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Paul Radin




Paul Radin (* 2. April 1883 in Łódź, Polen; † 21. Februar 1959 in New York City) war ein US-amerikanischer Anthropologe.

Inhaltsverzeichnis

Familie


Paul Radin war der dritte Sohn des Rabbiners Dr. Adolf-Moshe Radin (* 1848 in Neustadt-Schirwindt; † 1909)[1] und seiner Ehefrau Johanna Theodor Radin. Sein Vater hatte an den Universitäten Berlin, Königsberg und Greifswald studiert.[2]

Die Eltern emigrierten aus dem damaligen Russland mit ihren fünf Kindern (drei Söhne und zwei Töchter) im Jahr 1884 in die USA: Ihr Ankunftsort war Elmira (New York), von dort zogen sie 1890 nach New York. In beiden Städten war Adolf-Moshe Radin als Rabbiner tätig. In New York starben seine Töchter an Scharlach.

Paul Radin heiratete 1910 zum ersten Mal. In zweiter Ehe war er seit 1930 mit Doris Woodward verheiratet.

Leben


Paul Radin besuchte das New Yorker City College, wo 1896 seine Freundschaft mit Robert Lowie begann.[3] Radin beendete das College 1902 mit dem Bachelor. Danach studierte er zunächst Zoologie an der Columbia University. Während einer Europareise, die ihn 1905 nach München und 1906 nach Berlin führte, wechselte Radin zur Anthropologie. An der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität hörte er Karl von den Steinen, Eduard Seler und Paul Ehrenreich.

Nach seiner Rückkehr in die USA immatrikulierte sich Radin 1907 an der Columbia University. Er studierte Anthropologie bei Franz Boas und wurde 1911 zum Ph.D. promoviert. Seine Kommilitonen waren Edward Sapir, Clark Wissler und Frank Speck.

Von 1918 bis 1920 arbeitete Radin mit Alfred Kroeber und Robert Lowie an der University of California, Berkeley. Danach ging Paul Radin nach England an die Universität Cambridge zu W. H. R. Rivers († 1922) und blieb bis 1925. In dieser Zeit lernte er die Theorien von Carl Gustav Jung kennen, insbesondere dessen Darstellungen zur Mythologie.

1927 wurde er an die Fisk Universität in Nashville (Tennessee) berufen, wo seine Studenten Lebensgeschichten und religiöse Erweckungserlebnisse ehemaliger Sklaven sammelten. 1930 war er wieder in Berkeley. In den Jahren von 1941 bis 1944 lehrte Radin am Black Mountain College und von 1947 bis 1952 am Kenyon College in Ohio. Seit 1949 reiste Paul Radin regelmäßig nach Europa, er hielt Vorlesungen in Schweden, und er nahm an den Eranos-Tagungen in Ascona (Schweiz) am Berg Monte Verità teil. Karl Kerényi und C.G. Jung hatten 1933 die Tagungsform gegründet.

1952 zog Paul Radin nach Lugano. Gemeinsam mit Karl Kerényi und C.G. Jung veröffentlichte er 1954 den Schelmen-Zyklus der Winnebago unter dem Titel Der göttliche Schelm. Radin unterrichtete am C. G. Jung Institut in Zürich, gelegentlich auch an den Universitäten in Oxford und Manchester. 1957 kehrte er wiederum in die USA zurück und wurde Samuel-Rubin-Professor an der Brandeis University in Waltham (Massachusetts).

Feldforschungen


Veröffentlichungen


Übersetzungen


Herausgeber


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Shtetlinks: Appendix 3. Der heutige Name der Stadt ist Kudirkos Naumiestis
  2. Jewishencyclopedia: Lemma Adolph (sic!) M. Radin.
  3. Radin war beeindruckt, daß Lowie im Gespräch lange Passagen aus Klopstocks Messias zitieren konnte. Vgl. Paul Radin: Robert H. Lowie, 1883-1957. In: American Anthropologist. Band 60, Nr. 2, S. 358–375.(online)



Kategorien: Anthropologe | Hochschullehrer (University of California, Berkeley) | Hochschullehrer (Kenyon College) | Hochschullehrer (Black Mountain College) | US-Amerikaner | Geboren 1883 | Gestorben 1959 | Mann



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