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Petting (Gemeinde)




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 451 m ü. NHN
Fläche: 29,93 km2
Einwohner: 2321 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83367
Vorwahl: 08686
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 135
Gemeindegliederung: 71 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
83367 Petting
Website: www.gemeinde-petting.de
Bürgermeister: Karl Lanzinger (CSU)
Lage der Gemeinde Petting im Landkreis Traunstein

Petting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Lage

Petting liegt am Südufer des Waginger Sees im Rupertiwinkel.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 71 Ortsteile[2]:

  • Neuhaus
  • Abfalter
  • Aich
  • Aichbauer
  • Altofing
  • Ammerberg
  • Aring
  • Bildhauer
  • Brandhofen
  • Damm
  • Dornbach
  • Eglsee
  • Filzhäusl
  • Filzschuster
  • Filzweber
  • Furt
  • Gallenbach
  • Gilling
  • Gröben
  • Hainz am See
  • Hennhart
  • Hintergesselberg
  • Hinterpoint
  • Holzeck
  • Kirchberg
  • Kirchhof
  • Koppelstadt
  • Kraxenest
  • Kühnhausen
  • Lehen
  • Lemperholzen
  • Lindenhub
  • Mandlberg
  • Moosreuth
  • Moritz
  • Mörnberg
  • Mühlberg
  • Musbach
  • Neu-Gröben
  • Neukrämer
  • Neuputzham
  • Petting
  • Pröllner
  • Putzham
  • Quellgrund
  • Reuten
  • Ringham
  • Scheuerl
  • Schönram
  • Schweighausen
  • Seeberg
  • Seehaus
  • Seehof
  • Seeschneider
  • Sondershausen
  • Spöck
  • Stockach
  • Stötten
  • Streulach
  • Stubern
  • Teichting
  • Unverzug
  • Vordergesselberg
  • Walchen
  • Wasserbrenner
  • Wiedenreut
  • Wimm
  • Winden
  • Wurzenberg
  • Zentern
  • Zenzl

Geschichte


Petting, auf einer Anschwemmung aus der letzten Eiszeit errichtet, soll einmal eine Insel gewesen sein, als noch große Flächen unter Wasser standen. Die Insel galt als sicher und geschützt und wurde damals schon bewohnt.

Nach überlieferten Aufzeichnungen bedeutet der Name Petting einen Ort, der dem Zu- und Ablauf des Wassers unterworfen ist.

Der Ort soll bereits um 800 eine Kirche besessen haben, die jedoch um 900 von den Ungarn zerstört wurde. Auf dem Platz der Kirche stand angeblich die Burg der Edlen von Pettingen. Dieses Edelgeschlecht geht bis in das 6. Jahrhundert zurück. Es wird angenommen, dass die nachkommenden Herren den Namen der Ortschaft jeweils als den ihren annahmen. Ebenso wird vermutet, dass Petting schon zur Zeit der Römer bestanden und den damals gleichlautenden Namen geführt hat.

Urkundlich noch weiter zurückverfolgen lässt sich die Geschichte des Ortsteiles Ringham, welcher nach dem salzburgischen Güterverzeichnis des Bischofs Arno, der sogenannten „Notitia Arnonis“ bereits 788 bestanden hat.

Urkundlich wurde der Ort erstmals 1048 als „Pettinga“ erwähnt. Im Jahre 1335 wird die Pfarre Petting dem Kloster St. Zeno in Reichenhall inkorporiert. Petting war Sitz einer Obmannschaft des Erzstifts Salzburg und fiel bei der Säkularisation 1803 an den Erzherzog Ferdinand von Toskana, 1805 an Österreich, welches Petting 1810 an das Königreich Bayern abtreten musste. Petting wurde dann durch das Gemeindeedikt von 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Am 1. Juli 1971 schloss sich die Gemeinde Ringham der Gemeinde Petting an[3], deren Gemeindeverwaltung früher schon in der Gemeindekanzlei Petting untergebracht war. Um eine Eingemeindung im Zuge der bayerischen Gebietsreform zu vermeiden, ging Petting 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Waging a. See, Taching und Wonneberg ein. Nach intensiven Bemühungen konnte Petting zum 1. Januar 1986 die Verwaltungsgemeinschaft Waging am See wieder verlassen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017
Einwohner 1058 1178 2085 1606 1727 1891 1998 2138 2285 2338 2317 2321 2327

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.918 auf 2.321 um 403 Einwohner bzw. um 21 %.

Politik


Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat besteht aus 14 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten. Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 verteilen sich die Sitze wie folgt:

Die Wahlbeteiligung betrug 72,22 %.

Bürgermeister ist zurzeit Karl Lanzinger (CSU), der bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 mit 92,5 % Zustimmung (ohne Gegenkandidaten) gewählt wurde. Er wurde im März 2014 im Amt bestätigt, ebenso (mit 86,4 % der Stimmen) am 15. März 2020.

Gemeindefinanzen

Im Jahr 2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1,132 Millionen €, davon waren 288.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Wappen

Wappenbeschreibung

Blasonierung: In Blau unter einer silbernen Wellenleiste, zwei schräg gestellte silberne Fische.[4]

Wappengeschichte, Wappendaten und Fahne

Aufgrund der historisch sehr engen Verbindung zum Kloster Sankt Zeno in Bad Reichenhall werden in das Gemeindewappen zwei schräg gestellte silberne Fische als Bild des seit 1416 geführten Stiftswappen, zwei silberne Fische im roten Feld, übernommen. Eine Wellenleiste, das Symbol für Wasser, dient als Hinweis auf den Waginger See, der an das Gemeindegebiet angrenzt.[4]

Die offizielle Wappenführung besteht seit 1977.[4]

Die Fahnen der Stadt sind Blau-Weiß-Blau.[4]

Sehenswürdigkeiten


Naturschönheiten

Bauwerke

Schloss Seehaus am Weidsee

Schloss Seehaus mit seiner spätgotischen Hauskapelle liegt direkt am idyllischen, von einem breiten Schilfgürtel umgebenen Weidsee, inmitten des Landschaftsschutzgebietes Weidsee.

Ursprünglich war Seehaus im Mittelalter eine Burg, die sich im Besitz der Grafen von Thann befand, die um das Jahr 1280 dem Erzbischof Rudolf von Salzburg übereignet wurde. Für das Erzstift Salzburg war die Burg, als Wachposten an der mittelalterlichen ,,Unteren Salzstraße", die über Waging und Altenmarkt nach Wasserburg und weiter nach München ging, von großer Bedeutung. Von Seehaus aus konnte die Durchfuhr des Reichenhaller und Berchtesgadener Salzes gut überwacht und mit Mautgebühren, die für das Erzstift von großer Wichtigkeit waren, belegt werden.

Im Jahre 1479 wurde das Kostenamt und Patronalgericht von Petting nach Seehaus verlegt, letzteres hob man 1804 auf. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts hat man die Burg zu einem kleinen Schlösschen umgebaut, welches für die Salzburger Erzbischöfe zu einer beliebten Sommerresidenz wurde.

Später im Jahre 1600 erneuerte der damals regierende Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den Hauptbau und übereignete Schloss Seehaus seiner heimlichen Gemahlin Salome Alt. Das Schlösschen ging nach 1614 wieder in den Besitz des Salzburger Domkapitels über.

Jetzt befindet sich das Schloss in Privatbesitz und ist deshalb nicht zu besichtigen. Zusammen mit dem See bietet es aber eine wunderbare Ansicht.

Kirchen

Die ursprünglich spätgotische Kirche mit ihrem teilweise romanischen Turm und Netzgewölbe ist Johannes dem Täufer geweiht. Sie wurde erstmals um die Wende des 15. Jahrhunderts erwähnt. Die erste gotische Einrichtung ist verschwunden, von der späteren Barockeinrichtung stehen heute nur noch drei Statuen: der hl. Rupertus mit dem Salzfass, der hl. Virgilius mit dem Salzburger Dom, und die hl. Maria. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche neugotisch ausgestattet.

Nebenkirchen von Petting befinden sich in Kirchhof und Kirchberg sowie in Reichersdorf, das dem heutigen Hausnamen des zugehörigen Hofgutes nach früher als Pfarrhof gedient haben muss. Kirchberg, eine angeblich romanische Kirche mit großem Friedhof, die in alten Urkunden als ehemalige Pfarrkirche erwähnt wird, lag an einer Römerstraße und bestand bereits im 7. Jahrhundert. Während des Ungarneinfalls um 900 soll sie dem Bischof von Salzburg als Zufluchtsort gedient haben. Die heutige Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Kirchhof ist eine spätgotische Saalkirche aus dem 15. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft und Landwirtschaft

2017 gab es in der Gemeinde 372 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 930 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 558 Personen größer als die der Einpendler. 20 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 77 landwirtschaftliche Betriebe.

Eine regional sehr bekannte Brauerei ist die vom Landwirt Jakob Köllerer 1780 gegründete Private Landbrauerei Schönram.

Tourismus

Das nahe den Alpen und bei Salzburg gelegene Petting ist insbesondere in den Sommermonaten ein Ziel meist deutscher Touristen. 2017 wurden in der amtlichen Statistik insgesamt 17.928 Übernachtungen erfasst, davon 16.982 aus dem Inland und 946 aus dem Ausland.

Bildung

2018 gab es folgende Einrichtungen:

Vereine

Der Ort ist von zahlreichen Vereinen wie einem Sportverein, Schützenverein, Trachtenenverein, Fischerverein, Musikverein, Seglerverein geprägt, bei denen die Jugendarbeit meist eine sehr wichtige Rolle spielt.

Bodendenkmäler


Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Petting

Sonstiges


In dem im Jahre 1999 erschienenen Buch Silentium von Wolf Haas (sowie im gleichnamigen Film von Wolfgang Murnberger aus dem Jahr 2004) besteht ein Roter Faden der Geschichte darin, dass Detektiv Brenner eine Notiz „Petting 69“ findet und diverse Personen nach der möglichen Bedeutung befragt, deren Assoziation aber immer Petting als Sexualpraktik ist und pikierte Reaktionen hervorruft. Schließlich findet er doch heraus, dass die Notiz eine (in der notierten Form in der Realität nicht vorhandene) Adresse darstellt, und sucht diese auf, um festzustellen, dass in dem Haus doch sexuelle Dienste für die Hauptdarsteller von Salzburger Operninszenierungen geleistet werden.

Weblinks


Commons: Petting  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/212654&attr=OBJ&val=563
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 510.
  4. a b c d Haus der Bayerischen Geschichte – Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 18. August 2019.



Kategorien: Petting (Gemeinde) | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Traunstein | Ersterwähnung 1048 | Gemeindegründung 1818



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Stand der Informationen: 03.07.2020 03:30:44 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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