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Olmütz

Olomouc
Wappen von Olomouc
Basisdaten
Staat: Tschechien
Historischer Landesteil: Mähren
Region: Olomoucký kraj
Bezirk: Olomouc
Fläche: 10333[1] ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 17° 16′ O Koordinaten: 49° 35′ 46″ N, 17° 15′ 37″ O
Höhe: 219 m n.m.
Einwohner: 100.523 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 771 00 – 779 00
Kfz-Kennzeichen: M (alt: OL, OC, OM)
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 26
Verwaltung
Oberbürgermeister: Antonín Staněk (ČSSD) (Stand: 2014)
Adresse: Horní náměstí 1
771 27 Olomouc
Gemeindenummer: 500496
Website: www.olomouc.eu

Olmütz (tschechisch Olomouc [ˈɔlɔmɔuʦ]) ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungssitz der Olmützer Region (Olomoucký kraj). Die Stadt ist Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen Obergerichte. Sie war bis ins 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens und ist heute ein Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Lage

Olmütz liegt im östlichen Teil Tschechiens, in Mähren, in der Flussaue der March an der Stelle der Einmündung der Feistritz. Die Stadt befindet sich in einer nach Nordwesten und Südosten geöffneten Ebene, welche von Westen und insbesondere von Osten von höheren geomorphologischen Formationen umgeben ist. Die Stadtmitte liegt auf einer Höhe von 219 m ü. M.

Klima

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,7 °C, der durchschnittliche Jahresniederschlag um 570 mm. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt 1616,7 Stunden im Jahr.[3]

Stadtgliederung

Die Stadt Olomouc besteht aus den Ortsteilen[4] und Katastralbezirken[5]:

Grundsiedlungseinheiten sind 17. listopadu, Balcárkova, Bělidla I, Bělidla II, Bystrovanská, Černá cesta, Černovír, Českobratrská, Droždín, Družební, Fakultní nemocnice, Hádky, Hejčín, Heyrovského, Hlavní nádraží, Hodolany, Hodolany-průmyslový obvod, Holice, Holická, Husova, Chomoutov, Chválkovice, Chválkovice-jih, Jezírka, Jihoslovanská, Karafiátova, Klášterní Hradisko, Kosmonautů, Kpt. Nálepky, Kropáčov, Lazce, Lošov, Městský dvůr, Na dílech, Na konečné, Na ohradě, Na Vlčinci, Na vozovce, Nedvězí, Nemilany, Neředín, Neředín-u pevnůstky, Norská, Nové Sady-jih, Nové Sady-sever, Novosadská, Nový Svět, Olomouc-historické jádro, Ondřejova, Ovesniska, Pavlovičky, Pionýrská, Pod koupalištěm, Pod lipami, Povel-jih, Pražská-východ, Pražská-západ, Průmyslová zóna Hodolany, Přichystalova, Radíkov, Řepčín, Sady Flora, Schweitzerova, Slavonín, Sobieského, Stadiony, Stiborova, Stupkova, Svatý Kopeček, Šantova, Šibeník, Štítného, Tererovo náměstí, Topolany, Tovární, Trávníky, Týneček, U hvězdárny, U Chválkovic, U rybářských stavů, U rybníka, U solných mlýnů und Varšavské náměstí.[6]

Name


Im 12. Jahrhundert waren Olomuc und Olmuc die ersten überlieferten Namensformen.[7] Im 15. Jahrhundert wurde eine angebliche erste Form Juliomontium (Juliusberg) vermutet, nach Julius Caesar als angeblichem Gründer. Die ursprüngliche Bedeutung ist unklar. Im Tschechischen bedeutet Olomouc ‚kahler Berg‘ (alttschech. holy ‚kahl‘ und mauc ‚Berg‘).[8] Der Name der Stadt lautet im mährisch-hannakischen Dialekt, einer Untergruppe der mittelmährischen Dialekte des Tschechischen, Olomóc oder Holomóc, auf Deutsch Olmütz, auf Polnisch Ołomuniec und auf Lateinisch Eburum oder Olomucium.

Wappen


Beschreibung: In Blau ein goldgekrönter rot-weiß geschachter Adler mit goldener Bewehrung (Mährischer Adler) begleitet von den vier goldenen Majuskeln S, P, Q, O in den vier Ecken. Die Buchstaben stehen für Senatus populusque Olomucensis („Senat und Volk von Olmütz“).

Das Wappen wurde 1758 mit dem österreichischen Bindenschild und den Initialen „FMT“ als Mittelschild geschmückt. Anlass war die Verleihung dieses Wappenteils durch Maria Theresia als Anerkennung der Standhaftigkeit der Festung Olmütz gegen preußische Truppen unter König Friedrich II. Die Initialen standen für Kaiser Franz I. und die Kaiserin. Auch wurde eine Kette um den Schild als Zeichen der Stadtbefestigung gelegt. Diese Wappenbesserungen wurden 1934 entfernt.[9]

Geschichte


Anfänge

Ende des 2. Jahrhunderts befand sich hier ein römisches Heerlager, das nördlichste bekannte in Mitteleuropa. Bis ins 5. Jahrhundert gab es eine germanische Besiedelung.

Im späten 7. Jahrhundert entstand eine erste slawische Siedlung im heutigen Ortsteil Povel. Um 830 wurde diese zerstört. Es entstand eine neue Burg auf dem Petersberg (Předhrad), die nach ihrer Größe vermutlich zu den wichtigen Burgen des Mährerreiches zählte. Im 9. Jahrhundert wurden drei Kirchen gebaut.

Přemyslidenstaat

Olomouc wurde im Jahr 1017 erstmals schriftlich erwähnt, als Mähren Teil des böhmischen Staates der Přemysliden wurde. 1055 war es Sitz eines eigenen Teilfürstentums. 1063 wurde das Bistum Olmütz durch Vratislav II. gegründet. Um 1070 entstand eine neue Burg. 1077 wurde das Kloster Hradisko gegründet. 1126 wurde Heinrich Zdik zum Bischof.

Anfang des 13. Jahrhunderts starb der letzte Olmützer Fürst, Mähren wurde vereint und einem Markgrafen aus dem Geschlecht der Přemysliden unterstellt. Zum Jahr 1248 wird Olomouc erstmals als Königsstadt erwähnt. 1306 hielt sich König Wenzel III. während eines Feldzuges nach Polen in Olmütz auf und wurde hier ermordet, wodurch die Dynastie der Přemysliden im Mannesstamm erlosch. Die Stadt entwickelte sich wirtschaftlich sehr schnell und wurde zur Hauptstadt Mährens.

In den Hussitenkriegen war Olmütz fester Bestandteil der katholischen Seite. In der Nachfolge der Kartause Dolein, die in den Hussitenkriegen untergegangen war, wurde 1443 die Kartause Olmütz gegründet, die bis zur Aufhebung 1782 bestand. Im 16. Jahrhundert entstanden zahlreiche Paläste im Renaissancestil. 1566 kamen die Jesuiten nach Olmütz. Diese gründeten eine Schule, welche 1573 zur Universität erhoben wurde. 1588 wurde der Bischof zum Reichsfürsten erhoben.

17. und 18. Jahrhundert

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1642 von den Schweden eingenommen und acht Jahre okkupiert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die großteils zerstörte und entvölkerte Stadt den Status der mährischen Hauptstadt und trat diesen an Brünn ab. Da durch Brände viel Schaden entstanden war, wurde 1711 eine detaillierte „Feuerlösch-Ordnung“ erlassen, in der auch eine Reihe vorbeugender Maßnahmen zur Sprache kam.[10]

Am 26. Dezember 1741 wurde die Stadt von den Preußen im Ersten Schlesischen Krieg eingenommen. Nach diesem Ereignis wurden die Festungsanlagen umfangreich ausgebaut. Einer zweiten Belagerung durch die Preußen im Jahre 1758 hielt die neue Festungsanlage stand. 1777 wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben.

1794–1797 wurde der prominente französisch-amerikanische Soldat und Politiker Marquis Lafayette in Olmütz als politischer Häftling der Donaumonarchie interniert, nachdem er von der antifranzösischen Koalition 1792 in Flandern gefangen genommen und dann vorerst von Preußen eingekerkert worden war.[11]

19. Jahrhundert

1841 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss. Mitte 1845 wurde die Eisenbahn von Olmütz nach Prag (k.k. Nördliche Staatsbahn) in Betrieb genommen (Olmütz–Trübau, Trübau–Prag). Im Jahr 1848 beherbergte das Schloss des Erzbischofs den wegen der Revolution in Wien hierher geflohenen kaiserlichen Hof. Kaiser Ferdinand I. übertrug hier am 2. Dezember 1848 dem achtzehnjährigen Franz Joseph I. die Regierung. Am 29. November 1850 wurde in Olmütz durch die Olmützer Punktation (auch „Olmützer Vertrag“ genannt) zwischen Preußen, Österreich und Russland der Deutsche Bund unter österreichischer Führung wiederhergestellt. In den Jahren 1850 bis 1866 wurden erneut die Befestigungsanlagen erweitert. 1886 wurde dann der Festungsstatus aufgehoben, Olmütz erhielt ein Stadtstatut als Königliche Hauptstadt.[12] 1899 fuhr in der Stadt die erste Straßenbahn. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Olmütz sechs katholische Kirchen, eine evangelische Kirche, einen israelitischen Tempel, ein deutsches und ein tschechisches Gymnasium, eine Realschule, eine Reihe weiterer Bildungsanstalten und war Industriestandort sowie Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichts.[13]

20. Jahrhundert

Nach dem Zerfall des Kaiserreichs Österreich 1918 und der Gründung der Tschechoslowakei kamen die tschechischen Stadtbürger in die Mehrzahl, was vor allem auf den Zuzug von Tschechen, den Wegzug von Deutschen aber auch auf die Eingemeindung von umliegenden Gemeinden mit zum Teil tschechischer Mehrheit, wie den beiden Städten Hodolein (Hodolany) und Neugasse (Nová ulice) sowie elf weiteren Gemeinden (Bělidla, Černovír, Hejčín, Chválkovice, Lazce, Nové Sady, Nový Svět, Neředín, Pavlovičky, Povel und Řepčín) im Jahr 1919 zurückzuführen ist. Im Jahr 1921 lebten in Olomouc 57.206 Einwohner.

Am 15. März 1939 wurde die Stadt, wie auch die übrigen Gebiete des am selben Tag vom Deutschen Reich errichteten Protektorats Böhmen und Mähren, von der Wehrmacht besetzt. Noch im Jahr 1939 wurde die Olmützer Universität von der deutschen Besatzungsmacht geschlossen. Erst im Jahr 1946 konnte sie unter dem Namen Palacký-Universität Olmütz wiederhergestellt werden.

Die deutschsprachige Bevölkerung wurde 1945/1946 aus Olmütz vertrieben. Ihr Vermögen wurde durch das Beneš-Dekret 108 konfisziert, das Vermögen der evangelischen Kirche durch das Beneš-Dekret 131 liquidiert und die katholischen Kirchen enteignet.

In den 1970er und 1980er Jahren entstanden in den Randgebieten mehrere Plattenbausiedlungen.

Seit 1971 ist die ganze Altstadt als Denkmalschutzreservat geschützt. Das Hochwasser im Jahr 1997 zog die Stadt schwer in Mitleidenschaft, etwa ein Drittel des Stadtgebiets wurde überschwemmt. Im Jahr 2000 wurde die Dreifaltigkeitssäule in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Nach der Verwaltungsreform von 2000 wurde die bisherige Kreisstadt mit der Errichtung der Olmützer Region dessen Verwaltungssitz.

Juden in Olmütz

Die ersten Juden siedelten in Olmütz bereits 906. Ab dem Jahre 1060 hatten sie in einem Ghetto zu wohnen und ein gelbes Erkennungszeichen zu tragen. Im Jahr 1454 wurden sämtliche Juden aus Olmütz ausgewiesen. Dieses Gesetz war bis 1848 gültig. Bei der Volkszählung von 1857 wurden sechs Juden erfasst.[14]

1865 wurde in Olmütz ein jüdischer Religiöser Verband gegründet, aus dem 1892 die selbständige Jüdische Gemeinde Olmütz hervorging, deren erster Rabbiner Berthold Oppenheim wurde.[15] Die Olmützer Synagoge wurde von 1895 bis 1897 erbaut. In der Nacht vom 15. auf den 16. März 1939, nach der Besetzung des Landes durch die Wehrmacht, brannte die Synagoge infolge Brandstiftung ab. Gleichzeitig wurden etwa 800 Juden festgenommen und später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Einige Sitzbänke der Synagoge wurden ausgebaut, dienten lange als Kirchenbänke in einer Dorfkirche bei Prostějov und wurden schließlich 2004 in der renovierten Synagoge in Krnov aufgestellt. Einige davon stehen heute in der Synagoge von Loštice und erinnern an die in den Konzentrationslagern ermordeten jüdischen Bürger. Der Ehrensitz ist Berthold Oppenheim gewidmet, dem Rabbi von Olmütz und Loštice.[16]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 3.489 Menschen in fünf Transporten, am 26. und 30. Juni 1942, am 4. Juli 1942 und am 7. März 1945 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Nur 285 Juden der Stadtbevölkerung überlebten.[17] Damit erlosch das jüdische Leben in Olmütz für lange Zeit. Erst seit 1989 gibt es eine Belebung des jüdischen Kultuslebens in der Stadt, und 1991 wurde eine selbständige jüdische Gemeinde Olmütz, zuständig auch für Šumperk, Jeseník, Bruntál und Přerov, neu gegründet.

2011 wurden in Olmütz die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt. Sie dienen der Erinnerung an ermordete Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft in der Stadt. Olmütz gehört mit Prag und Brünn zu den Städten mit den meisten Stolpersteinen in Tschechien: Ende 2017 waren es in Olmütz 213 Stolpersteine und eine Stolperschwelle.[18] In den letzten Jahren beteiligt sich insbesondere auch die Jüdische Gemeinde Olmütz als Initiator sehr aktiv an der Verlegung der Stolpersteine – bis Herbst 2017 war sie für vier Verlegungen zuständig.

Demographie

Olmütz ist mit 100.233 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Tschechiens.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1060 10.300 [14]
1139 13.460 [14]
1237 16.300 mit den Vorstädten[19]
1415 29.000 unter König Wenzel IV., mit den Vorstädten[14]
1616 30.633 nachdem im Jahr 1599 die Pest 4.000 Opfer gefordert hatte[14]
1622 ca. 14.000 [20] (nicht angeführt ob mit oder ohne Vorstädte), in der ersten Phase des Dreißigjährigen Kriegs als im Jahr 1621 unter dem kaiserlichen General Bucquoy 3.000 Nichtkatholiken die Stadt hatten verlassen müssen[14]
1638 30.000
1650 01.675 nach der Schwedenherrschaft (1642–1650) im Dreißigjährigen Krieg, nach dem Abzug der Schweden[14]
1715 01.500 [21]
1834 12.207 ohne die Garnison (ca. 5.700 Mann), größtenteils Deutsche katholischer Konfession, darunter 104 Evangelische[22]
1857 08.349 ohne die Garnison, davon 8.313 Katholiken, 27 Evangelische, drei Reformierte und sechs Israeliten (zusätzlich 6.888 Fremde),[14] nach anderen Angaben 13.997 Einwohner[23]
1900 21.707 mit der Garnison (3.632 Mann), davon 13.982 Deutsche und 6.798 Tschechen[13] (1.676 Juden, 7,7 %)[24]
1910 22.245 davon: 2.959 Soldaten, 6.746 tschechische Zivilisten und 12.156 deutsche Zivilisten (1.633 Juden); nach Religionen: 20.061 katholisch, 423 evangelisch, 1.679 israelitisch[24]
1919 23.622 davon: 9.772 Tschechen und 8.019 Deutsche (1.010 Juden)[24]
1920 57.206 [24]
Einwohnerzahlen seit 1945
Jahr 1947 1970 1979 1985 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Einwohner[25] 58.000[26] 79.407[27] 79.407[27] 105.513[28] 104.845 102.702 100.381 100 168 100.373 100.373 100.362 100.233

Politik


Stadtoberhäupter

  • 1840–1849: Wilhelm Schweidler
  • 1851–1865: Franz Kreilm
  • 1865–1866: Franz Hein
  • 1866–1872: Karl Boromäus Johann Nepomuk Alois Schrötter
  • 1872–1896: Josef von Engel
  • 1896–1918: Karl Brandhuber
  • 1918–1919: Vakanz
  • 1919–1923: Karel Mareš
  • 1923–1939: Richard Fischer
  • 1939–1941: Fritz Czermak
  • 1942–1945: Julius Schreitter von Schwarzenfeld
  • 1945–1947: Václav Stibor-Kladenský
  • 1947–1949: Jan Kučera
  • 1949–1950: Ladislav Bernatský
  • 1950–1956: Antonín Eliáš
  • 1957–1960: Josef Drmola
  • 1960–1970: František Řeháček
  • 1970–1986: Jan Tencian
  • 1986–1989: Josef Votoček
  • 1989–1990: Břetislav Baran
  • 1990–1994: Milan Hořínek
  • 1994–1998: Ivan Kosatík (ODS)
  • 1998–2006: Martin Tesařík (ČSSD)
  • 2006–2014: Martin Novotný (ODS)
  • 2014 (März–Nov.): Martin Major (ODS)
  • seit 2014: Antonín Staněk (ČSSD)

Städtepartnerschaften

Olomouc unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:[29]

Frankreich Antony, Frankreich
Serbien Subotica, Serbien
SchweizSchweiz Luzern, Schweiz
DeutschlandDeutschland Nördlingen, Deutschland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Owensboro, Vereinigte Staaten
Ungarn Pécs, Ungarn
Finnland Tampere, Finnland
Niederlande Veenendaal, Niederlande

Wirtschaft und Infrastruktur


Olmütz ist neben Ostrava das wichtigste Wirtschafts- und Verkehrszentrum in Nordmähren.

Verkehr

Öffentlicher Personennahverkehr

Der innerstädtische Verkehr wird von fünf Straßenbahnlinien und 23 Buslinien gewährleistet (Stand 2011).

Eisenbahn

Der Hauptbahnhof Olomouc liegt an der Hauptstrecke PragČeská Třebová–Olomouc–Ostrava/ŽilinaKošice. Weitere Strecken führen in nördlicher Richtung nach Šumperk und Krnov und westlich nach Senice na Hané. In Richtung Süden führen Strecken nach Brünn und über Otrokovice(/Zlín) nach Břeclav und weiter nach Wien.

Flugverbindung

Die nächstgelegenen Flughäfen für Fernreisende sind Prag (drei Stunden mit Auto), Wien (drei Stunden) und Bratislava (zwei Stunden). Näher gelegen sind die kleineren Flughäfen Ostrava (eine Stunde, 45 Minuten) und Brünn (eine Stunde). Der öffentliche internationale Flugplatz Olomouc-Neředín (IATA-Flughafencode OLO, ICAO-Code LKOL) befindet sich 3,8 Kilometer westlich vom Stadtzentrum im Stadtteil Neředín. Der Flugplatz wird nur unter Sichtflug-Bedingungen (bei Tag) betrieben und verfügt über zwei 520 und 560 Meter lange und 30 Meter breite asphaltierte Start- und Landebahnen für Ultraleichtflugzeuge und zwei 760 Meter lange und 30 Meter breite Grasbahnen. Auf dem Flugplatz ist der Flugrettungsdienst der Region stationiert.

Gesundheitswesen

Die größte Einrichtung ist das Universitätsklinikum (Fakultní nemocnice Olomouc) mit 1433 Betten und 50 Abteilungen und Kliniken (Stand 2006). Von 1992 bis 2004 wurde das Klinikum umfangreich erweitert und modernisiert und ist so derzeit eines der modernsten Krankenhäuser in Tschechien. Das Olmützer Militärkrankenhaus (Vojenská nemocnice Olomouc) ist das älteste Militärkrankenhaus in Tschechien. Es wurde 1748 gegründet und siedelt seit 1802 in dem als Nationales Kulturdenkmal geschützten Kloster Hradisko. In der Stadt befinden sich weiter zwei private Polikliniken.

Ortsansässige Unternehmen

Zu den traditionellen in Olomouc angesiedelten Wirtschaftszweigen gehört die Lebensmittelindustrie und Maschinenbau, vertreten u. a. durch die 1970 gegründete Molkerei OLMA, den 1899 gegründete Schokoladenhersteller ZORA (heute Teil von Nestlé), die Pumpentechnikhersteller ISH und Sigma (heute in Lutín bei Olomouc), das Hüttenwerk Moravské železárny, den Salzverarbeiter Solné mlýny Olomouc oder das 1934 gegründete Chemie- und Pharmazieunternehmen FARMAK.

Bildung


In Olmütz befindet sich die Palacký-Universität mit 21.277 (WS 2007) Studenten. Die Universität besteht aus 8 Fakultäten und einem Universitätsklinikum. Sie wurde im Jahre 1573 ursprünglich als Jesuiten-Hochschule gegründet und ist die zweitälteste Universität in Tschechien.

Erzbistum


Das Bistum wurde 1063 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand bis ins 18. Jahrhundert dem Erzbistum Prag. 1777 wurde Olmütz zur Erzdiözese erhoben. Gleichzeitig wurde das Bistum Brünn als Suffragan der Erzdiözese Olmütz errichtet. Heute umfasst das Erzbistum die Region Nord- und Mittelmährens. Erzbischof und Metropolit ist Jan Graubner.

Kultur


Museen

Theater

Olmütz im Spiegel der deutschsprachigen Literatur

Der Schriftsteller Peter Härtling hat im Jahre 1961 ein Gedicht „Olmütz 1942–1945“ geschrieben, in dem er seine Kindheitserlebnisse in Olmütz beschreibt.[31]

In diesem Gedicht erinnert er sich u. a. an die „Haube“ vom Bischofsberg, an eine Versammlung der Hitlerjugend auf dem Ring („ein schwarzer aderlasser versammelt tausend hasser“) und an die Wohnung in der Wassergasse, heute Mlýnská ul. – der früher dort befindliche Mühlgraben existiert nicht mehr, er wurde vor einigen Jahrzehnten zugeschüttet („der fluß erstarrt zu stein“). Er erinnert sich an die Flucht nach Zwettl („die flüchterflüche – nun wandert auch das haus“) und das große Sterben („die puppen in gräber legen“ und den „knochenmann“).

Harald Schmidt erinnerte in seiner TV-Show vom 8. November 2002 auf Sat.1 an das Lied Der kleine Wolf aus Olmütz. Dessen erste Zeilen lauten: Kennst du den kleinen Wolf aus Olmütz / mit den Breeches und der grünen Wollmütz?[32][33]

Kulinarische Spezialitäten

Von hier stammt der berühmte Olmützer Quargel, ein Sauermilchkäse mit strengem Geruch.

Sehenswürdigkeiten


Das historische Stadtzentrum wurde 1971 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Neben zahlreichen Bürgerhäusern sind die Hausfassaden und historischen Portale besonders sehenswerte Objekte innerhalb des Stadtbilds von Olmütz. Am Oberring (Horní náměstí) sind dies

Olmützer Burg

Olmützer Festung

Brunnen und Säulen

Kirchen, Kapellen und Klöster

Paläste, Villen und Bürgerhäuser

Parkanlagen

Sport


In Olmütz sind der erfolgreiche Fußballverein SK Sigma Olomouc und der Eishockeyverein HC Olomouc beheimatet.

Persönlichkeiten


Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Olmütz aufgeführt.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


 Commons: Olomouc  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. http://www.uir.cz/obec/500496/Olomouc
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Český hydrometeorologický ústav: Long-Term Climatological Normals for the Period 1961–1990 (Memento vom 23. August 2009 im Internet Archive)
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/500496/Obec-Olomouc
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/500496/Obec-Olomouc
  6. http://www.uir.cz/zsj-obec/500496/Obec-Olomouc
  7. Cosmas von Prag, Chronica Boemorum
  8. Adrian Room: Placenames of the world: origins and meanings of the names for 6,600 countries, cities, territories, natural features, and historic sites, Jefferson (NC) 2006, ISBN 0-7864-2248-3
  9. Buben, Milan, Heraldik, Albatros Praha, 1987
  10. Neu-verfaßte Feuer-Lösch-Ordnung der Königlichen Haupt-Stadt Ollmütz, Ollmütz 1711 (online ).
  11. Ronald D. Gerste: Held zweier Welten, in: Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, Nr. 29, 11. Juli 2013, S. 17
  12. Gemeinde-Statut für die königliche Hauptstadt Olmütz. LGBl. Nr. 7/1866 (eReader, ALEX Online).
  13. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 15, Leipzig und Wien 1908, S. 47–48.
  14. a b c d e f g h Johann Nepomuk Woldřich: Geographie der Königlichen Hauptstadt und Festung Olmütz, oder ein physikalisch-geologisch-geographisches und geschichtlich-statistisches Bild von Ölmütz. Geitler, Wien 1863, S. 36–37.
  15. Historický vývoj, historischer Überblick der Jüdischen Gemeinde Olmütz, online auf: kehila-olomouc.cz/...
  16. Benches from Olomouc Synagogue – Symbolic Memorial to the Victims of the Holocaust auf: Foundation Respect and Tolerance, 2005
  17. Jaroslav Klenovský: Jüdische Gemeinde Olmütz. Zur Geschichte der jüdischen Kommunität in Olmütz (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive), 2004
  18. Z olomoucké školy odjížděli lidé na smrt. Teď je v chodníku Stolperschwelle, Bericht in Olomoucký deník vom 15. November 2017, online auf: olomoucky.denik.cz/...
  19. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 28.
  20. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 29.
  21. Milada Čechmánková (2009). Čestný sloup Nejsvětější Trojice v Olomouci. Jednota Orel Olomouc, Olomouc, 48 pp., S. 9 u. 30.
  22. Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren. Topographisch, statistisch und historisch geschildert. Band 5: Ölmützer Kreis. 2. Auflage, Brünn 1846, S. 59–60.
  23. Carl Kořistka: Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen. Wien und Olmüz 1861, S. 268–269 .
  24. a b c d Juryšek O. (2006). Dějiny Olomouce 1017–1920. Votobia, Olomouc, 208 pp. ISBN 80-7220-258-8.
  25. Český statistický úřad: Veřejná databáze
  26. Obyvatelstvo města Olomouce
  27. a b Tichák M. (2007). Ztracené adresy. O tom co v Olomouci bývalo a už není. Burian a Tichák, Olomouc, 190 pp., S. 7.
  28. (1986) Malá československá encyklopedie. Academia.
  29. Informační server statutárního města Olomouce: Partnerská města
  30. http://www.hrady.cz/?OID=2824
  31. Peter Härtling: Erinnerte Wirklichkeit – erzählte Wahrheit. Die Städte meiner Kindheit, (S. 45/46), Thelem Dresden, 2007, 119 S.
  32. Inhalt der Sendung vom 8. November 2002
  33. Aufnahme 1928 mit Curt Bois auf YouTube
  34. http://olomoucky-kraj.com/object.php?object=6&l=4
  35. http://olomoucky-kraj.com/object.php?object=10&l=4
  36. http://olomoucky-kraj.com/object.php?object=8&l=4
  37. http://www.kirche-in-not.de/kirchengeschichte/2010/11-12-wallfahrtsorte-im-osten-olmuetz-und-der-heilige-berg
  38. http://olomoucky-kraj.com/object.php?object=9&l=4



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