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Oberboihingen

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberboihingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberboihingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 276 m ü. NHN
Fläche: 6,31 km2
Einwohner: 5522 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 875 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72644
Vorwahl: 07022
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 050
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausgasse 3
72644 Oberboihingen
Website: www.oberboihingen.de
Bürgermeister: Torsten Hooge
Lage der Gemeinde Oberboihingen im Landkreis Esslingen

Oberboihingen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Das Gemeindegebiet von Oberboihingen liegt naturräumlich gesehen auf der Grenze des Vorlandes der Mittleren Schwäbischen Alb zum Unterraum Nürtinger-Esslinger Neckartal der jenseits des Flusses Neckar angrenzenden Filderplatte. Das namengebende Dorf, ans rechte Ufer des oberen Neckars grenzend, zieht sich dem kleinen Nebental des Talbach folgend in den Bereich der Randhügel hoch. Es liegt in einer Entfernung von etwa drei Kilometern nordöstlich von Nürtingen und von etwa elf Kilometern südsüdöstlich der Kreisstadt Esslingen am Neckar. Der Ort wird auch vom Heuspenbächle durchflossen, das am Dorfrand in den Marbach einfließt, welcher am Beginn der Bebauung in der Neckaraue in den Fluss mündet. Die nordöstliche Gemeindegrenze verläuft auf dem Lauf des Baches Benzenfurt, der unterhalb des Ortsbereichs ebenfalls dem Neckar zufließt.

Gemeindegliederung

Neben dem Dorf Oberboihingen gehört zu der Gemeinde noch das Hofgut Tachenhausen, das östlicher davon auf dem rechten Randhügel des Talbachs liegt.

Fast auf dem Talgrund unterhalb des Gutshofes befindet sich, räumlich etwas vom geschlossenen Ortsgebiet getrennt, noch die ebenfalls zur Gemeinde gehörende Klostersiedlung.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind reihum die Städte Wendlingen am Neckar im Nordosten, Kirchheim unter Teck sowie eine unbewohnte kleine Exklave von Wendlingen im Osten, Nürtingen im Süden und Südwesten sowie die Gemeinde Unterensingen jenseits des Neckars im Nordwesten, alle ebenfalls im eigenen Landkreis Esslingen.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte


Frühe Geschichte

Es ist bisher nicht geklärt, ob Oberboihingen eine eigenständige Gründung oder eine Ausgründung aus Unterboihingen war. Die ersten urkundlichen Erwähnungen beziehen sich auf die Herren von Boihingen (de Buggingen), die im 12. und 13. Jahrhundert den Klöstern Hirsau und Salem Grundstücke schenkten. Eberhard de Buggingen und seine Brüder Erkinbertus und Bertholdus werden Anfang des 12. Jahrhunderts im Codex Hirsaugiensis erwähnt. Der Ort selbst erscheint erstmals 1229 als Bogingin in den Urkunden. Ursprünglich unterstand Boihingen den Herzögen von Teck, die das Gebiet um Nürtingen und damit auch Boihingen 1299 an die Grafen von Württemberg abtraten. Seit 1357 ist eine Teilung in Ober- und Unterboihingen urkundlich nachweisbar.

Kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges hatte Oberboihingen ungefähr 355 Einwohner, nach dem Krieg lebten noch ca. 125 Einwohner im Ort. Erst 1703 hatte die Bevölkerungszahl mit 333 Einwohnern wieder den Vorkriegsstand erreicht.

20. Jahrhundert

Am 22. April 1945 besetzten Soldaten der 103. amerikanischen Infanteriedivision von Oberboihingen aus die Stadt Nürtingen. Tags zuvor hatten französische Truppen die Vorherrschaft jenseits des Neckars in Oberensingen übernommen. Von 1938 an gehörte Oberboihingen zum Landkreis Nürtingen. Im Zweiten Weltkrieg wurde am 26. November 1944 eine Luftmine auf den Bahnübergang in der Nürtinger Straße abgeworfen.[3] 1973 ging es im Landkreis Esslingen auf.

Tachenhausen

Tachenhausen war anfangs eine Burg mit einem kleinen Dorf. Sie wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts südlich des heutigen Hofguts erbaut. 1394 wurde unterhalb der damals bereits wieder verfallenen Burg eine Wallfahrtskapelle errichtet. Nach 1460 errichteten die Nürtinger noch ein kleines Spital daneben. 1538 wurden beide, Kirche und Stiftsgebäude, weitgehend abgerissen. Als Andreas Kieser sein Forstlagerbuch zeichnete, war nur noch ungefähr zu erkennen, wo einst das Stift angelegt war.

Religionen

Seit der Reformation ist Oberboihingen evangelisch geprägt. Die ca. 2.550 Anhänger dieser Glaubensrichtung verfügen über eine eigene Kirchengemeinde, deren Gottesdienst in der Bartholomäuskirche gefeiert wird. Eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkirchengemeinden Reudern und Zizishausen wird im Rahmen kommender kirchlicher Personalsparmaßnahmen (Pfarrplan 2011) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg angestrebt bzw. unvermeidbar werden.

Wie in vielen Gegenden des pietistischen Württembergs gab es nach der Reformation in Oberboihingen keine römisch-katholische Kirchengemeinde mehr. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Anhänger dieser Glaubensrichtung auch in Oberboihingen, vor allem durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten, merklich zu. Seit 1964 verfügen auch die Katholiken in Oberboihingen mit der Dreifaltigkeitskirche über ein eigenes Gotteshaus. Organisatorisch sind sie allerdings der Gemeinde St. Kolumban aus Unterboihingen unterstellt, zu der auch noch die Kirchenmitglieder aus Wendlingen gehören und die mit der Kirchengemeinde Unterensingen–Köngen seit 2001 zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst ist.

Daneben gibt es noch eine neuapostolische Kirchengemeinde, die ebenfalls über ein eigenes Gotteshaus in Oberboihingen verfügt.

Einwohnerentwicklung

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat in Oberboihingen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.[4] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,83 %
47,17 %
BLO
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,92 %p
+0,92 %p
BLO
UWV Unabhängige Wählervereinigung Oberboihingen 52,83 7 53,75 8
BLO Bürgerliste Oberboihingen 47,17 7 46,25 6
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 60,23 % 51,51 %

Bürgermeister

Wappen

Blasonierung: „In Silber (Weiß) unter einer liegenden vierendigen schwarzen Hirschstange eine schwarze Wolfsangel.“

Partnerschaften

Seit 1991 besteht eine innerdeutsche Partnerschaft mit Seebergen in Thüringen.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

In der Vergangenheit war Oberboihingen vor allem landwirtschaftlich geprägt. Noch bis in die 1960er Jahre hinein hatte besonders die Schafhaltung eine hohe Bedeutung für die Gemeinde. In der heutigen Zeit spielen neben einer Reihe von Industrie- und Gewerbebetrieben vor allem Handwerksbetriebe eine große Rolle für die Wirtschaft Oberboihingens. Die größten Arbeitgeber sind heute der Automobilzulieferer BorgWarner ehem. Wahler (Übernahme 1. April 2014) und die Firma Vogel Antriebstechnik sowie Riempp Elektroniktechnik.

Der Tachenhäuser Hof liegt zwar auf Gemarkung Oberboihingen, Eigentümer ist jedoch die Stadt Nürtingen. Das Hofgut dient heute der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen als landwirtschaftlicher Lehr- und Versuchsbetrieb. Die sehr gepflegte Gartenanlage lädt zum Spaziergang ein. In den vergangenen Jahren fanden auf dem Gelände umstrittene Freisetzungsversuche mit u. a. gentechnisch veränderten Zuckerrüben und Mais statt, diese wurden jedoch 2008 nach einer Feldbesetzung eingestellt.

Verkehr

Über einen eigenen Haltepunkt ist Oberboihingen an die Bahnstrecke Plochingen–Tübingen mit der Regionalbahnlinie PlochingenHerrenberg angeschlossen. Außerdem halten in der Hauptverkehrszeit einzelne Regional-Express-Züge der Linie Stuttgart–Tübingen.

Eine Besonderheit waren zwei Bahnübergänge. Sie wurden von einem Schrankenwärter mechanisch über eine Kurbel bedient. Dies war der letzte Schrankenposten in Baden-Württemberg. Die Bahnübergänge wurden am 21. Mai 2012 durch eine Unterführung ersetzt und der Schrankenposten aufgelassen.

Die OVK-Buslinie 196 verbindet Oberboihingen (drei Haltestellen im Ort) mit Wendlingen und Nürtingen.

Die Bundesautobahn 8 Stuttgart–Ulm verläuft wenige Kilometer nördlich von Oberboihingen. Über die Anschlussstellen Wendlingen (55) und Kirchheim/Teck–West (56) ist sie in wenigen Minuten zu erreichen.

Bis zum Flughafen Stuttgart sind es über die A 8 ca. 15 bis 20 Minuten.

Der Neckar spielt für Oberboihingen verkehrstechnisch keine Rolle. Erst ab Plochingen, ca. 10 km flussabwärts, ist er zu einem Binnenschifffahrtskanal ausgebaut und wird von dort ab von Frachtschiffen zum Gütertransport genutzt.

Links des Neckars verläuft der Neckartal-Radweg entlang des Ortes.

Ein knapp 12 km langer Rundwanderweg um Oberboihingen lädt ein, die Oberboihinger Gemarkung zu entdecken und manchen reizvollen Ausblick zu genießen. Ein Informationsstand wurde am Sportplatzgelände aufgestellt, wo sich die Wanderer anhand einer Karte eine Übersicht über den Rundweg verschaffen und über die Entwicklung der Gemeinde informieren können.

Bildungseinrichtungen

Oberboihingen verfügt mit der Kirchrainschule über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es vier kommunale Kindergärten. Weiterführende Schulen befinden sich in den benachbarten Städten Wendlingen und Nürtingen.

Die Behinderten-Förderung-Linsenhofen e. V. betreibt eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen sowie eine stationäre Wohneinrichtung in Oberboihingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Eine besondere Sehenswürdigkeit Oberboihingens ist das alte evangelische Pfarrhaus Hohentwiel von 1467. Es handelt sich dabei um das älteste Pfarrhaus im Landkreis Esslingen.[5]

Ebenfalls sehenswert und besonders bei Eisenbahnfreunden beliebt ist der Bahnhof, der bis ins Jahr 2012 als letzter in Baden-Württemberg noch über eine von Hand betriebene Schrankenanlage verfügte.

Regelmäßige Veranstaltungen

Weithin bekannt ist der Oberboihinger Weihnachtsmarkt, der traditionell am ersten Adventswochenende ebenfalls auf dem Dorfplatz abgehalten wird. Höhepunkt des ausgeprägten Gemeinschaftslebens ist das Oberboihinger Dorffest, das alle zwei Jahre am letzten Wochenende vor den Sommerferien von den in der Dorffestgemeinschaft zusammengeschlossenen Vereinen, Kirchen und Institutionen veranstaltet wird.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen die vor Ort wirk(t)en

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Oberboihingen.
  3. http://oberboihingen.de/,Lde/5701548.html Geschichte Oberboihingens
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums
  5. Einblicke in den Landkreis Esslingen (pdf, Seite 17, mit Bild) Internetseiten des Landratsamtes Esslingen, abgerufen am 26. Juni 2010

Literatur


Weblinks


 Commons: Oberboihingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Oberboihingen | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort im Landkreis Esslingen | Ersterwähnung 1229 | Ort am Neckar



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Stand der Informationen: 21.10.2019 10:36:48 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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