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Motorenbenzin




Motorenbenzin
Andere Namen

Benzin, Ottokraftstoff, Vergaserkraftstoff, Sprit (umgangssprachlich)

Kurzbeschreibung Kraftstoff u. a. für Verbrennungsmotoren mit Fremdzündung
Herkunft

fossil, etwas biogen

Charakteristische Bestandteile

Benzin, Additive, Bio-Ethanol-Beimischung

CAS-Nummer

8006-61-9[1]

Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Viskosität

< 0,5 mPa·s (40 °C)[1]

Dichte

0,720–0,775 kg/L (15 °C)[2]

Heizwert

40,1–41,8 MJ/kg = 11,1–11,6 kWh/kg[3] demnach etwa 30,5 MJ/L = 8,5 kWh/L

Superbenzin 95 ROZ:
~42 MJ/kg = 11⅔ kWh/kg
≈ 31,7 MJ/dm3 = 8,8 kWh/dm3[4]

Brennwert

ca. 46,7 MJ/kg = 12,9 kWh/kg[5] demnach etwa 34,9 MJ/L = 9,7 kWh/L

Oktanzahl
  • 91 ROZ, 82,5 MOZ (Normal)[2]
  • 95 ROZ, 85 MOZ (Super/ Eurosuper/ Bleifrei 95 (Schweiz))[2]
  • 98 ROZ, 88 MOZ (Super plus/ Super (Schweiz)/ Bleifrei 98 (Schweiz))[2]
  • 100 ROZ, 88 MOZ (V-Power Racing)
  • 102 ROZ, 90 MOZ (Ultimate 102)
Schmelzbereich ca. −45 °C
Siedebereich

(30 … 215) °C[1]

Flammpunkt

< −35 °C[1]

Zündtemperatur ca. 220 °C[1]
Explosionsgrenze (0,6 … 8,0) Vol.-%[1]
Temperaturklasse T3
Explosionsklasse II A
Kohlendioxidemissionen bei Verbrennung

2,32 kg/L[6]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[7] ggf. erweitert[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 224​‐​304​‐​315​‐​336​‐​340​‐​350​‐​361​‐​411
P: 201​‐​210​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​331​‐​403+233 [1]
UN-Nummer 1203
Gefahrnummer 33
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Motorenbenzin (abgekürzt „Benzin“) ist ein komplexes Gemisch von etwa 150[1] verschiedenen Kohlenwasserstoffen, deren Siedebereich zwischen denen von Butan und Kerosin/Petroleum liegt. Es wird hauptsächlich aus veredelten Komponenten der Erdölraffination hergestellt und als Kraftstoff eingesetzt. Motorenbenzin gehört zu den „Ottokraftstoffen“; es existieren daneben auch andere Ottokraftstoffe.

Motorenbenzin wird auch als Brennstoff für Benzinkocher verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Etymologische Herkunft, Begriff


Der ursprüngliche Name stammt von dem arabischen Wort für Benzoeharz, luban dschawi – „Weihrauch aus Java“. Dieser Ausdruck gelangte durch arabische Handelsbeziehungen mit Katalonien nach Europa. Mit dem Wegfall der ersten Silbe und der Änderung des ersten a zu e entstand im Italienischen benjuì, im Mittellateinischen benzoë, woraus sich das deutsche Wort Benzol entwickelte.

1825 entdeckte Faraday die später Benzol genannte Verbindung in geleerten Gasflaschen, er nannte sie damals bicarbure d’hydrogène, bevor sie von Eilhard Mitscherlich in Benzin umbenannt wurde. Er bezeichnete damit allerdings das heutige Benzol. Mitscherlich benannte den Stoff nach dem von ihm benutzten Ausgangsstoff, dem Benzoeharz. Die Zuordnung zum heutigen Benzin geschah durch Justus von Liebig.

Die Bezeichnung „Benzin“ geht daher nicht, wie teilweise irrtümlich angenommen wird, auf den Motorenbauer Carl Benz zurück, im Gegensatz zum Dieselkraftstoff, der tatsächlich nach Rudolf Diesel benannt ist.

Sorten von Motorenbenzin


Es gibt verschiedene Sorten von Benzinen, die sich in ihrer Klopffestigkeit und zur Erreichung derer auch in der Art der Gemisch-Zusammensetzung der Kohlenwasserstoffe unterscheiden.

Die PKW-Hersteller schreiben für ihre Motoren eine Mindestoktanzahl vor; bei Sorten mit niedrigerer Oktanzahl können durch Klopfen Schäden auftreten, es sei denn, dass der Motor sich mit Hilfe eines Klopfsensors durch Verstellung des Zündzeitpunkts in gewissen Grenzen und unter geringfügigem Leistungsverlust darauf einzustellen vermag. Bei Sorten mit höherer Oktanzahl dagegen sind dementsprechend auch geringfügige Leistungs- oder Effizienzsteigerungen möglich. Da die Verstellgrenze allerdings herstellerseits meist für eine bestimmte in der Bedienungsanleitung angegebene Oktanzahl ausgelegt ist, können viele Motoren die neuen 100-Oktan-Benzine nicht ausnutzen.[8]

In Deutschland wurde seit November 2007 der Preis des Normalbenzins an den des Superbenzins angeglichen. Vertreter von Automobilclubs äußerten die Vermutung, dass die Mineralölunternehmen mittelfristig Normalbenzin abschaffen wollten, um mehr Erlöse und weniger Kosten zu haben, was 2007 von Mineralölunternehmen noch als unbegründet zurückgewiesen wurde.[9][10] Mitte September 2008 nahm Shell als erster großer Mineralölkonzern das Normalbenzin komplett aus seinem Angebot, da es kaum noch gekauft würde.[11] Im Jahr 2010 verschwand Normalbenzin von den deutschen Tankstellen, die Zapfsäulen wurden auf Super E10 umgestellt.

Außer der Unterscheidung nach Klopffestigkeit gibt es noch die Unterscheidung in Sommerbenzin, Winterbenzin und Übergangsware (siehe unten, Herstellung).

Herstellung


Die Hauptbestandteile des Benzins sind vorwiegend Alkane, Alkene, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe mit 5 bis 11 Kohlenstoff-Atomen pro Molekül und einem Siedebereich zwischen 25 °C und ≈210 °C. Daneben werden dem Roh-Benzin noch diverse Ether (wie MTBE, ETBE) und Alkohole (Ethanol, sehr selten auch noch Methanol) beigemischt. Die Ether bzw. das Ethanol erhöhen die Klopffestigkeit des fertigen Benzins.

Die Kohlenwasserstoffe werden im ersten Schritt durch fraktionierte Destillation aus Erdöl gewonnen. Nach ggf. mehreren Veredelungsschritten erhält man folgende (zumeist entschwefelte) Komponenten[12] (Auswahl):

Folgende Komponenten stammen nicht aus der obengenannten Raffinerieproduktion, sondern werden bei der Abmischung der einzelnen Komponenten dem Benzin zugegeben:

In der Regel wird in einer einzelnen Raffinerie nur eine Auswahl dieser Komponenten hergestellt. Ether und Ethanol werden meist zugekauft.

Die Komponenten werden i. d. R. separat in Tanks gelagert und von dort über eine Blending-Station zur Fertigware aufgemischt. Je nach Sorte unterscheiden sich die Mischungsverhältnisse (siehe Blenden). Z. B. werden in hochoktanige Sorten auch verstärkt hochoktanige Komponenten zugemischt. Einige Spezifikationen (DVPE, E70) variieren in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Es wird zwischen Sommer-, Übergangs- und Winterware[13] unterschieden. Um im Sommer der Dampfblasenbildung vorzubeugen, werden weniger leichtsiedende Anteile (Butan, Isopentan) im Blend verwendet. Ein Anteil von mehr leichtsiedenden Bestandteilen im Winterbenzin erleichtert dagegen den Kaltstart.

Neben der wichtigsten Qualität Oktanzahl (ROZ und MOZ) haben folgende Spezifikationen[13] (s. u.) wesentlichen Einfluss auf den Blend:

Der Blend muss möglichst ökonomisch gestaltet werden, d. h. ROZ oder MOZ, DVPE und Aromatenanteil sollten möglichst „angefahren“ werden. Natürlich sind solche Kriterien von Raffinerie zu Raffinerie verschieden. Auch die Preisstruktur des Produktumfeldes (Jet-Preis, MTBE-Preis, Naphtha-Preis) beeinflusst die Blendingstrategie.

Entschwefelung

Bei der Entschwefelung von Erdölprodukten werden Sulfidgruppen durch Hydrodesulfurierung von den Kohlenstoffketten abgespalten. Dabei entsteht Schwefelwasserstoff, der durch Aminwäsche entfernt und anschließend unter anderem mit dem Claus-Verfahren zu elementarem Schwefel umgesetzt wird. Die Entschwefelung ist Voraussetzung für die Verwendbarkeit in Motoren mit Abgaskatalysatoren.

Additive

Der Grundkraftstoff unterscheidet sich bei den verschiedenen Mineralölkonzernen nicht, er stammt häufig sogar aus derselben Raffinerie. Ihm wird, meist durch eine sogenannte „Endpunktdosierung“ direkt vor der Tankwagenverladung, ein Additivpaket beigemischt, das spezifisch für den jeweils belieferten Konzern ist. Zu diesen Additiven gehören Oxidationsinhibitoren, Korrosionsschutzmittel, Detergentien (Schutz vor Ablagerungen im Einspritzsystem) und Vergaservereisungs-Inhibitoren.

In Deutschland wurden 2014 circa 19,5 Millionen Tonnen Motorenbenzin hergestellt.[14]

Verbleites Benzin

Seit 2000 ist verbleites Motorenbenzin in der EU verboten (siehe Entwicklung der Ottokraftstoffe). Lediglich Flugbenzin darf noch verbleit werden. Der Zusatz „bleifrei“ wird in den Sortenbezeichnungen aber noch mitgeführt.

Synthetisches Benzin

Benzin wurde in Deutschland seit den 1920er Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wegen Erdölmangels auch durch Kohleverflüssigung aus Kohle gewonnen (synthetisches Benzin). Der hohe Energieaufwand und der hohe CO2-Ausstoß machen das Verfahren heute meist unwirtschaftlich, wenn billigeres Erdgas oder Erdöl zur Verfügung steht. Jedoch werden auch heute noch in Südafrika solche Anlagen betrieben und weitere in der Welt geplant (siehe Kohleverflüssigung – Bedeutung).

CO2-Bilanz Well-to-Tank

Laut einer Shell-Studie fallen 15–20 % der CO2-Emission im Bereich Herstellung und Bereitstellung (Well-to-Tank) von Kraftstoffen an.[15]

Spezifikationen


Die wichtigsten Benzinarten sind in der Norm EN 228 festgelegt.[16]

DIN EN 228
Bereich Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge
Titel Unverbleite Ottokraftstoffe – Anforderungen und Prüfverfahren
Kurzbeschreibung: Festlegungen zu Mindestanforderungen und Prüfungen an Ottokraftstoff
Letzte Ausgabe 2014-10
ISO

Neben der (Mindest-)Oktanzahl sind noch folgende wichtige Spezifikationen zu erfüllen:

Zapfsäulenaufkleber (Deutschland)

Nach § 13 der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen (10. BImSchV) sind im geschäftlichen Verkehr die gewährleisteten Qualitäten an den Zapfsäulen sowie an der Tankstelle „deutlich sichtbar zu machen“. In Deutschland findet man deshalb an allen Benzin-Zapfsäulen die in der 10. BImSchV (Anlagen 1a-b und 2a-b) geforderten runden Aufkleber mit dem Text:

Auf Grund von EU-Vorschriften kommt seit dem 1. Januar 2011 zunehmend Super E10 mit einem Zusatz von bis zu 10 % Bioethanol auf den deutschen Markt. Für diesen Kraftstoff schreibt die 10. BImSchV zusätzliche Warnhinweise auf die E10-Verträglichkeit der Fahrzeuge vor.[17][18] Siehe hierzu auch: 10. BImSchV: Auszeichnung an Zapfsäulen.

Verbrauch


In Deutschland wurden 2014 circa 18,5 Millionen Tonnen Motorenbenzin verbraucht (davon circa 2000 Tonnen Normalbenzin).[14] Der Produktionsüberschuss (siehe Herstellung) wird exportiert (vorwiegend Schweiz und USA).

Preise


Die Preise für Motorenbenzin (Handelsbezeichnung: Regular = ROZ 91, Premium = ROZ 95, Premium Plus = ROZ 98) orientieren sich in Europa am Rotterdamer Markt. Benzin wird in US-Dollar je 1.000 kg (US-$/t) gehandelt. Verschiedene Publikationsorgane wie Platts, ICIS und O.M.R. berichten (zum Teil täglich) über aktuelle Handelspreise und Volumina. Die im Handel verwendete Referenzdichte (um den Preis einer aktuellen Charge mit einer gegebenen Dichte in Relation zu der Notierung zu setzen) ist 0,745 kg/dm³ für Regular und 0,755 kg/dm³ für alle Premiumsorten. Weiterhin müssen noch Transportkosten und Marge des Kraftstoffhandels berücksichtigt werden.

Zusätzlich zu den oben genannten Preisbeträgen, die sich in Produktpreis und Deckungsbeitrag widerspiegeln, kommen noch Steuern und Abgaben.

Preisentwicklung

Deutschsprachiger Raum und umliegende Länder

Benzinpreise nach Erhebung des Touring Club Schweiz:[19]

Preisvergleich deutschsprachiger Raum und umliegende Länder 2004 bis 2020 für Kraftstoffpreise, Bleifrei 95 Oktan, in Euro pro Liter
Land Dez 2004 Mai 2005 Juli 2007 April 2008 Jan 2009 Mär 2010 Feb 2011 Mär 2012 Feb 2013 Feb 2014 Feb 2015 Feb 2016 März 2017 April 2018 März 2019 Feb 2020
 Belgien 1,10 1,24 1,41 1,50 1,11 1,35 1,56 1,74 1,67 1,60 1,42 1,24 1,38 1,46 1,43 1,50
Danemark Dänemark 1,26 1,23 1,38 1,40 1,00 1,45 1,60 1,80 1,66 1,58 1,43 1,38 1,55 1,61 1,63 1,65
Deutschland Deutschland 1,19 1,18 1,37 1,43 1,09 1,35 1,50 1,73 1,65 1,521 1,28 1,21 1,36 1,47 1,40 1,45
 Frankreich 1,05 1,15 1,31 1,38 1,07 1,35 1,53 1,63 1,60 1,51 1,37 1,24 1,39 1,49 1,49 1,50
 Italien 1,10 1,23 1,35 1,39 1,10 1,34 1,46 1,81 1,77 1,76 1,53 1,45 1,55 1,57 1,55 1,60
Luxemburg Luxemburg 0,92 0,99 1,18 1,19 0,91 1,13 1,25 1,42 1,37 1,29 1,16 1,01 1,14 1,19 1,18 1,20
 Niederlande 1,26 1,33 1,51 1,56 1,25 1,54 1,66 1,83 1,83 1,77 1,65 1,46 1,65 1,72 1,72 1,77
 Österreich 0,94 1,00 1,13 1,22 0,91 1,11 1,29 1,45 1,41 1,34 1,18 1,04 1,18 1,21 1,19 1,20
 Polen 0,80 0,92 1,15 1,23 0,82 1,12 1,26 1,38 1,29 1,26 1,08 0,91 1,10 1,10 1,10 1,15
Schweiz Schweiz 0,92 0,98 1,06 1,14 0,88 1,12 1,29 1,51 1,47 1,39 1,38 1,21 1,41 1,36 1,36 1,47
 Slowakei 0,90 1,11 1,21 1,05 1,18 1,38 1,54 1,50 1,44 1,22 1,12 1,31 1,31 1,30 1,34
 Slowenien 0,90 1,11 1,07 0,83 1,15 1,28 1,46 1,52 1,44 1,31 1,12 1,28 1,31 1,27 1,26
 Tschechien 0,87 0,92 1,03 1,21 0,92 1,19 1,38 1,49 1,43 1,31 1,11 1,00 1,15 1,19 1,16 1,24
 Ungarn 1,00 1,01 1,13 1,13 0,86 1,22 1,32 1,49 1,46 1,30 1,15 0,96 1,16 1,18 1,15 1,12

1 Bleifrei 98 Oktan

Europa (2008 und 2010)

Angegeben werden die Jahresdurchschnittswerte an der Zapfsäule für den am weitesten verbreiteten Benzinkraftstoff. Die Werte wurden von nationaler Währung in US-Dollar umgerechnet. Dieser Indikator ist in den World Development Indicators enthalten und basiert auf Daten der Weltbank.

Land Preis in USD/ℓ 2008[20] 2010[21]
 Albanien 1,36 1,46
 Andorra 1,24 1,49
 Belgien 1,50 1,87
 Bosnien und Herzegowina 1,13 1,42
 Bulgarien 1,28 1,51
Danemark Dänemark 1,54 2,00
Deutschland Deutschland 1,56 1,90
 Estland 1,18 1,54
 Finnland 1,57 1,94
 Frankreich 1,52 1,98
Griechenland Griechenland 1,23 2,05
 Irland 1,56 1,78
Island Island 1,15 1,71
 Italien 1,57 1,87
 Kroatien 1,27 1,59
Lettland Lettland 1,12 1,48
Liechtenstein Liechtenstein 1,30 1,66
Litauen Litauen 1,13 1,59
Luxemburg Luxemburg 1,40 1,55
 Malta 1,66 1,63
Nordmazedonien Nordmazedonien 1,15 1,52
 Moldau 1,20 1,21
 Monaco 1,64 1,92
Montenegro Montenegro 1,27 1,62
 Niederlande 1,68 2,13
Norwegen Norwegen 1,63 2,12
 Österreich 1,37 1,63
 Polen 1,43 1,57
 Portugal 1,61 1,85
Rumänien Rumänien 1,11 1,46
 Russland 0,89 0,84
Schweden Schweden 1,38 1,87
Schweiz Schweiz 1,30 1,66
 Serbien 1,29 1,50
 Slowakei 1,57 1,70
 Slowenien 1,18 1,67
Spanien Spanien 1,23 1,56
 Tschechien 1,37 1,75
Turkei Türkei 1,87 2,52
 Ukraine 0,88 1,01
 Ungarn 1,27 1,67
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 1,44 1,92
 Weißrussland 1,33 1,08

Deutschland

Preisbildung

Um etwaige Verstöße gegen das Kartellrecht aufzudecken, wurde eine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt eingerichtet, die an Tankstellen weitestgehend Markttransparenz herstellen soll. Am 1. Dezember 2013 nahm sie den Regelbetrieb auf.[22]

Steuern und Abgaben

In Deutschland gehören dazu (jeweils Super bzw. Diesel) die Umlage für den Erdölbevorratungsverbund mit 0,27 bzw. 0,30 ct/L, die Mineralölsteuer/Energiesteuer mit 65,45 bzw. 47,04 ct/L sowie die Mehrwertsteuer von 19 %.

Mit dem Produktpreis und dem Deckungsbeitrag (in dem der Erdölbevorratungsbetrag enthalten ist) sowie der Energiesteuer (Mineralölsteuer) wird ein „neuer“ Nettopreis ermittelt, auf den dann die Mehrwertsteuer von 19 % erhoben wird.

Zusammensetzung des Kraftstoffpreises im Juli 2016[23]
Super
ct/L
%[24] Diesel
ct/L
%
Produktpreis 030,64 23,0 % 030,25 27,0 % Notierung Rotterdam und Raffineriekosten
Deckungsbeitrag + 014,38 10,9 % 015,00 13,0 % Transport, Lagerhaltung, Vertrieb, Verwaltung, Beimischung, … enthält Erdölbevorratungsbetrag von 0,27 (Super) bzw. 0,30 ct/L (Diesel)[25]
Großhandelspreis = 045,00 34,3 % 045,25 41,0 % Nettopreis der Mineralölgesellschaft
Energiesteuer + 065,45 50,0 % 047,04 43,0 % früher Mineralölsteuer, konstant; enthält 15,4 ct/L Ökosteuer für Super bzw. Diesel
Nettopreis = 110,74 84,0 % 092,29 84,0 % Nettopreis entspr. Energiesteuergesetz
Mehrwertsteuer + 020,90 16,0 % 017,50 16,0 % 19 % bezogen auf Nettopreis
Verbraucherpreis = 131,46 100 % 109,82 100 %
davon Steuern 086,35 66,0 % 064,54 59,0 %

Schweiz

In der Schweiz kommen zum Importpreis die Kosten für die Mineralölsteuer, für den Klimarappen, die Importgebühr für Pflichtlager und die Mehrwertsteuer hinzu.[26]

Ähnliche Stoffe


Verwandte Themen


Weblinks


Commons: Benzin  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Benzin – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Ottokraftstoff in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Juli 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q Norm DIN EN 228 Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – Unverbleite Ottokraftstoffe – Anforderungen und Prüfverfahren (online ).
  3. Konrad Reif: Ottomotor-Management: Steuerung, Regelung und Überwachung. 4., vollst. neubearb. Auflage. Springer-Verlag, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-8348-2102-7, S. 69 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Richard van Basshuysen (Hrsg.): Ottomotor mit Direkteinspritzung – Verfahren · Systeme · Entwicklung · Potenzial, 3. Auflage, Springer Vieweg, Wiesbaden, 2013, ISBN 978-3-658-01408-7, S. 191
  5. Peter Kurzweil: Chemie: Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. 10. Auflage. Springer-Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08660-2, S. 127 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Rolf Isermann: Elektronisches Management motorischer Fahrzeugantriebe. Wiesbaden 2010, S. 1.
  7. Eintrag zu Gasoline im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 21. Mai 2018. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern .
  8. Kraftstoff: ADAC-Tester von Shells V-Power enttäuscht. In: Spiegel Online. 24. Juli 2003 (spiegel.de ).
  9. n-tv.de: „Unverschämtes Abkassieren“ – Normalbenzin vor dem Aus? 13. August 2007.
  10. Super- und Normal kosten gleich viel. In: Der Stern. 30. November 2007 (stern.de ).
  11. autobild.de Shell streicht Normalbenzin. In: Autobild. 18. September 2008 (autobild.de ).
  12. TU Delft: Modern Oil Refinery (Memento vom 23. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 559 kB).
  13. a b Spezifikationen div. Ottokraftstoffe (Memento vom 19. August 2012 im Webarchiv archive.today)
  14. a b Energie für die Zukunft. (PDF; 1,2 MB) Jahresbericht 2015 inkl. Tabellenteil. Mineralölwirtschaftsverband, Juli 2015, abgerufen am 17. Juni 2016.
  15. Shell PKW-Szenarien bis 2040 Fakten, Trends und Perspektiven für Auto-Mobilität Herausgeber: Shell Deutschland Oil GmbH, 22284 Hamburg; S. 68; online (Memento vom 6. September 2015 im Internet Archive).
  16. DIN EN – Kennwerte von Ottokraftstoffen und ihre Bedeutung (Auszug, abgerufen 21. März 2013; PDF; 41 kB).
  17. BMU: Warnhinweis: Verträgt Ihr Auto E10? .
  18. Text der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen .
  19. Aktuelle Benzinpreise in Europa: TCS Suisse (PDF), 14. Februar 2020, abgerufen am 9. März 2020.
  20. destatis.de: Basisdaten Benzinpreis an der Zapfsäule (Memento vom 2. Januar 2011 im Internet Archive), Stand: 2008.
  21. destatis.de: Basisdaten Benzinpreis an der Zapfsäule , Stand: 2010.
  22. Markttransparenzstelle für Kraftstoffe startet Regelbetrieb am 1. Dezember 2013. Bundeskartellamt, 29. November 2013, abgerufen am 9. August 2019.
  23. Zusammensetzung des Verbraucherpreises für Superbenzin, Diesel und leichtes Heizöl
  24. Prozentangaben in Bezug zum Endverbraucherpreis
  25. Erdölbevorratungsbetrag ab 1. April 2012
  26. Treibstoffmarkt und Preise. (PDF; 1,3 MB) TCS, abgerufen am 17. Juni 2016.








Kategorien: Feuergefährlicher Stoff | Umweltgefährlicher Stoff | Aspirationstoxischer Stoff | Reizender Stoff | Betäubender Stoff | Erbgutverändernder Stoff | Krebserzeugender Stoff | Stoff mit Verdacht auf reproduktionstoxische Wirkung | Erdölprodukt | Kraftstoff | Stoffgemisch








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