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Pietrasanta

Pietrasanta
Wappen
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Lucca (LU)
Koordinaten 43° 57′ N, 10° 14′ O Koordinaten: 43° 57′ 12″ N, 10° 13′ 33″ O
Höhe 14 m s.l.m.
Fläche 42 km²
Einwohner 23.662 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 563 Einw./km²
Postleitzahl 55045
Vorwahl 0584
ISTAT-Nummer 046024
Volksbezeichnung Pietrasantini
Schutzpatron San Biagio und San Martino
Website Pietrasanta
Pietrasanta, Piazza del Teatro
Pietrasanta, Piazza del Teatro

Pietrasanta ist eine italienische Kleinstadt mit 23.662 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2017) in der Provinz Lucca in der nördlichen Toskana.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Pietrasanta liegt etwa 30 km nördlich von Pisa am Fuße der Apuanischen Alpen. Der am Meer gelegene Ortsteil Marina di Pietrasanta ist ein bekanntes Seebad.

Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia (Montiscendi), Traversagna (Pollino), Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale (Ponte Rosso), Africa (Pisanica), Macelli, Osterietta und Marina di Pietrasanta (Fiumetto, Tonfano, Motrone, Focette).

Die Nachbargemeinden sind Camaiore, Forte dei Marmi, Montignoso (MS), Seravezza und Stazzema.

Geschichte


Mauerreste weisen auf eine Besiedlung bereits in römischer Zeit hin. Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1255, als der Mailänder Guiscardo Pietrasanta, Namensgeber des Ortes, zu Füßen einer bereits bestehenden lombardischen Festung eine Siedlung errichten ließ. Im Mittelalter wechselte die Herrschaft mehrmals zwischen den Stadtstaaten von Genua, Lucca und Florenz. Nach einem Schiedsverfahren kam durch Beschluss von Papst Leo X. aus dem Hause Medici im Jahr 1513 Pietrasanta und sein Gebiet mit dem Hafen von Motrone - damals der einzige in der Versilia - an Florenz, unter dessen Herrschaft es bis zur Einheit Italiens blieb.[2] Im 17. und 18. Jahrhundert folgte, unter anderem bedingt durch die Malaria, eine Periode des Niedergangs.

Leopold II., Großherzog der Toskana und Erzherzog von Österreich, förderte im 19. Jahrhundert den Wiederaufbau und schuf durch die Errichtung von Schulen für Steinmetze die wirtschaftliche Grundlage für den Wiederaufstieg zur früheren Bedeutung als Stadt des Marmors.

Wirtschaft


Marmorverarbeitung

Der Name Pietrasanta (italienisch pietra: Stein, santa: heilig) ist Programm. Tatsächlich kommt hier der Steinbearbeitung eine ganz besondere Bedeutung zu. In den in unmittelbarer Nähe gelegenen Marmorbrüchen von Carrara wird einer der weltweit besten Bildhauermarmore namens Statuario gebrochen, der in vielen Unternehmen in und um Pietrasanta weiterverarbeitet wird. Weniger reine, weiße und graue Varietäten des dort gewonnenen Marmors sind in Pietrasanta auch billiges und praktisches Baumaterial. Viele alltägliche Gegenstände wie Fensterbretter, Briefkästen, Bürgersteige, Elektro- oder Müllkästen bestehen in der Stadt aus feinstem weißen Marmor.

Bildhauerei und Kunsthandwerk

Eine ganze Reihe von Steinmetzen, Bildhauern und anderen Künstlern, die mit Stein arbeiten, haben sich hier angesiedelt. Einer dieser bekannten Künstler ist Fernando Botero. Marmor ist jedoch nicht das einzige Material, das im Kunsthandwerk Verwendung findet. Viele Künstler, übrigens fast durchweg sehr betagte Italiener, arbeiten mit anderen Materialien, insbesondere mit Kupfer und mit Glas, mit dem kunstvolle Mosaike gelegt werden.

Die ansässigen Werkstätten haben zumeist einen ausgezeichneten, teilweise internationalen Ruf. Bekannte Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi und Papst Johannes Paul II. haben Statuen in Auftrag gegeben. Pikanterweise hatten seinerzeit George W. Bush und Saddam Hussein fast zeitgleich Aufträge an dieselbe Werkstatt vergeben.

Sehenswürdigkeiten


Gemeindepartnerschaften


Pietrasanta unterhält Partnerschaften mit den folgenden Städten und Gemeinden:[3]

Stadt Land
Écaussinnes Belgien Belgien
Grenzach-Wyhlen DeutschlandDeutschland Deutschland
Montgomery Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alabama, Vereinigte Staaten
Villeparisis Frankreich Frankreich
Zduńska Wola Polen Polen

Söhne und Töchter der Stadt


Weblinks


 Commons: Pietrasanta  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Sistema Informativo Unificato per le Soprintendenze Archivistiche: Comune di Pietrasanta , abgerufen am 11. Juli 2019 (italienisch)
  3. Comune di Pietrasanta - Città gemellate. Abgerufen am 15. Mai 2016.
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