an den bereits markierten Plural angefügt; diese Endungstypen entstammen dem Niederdeutschen:

Eine parallele Übermarkierung zeigt sich beim Äquivalent zu deutsch „Kind“ im Niederländischen (het kind – de kinderen) und im Englisch (child – children).

Entstanden ist Letzterer, nachdem die ältere, der deutschen Form äquivalente Pluralform childer mit der Pluralendung -er nicht mehr klar war; deshalb wurde die neue Pluralendung -en angefügt, die damals noch produktiv war (vgl. die Reliktform ox – oxen). Manchmal wird heute auch die nicht anerkannte Form childrens benutzt, bei der noch eine dritte Endung, nämlich die heutige Standardendung -s angefügt wird.

Plural von Komposita

Für Komposita, also zusammengesetzte Substantive, gilt im Deutschen die Regel, dass nur das jeweilige Hinterglied einen Plural bildet:

Dies gilt nicht in manchen deutschen Dialekten, etwa im Bairischen, wo manchmal auch das Vorderglied einen Plural bilden kann:

Pluralbeschränkungen

Maßeinheiten und Mengenbezeichnungen

Bei Maßeinheiten, Mengenbezeichnungen, Währungen und Ähnlichen, die Maskulina oder Neutra sind, wird bei Zahlenangaben kein Plural verwendet. Beispiele: 100 Gramm, 30 Grad Wärme, 5 Prozent, 100 Euro; aber: 5 Meilen, 10 Rupien (Feminina). Dies gilt auch für manche Substantive, die in anderen Zusammenhängen eine Pluralform erhalten: zwei Glas Wein, drei Fass Bier, drei Maß Bier, fünf Blatt Papier, zehn Schuss Munition, dreißig Mann Verlust, ein zwei Faust großes Erzstück.[5]

Bei Stoffbezeichnungen entfällt der Plural manchmal, wenn eine Portionseinheit gemeint ist: 2 Kaffee für die Herren am Tisch vorn links.[6]

Singularetantum

Manche Wörter haben keinen Plural, man spricht dann von einem Singularetantum.

Pluraletantum

Ein Substantiv, das nur im Plural gebräuchlich ist, nennt man Pluraletantum.

Bei manchen nur im Plural vorhandenen Wörtern ist der Singular in der hochdeutschen Sprache verschwunden, kann aber in Dialekten noch vorhanden sein.

Falls man diese Form mit einem weiteren Suffix in eine Einzahl verwandeln kann, spricht man von einem Singulativ (im Deutschen selten).

Bedeutungsverschiebung

Bei einigen Wörtern kommt im Plural ein Bedeutungswandel zum Ausdruck:

Kollektivum

Ein Wort, das rein formal im Singular auftritt, aber semantisch eine Mehrzahl bezeichnet, heißt Kollektivum. Dabei ist meist eine unbestimmte Menge gemeint, die keine grammatische Mehrzahl hat:

Plural bei Adjektiven

Beim attributiven Adjektiv (Eigenschaftswort) tritt der Plural in Übereinklang mit dem entsprechenden Substantiv auf und wird entsprechend dekliniert:

Nicht dagegen beim prädikativen Adjektiv:

Dabei kann das Substantiv auch ausgelassen werden, wenn es sich aus dem Kontext ergibt:

Plural von Personalpronomen

Die Personalpronomen weisen im Singular und Plural unterschiedliche Stammformen auf, nur der Pluralstamm der 3. Person entspricht einem der genusabhängigen Singularstämme, nämlich dem femininen. Auch die Deklinationsformen sind mit Stammwechseln unregelmäßig, wobei sie in der 3. Person weitgehend dem Muster der Adjektive und Artikel folgen.

  1. ich ↔ wir
  2. du ↔ ihr
  3. er, sie, es ↔ sie

Der Plural in anderen Sprachen


Viele Sprachen der Welt haben eine morphologische Numerusunterscheidung und kennen deshalb auch die Kategorie Plural. Es gibt jedoch auch Sprachen, z. B. das Chinesische, die die Kategorie Numerus nicht kennen und die deshalb auch über keinen Plural verfügen. Ausdruck der Mehrzahl erfolgt dann über unabhängige Zählwörter. Von der Sprache der Pirahã wird gesagt, dass sie über keine Möglichkeit zur Unterscheidung des Plurals verfüge.

Plural in indogermanischen Sprachen

Die meisten indogermanischen Sprachen bilden Pluralformen für gewöhnlich durch flexionsmorphologische Vorgänge, in erster Linie durch Suffigierung. Ein typisches Suffix zum Beispiel für die westromanischen Sprachen; man vergleiche zum Beispiel das jeweilige Wort für „Zunge“ in folgenden Sprachen:

Anders verhalten sich die ostromanischen; hier zeigt sich ein Suffixwechsel, ebenso wie im Lateinischen:

Auch die slawischen Sprachen kennen einen vergleichbaren Suffixwechsel, zumindest bei femininen und neutralen Substantiven; man vergleiche das Wort für „Kopf“:

Das Griechische weist, ähnlich dem Lateinischen, Suffixwechsel in allen Kasus auf, z. B.

In den germanischen Sprachen haben sich dagegen andere Suffixe als Pluralmarker etabliert, die mit den deutschen vergleichbar sind. So ist im Niederländischen, im Niederdeutschen und im Friesischen der Plural auf -(e)n sehr verbreitet, in den skandinavischen Sprachen dagegen jener auf -(e)r. Der englische Plural auf -(e)s ist eine Weiterentwicklung dieses skandinavischen Plurals. Vergleiche hierzu das Wort für den „Arm“:

Eine Vielzahl an Möglichkeiten der Pluralbildung findet sich außer im Deutschen vor allem im Albanischen und in den keltischen Sprachen. Das Kymrische etwa zeigt sogar die Besonderheit eines sogenannten subtraktiven Plurals, bei dem ein eventuell vorhandenes Singularsuffix getilgt wird:

Aber auch eine Vielzahl von Umlautpluralen sind im Kymrischen belegt:

Beziehungsweise eine Kombination von beiden (Tilgung des Singularsuffixes und der dadurch bedingte Wegfall des Umlauts):

Ähnlich komplexe Umlautformen zeigt ansonsten noch das Isländische:

Plural in anderen Sprachfamilien

Auch in anderen Sprachfamilien findet Pluralbildung mittels Suffigierung statt; man nehme zum Beispiel den Plural von "Zahn":

Die Verteilung der Suffixe erfolgt in beiden Sprachen weitgehend nach den Grundsätzen der Vokalharmonie.

Einige Sprachen kennen gar keine Pluralformen, wie Chinesisch, Thai und Vietnamesisch.

Im Arabischen werden interne und externe Plurale unterschieden. Externe Plurale werden durch Suffigierung gebildet, interne durch Umstrukturierung der Wortbasis:

Außerdem existiert für Wörter, die Mengen von Dingen bezeichnen, ein kollektiver Singular: تفاح / tuffāḥ Äpfel (eine Menge davon, z. B. ein Kilogramm) – تفاحة / tuffāḥa (ein einzelner) Apfel – تفاحات / tuffāḥāt (mehrere einzelne) Äpfel (z. B. drei). Die Einzel-Singulare werden vom Kollektivsingular regelmäßig mit der Femininendung -a gebildet, und davon regelmäßig der Einzel-Plural auf -āt.

In malayo-polynesischen Sprachen ist die Pluralbildung durch Reduplikation charakteristisch. Die polynesischen Sprachen markieren Plurale nicht durch Endungen, sondern durch den Artikel, wie in Māori te tamaiti – nga tamaiti (das Kind – die Kinder). Als Ausnahme haben einige Wörter eigene Pluralformen mit gedehntem Vokal, zum Beispiel Hawaiianisch te wahine – nā wāhine (die Frau – die Frauen).

Plural in Plansprachen

In Plansprachen bildet man den Plural oft durch ein allgemeines Prinzip, etwa im Esperanto durch Anhängen eines -j an das Substantiv: domo „Haus“ – Plural: domoj. Davon abweichende oder unregelmäßige Pluralformen finden sich nicht.

Unterscheidung zwischen inklusivem und exklusivem Plural


In manchen Sprachen (z. B. den Drawidischen Sprachen, den Tupí-Guaraní-Sprachen und den Algonkin-Sprachen) ist die Kategorie Plural semantisch feinkörniger differenziert als etwa im Deutschen: Es gibt ein Pluralmorphem, das verwendet wird, wenn der Sprecher und seine Gruppe, nicht aber die Zuhörer gemeint sind (exklusiv) und ein Pluralmorphem, das verwendet wird, wenn der Sprecher, seine Gruppe und die Zuhörer gemeint sind, siehe inklusives und exklusives Wir.

Besondere Funktionen des Plurals


Es gibt einige Fälle der Verwendung des Plurals, die sich dadurch auszeichnen, dass eigentlich nur eine einzelne Person gemeint ist, dennoch aber der Plural verwendet wird. Für diese Fälle haben sich in der Sprachwissenschaft folgende Unterscheidungen und Begriffe eingebürgert:[7]

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Wiktionary: Plural – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Mehrzahl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. vgl. Eisenberg: Grundriß der deutschen Grammatik. Band 1: Das Wort. 3., durchgesehene Auflage. 2006, S. 163 ff.
  2. Damaris Nübling: s-Plural ist kein Sprachimport. Unis, Studis, CDs, Pkws, Aufs und Abs und Buddenbrooks: Pluralbildung auf „s“ ist originär deutsch und geht auf 17./18. Jahrhundert zurück. 2011.
  3. Beate Kirchner, Jonny Rieder, Renate Wolf: Ostseestädte. Kreuzfahrten zwischen Kiel, St. Petersburg und Kopenhagen. 4., aktualisierte Auflage. Trescher, Berlin 2012, ISBN 978-3-89794-215-8, S. 381, Zitat: „mit ihren 14 Kasūs.“
  4. Ursula Blank-Sangmeister: Intra. Lehrerband II. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-71827-8, S. 81, Zitat: „Im Deutschen können die Kasūs nicht wörtlich wiedergegeben werden.“
  5. Duden – Die Grammatik. 8. Auflage. Duden-Verlag, Mannheim / Wien / Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, S. 175ff.
  6. Duden – Die Grammatik. 8. Auflage. Duden-Verlag, Mannheim / Wien / Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, S. 175.
  7. Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. 4., aktualisierte und überarbeitete Auflage. J. B. Metzler, Stuttgart u. a. 2010, ISBN 978-3-476-02335-3.



Kategorien: Numerus



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