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Pliezhausen

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pliezhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pliezhausen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 34′ N, 9° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 331 m ü. NHN
Fläche: 17,31 km2
Einwohner: 9721 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 562 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72124
Vorwahl: 07127
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 060
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
72124 Pliezhausen
Website: www.pliezhausen.de
Bürgermeister: Christof Dold
Lage der Gemeinde Pliezhausen im Landkreis Reutlingen

Pliezhausen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, etwa acht Kilometer nördlich der Kreisstadt Reutlingen gelegen. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Pliezhausen liegt zwischen dem Neckar und dem Schönbuch.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Pliezhausen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zu den Landkreisen Esslingen¹ und Tübingen².

Walddorfhäslach, Neckartenzlingen¹, Reutlingen, Kirchentellinsfurt², Tübingen² und Dettenhausen².

Gemeindegliederung

Die ursprüngliche Gemeinde Pliezhausen besteht aus den Ortsteilen Pliezhausen, Dörnach und Gniebel. Nach der Eingemeindung von Rübgarten am 9. Mai 1975 entstand die Gemeinde Pliezhausen in der heutigen Form. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens, die offizielle Benennung der drei zuletzt genannten erfolgt in der Form „Pliezhausen-…“. Sie bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme des Ortsteils Pliezhausen sind in den Ortsteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.[2]

Zu den Ortsteilen Dörnach und Gniebel gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Ortsteil Pliezhausen gehören das Dorf Pliezhausen und die Häuser Im Weiher und Werkstätte an der Rübgartenstraße. Zum Ortsteil Rübgarten gehören das Dorf Rübgarten und die Häuser Reichenbachmühle.

Im Ortsteil Dörnach liegt die abgegangene Burg Mörsberg. Im Ortsteil Pliezhausen liegen die Wüstungen Bütensulz und Scherre und im Ortsteil Rübgarten liegt die abgegangene Burg Wildenau und der Weiler Wildenau.[3]

Geschichte


Pliezhausen

Auf der Gemarkung Pliezhausen wurde eine jungsteinzeitliche Siedlung aus der Zeit um 5000 v. Chr. nachgewiesen.[4]

In einem alemannischen Frauengrab aus der Merowingerzeit wurde in Pliezhausen u. a. die Reiterscheibe von Pliezhausen gefunden, die im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart ausgestellt wird.

Pliezhausen wurde erstmals 1092 als Plidolfeshusin urkundlich erwähnt. Es gehörte zunächst zur Grafschaft Achalm-Urach und kam im 13. Jahrhundert an Württemberg. 1609 verheerte die Pest den Ort, 40 Prozent der 300 Einwohner starben. Ab 1635 führte der Dreißigjährige Krieg zu weiteren Verwüstungen und Toten. Die Gemeinde gehörte ursprünglich zum Amt und seit 1758 zum Oberamt Urach, bei dem Pliezhausen auch nach der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im seit 1806 bestehenden Königreich Württemberg zunächst zugeordnet blieb. Im Jahre 1842 kam Pliezhausen zum Oberamt Tübingen und 1938 durch die Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg zum Landkreis Tübingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Pliezhausen in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Im Rahmen der Kreisreform in Baden-Württemberg gelangte Pliezhausen 1973 zum Landkreis Reutlingen.

Ortsteile

Dörnach

Dörnach

Im Jahre 1334 wurde Dörnach erstmals urkundlich erwähnt. 1342 fiel die Gemeinde mit dem Gebiet der Pfalzgrafschaft Tübingen, zu der sie gehörte, an Württemberg. Seit dessen Einführung gehörte Dörnach zum Oberamt Tübingen. Dörnach wurde am 1. Dezember 1971 nach Pliezhausen eingemeindet.[5]

Gniebel

Gniebel

Gniebel gehörte den Grafen von Zollern, die den Ort 1473 an Württemberg abgaben. Dort gehörte die Gemeinde zum Oberamt Tübingen. Gniebel wurde am 1. Dezember 1971 nach Pliezhausen eingemeindet.[5]

Rübgarten

Rübgarten

Die Gegend um Rübgarten gehörte ursprünglich zum Besitz der Volen von Wildenau[6][7] und fiel mit der Pfalzgrafschaft Tübingen 1342 an Württemberg. Der Ort selbst wurde 1363 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1806 gehörte der Ort zum Oberamt Tübingen. Im Rahmen der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 fiel Rübgarten an den Landkreis Reutlingen. Rübgarten wurde am 9. Mai 1975 nach Pliezhausen eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze). Zahlen vor 1871 stammen aus der gemeindlichen Geschichtsschreibung.

Stichtag Einwohnerzahl
1608 300
1. Dezember 1871 ¹ 2.446
1. Dezember 1900 ¹ 2.657
17. Mai 1939 ¹ 3.364
13. September 1950 ¹ 3.881
6. Juni 1961 ¹ 4.341
27. Mai 1970 ¹ 5.285
25. Mai 1987 ¹ 7.087
31. Dezember 1991 7.853
31. Dezember 1995 8.607
31. Dezember 2000 9.237
31. Dezember 2005 9.536
31. Dezember 2010 9.329
31. Dezember 2015 9.411

Religionen


Die Martinskirche in Pliezhausen wurde im 11. oder 12. Jahrhundert als romanische Kapelle erbaut; im 16. Jahrhundert wurde sie gotisch umgestaltet. Der ursprüngliche Turm stammt aus dem Jahre 1523, der heutige von 1875.[9] Seit der Einführung der Reformation in Württemberg ist sie evangelisch. Zu dieser Gemeinde gehörte auch die Kirche in Dörnach, das erst spät eine eigene Gemeinde erhielt. Gniebel gehörte ursprünglich zur Kirchengemeinde Walddorf, Rübgarten zur Kirchengemeinde Weil im Schönbuch und erhielt erst im 19. Jahrhundert eine eigene Gemeinde, die aber seit 1872 vom Pfarramt Gniebel mit betreut wird.

Inzwischen gibt es auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde im Ort, zu ihr gehört die St.-Franziskus-Kirche. Außerdem sind auch die evangelisch-methodistische und die neuapostolische Kirche in Pliezhausen vertreten.

Politik


Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 mit einer Wahlbeteiligung von 65,2 % (2014: 56,3 %) brachte für den Gemeinderat in Pliezhausen die folgende Sitzverteilung:[10]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Vergleich
Freie Wählervereinigung (FWV) 35,3 % 8 2014: 41,0 %, 9 Sitze
Unabhängige Wählervereinigung (UWV) 27,5 % 6 2014: 29,2 %, 7 Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 15,3 % 4 2014: 11,9 %, 3 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 9,3 % 2 2014: 9,2 %, 2 Sitze
Kommunale Liste Umweltbewußter Bürger (KLUB) 12,6 % 3 2014: 8,8 %, 2 Sitze

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Otwin Brucker war seit dem 10. Januar 1967 Bürgermeister der Gemeinde und damit lange Zeit dienstältester Bürgermeister in Baden-Württemberg. Im August 2005 stellte Otwin Brucker mit Vollendung des 65. Lebensjahres sein Amt vor Ablauf der Wahlperiode zur Verfügung. Am 18. Juli 2005 wurde Christof Dold als Nachfolger gewählt. Dold wurde Im Juli 2013 mit 92 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen

Blasonierung: „In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine grüne Eichel mit zwei grünen Blättern.“

Partnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Die Gemeinde liegt an der Römerstraße Neckar-Alb-Aare und am Neckartal-Radweg, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Museen

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Pliezhausen liegt an der Bundesstraße 297 von Tübingen nach Lorch (Württemberg). Die Ortsteile Gniebel und Rübgarten liegen an der B 27 (Blankenburg (Harz)Lottstetten), welche eine gute Verkehrsanbindung an den Großraum Stuttgart bildet, allerdings auch jeden Morgen durch stockenden Verkehr in Richtung Stuttgart blockiert wird.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 220. Pliezhausen, Gniebel und Rübgarten sind durch die Buslinie 3/31 der Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft an Reutlingen angebunden. An drei Haltestellen in Pliezhausen und Gniebel hält außerdem der Flughafen-Zugbringerbus Expresso, der auch S-Bahn-Haltestellen im VVS anfährt. Alle Teilorte Pliezhausen, Rübgarten, Dörnach und Gniebel sind durch den Ortsbus Linie 33 miteinander verbunden. In Dörnach verkehrt zudem die Schulbuslinie 105.

Bildung

In Pliezhausen gibt es eine Grund-, Haupt- und Realschule (Otwin-Brucker-Schulzentrum). Zudem gibt es in Rübgarten und in Gniebel je eine Grundschule, wobei die Grundschule Gniebel von Kindern der beiden Teilgemeinden Gniebel und Dörnach besucht wird. Außerdem besteht eine Musikschule im Ort. Für die jüngsten Einwohner bestehen im Ort sieben Kindergärten.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die im Ort leben oder gelebt haben

Literatur


Weblinks


 Commons: Pliezhausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Pliezhausen vom 22. Dezember 1975, zuletzt geändert am 14. September 2004
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 57–59
  4. Geschichtliches auf der Internetseite der Gemeinde Pliezhausen, abgerufen am 18. Juli 2010
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 535.
  6. Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Tübingen, Seite 465.
  7. Die Wildenaustraße in Tübingen-Lustnau auf TÜpedia.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 538.
  9. Die Martinskirche , Internetauftritt der evangelischen Kirchengemeinde Pliezhausen, abgerufen am 18. Juli 2010
  10. Wahlinformation des Zweckverbands Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU)



Kategorien: Pliezhausen | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort im Landkreis Reutlingen | Ort am Neckar



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Stand der Informationen: 21.10.2019 10:02:38 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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