Neckartailfingen - de.LinkFang.org

Neckartailfingen



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 282 m ü. NHN
Fläche: 8,26 km2
Einwohner: 3846 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 466 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72666
Vorwahl: 07127
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 041
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürtinger Straße 4
72666 Neckartailfingen
Website: www.neckartailfingen.de
Bürgermeister: Gerhard Gertitschke
Lage der Gemeinde Neckartailfingen im Landkreis Esslingen

Neckartailfingen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Neckartailfingen liegt am Neckar, etwa 25 Kilometer südlich von Stuttgart. Der alte Ortskern befindet sich links des Neckars. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde überwiegend rechts des Neckars gebaut, es entstand die sogenannte „Vorstadt“.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Aichtal im Norden, Nürtingen im Osten, Altdorf im Süden, Neckartenzlingen im Südwesten und Schlaitdorf im Westen (alle Landkreis Esslingen).

Gemeindegliederung

Zu Neckartailfingen gehören außer dem Dorf Neckartailfingen keine weiteren Orte. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene Burg Liebenau.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte


Bis zum 19. Jahrhundert

Neckartailfingen wurde 1090 im Hirsauer Codex (Codex Hirsaugiensis) als Tagelvingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte damals den Grafen von Urach und den mit ihnen verwandten Grafen von Achalm. Nach den Eintragungen schenkten die Grafen Liutold (auch als Liutolf genannt) und Cuno von Achalm mehrere Güter und ihren Anteil an der Kirche dem Kloster Hirsau. Zwar ist der genaue Zeitpunkt der Schenkung im Hirsauer Codex nicht vermerkt, nachdem Graf Cuno von Achalm aber 1092 starb, wurde die Schenkung auf um 1090 datiert. Im Auftrag des Klosters Hirsau wurde die romanische Martinskirche wohl im Jahr 1111 fertiggestellt (laut dendrochronologischer Untersuchung der Dachbalken). Zwischen 1254 und 1265 kauften die Grafen von Württemberg die Grafschaft Urach mitsamt der Burg Achalm. In diese Besitzmasse gehörte auch Neckartailfingen, das dadurch zu Württemberg kam, dem es bis zur Gründung des neuen Landes Baden-Württemberg 1952 zugehörig war. Der Ort wurde 1536 zusammen mit dem Amt Nürtingen evangelisch und erhielt 1541 die erste Dorfschule des Altkreises Nürtingen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Neckartailfingen nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 von den berüchtigten Dragonern des Obristen Walter Butler (vor allem aus Kroatien) geplündert und bis auf die Kirche, die Kelter, ein Haus sowie zwei kleine Hütten vollständig niedergebrannt. Das Dorf hatte faktisch aufgehört zu existieren. Erst nach einigen Jahren kehrten die geflohenen Einwohner zurück und bauten ihr Dorf langsam wieder auf.

Bereits mit dem Kauf durch die Württemberger übertrugen diese die Verwaltung des Dorfes an die Vogtei Nürtingen. Aus der Vogtei entstand 1758 das Oberamt Nürtingen.

Seit 1598 unterhielt die Postlinie StuttgartUrach im Ort eine Poststation. Im Jahr 1807 wurde nicht in der Oberamtstadt Nürtingen, sondern am Verkehrsknotenpunkt Neckartailfingen das erste Postamt im Altkreis Nürtingen eingerichtet.[3]

Kreiszugehörigkeit

Von 1938 bis 1973 gehörte Neckartailfingen zum Landkreis Nürtingen, mit dem es im Landkreis Esslingen aufging.

Einwohnerentwicklung

Politik


Bürgermeister

Der Bürgermeister (früher Schultheiß genannt) wurde bis 1891 vom Gemeinderat aus seiner Mitte heraus gewählt, erst ab 1891 wählten die Gemeindebürger den Schultheißen in direkter Wahl.

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Neckartailfingen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Gewinne und Verluste
FFW Freie Fortschrittliche Wählervereinigung 56,48 8 60,80 8
JB/CDU Wählervereinigung Junge Bürger/CDU 30,16 4 27,80 4
SPD-FB SPD/Freie Bürger 13,36 2 11,30 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 67,17 % 58,6 %

Wappen

Offizielle Blasonierung aus dem Jahr 1951: „In Rot ein goldener (gelber) Mauerhaken (umgekehrtes Z mit spitzen Enden und leicht schrägliegendem Schaft).“ Dieses Wappen geht auf ein Marksteinzeichen Neckartailfingens aus dem Jahre 1683 zurück.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Neckartailfingen war schon immer ein Durchgangspunkt für viele Fahrzeuge. Zur Zeit der Postkutschen war Neckartailfingen eine wichtige Station für den Pferdewechsel.

Bis 1976 unterhielt die Deutsche Bundesbahn einen Bahnhof an der als Neckar-Alb-Bahn bezeichneten Bahnstrecke Plochingen–Tübingen, der rund zwei Kilometer vom Ort entfernt lag. Dieser wurde schließlich wegen Unrentabilität geschlossen und das Bahnhofsgebäude abgerissen. Die Bahnsteige sind heute überwuchert und verwildert.

1995 wurde die Umgehungsstraße der B 297 fertiggestellt und damit auch der Hochwasserschutz für den Ort fertiggestellt. Diese Straße verläuft zwischen dem Ortskern und dem Neckar in einem Tunnel. Im Westen führt die B 312 in Richtung Stuttgart bzw. Reutlingen an Neckartailfingen vorbei.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die VVS-Buslinien 188 (nach Nürtingen) und 190 (nach Aich) bedient. Die Linie 75 (nach Bernhausen bzw. Degerloch) hält nur am Ortsrand.

Bildung

Neckartailfingen verfügt mit der Liebenauschule über eine Grundschule. Darüber hinaus gibt es drei Kindergärten im Ort. Eine Musikschule versorgt derzeit rund 713 Schülerinnen und Schüler aus dem Ort und dem Umland mit einem umfangreichen Unterrichtsangebot.

Ver- und Entsorgung

Das Stromnetz in der Gemeinde wird von der EnBW Regional AG betrieben.[4] Eine Erdgasversorgung besteht. Die Gemeinde ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung, dessen Wasserwerk sich in Neckartailfingen befindet. Zur Reinigung des Abwassers wird eine eigene Kläranlage betrieben. Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Naturdenkmale

9 Naturdenkmale bereichern den Ort. Darunter die 1883 gepflanzte Lutherlinde[5], der Nordteil des Aileswasensees, der Neckaraltarm mit Auenwald westlich der Brücke der B 312 und verschiedene Feldhecken, Feuchtwiesen und Feldgehölze.

Aileswasensee

Der Aileswasensee entstand durch ein Kieswerk, heute ist der See mit einer Gaststätte und mehreren „Stränden“ ein beliebtes überregionales Ausflugsziel. An der tiefsten Stelle ist er 4 Meter tief. Ein FKK Strand ist vorhanden. Das Angeln ist dem Angelverein vorbehalten.

Martinskirche

Die Martinskirche ist wegen ihres romanischen Baustils und ihres Alters überregional bekannt. Vor allem ist ihr schiefer Turm bekannt. Sie wurde vermutlich 1111 fertiggestellt. Infolge der Reformation wurde sie 1536 evangelisch und gehört heute zum Kirchenbezirk Nürtingen.

Neckarbrücke

1847 wurde die durch Hochwasser und Treibeis gefährdete Holzbrücke über den Neckar durch eine massive 6-bögige Sandsteinbrücke ersetzt. Als im April 1945 die Neckarbrücken zwischen Nürtingen und Tübingen planmäßig von der deutschen Wehrmacht gesprengt wurden, um das Vorrücken der französischen Truppen aufzuhalten, blieb die Neckartailfinger Brücke als einzige verschont – laut Zeitzeugen durch beherztes Eingreifen aus dem Ort und glückliche Umstände.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die in Neckartailfingen gelebt und gewirkt haben

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Neckartailfingen.
  3. Adolf Kuppler: 200 Jahre Post in Neckartailfingen. Verlag Gerd Rieker, Neckartailfingen 2007, S. 17.
  4. BDEW (Hrsg.): Karte der Stromnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.
  5. Gemeinde Neckartailfingen mit Bild, abgerufen am 26. Juni 2010
  6. Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen, Band II. 1953, S. 626–627.

Literatur


Weblinks


Commons: Neckartailfingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Neckartailfingen | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort im Landkreis Esslingen | Ersterwähnung 1090 | Ort am Neckar



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Neckartailfingen (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 05.05.2020 06:53:56 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.