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Montabaur

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Montabaur
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 33,76 km2
Einwohner: 13.691 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 406 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56410
Vorwahl: 02602
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 048
Stadtgliederung: 7 Ortsbezirke
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Adenauer-Platz 8
56410 Montabaur
Website: www.montabaur.de
Stadtbürgermeisterin: Gabriele Wieland (CDU)
Lage der Stadt Montabaur im Westerwaldkreis

Montabaur [ˈmɔntabauɐ] ist die Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz. Sie ist gleichzeitig Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Montabaur, der weitere 24 Ortsgemeinden angehören. Gemäß Landesplanung ist Montabaur als Mittelzentrum ausgewiesen.[2] Überregional bekannt sind das Schloss Montabaur, das Fashion-Outlet-Center und der Bahnhof Montabaur mit ICE-Anbindung an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Montabaur liegt im südlichen Westerwald.

Stadtteile

Die Stadt hat neben der Alt- bzw. Innenstadt sieben Stadtteile, die zugleich Ortsbezirke sind.[3]

Ortsbezirk zugehörende Wohnplätze Einwohner Fläche in ha
Bladernheim 145 102,23
Elgendorf 1.312 259,92
Eschelbach Bahlsmühle, Hillhof, Hüttenmühle 597 300,28
Ettersdorf Heckenmühle 175 109,95
Horressen Grubenfeld 1.772 282,18
Reckenthal Kurhotel Waldesruhe 118 151,34
Wirzenborn Grubenhaus, Wirzenborner Mühle 66 142,87

Einwohner mit Hauptwohnsitz, Stand 31. Dezember 2012

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend: Dernbach, Staudt, Heiligenroth, Großholbach, Girod, Steinefrenz, Heilberscheid, Nomborn, Daubach, Stahlhofen, Untershausen, Holler, Niederelbert, Arzbach, Kadenbach, Neuhäusel und Hillscheid

Klima

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Temperatur von 17,5 °C, der kälteste der Januar mit 0,4 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 703 mm. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni und Juli. Im Juni und Juli fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im April.

Montabaur
Klimadiagramm
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-1
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [1]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Montabaur
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 4,4 8,5 13,4 17,8 21,1 22,1 21,7 19,1 13,4 7,3 4,1 Ø 13
Min. Temperatur (°C) −2 −1,5 0,6 3,9 7,5 10,9 12,4 12,2 9,6 5,8 2,1 −0,5 Ø 5,1
Temperatur (°C) 0,4 1,4 4,5 8,6 12,7 16 17,5 16,9 14,3 9,6 4,7 1,8 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 58 46 52 45 61 69 69 67 57 54 59 66 Σ 703
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,3 3,4 4,8 6,0 6,0 6,4 5,9 4,6 3,3 1,6 1,2 Ø 3,9
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21,1
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12,4
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12,2
19,1
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4,1
−0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Quelle: [2]

Stadtbild


Montabaurs Altstadt zeichnet sich durch den neugotischen Rathausbau Roter Löwe, durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die große spätgotische katholische Pfarrkirche aus. Die mittelalterliche Stadtmauer ist in Resten erhalten, darunter auch der so genannte Wolfsturm.

Die Stadthalle Montabaur ist für verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Konzerte, Theater und Events geeignet. Der historische Wolfsturm steht den Einwohnern der Stadt Montabaur zur Verfügung und kann für eigene Zwecke gemietet werden.

Schloss

Das Schloss Montabaur, bis 1945 Sitz des Landratsamtes des Unterwesterwaldkreises, dann Sitz der Bezirksregierung Montabaur, ist heute im Besitz der Akademie Deutscher Genossenschaften, die es als Tagungshotel und Schulungszentrum der Raiffeisen- und Volksbanken ausgebaut hat. Es liegt gut sichtbar in der Mitte der Stadt auf dem Schlossberg (321 m ü. NN).

Geschichte


Montabaur hat eine Geschichte, die sich bis ins Jahr 959 nachweisen lässt, als das Kastell Humbach, castellum Humbacense, das heutige Schloss, erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied, um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, ließ die zerstörte Burg humbacense wieder aufbauen. Er nannte sie wegen der Ähnlichkeit des Humbacher Hügels mit dem Berg Tabor im heutigen Israel, der als Ort der Verklärung Christi gilt, Mons Tabor. Daraus wurde Montabaur. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Montabaur zusammen mit Welschbillig, Mayen, Bernkastel und Saarburg die Stadtrechte.

Montabaur war bis 1968 Verwaltungssitz eines der fünf Regierungsbezirke, in die sich das neu gebildete Land Rheinland-Pfalz 1946 gliederte. Durch die Eingemeindung von sieben Umlandgemeinden (Bladernheim, Elgendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Horressen, Reckenthal und Wirzenborn) erreichte Montabaur am 22. April 1972 im Wesentlichen seine heutige Größe.[4]

Ab Mitte der 1960er Jahre bis Anfang 2004 war Montabaur mit der Westerwaldkaserne ein Bundeswehrstandort, an dem von 1966 bis 1993 auch das Raketenartilleriebataillon 350[5] und später Instandsetzungseinheiten stationiert waren. Das RakArtBtl 350 war das Raketen-Artillerie-Bataillon des III. (GE) Korps und ausgerüstet mit der ballistischen Kurzstreckenrakete Sergeant bzw. ab Mitte der 1970er Jahre der Kurzstreckenrakete Lance.
Die nukleare Sondermunition lagerte im Sondermunitionslager Horressen[6] und bei Bellersdorf[7], sie unterstand dem 83rd US Army Missile Detachment.

Politik


Stadtrat

Der Stadtrat in Montabaur besteht aus 28 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzender.

Sitzverteilung:

Wahl SPD CDU Grüne FDP FWG BfM WG Gesamt
2019[8] 4 11 2 2 8 - 1 28 Sitze
2014[9] 6 14 2 - 4 2 - 28 Sitze
2009 6 13 2 2 3 2 - 28 Sitze
2004 5 15 - - 8 - - 28 Sitze

Bürgermeister

Stadtbürgermeisterin von Montabaur ist Gabriele Wieland (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 73,42 % in ihrem Amt bestätigt.[10]

Wappen und Flagge

Die Stadt führt als Wappen das sogenannte Petrus-Wappen. Die Flagge der Stadt trägt in Längsstreifen die Farben Blau, Rot und Weiß, in dieser Reihenfolge.[3]

Blasonierung: „In Blau hinter einer aus dem unteren Schildrand wachsenden silbernen gezinnten Stadtmauer in einem von zwei rotbedachten und goldbeknauften fünfgeschossigen schwarzgefensterten und schwarzportaligen silbernen Türmen, je begleitet von einem silbernen Schildchen, darin ein rotes durchgehendes Balkenkreuz, flankierten und von einem silbernen Wimperg bekrönten Spitzbogenportal, von einem wachsenden gezinnten rotbedachten und goldbeknauften silbernen Mittelturm mit zentralem, goldenem, sechszackigem Stern überragt, ein sitzender golden nimbierter Heiliger in rotem Gewand und goldenem Untergewand mit goldenem Schlüssel mit innengewandtem Bart in der Rechten sowie goldenem Kreuzstab in der Linken, an beiden Flankentürmen je ein außen angesetzter halber, mit jeweils vier Zinnen und einem rotbedachten, silbernen Gebäude besetzter flacher Mauerbogen zum Schildrand.“[11]
Wappenbegründung: Türme und Mauer repräsentieren die mittelalterliche Stadtbefestigung und die Wehrhaftigkeit Montabaurs, der Heilige stellt Simon Petrus dar, und die Wappenschildchen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit der Stadt zu Kurtrier bis 1803. Das Wappen wurde 1906 genehmigt und geht auf ein Stadtsiegel aus dem Jahre 1300 zurück.

Städtepartnerschaften

Montabaur unterhält Partnerschaften zur französischen Stadt Tonnerre, zur britischen Stadt Brackley und zur sächsischen Stadt Sebnitz. Außerdem ist das texanische Fredericksburg Partnerstadt der Verbandsgemeinde Montabaur.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

Verkehr

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen und Kulturzentren

Kulturelle Einrichtungen

Historische Gebäude

Profanbauten

Sakralbauten

Freizeit

Sport

Veranstaltungen

Bildung


Schulen

Große Stadtgrundschule von Montabaur (im Jahr 2006 370 Schüler, 16 Klassen) mit der Vorschulklasse Schulkindergarten, freiwillige Ganztagsschule montags bis donnerstags bis 16:00 Uhr einschließlich Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, betreuter Freizeit und zahlreichen pädagogischen Zusatzangeboten. Integrierte Fremdsprachenarbeit in Englisch und Französisch. Partnerschule École Louis Pasteur in Tonnerre, Burgund.
Das Peter-Altmeier-Gymnasium Montabaur war bis zum Jahr 1999 Aufbaugymnasium. Ab 1991 kamen die ersten Musikschüler in die fünfte Klasse, dieser erste Jahrgang der Musikschüler absolvierte im Jahr 2000 das Abitur.

Erwachsenenbildung

Hilfsorganisationen


Seit 2008 hat die Integrierte Leitstelle Montabaur ihren Sitz in Montabaur. Die Leitstelle wird von der ebenfalls dort ansässigen DRK Rettungsdienst Rhein-Lahn Westerwald gGmbH betrieben und betreut die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald.

Löschzug Montabaur
Löschgruppe Horressen
Löschgruppe Elgendorf

Persönlichkeiten


In Montabaur geboren

Mit Montabaur verbunden

Sonstiges


Im 18. und 19. Jahrhundert war Montabaur für die Schuhmacherei bekannt, weshalb die Bürger auch viele Jahrzehnte später mitunter scherzhaft „Schuster“ genannt werden. In den Jahren 1864 bis 1866 waren 66 Schuhmacher in Montabaur aktiv, die ihre Schuhe und Stiefel in der Umgebung bis in den Westerwald verkauften. Danach ging die Zahl zurück, und 1898 waren es nur noch neun. An die große Zeit der Schuhmacherhandwerks in Montabaur erinnert seit Juni 1985 die Skulptur des Schusterjungen von Ernemann Sander an der Ecke eines Hauses auf dem Konrad-Adenauer-Platz, die viertelstündlich in Richtung des gegenüberliegenden Rathauses „den Vogel zeigt“.[12][13]

Literatur


Weblinks


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Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Hauptsatzung der Stadt Montabaur (PDF; 122 kB) vom 11. Juli 2014, abgerufen am 29. Mai 2019.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 187 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016 ) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. RAKETENARTILLERIEBATAILLON 350 (Memento vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)
  6. Archivierte Kopie (Memento vom 25. Juni 2012 im Internet Archive)
  7. http://traditionsverband-aartalkaserne-herbornseelbach.de/bernhard_gorholt.html
  8. http://www.montabaur.de/montabaur/de/STADT%20&%20POLITIK/Politik/Stadtrat/
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Montabaur, Verbandsgemeinde, 14. Ergebniszeile. Abgerufen am 12. November 2019.
  11. Wappenbeschreibung der Stadt Montabaur
  12. KuLaDig . Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  13. Homepage Montabaur . Stadtgeschichte. Abgerufen am 7. Dezember 2019.



Kategorien: Montabaur | Gemeinde in Rheinland-Pfalz | Ort im Westerwaldkreis | Ort im Westerwald | Kreisstadt in Rheinland-Pfalz | Ersterwähnung 959 | Stadtrechtsverleihung 1291

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