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Plettenberg



Dieser Artikel behandelt die Stadt in Nordrhein-Westfalen. Zu anderen Bedeutungen siehe Plettenberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 96,75 km2
Einwohner: 25.318 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 262 Einwohner je km2
Postleitzahl: 58840
Vorwahl: 02391
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 052
Adresse der
Stadtverwaltung:
Grünestraße 12
58840 Plettenberg
Website: www.plettenberg.de
Bürgermeister: Ulrich Schulte (Parteilos)
Lage der Stadt Plettenberg im Märkischen Kreis

Plettenberg (westfälisch Plettmert) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Plettenberg liegt im Westen des Sauerlands im Märkischen Kreis zwischen dem Lennegebirge im Norden und dem Ebbegebirge im Süden. Die Stadt liegt an der Einmündung der Else in die Lenne und wird von Grüne- und Oesterbach durchflossen. Deshalb wurde ihr der Name „Vier-Täler-Stadt“ gegeben.

Stadtgliederung

Offiziell ist Plettenberg nicht in Stadtteile gegliedert.[2]

Die ehemalige selbstständige Gemeinde Ohle (2.981 Einwohner)[3] und weitere Ortschaften von Plettenberg wie Böddinghausen, Bremcke, Eiringhausen (5.892 Einwohner),[3] Elhausen, Eschen (3.045 Einwohner),[3] Frehlinghausen, Grimminghausen, Himmelmert, Holthausen/oberes Elsetal (4.033 Einwohner)[3] Köbbinghausen, Kückelheim, Lettmecke, Oestertal (3.071 Einwohner),[3] Pasel, Selscheid, Siesel, Teindeln und die Kernstadt selbst (14.012 Einwohner)[3] finden sich auch heute noch in topografischen Karten.

Geschichte


Mit hoher Sicherheit war der Kern des heutigen Stadtgebietes schon in vorkarolingischer Zeit von sächsischen Stämmen besiedelt. Im Elsetal deuten Ortsnamen wie Holthausen, Frehlinghausen oder Köbbinghausen (-husen) auf eine frühe Siedlung in sächsischer Zeit. In einer topografisch geschützten Ebene unweit des Zusammenflusses von Else- und Oesterbach entstand eine Siedlung mit dem Namen Heslipho (Deutung: Am Elsebach gelegen). Sie wurde die Keimzelle der späteren Stadt. Die Rolle einer Quelle mit besonders gutem Wasser scheint hierbei noch unklar, jedoch verweist der Flurname Offenborn hierauf.

Plettenberg wurde 1072 erstmals in einer Urkunde des Klosters Grafschaft als Heslipho erwähnt.[4] Das Uradelsgeschlecht von Plettenberg hatte hier zu Beginn seinen Stammsitz. Der Hof Plettonbrath wurde zwischen 1063 und 1078 in einer Urkunde der Abtei Werden erwähnt.[5]

1368 wurde Plettenberg an den Herzog von Kleve verkauft. 1397 wurden der Siedlung die Stadtrechte von Graf Dietrich II. von der Mark verliehen. Schon zehn Jahre zuvor hatte Plettenberg einen Freiheitsbrief von Graf Engelbert III. von der Mark erhalten. Trotz der Stadterhebung blieb Plettenberg als Zankapfel der Kölner Erzbischöfe der Bau einer Stadtmauer als eindeutig landesherrliche Anlage verboten. Erst um 1500 wurde die Befestigung Plettenbergs (bis dahin eine Graben- Wall- Anlage mit Holzpalisaden) durch eine Stadtmauer ersetzt. Gleichzeitig wurde die Siedlung erheblich in Richtung Norden (heute der Bereich Alter Markt und Untertor) vergrößert. Die Stadtbefestigung hatte zwei Tore. Das Obertor führte über eine Brücke über den Oesterbach auf die Straße Richtung Attendorn (heute Maiplatz), das Untertor führte auf die Straße Richtung Arnsberg (heute Bahnhofstraße). Nach dem großen Stadtbrand von 1725 wurden die Tore sowie weite Teile der Stadtmauer abgetragen, der alte Wassergraben überbaut. Nur im Bereich der Neuen Straße stand bis ca. 1800 ein altes Tor, vermutlich das Untertor des 14. Jahrhunderts.

Vom historischen Ursprung ist heute nur noch wenig erhalten. Im Zentrum befindet sich ein kleiner historischer Kern rund um die Christuskirche aus dem 13. Jahrhundert, im Stadtteil Ohle die alte Dorfkirche. Nur noch als Ruine erhalten ist die Burg Schwarzenberg. Die Dunkelsche Mühle aus dem 13. Jahrhundert bestand bis in die 1950er-Jahre.

1622/23, während des Dreißigjährigen Krieges, der in Plettenberg viele Opfer forderte, war die Stadt von Spaniern besetzt, die 38 Wochen versorgt werden mussten. Bei einem Überfall 1634 wurde Plettenberg verwüstet und geplündert. 1666 wurde die Stadt Brandenburg-Preußen zugeschlagen. Ein Jahr nach Ausbruch eines Niederländisch-Französischen Krieges erhielt Plettenberg 1673 einen Kurkölnisch-Münsterisch-Französischen Schutzbrief. Dennoch fielen 1679 französische Truppen in die märkische Region ein, und Plettenberg musste große Abgaben leisten.

Am 12. April 1725 vernichtete ein Stadtbrand 94 Prozent des Stadtgebietes. Innerhalb der Stadtmauer wurden sogar alle Gebäude vernichtet. Nach dem Feuer bauten die Bewohner die Stadt genauso wie zuvor wieder auf.

Seit 1735 war die Stadt und das Amt Plettenberg dem Kreis Altena unterstellt. Schon 1750 gab es in Plettenberg ein Obdachlosenheim. Zwischen 1807 und 1815 waren Stadt und Amt von Frankreich besetzt und wurden in das Großherzogtum Berg eingegliedert. 1816 wurde Plettenberg dem Regierungsbezirk Arnsberg und dem Kreis Altena zugeordnet.

Während der Industrialisierung entwickelten sich in den Tallagen an den Flüssen erste metallverarbeitende Betriebe, die mit Wasserkraft das heimische Erz weiterverarbeiteten. Durch die Errichtung der Ruhr-Sieg-Eisenbahn ab 1860 profitierte vor allem die Schwerindustrie. Nur acht Jahre vorher hatten die Plettenberger eine Wirtschaftskrise durchlebt.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb Plettenberg größtenteils verschont; es stürzte nur 1944 ein Bomber kurz hinter der Stadt ab. 1945 wurde Plettenberg von der 75th Infantry Division der US-Armee besetzt.

In den 1960er Jahren wurde die Stadt komplett saniert, so gingen z. B. der historische Stadtkern und die Plettenberger Kleinbahn verloren. Sie wichen großräumigen Straßen und einer Fußgängerzone.

Eingemeindungen

1891 wurde die Gemeinde Ohle vom Amt Neuenrade auf das Amt Plettenberg übertragen. Am 1. April 1941 schlossen sich im Rahmen einer kommunalen Neuordnung die Gemeinden des Amtes (Ohle und Plettenberg-Land) und die Stadt Plettenberg zur neuen Stadt Plettenberg zusammen.[6]

Einwohnerstatistik

Im 14. Jahrhundert hatte Plettenberg 500 Einwohner. Durch mehrere große Pest-Epidemien und den Dreißigjährigen Krieg nahm die Einwohnerzahl über die Jahre wieder ab.

Jahr Einwohner
1719 0.749
1758 1.051
1765 0.933
1818 1.307
1839 1.539
1849 1.652
1871 1.976
Jahr Einwohner
1910 05.981
1933 07.169
1998 29.263
1999 29.133
2000 29.031
2001 28.959
2002 28.698
Jahr Einwohner
2003 28.442
2004 28.255
2005 29.130
2006 28.782
2007 27.397
2008 27.026
2009 26.665
Jahr Einwohner
2010 26.494
2011 26.132
2012 26.349[7]
2013 26.099
2016 25.965
2017 25.871
2018 25.773[8]

Die Einwohnerzahlen beziehen sich bis 1933 auf die heutige Stadtmitte, ab 1998 auch auf die inzwischen eingemeindeten Ortsteile. Für die Daten ab 1998 ist der Stichtag der 31. Dezember des jeweiligen Jahres.

Konfessionsstatistik


Gemäß der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 39,7 % der Einwohner mehrheitlich evangelisch, 28,2 % römisch-katholisch und 32,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[9] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Mit Stand 31. Dezember 2018 sind von den 25.773 Einwohnern 34,4 % evangelisch, 26,6 % römisch-katholisch und 39,0 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an.[10]

Politik


Gemeinderat

Gewinne und Verluste
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Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 36 Ratssitze:

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze +/–
SPD 40,1 % 15 ± 0
CDU 36,8 % 13 + 1
FDP 7,4 % 3 − 1
UWG 9,1 % 3 − 1
GRÜNE 2,6 % 1 ± 0
AfD 4,0 % 1 + 1

Bürgermeister

Städtepartnerschaften

Die Stadt Plettenberg unterhält Städtepartnerschaften mit der Stadt Bludenz im österreichischen Bundesland Vorarlberg (seit 1988) und mit der thüringischen Stadt Schleusingen (seit 1990).

Religion


Die evangelischen Gemeinden in Plettenberg gehören zum Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Bauwerke

Alle Baudenkmäler sind in der Liste der Baudenkmäler in Plettenberg aufgeführt.

Natur

Die Oestertalsperre liegt am Oberlauf der Oester und beinhaltet 3,1 Millionen m³ Wasser. Die Talsperre, die zwischen 1904 und 1906 errichtet wurde, ist etwa 2300 m lang.

Sport

Für sportliche Aktivitäten verfügt die Stadt über Kunstrasenplätze in der Stadtmitte (Elsewiese) und in den Ortsteilen Böddinghausen und Oesterau (Oestertal). Im Ortsteil Ohle befindet sich ein Naturrasenplatz. Weitere Sportanlagen sind Auf der Lied in Holthausen (Kleinsportanlage) und am alten Hallenbad vorhanden. Die Gesamtfläche der Anlagen beträgt etwa 55.000 qm.[14] 2003 wurde in Böddinghausen das Erlebnisbad AquaMagis Plettenberg erbaut, in dem im September 2008 Deutschlands erste Looping-Rutsche in Betrieb genommen werden konnte.[15]

Die größten Fußballvereine der Stadt sind der 1889 gegründete SC Plettenberg und der 1891 gegründete TuS Plettenberg. Die Herren des TuS Plettenberg spielen in derSaison 2019/2020 in der Bezirksliga.[16][17]

Für Aktivitäten in der Leichtathletik gründete sich 1984 im Herscheider Ortsteil Grünenthal die Leichtathletik-Gemeinschaft Plettenberg/Herscheid.[18] Trägervereine der Leichtathletikgemeinschaft sind der Plettenberger Sportclub e. V. (PSC), der TSV Oestertal 1894 und der TuS Jahn Ohle 1904 e. V.[19] 1887 gründete sich der TV Jahn Plettenberg für den Breiten- und Freizeitsport Turnen, Kanu fahren, Basketball, Jonglieren und Tanzen. Nach eigenen Aussagen ist der TV Jahn mit über 1000 Sportlern einer der mitgliederstärksten Vereine in Plettenberg.[20] Beim örtlichen Schwimmverein „SV Plettenberg“, der 1951 gegründet wurde, wird neben dem Schwimmsport auch Volleyball, Badminton, Beachvolleyball, Step Aerobic und Mountainbike angeboten. Badminton ist auch beim Plettenberger „Badminton Verein 1963“ möglich. Dartsport wird seit 2015 beim „TEAM P-DARTER 1. Dart-Sport-Club (DSC) Plettenberg“ des TuS Plettenberg gespielt.[21]

Die Sportschützen sind in den örtlichen acht Schützenvereinen und-gesellschaften engagiert.[22]

Die Schachvereinigung 1920 Plettenberg e. V. spielte in der Saison 1997/98 in der Schachbundesliga.[23][24]

Die 1932 gegründete „Fliegergruppe Plettenberg/Herscheid“ nutzt für ihre Flugsportarten Segel- und Ultraleichtfliegen den Flugplatz Plettenberg-Hüinghausen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Auch in Plettenberg sind in der Bevölkerung Schützenfeste fest verwurzelt, die in der Innenstadt und den Ortsteilen von den Schützenvereinen Plettenberger Schützengesellschaft 1836, Schützenverein Plettenberg-Oestertal 1877, Schützenverein Eiringhausen 1899, Schützenverein Plettenberg-Grünetal 1924, Schützenverein Landemert 1927 und dem Schützenverein Blau-Weiß 1951 Plettenberg Sundhelle ausgerichtet werden.

Das 40. PleWo-Stadtfest in der Innenstadt fand 2018 statt. Zum Kultursommer (ab 2020 Vier-Täler-Sommer), der über mehrere Wochen stattfindet, gehören unter anderem die Plettenberger Sommersause, abwechslungsreiche Bühnenprogramme, Sommertheater, Sommerkino und Theateraufführungen für Kinder.[25]

Seit 2004 findet auf einer Wanderstrecke rund um Plettenberg das Sportevent „P-Weg-Marathonwochenende“ statt. Ausrichter ist das P-Weg-Team der Stadt Plettenberg.[26]

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Plettenberger Wirtschaft hat ihre Ursprünge in der Eisenverarbeitung, die sich ihrerseits auf den Bergbau im Sauerland gründet. Viele der alten Betriebe nutzten die Wasserkraft der Lenne unmittelbar in Hammerschmieden oder später über Laufwasserkraftwerke, von denen es in Plettenberg zwei gibt: das Wasserkraftwerk Siesel und das Wasserkraftwerk Ohle. Viele Betriebe sind eng mit der Automobilindustrie und dem Maschinen- und Fahrzeugbau verzahnt, darunter das 1846 gegründete Unternehmen Seissenschmidt, die Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG sowie die Rasche Umformtechnik GmbH & Co KG als Zulieferer der Automobilindustrie und das Ohler Eisenwerk, das unter dem Plettenberger Ehrenbürger Walter Pfeiffer mit 1.200 Mitarbeitern Plettenbergs größtes Unternehmen war. Sonst herrschen dabei Klein- und mittelständische Strukturen vor. Der Bereich Stahlverformungen ist dominierend (Kaltwalzwerke, Hammerschmieden, Gesenkschmieden). Der Gerüstbauer Plettac AG war lange Zeit das erfolgreichste und umsatzstärkste Unternehmen der Stadt und erzielte Anfang der 1990er Jahre zunächst hohe Kapitalisierung durch den erfolgreichen Börsengang.[27] In der Folge geriet das zwischenzeitlich im DAX gelistete Unternehmen jedoch in Schieflage und gehörte 2000 zu den größten Kapitalvernichtern am deutschen Aktienmarkt.[28][29] Durch eine 2003 eingeleitete Insolvenz konnten die meisten Arbeitsplätze am Standort Plettenberg erhalten werden. Die heute zu Dura Automotive Systems gehörende Firma Wilhelm Schade Metallwarenfabrik wurde von Annerose Iber-Schade geleitet.

67 Prozent der Plettenberger Erwerbstätigen arbeiten im verarbeitenden Gewerbe, 32 Prozent im Dienstleistungssektor und nur etwa ein Prozent in der Landwirtschaft. Von 1000 Einwohnern sind 280 in der Industrie tätig (Bundesdurchschnitt 85, Landesdurchschnitt NRW 95).

Verkehr

Straßenverkehr

Die Anbindung in Richtung Werdohl und Lüdenscheid mit dortiger Autobahnanbindung an die A 45 erfolgt bis Werdohl über die Bundesstraße 236 und ab Werdohl über die Bundesstraße 229. Finnentrop und Lennestadt kann man ebenfalls über die Bundesstraße 236 erreichen.

Die Anbindung über Affeln in Richtung Neuenrade und das Hönnetal erfolgt bis Affeln über die L697 und ab Affeln über die L842.

Die Westtangente ist ein Projekt zur Umgehung der Bahnhofstraße. Das Projekt enthält zwei Brücken und den 734 Meter langen Hestenbergtunnel, es wurde am 10. November 2006 eröffnet.

Ursprünglich sollte auch eine Bundesautobahn A 54 (auch früher teilweise als A 208 bezeichnet) von der niederländischen Grenze bei Brunssum über Puffendorf, Bergheim, Langenfeld, Solingen, Remscheid, Radevormwald, Halver, Lüdenscheid und Werdohl bis nach Plettenberg im Sauerland verlaufen.[30][31] Der Kreuzungspunkt mit der damals bereits bestehenden Bundesautobahn A 45 wäre südlich der heutigen Abfahrt Nr. 13 Lüdenscheid-Nord gewesen.[32] Bis auf zwei Teilstücke, die heutige A 542 und die durch das Solinger Stadtgebiet verlaufende Landesstraße 141n, wurde die A 54 allerdings nie fertiggestellt.

Zugverkehr

Im Ortsteil Eiringhausen befindet sich der Bahnhof Plettenberg an der 1861 eröffneten Ruhr-Sieg-Strecke der Deutschen Bahn AG.

Für rund acht Millionen Euro wurden der Bahnhof, dessen Umfeld sowie die Fußgängerunterführung zwischen 2005 und 2010 umgebaut. Außerdem sind Aufzüge in die Infrastruktur integriert und die Bahnsteige komplett erneuert worden. Dadurch ist die Station barrierefrei.[33]

Das Stadtgebiet war von 1896 bis 1962 für Personen- und Güterverkehr durch eine dampfbetriebene Kleinbahn, die Plettenberger Straßenbahn AG, erschlossen.

Von 1915 bis 1996 betrieb die Deutsche Bundesbahn beziehungsweise deren Vorgängergesellschaften die Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid, die auch den westlichen Teil des Stadtgebiets erschloss. Der Personenverkehr wurde allerdings schon 1965 eingestellt. Als Sauerländer Kleinbahn findet hier heute abschnittsweise Museumsbetrieb statt.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden Planungen, die Volmetalbahn (Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen) über eine Strecke im Stadtgebiet von Lüdenscheid und Herscheid mit der Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid zu verknüpfen und so eine Verbindung zwischen Volme- und Lennetal zu schaffen.[34] Diese scheiterten jedoch an den hohen Baukosten. Die Erdarbeiten wären damals bereits über Herscheid hinaus erfolgt. Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurden die Planungen allerdings nicht weiter verfolgt, da die notwendigen Finanzmittel fehlten. In den 1920er Jahren hat die Gemeinde Herscheid versucht, den Bau der Bahn wieder zu beleben. Aber spätestens mit Einsetzen der rapiden Inflation im Zuge der Weltwirtschaftskrise erledigte sich das Thema Eisenbahnbau. Und später hat sich schließlich der Kraftverkehr auf den Straßen in Deutschland durchgesetzt. Der Streckenabschnitt hätte rund 33,9 Kilometer umfasst. Aufgrund der gebirgigen Topographie im Sauerland sah die Planung mächtige Tunnelbauten, Brückenbauwerke oder Unterführungen vor, wie etwa auf dem Höhenrücken zwischen dem Verse- und dem Ahetal, wo ein Tunnel von 650 Metern Länge vorgesehen war. Ein weiterer Tunnel mit einer Länge von ca. 300 Metern wäre in Herscheid von der Helle bis unterhalb der Schützenhalle verlaufen. Insgesamt waren vier Tunnel mit einer Gesamtlänge von 2175 Metern geplant. Die veranschlagten Kosten für die Tunnel beliefen sich auf 1,84 Millionen Mark. Die Gesamtkosten der Strecke bezifferte die Königliche Eisenbahndirektion auf insgesamt 9,8 Millionen Mark, pro Eisenbahnkilometer wären das 289.100 Mark gewesen.[35]

Busverkehr

Der Busverkehr wird heute überwiegend durch die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) sowie den Bürgerbus Plettenberg durchgeführt.

Radverkehr

Durch Plettenberg führt die Lenneroute, ein Fahrradweg, der das Sauerland mit dem Ruhrgebiet verbindet.

Medien

Regionale Tageszeitung ist das Süderländer Tageblatt. Der lokale Hörfunk für NRW erfolgt in Plettenberg durch Radio MK, dem durch die Landesanstalt für Medien der Sendestandort Nr. 72 Frequenz 99,5 zugewiesen ist.

Öffentliche Einrichtungen

Plettenberg ist Sitz eines Amtsgerichtes, das nicht nur für die Stadt Plettenberg, sondern auch für die Gemeinde Herscheid zuständig und dem Landgericht Hagen untergeordnet ist. Die medizinische Grundversorgung wird durch das Krankenhaus Plettenberg sichergestellt. Außerdem gibt es eine Zweigstelle der Iserlohner Agentur für Arbeit.

Bildung

In Plettenberg gibt es sechs Gemeinschaftsgrundschulen: Grundschule Ohle, Hallenschule, Eschenschule, Martin-Luther-Schule, Holthausen und Oestertal. Des Weiteren liegen in Plettenberg die Hauptschulen „Im Böddinghauser Feld“ und die Zeppelinschule, die „Städtische Geschwister-Scholl-Realschule“ und das „Städtische Albert-Schweitzer-Gymnasium“. Die „Vier-Täler-Schule“ ist eine Förderschule der Stadt mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Die Musikschule Lennetal mit Hauptsitz in Werdohl hat auch in Plettenberg Unterrichtsräume.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur


Weblinks


Commons: Plettenberg  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 30. September 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 11. März 2020. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Plettenberg
  3. a b c d e f Plettenberg, S. 268. In: Heinz Heineberg, Günter Rosenbohm, Klaus Temlitz (Hrsg.): Der Märkische Kreis. Städte und Gemeinden in Westfalen 10. Aschendorff Verlag, Münster 2005, ISBN 3-402-06274-7
  4. Anton Joseph Binterim, Joseph Hubert Mooren: Die alte und neue Erzdiözese Köln in Dekanate eingetheilt. oder Das Erzbistum Köln mit den Stiften, Dekanaten, Pfarreien und Vikarie sammt deren Einkommen und Collatoren. Band 1. Simon Müller, Mainz 1828, S. 296, urn:nbn:de:gbv:9-g-3729452 (430 S.).
  5. Wilhelm Crecelius: Traditiones Werdinenses. Zweiter Teil. In: Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. Band 7. Marcus, 1871, DNB 199234175 , ZDB-ID 210861-6 , S. 9 (315 S., bsb-muenchen.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  6. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 273.
  7. Stadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht 2017 Seite 8
  8. Stadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht Seite 8
  9. Stadt Plettenberg Religion , Zensus 2011
  10. Stadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht 2018 , abgerufen am 17. März 2020
  11. Kommunalwahlergebnis Stadt Plettenberg, Ratswahl 2014
  12. Kommunalwahlergebnis Stadt Plettenberg, Ratswahl 2009
  13. a b Eintrag Plettenberg zum Tag des offenen Denkmals, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  14. Städtische Sportplätze Abgerufen am 15. Januar 2019.
  15. Westfälische Rundschau, Onlineausgabe vom 17. September 2008: Nervenkitzel auf Deutschlands erster Looping-Wasserrutsche Abgerufen am 15. Januar 2019.
  16. TuS Plettenberg auf dem Portal FUSSBALL.DE Abgerufen am 15. Januar 2019.
  17. SC Plettenberg auf dem Portal FUSSBALL.DE Abgerufen am 15. Januar 2019.
  18. Geschichte der Leichtathletik-Gemeinschaft Plettenberg/Herscheid Abgerufen am 15. Januar 2020.
  19. Trägervereine der Leichtathletik-Gemeinschaft Plettenberg/Herscheid Abgerufen am 15. Januar 2020.
  20. Sportangebote im TV Jahn Plettenberg Abgerufen am 15. Januar 2020.
  21. Geschichte der Dart-Abteilung des TUS Plettenberg Abgerufen am 15. Januar 2020.
  22. Plettenberger Schützenvereine und Schützengesellschaften Abgerufen am 15. Januar 2020.
  23. Schachbundesliga Saison 1997/98 (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)
  24. Schachbundesliga: Ewige Tabelle Abgerufen am 15. Januar 2020.
  25. Kultursommer der Stadt Plettenberg Abgerufen am 15. Januar 2020.
  26. Die Geschichte des P-Wegs Abgerufen am 15. Januar 2020.
  27. Plettac-Aktien kommen für 380 DM. Stuttgarter Zeitung, 1. Juli 1993.
  28. Verlustbringer. DSW präsentiert die 50 schlechtesten AGs . Der Spiegel, 12. April 2000.
  29. Anlegerschützer stellen „Kapitalvernichter“ an Pranger . Handelsblatt, 15. Februar 2001.
  30. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 09) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  31. Artikel aus dem Süderländer Tageblatt vom 13. Februar 2011: "Eine Autobahn durchs Versetal"
  32. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 05) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  33. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 4. März 2011: "Verwahrlosung-Bahnhof noch nicht vorzeigbar."
  34. Nebenbahnprojekt Brügge-Lüdenscheid-Plettenberg - Bestellsignatur : Oberpräsidium Münster, Nr. 5830 . In: archive.nrw.de. 1905–1911. Abgerufen am 26. April 2016. (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  35. Andreas Wolf: Züge sollten bis Lüdenscheid fahren | WAZ.de . In: derwesten.de. 29. Januar 2013. Abgerufen am 26. April 2016.



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