Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen


Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen
Daten
Ort Markneukirchen, Bienengarten 2
Eröffnung 1883 (an anderer Stelle)
1937 Umzug ins Paulusschlössl
Leitung
Stefan Hindtsche
Website
ISIL DE-MUS-855414

Das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen im Musikwinkel im sächsischen Vogtland ist ein Musikinstrumentenmuseum, das den Musikinstrumentenbau vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart darstellt. Zahlreiche Unikate und Kuriositäten beleben die Sammlung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Das Museum wurde 1884 als Vogtländisches, später Städtisches Gewerbemuseum, durch den Städtischen Gewerbeverein Markneukirchen (gegründet 1872) auf Anregung des Gitarrenbauers Viktor Wettengel (sen.) nach einem Besuch der Bayerischen Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung 1882 und auf Initiative des Lehrers und Organisten Paul Otto Apian-Bennewitz gegründet.[1] In dieser Zeit blühte der Orchesterinstrumentenbau aufgrund des Handels in viele Länder Europas und vor allem in die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Gründer des Museums beabsichtigte eine Lehrstätte für die einheimischen Musikinstrumentenmacher zu schaffen, die auch Musikinstrumente aller Länder der Erde aufnimmt. Über 6500 Instrumente aus allen Kontinenten gehören zum Bestand der Sammlung, davon sind rund 1400 Instrumente in der Dauerausstellung vertreten. Der einheimische Instrumentenbau prägt die Sammlung, viele der Instrumente sind Spenden der heimischen Instrumentenbauer oder deren Nachfahren.[2] Nach dem Apian-Bennewitz im Jahre 1892 verstarb, übernahm der Organist Franz Hellriegel die Museumsleitung. Diese Aufgabe erfüllte er bis zu seinem Tode in 1912. Die Stadt Markneukirchen erwarb 1942 das Paulus-Schlössel und die museale Sammlung konnte in diese neuen Räumlichkeiten ziehen.[3]

Seit ihrer Eröffnung zählte die Ausstellung, die in einem spätbarocken Wohnhaus – dem Paulus-Schlössel oder Paulus-Schlößchen – und dem nahen Gerber-Hans-Haus untergebracht ist, weit über drei Millionen Besucher. Das Hauptgebäude bildet ein dreiflügeliges Bauwerk, dessen Errichtungszeitraum zwischen 1784 und 1789 liegt. Die Erbauung lag in den Händen des Ratszimmermeisters Johann Adam Mönnig. Im Jahre 1938 kam es zu erheblichen und eingreifenden Sanierungsarbeiten, in deren Verlauf der Südflügel und Teile des Ostflügels abgerissen wurden.[4]

Der Museumskomplex


Das Museum umfasst das Gerber-Hans-Haus mit Tourismusbüro, Museumskasse und 2 historischen Werkstätten sowie der Riesengeige[5] und Riesentuba[6], das Historische Sägewerk mit Stadtgeschichts- und Sonderausstellung, das Paulus-Schlössel mit dem Musikinstrumenten-Museum und den Weltmusik-Garten.

Meisterleistungen deutscher Instrumentenbaukunst


Der Verein der Freunde und Förderer des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen e. V. publiziert im Eigenverlag eine Reihe von Fachbüchern mit dem Titel „Meisterleistungen deutscher Instrumentenbaukunst“.[7] In dieser Reihe sind erschienen:

Außerdem erschienen sind:

Die Instrumentensammlung des Museums wurde von der Deutschen Post der DDR als Grundlage genommen, im Jahre 1971 eine Sondermarkenserie mit 6 Instrumenten unter dem Titel Musikinstrumente der Völker mit den Nominalwerten 10, 15, 20, 25, 40 und 50 Pfennig herauszugeben.[8]

Instrumentenbau im Vogtland


Der Musikinstrumentenbau wurde durch zwölf böhmische Geigenbauer aus Graslitz in das sächsische Vogtland gebracht. 1677 gründeten diese die erste deutsche Geigenmacher-Innung in Markneukirchen. Bereits um 1800 wurden sämtliche Orchesterinstrumente in dem ehemaligen Ackerbürgerstädtchen gefertigt. Auch heute stellt man in über 100 Werkstätten und einigen mittelständischen Betrieben Holzblas-, Metallblas-, Streich- und Zupfinstrumente sowie Bogen und Zubehör her. Für das benachbarte Klingenthal ist die Produktion von Mundharmonikas, Akkordeons, Handharmonikas, Konzertinas und Bandoneons typisch. Weitere Orte, in denen Instrumentenbauer arbeiten sind Adorf, Bad Brambach, Erlbach und Schöneck. Die handwerkliche Grundausbildung erfolgt bei den Meistern und im Beruflichen Schulzentrum Vogtland. Einen weiterführenden Bachelorstudiengang für Musikinstrumentenbau gibt es an der Westsächsischen Hochschule Zwickau.[9][10]

Literatur


Weblinks


Commons: Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Erich Wild: Das geschah vor 75 Jahren. Die denkwürdige Gründungsgeschichte des Städtischen Gewerbemuseums in Markneukirchen. In: Kulturbote für den Musikwinkel, Jg. 5 (1958) Heft 3, S. 6–10.
  2. https://www.freiepresse.de/vogtland/oberes-vogtland/gitarrenbauer-schenkt-museum-unikat-artikel10121286
  3. Erich Wild: 70 Jahre Gewerbemuseum Markneukirchen. In: Kulturbote für den Musikwinkel, Jg. 2 (1955) Heft 1, S. 1–3.
  4. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, S. 684.
  5. https://www.markneukirchen.de/index.php/de/mkn-aktiv-submenu/riesengeige
  6. http://www.b-tuba.de/wissen/kurioses/#riesentuba
  7. Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen: Literatur .
  8. Anonymus: Monographie zur Sonderpostwertzeichenserie „Musikinstrumente der Völker“. In: Kulturbote für den Musikwinkel, Jg. 23 (1976), Heft 5, S. 104–105.
  9. Vogtlandkreis: Musikwinkel . auf www.vogtlandkreis.de, abgerufen am 9. Januar 2021.
  10. Westsächsische Hochschule Zwickau: Musikinstrumentenbau B.A. . auf www.fh-zwickau.de, abgerufen am 9. Januar 2021










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Stand der Informationen: 29.04.2021 11:12:00 CEST

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