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Nesslau

Nesslau
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburg
BFS-Nr.: 3360
Postleitzahl: 9643 Krummenau

9650 Dicken (Nesslau)
9650 Nesslau
9651 Ennetbühl
9651 Rietbad
9652 Neu St. Johann
9655 Stein

UN/LOCODE: CH NES (Nesslau)
Koordinaten: 733391 / 231949
Höhe: 759 m ü. M.
Fläche: 98,87 km²
Einwohner: 3578 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 36 Einw. pro km²
Website: www.nesslau.ch
Karte

Nesslau ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton St. Gallen. Die Gemeinde liegt im Wahlkreis Toggenburg. Die neue Gemeinde entstand auf den 1. Januar 2013 aus den bestehenden Gemeinden Nesslau-Krummenau und Stein.

Bis zum 31. Dezember 2004 hatte bereits eine Gemeinde Nesslau bestanden, als diese, Krummenau und Stein noch je eigene politische Gemeinden bildeten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Dörfer Krummenau, Neu St. Johann, Nesslau und Stein liegen im oberen Thurtal und Ennetbühl im Luterental an der Schwägalp-Passstrasse. Zur Gemeinde gehört ein Teil des höchsten Nagelfluh-Bergs Europas, des Speers (1950 m), sowie ein Teil des Alpsteins. Das Gemeindegebiet erstreckt sich östlich bis zur Passhöhe der Schwägalp, die die Grenze zum Kanton Appenzell Ausserrhoden bildet. Höchster Berg ganz auf Gemeindegebiet ist mit 2158 m die Silberplatten im Alpstein nahe dem Säntis. Durch das Gemeindegebiet fliessen die Thur und die Luteren. Die beiden Flüsse sind im Wappen als zwei silberne Wellenbalken dargestellt. Durch das ehemalige Gemeindegebiet von Stein fliesst ausserdem die Wissthur. In der Nähe des Dorfes Krummenau liegt die Talstation der Wolzenalp-Bahnen, die auf die auf dem Gemeindegebiet gelegene Wolzenalp führen und das gleichnamige Ski- und Wandergebiet erschliessen. Die Gemeinde wird von der Bahnlinie der Südostbahn von Wattwil her mit den Bahnhöfen in Krummenau und Bahnhof Nesslau-Neu St. Johann erschlossen. Von Nesslau führen die Postautolinien nach Stein – WildhausBuchs SG einerseits und über die Schwägalp nach Urnäsch andererseits.

Geschichte


Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Grafen von Toggenburg und von der Fürstabtei St. Gallen kolonisiert. Aus dem 13. Jahrhundert stammen die ersten urkundlichen Erwähnungen von einem Hof Nesselove und einem Gut Crummenouve. Im 16. Jahrhundert begann sich der Marktflecken Sidwald als bedeutender Vieh- und Warenmarkt zu entwickeln. Nach Feuersbrünsten im Kloster St. Johann im heutigen Alt St. Johann, wurde 1626 mit dem Bau einer neuen Klosteranlage bei Sidwald begonnen, das so zum neuen Namen Neu St. Johann kam. Sie war der Sitz eines St. Galler Statthalters. Im Zuge der Säkularisation der Fürstabtei St. Gallen wurde das Kloster zur Pfarrei und in Teilen der Anlage wurde später das heilpädagogische Zentrum Johanneum[2] eingerichtet, das heute den grössten Arbeitgeber der Gemeinde darstellt.

1524 wurde in Krummenau, 1528 in Nesslau die Reformation eingeführt und die Gemeinden blieben bis 1806 paritätisch. Dann wurde durch die Gründung der katholischen Pfarrei Neu St. Johann die katholische und reformierte Kirchgemeinde getrennt. Nach der Gründung des Kantons St. Gallen wurden 1803 die politischen Gemeinden Krummenau, Nesslau und Stein gegründet. Nesslau war 1831–2002 Hauptort des Bezirks Obertoggenburg.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auf Grund des „Gesetzes zur Bekämpfung der Heimatlosigkeit“ in Neu St. Johann jenische Familien eingebürgert.

Neben der bis heute bedeutenden Landwirtschaft war schon im Mittelalter die Schwefelquelle Rietbad bei Ennetbühl bekannt und es entstand ein bescheidener Kurtourismus. 1857 gründeten die Brüder Emil und Gustav Gnipper in Neu St. Johann ein Textilunternehmen, das später von der Familie Meyer-Mayor übernommen wurde und bis heute existiert. Daneben blühte bis zum Ersten Weltkrieg das Stickereigewerbe. Heute ist die Altherr Nutzfahrzeuge AG einer der grösseren Arbeitgeber der Gemeinde.

Im Jahr 1912 stellte die Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) die Bahnlinie von Ebnat-Kappel nach Krummenau und Nesslau fertig. 1919 wurde die Pferdepost von Nesslau nach Wildhaus durch Postautos ersetzt. Der Endbahnhof Nesslau-Neu St. Johann, der diese Dörfer bedient, wurde so zu einem bedeutenden Waren- und Personenumschlagplatz und der Tourismus im Obertoggenburg erlebte einen Aufschwung. Verschiedene Projekte, die Bahn über Wildhaus nach Buchs oder als Zahnradbahn über Unterwasser auf den Säntisgipfel fortzusetzen, scheiterten.

Nachdem die Bevölkerung beider Gemeinden klar zugestimmt hatte, wurden die politischen Gemeinden Nesslau und Krummenau am 1. Januar 2005 zur Gemeinde Nesslau-Krummenau vereinigt. Nach einer weiteren beidseitig unumstrittenen Abstimmung wurden Nesslau-Krummenau und Stein per 1. Januar 2013 zur Gemeinde Nesslau fusioniert.

Dorfbrand in Stein

Am 29. März 1947 wurden beim Dorfbrand von Stein, dem letzten grossen Dorfbrand in der Schweiz, 35 Gebäude zerstört.[3]

→ Hauptartikel: Abschnitt Dorfbrand von 1947 im Artikel Stein SG

Sehenswürdigkeiten


Verkehr und Tourismus


Verkehr

Der Bahnhof Nesslau-Neu St. Johann ist der Endpunkt der S-Bahn-Linie Schaffhausen – Romanshorn – St. Gallen – Wattwil – Nesslau.

Tourismus

Durch das Gemeindegebiet verläuft der 60 Kilometer lange Thurweg, ein Wanderweg, der entlang der Thur von Wil nach Wildhaus führt.

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Nesslau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Heilpädagogisches Zentrum Johanneum
  3. Sabine Schmid: Stein: Föhn raubt 90 Menschen ihr Obdach. In: Werdenberger & Obertoggenburger (Online) vom 3. Mai 2017.



Kategorien: Nesslau | Ort im Kanton St. Gallen | Schweizer Gemeinde | Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz

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