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NRW-Tarif

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Der NRW-Tarif ist ein im öffentlichen Personennahverkehr von Nordrhein-Westfalen landesweit angewandter Beförderungstarif. Mit ihm sollen die tariflichen Barrieren zwischen Bus und Bahn einerseits und den verschiedenen Verkehrsverbünden und -gemeinschaften andererseits abgebaut werden. Rechtlich ist er in NRW Nachfolger des Nahverkehrstarifs der Deutschen Bahn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Bereits ab 1. August 2004 (Stufe 1) wurden folgende Fahrkarten als „Vorlaufleistung“ eines Pauschalpreis-Tarifs angeboten:

Neu und bundesweit ohne Vorbild war das Kurzreiseticket für bis zu 2 Stunden freie Fahrt in einer Richtung, also ohne Rückfahrtmöglichkeit. Ein Länderticket und das für NRW hierfür als Vorbild anzusehende SchöneFerienTicket NRW gab es bereits vorher. Diese Tickets wurden jedoch mit der 1. Stufe des Landestarifs zu regulären Angeboten ausgebaut.

Am 12. Juni 2005 startete der Verkauf von relationsbezogenen Fahrkarten (Stufe 2). Diese erweiterten den Nahverkehrstarif der Deutschen Bahn um die Möglichkeit, mit nur einem Fahrschein sowohl den Schienenpersonennahverkehr als auch im Vor- und Nachlauf (Anfahrt zum Startbahnhof und Weiterfahrt ab Zielbahnhof) Stadtbahnen, Straßenbahnen und Busse in ganz NRW benutzen zu können.

Der NRW-Tarif ersetzte den bisherigen Nahverkehrstarif der DB in Nordrhein-Westfalen, der jedoch nach wie vor für die Preisbildung des Schienenanteils der Fahrt herangezogen wurde. Für den Vor- und Nachlauf mit kommunalen Verkehrsmitteln wurde ein pauschaler Aufpreis in den Ticketpreis eingerechnet. Dieser Aufpreis von zunächst 70 Cent für jedes Einzelticket wurde jährlich erhöht und betrug ab 1. Januar 2010 bereits 1,20 EUR[1]. Bei Fahrkarten mit BahnCard-Rabatt reduziert sich der Preis entsprechend dem jeweiligen Rabattsatz. Der Aufschlag war nach dem Solidarprinzip verbindlich, d. h., er musste auch entrichtet werden, wenn für den Vor- und/oder Nachlauf in Regionen mit schlecht ausgebautem örtlichen Nahverkehr gar keine kommunalen öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können (besonders auch an Sonn- und Feiertagen). Durch dieses Prinzip erhöhten sich auch für Berufspendler, die mit Park-and-ride ihren Startbahnhof erreichen und am Zielort ihren Arbeitsplatz zu Fuß erreichen können, also keinerlei Bedarf für eine Nutzung im Vor- und Nachlauf haben, die Nahverkehrspreise. Andererseits können auch langlaufende Regionalbusverbindungen (z. B. Münster Hbf – Vreden, ca. 68 km) im Rahmen des Vor-/Nachlaufs mit RelationspreisTickets zurückgelegt werden.

Seit dem 10. Juni 2007 gilt zwischen zwei Gemeinden in NRW ein fester Verbindungspreis (Stufe 3). Zuvor war der Preis unmittelbar vom Start- und/oder Zielbahnhof der Fahrt abhängig.

Seit dem 13. Dezember 2015 ist der NRW-Tarif ein vom DB-Nahverkehrstarif unabhängiger Relationstarif. Zwischen Start- und Zielgemeinde dürfen alle Verkehrsmittel auf allen verkehrsüblichen Wegen benutzt werden.[2]

Der NRW-Tarif wird ab 1. August 2017 für verbundraumüberschreitende Fahrten im westfälischen Landesteil durch einen neuen Tarifverbund „Westfalentarif“ ersetzt. Hiervon sind allerdings westfälische Ruhrgebietsstädte wie Bochum ausgenommen. Die parallele Zugehörigkeit zu VRR und dem neuen Tarifverbund ist nur für Dortmund, Hagen und einige angrenzende Tarifgebiete vorgesehen.

Anwendungsbereich


Der NRW-Tarif ist der landesweite Tarif für Nahverkehrsfahrten zwischen den Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen. Er stellt die Haus-zu-Haus-Tarifierung im NRW-Nahverkehr für alle Bus- und Bahnverbindungen zwischen den Verbundräumen in NRW sicher. Der Vorteil: Nahverkehrskunden müssen an den Verbundraumgrenzen bzw. beim Umsteigen kein neues Ticket mehr lösen. Sie können mit demselben Ticket alle Busse, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie Nahverkehrszüge nutzen. Ein weiterer Pluspunkt: Der NRW-Tarif bindet alle Städte und Gemeinden in NRW ein. Bus- und Bahnkunden können auch von Orten ohne Schienenanschluss mit einem Ticket in jeden anderen Ort innerhalb Nordrhein-Westfalens reisen.

Der NRW-Tarif wird angewendet bei Fahrten im Nahverkehr innerhalb von Nordrhein-Westfalen und der Stadt Osnabrück, wenn die Tarifkragen- und Tarifraumgrenzen überschritten werden und kein Übergangstarif existiert. Seit 13. Dezember 2015 dürfen auch bei Relationspreistickets von der Start- zur Zielgemeinde alle Verkehrsmittel auf allen verkehrsüblichen Wegen benutzt werden. Davor musste ab einem Bahnhof in der Startgemeinde bis zu einem Bahnhof in der Zielgemeinde (bei Gemeinden ohne Bahnanschluss jeweils ab/bis einer vorgegebenen Nachbargemeinde) der Schienenpersonennahverkehr benutzt werden.

Darüber hinaus gilt der NRW-Tarif auch auf einigen Transitstrecken außerhalb von NRW. Sie dürfen mit relationsbezogenen Fahrkarten und/oder Karten zum Pauschalpreis des NRW-Tarifs im Schienenpersonennahverkehr befahren werden (z. B. die Siegstrecke).

Mit dem NRW-Tarif wird somit das bereits auf der Ebene der Verbund- und Gemeinschaftstarife umgesetzte Prinzip der Haus-zu-Haus-Tarifierung auf alle Nahverkehrsverbindungen ausgedehnt. Die BahnCard wird im NRW-Tarif teilweise anerkannt.

Verkehrsmittel


Der NRW-Tarif gilt in allen Verkehrsmitteln, in denen Verbund- oder Gemeinschaftstarife gelten.

Dazu zählen

Der NRW-Tarif gilt grundsätzlich nicht in den Zügen des Fernverkehrs sowie auf wenigen Buslinien, auf denen kein Verbund- oder Gemeinschaftstarif aus NRW angewendet wird (z. B. Nachtbusse in Bielefeld).

Fahrkartensortiment


Der NRW-Tarif unterscheidet zwei Ticketarten:

Relationspreistickets gibt es auch als Anschlussticket z. B. zu Zeitkarten der regionalen Verbundtarife. Sie können immer genutzt werden, wenn eine Fahrt über den Geltungsbereich einer Zeitkarte hinaus in einen anderen Kooperationsraum geht und kein Übergangstarif bzw. Tarifkragen besteht. Zu beachten ist hier, dass man z. B. mit VRS-Semesterticket für eine Fahrt von Bonn nach Wuppertal ein Anschlussticket vom VRS in den VRR kaufen kann. Für die Rückfahrt muss dann aber entweder bereits in Bonn ein Rückfahrtticket oder in Wuppertal ein VRR-Ticket bis zur Verbundgrenze gekauft werden. Maßgeblich für die Berechnung ist jeweils der letzte Bahnhof im Geltungsbereich der vorhandenen Zeitkarte.

Fahrkarten des NRW-Tarifs
Zweck Bezeichnung Fahrkartenart Relationspreis (RPT) Pauschalpreis (PPT)
Für eine Fahrt SchöneReiseTicket NRW Einzelfahrt Erwachsene/Kind
SchöneFahrtTicket NRW 2 Stunden Erwachsene/Kind
SchöneReiseTicket NRW Gruppe Einzelfahrt ab 6 Erwachsene
AnschlussTicket NRW Zusatzfahrkarte Erwachsene/Kind
EinfachWeiterTicket Zusatzfahrkarte Zeitticket VRR/VRS/AVV Erwachsene/Kind
Für Hin- und Rückfahrt SchöneReiseTicket NRW Hin&Rück Erwachsene/Kind
SchöneReiseTicket NRW Gruppe Hin&Rück ab 6 Erwachsene
AnschlussTicket NRW Hin&Rück Zusatzfahrkarte Erwachsene/Kind
Für einen Tag SchönerTagTicket NRW Single 9-Uhr-Tageskarte Einzelperson
SchönerTagTicket NRW 5 Personen 9-Uhr-Tageskarte
Für eine Woche SchöneWocheTicket NRW Wochenkarte persönlich
Für einen Monat SchönerMonatTicket NRW Monatskarte übertragbar
SchönerMonatTicket NRW Abo Jahresabo übertragbar
Schöne60Ticket NRW Abo Jahresabo ab 60 Jahre persönlich
SchönerMonatTicket NRW Azubi Auszubildende, Schüler
SchönerMonatTicket NRW Azubi Abo Auszubildende, Schüler Jahresabo
Für ein Jahr SchönesJahrTicket NRW Jahreskarte persönlich
Für die Schulferien SchöneFerienTicket NRW Schüler
Fahrradkarte FahrradTagesTicket NRW Zusatzticket/Tageskarte
Für ein Semester Semesterticket NRW Semesterticket an RPT angelehnt

Tarifbildungsprinzip


Der NRW-Tarif gilt stets von „Haus zu Haus“. Der Fahrschein schließt hierzu wie bei den Verbund- und Gemeinschaftstarifen die Fahrt mit allen Nahverkehrsmitteln (also ohne IC-, ICE- und Thalys-Züge) ein.

Fahrkartenkauf


Die Vertriebswege sind je nach Fahrkartenart unterschiedlich.

Besonderes


Für die Mitnahme von Fahrrädern im NRW-Tarif gibt es das FahrradTicket NRW. Es handelt sich dabei um eine Tageskarte für beliebig viele Fahrten. Der Preis liegt zurzeit etwas unter dem des DB-Fahrrad-Einzeltickets bzw. den DB-Zusatztickets zu Länder- bzw. Schöne-Wochenende-Tickets. Auf einigen Linien des Schienenverkehrs (Betreiber: NordWestBahn) wird für die Fahrradmitnahme ausdrücklich eine Reservierung empfohlen, einzelne Fahrgäste mit Fahrrad werden jedoch – soweit Platz vorhanden ist – ohne Voranmeldung befördert.

Kinder unter sechs Jahren und Hunde können unentgeltlich im NRW-Tarif mitgenommen werden. Andere Haustiere werden unentgeltlich befördert, wenn sie in geeigneten Behältern untergebracht sind und wie Handgepäck befördert werden können; bei Länder- und Schönes-Wochenende-Tickets zählen sie als ein Mitfahrer.[3]

Siehe auch


Einzelnachweise


  1. NRW-Tarifbericht 2009-2010 nachzulesen unter http://www.fachportal.nahverkehr.nrw.de/fileadmin/download_in_text/tarif/zukunfstarif/KCM_Tarifbericht_2009_2010_Web.pdf (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Tarifneuheiten – Mobilitätsportal. In: busse-und-bahnen.nrw.de. Abgerufen am 2. April 2016.
  3. http://busse-und-bahnen.nrw.de/tickets-tarife/hintergrund-nrw-tarif/tarifregeln-von-a-bis-z/tiere/

Weblinks





Kategorien: Verkehrsverbund (Deutschland) | Öffentlicher Personennahverkehr (Nordrhein-Westfalen) | Verkehr (Nordrhein-Westfalen)

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/NRW-Tarif (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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