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Wolpertswende


(Weitergeleitet von Mochenwangen)


Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Fronreute-Wolpertswende
Höhe: 569 m ü. NHN
Fläche: 26,36 km2
Einwohner: 4176 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88284
Vorwahl: 07502
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 087
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 4
88284 Wolpertswende
Website: www.wolpertswende.de
Bürgermeister: Daniel Steiner (CDU)
Lage der Gemeinde Wolpertswende im Landkreis Ravensburg

Wolpertswende ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Die Gemeinde liegt am Nordwestrand des Altdorfer Waldes im Schussental und rund zehn Kilometer nordwestlich der Großen Kreisstädte Ravensburg und Weingarten. Der Ortsteil Wolpertswende liegt auf einer Anhöhe, von der man das Schussental überblickt.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind von Norden Aulendorf, Bad Waldsee, Baindt, Fronreute und Altshausen (alle Landkreis Ravensburg).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Wolpertswende besteht neben dem namengebenden Ortsteil Wolpertswende und dem größten Ortsteil Mochenwangen aus den weiteren Ortsteilen Bruggen, Haller, Hatzenturm, Niedersweiler, Moosehren, Segelbach, Steinhausen und Vorsee.

Geschichte


Auf dem heutigen Gemeindegebiet sind steinzeitliche Siedlungen am Schreckensee nachgewiesen. Wie am Illmensee und am Federsee wurden Gegenstände der so genannten Pfyn-Altheimer Gruppe gefunden, die ein räumliches Bindeglied zwischen der Pfyner Kultur (Schweiz/Bodensee) und der Altheimer Kultur an der Iller darstellt.

Die Fundstelle befindet sich auf einer Halbinsel im Schreckensee und enthält die einzige umfassende Stratigraphie Oberschwabens vom Jungneolithikum bis in die Frühbronzezeit („Pfyn-Altheimer-Gruppe Oberschwabens“, „Horgener Kultur“, „Goldberg-III-Gruppe“ und Frühbronzezeit). Das bislang gefundene organische Material ist vorzüglich erhalten.

Der Ortsteil Segelbach wurde 809, Wolpertswende selbst 934 erstmals erwähnt, als der Heilige Konrad, damals Bischof von Konstanz, verschiedene Besitzungen mit seinem Bruder tauschte.

Um 1200 ging das Gebiet an die Herren von Fronhofen. Sie verkauften Wolpertswende in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an das Ravensburger Heilig-Geist-Spital. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt Wolpertswende, das verkehrsgünstig an einer alten Römerstraße liegt, schwerste Zerstörungen – die Einwohnerschaft des Ortsteils Vorsee verringerte sich beispielsweise von 1618 bis 1648 von über 100 auf 7. Mit der Stadt Ravensburg kam das Gebiet um Wolpertswende und Mochenwangen 1810 zum neuen Königreich Württemberg.

Religionen


Wolpertswende ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Gangolf in Wolpertswende und der Pfarrei Mariä Geburt in Mochenwangen, die beide zum Dekanat Ravensburg gehören.

Die 1973 selbständig gewordene evangelische Kirchengemeinde Mochenwangen umfasst das Gebiet der politischen Gemeinden Wolpertswende und Fronreute. Sie gehört zum Dekanat Ravensburg und hat 613 Gemeindeglieder in Wolpertswende sowie 625 Gemeindeglieder in Fronreute (Stand: 2004).

Politik


Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 besteht der Gemeinderat aus 14 Mitgliedern. Sechs Vertreter gehören der Offenen Bürgerliste an, die Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) stellt sieben und die Gruppe Mensch, Umwelt, Natur ein Mitglied.

Verwaltungsverband

Die Gemeinde ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Fronreute-Wolpertswende.

Wappen

Wappenbeschreibung: In Blau eine silberne Kapelle mit rotem Ziegeldach.

Die „Kapelle“ wurde 1930 vom Wolpertswender Gemeinderat als Wappenfigur festgelegt. Sie stellt die etwas unterhalb des Orts gelegene barocke Gangolfkapelle dar. Die Farben wurden 1935 festgelegt. Die historischen Beziehungen des Orts zu den Herren von Fronhofen und zur Reichsstadt Ravensburg fanden bei der Wappengestaltung keine Berücksichtigung.

Partnerschaften

Die Gemeinde unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Kulturelle Angebote

Der Kulturbeirat „Alte Kirche“ veranstaltet Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen für Kinder in der Alten Kirche in Mochenwangen.

Die Musikvereine Wolpertswende und Mochenwangen spielen bei weltlichen und kirchlichen Anlässen in der Gemeinde und der Umgebung.

Ebenso ist der Fanfarenzug „Kakadu“ musikalisch und mit jährlichen Theateraufführungen aktiv.

Sehenswürdigkeiten in Wolpertswende

Sehenswürdigkeiten in Mochenwangen

Schutzgebiete

Sport

Der Sportverein SV Mochenwangen e. V. wurde 1920 gegründet. Von 1996 bis zum Abstieg im Jahr 2000 spielte die Fußballmannschaft des Vereins in der damals fünfthöchsten deutschen Spielklasse, der Verbandsliga Württemberg; derzeit (2013) spielt sie in der Bezirksliga Bodensee.

Der Tennisclub TC Mochenwangen e. V. hat rund 260 Mitglieder und betreibt eine Clubanlage in Mochenwangen.

Der Radfahrverein RV Concordia Mochenwangen feiert im Jahr 2014 sein 100-jähriges Bestehen. Er ist aktiv im Bereich Kunstradfahren und bietet zusätzlich eine Showgruppe und Radtreffs an.

Der Sportverein SV Wolpertswende 1956 bietet Turnen, Fußball und Volleyball. Die Fußballmannschaft spielt in der Kreisliga B (Stand: 2013).

Dazu kommt noch der Tischtennisverein Wolpertswende-Mochenwangen.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

In Mochenwangen ist die 1868 gegründete Papierfabrik Mochenwangen Papier ansässig. Ab 1996 war die Fabrik Teil des finnischen Konzerns Myllykoski Corporation, seit 2002 gehörte sie zur Golzern Holding GmbH[3], die sie wiederum im Herbst 2008 an das polnische Unternehmen Arctic Paper verkaufte.[4]

Die Fabrik hatte im Jahr 2015 etwa 190 Mitarbeiter und produziert 95.000 t Papier pro Jahr auf zwei Papiermaschinen. Sie lieferte das Papier für einige Bände der Buchreihe „Harry Potter“. Ende 2015 musste die Papierfabrik jedoch überraschend schließen, nachdem sich Arctic Paper nicht zu einem Verkauf an einen der zahlreichen Interessenten entschließen konnte[5]

Bildung

Die Gemeinde ist Träger der Eugen-Bolz-Schule in Mochenwangen, einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, mit Außenstelle in Wolpertswende. Die Schule hat etwa 200 Schüler (Stand: Schuljahr 2010/2011). Sie ist nach dem württembergischen Staatspräsidenten und Widerstandskämpfer Eugen Bolz benannt.

Verkehr

Mochenwangen ist mit einer Ausfahrt (Baindt/Mochenwangen) an einen vierspurigen Abschnitt der Bundesstraße 30 (FriedrichshafenUlm) angeschlossen. Die Landesstraße 284 führt von Mochenwangen durch den Mochenwanger Wald nach Aulendorf. Die Ortsteile sind untereinander und mit den Nachbargemeinden durch Kreisstraßen verbunden.

Mochenwangen liegt an der Südbahn UlmFriedrichshafenLindau. Der Streckenabschnitt von Ravensburg bis Biberach wurde bereits am 26. Mai 1849 eingeweiht. Der Bahnhof Mochenwangen wurde mit Ablauf des Sommerfahrplans zum 28. Mai 1989 geschlossen.

Mit der Erweiterung der Bodensee-Oberschwaben-Bahn/BOB (Friedrichshafen – Ravensburg) zum 1. Juni 1997 nach Aulendorf wurde ein neuer Haltepunkt nahe dem historischen Bahnhofsgebäude eröffnet.

Eine Buslinie, die zum Tarifgebiet des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds (bodo) gehört, verbindet die Gemeinde mit Ravensburg.

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Wolpertswende  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Anne-Christin Schöne: Ein letzter Garten. Der private Friedhof des Fabrikanten Richard Müller in Mochenwangen (Landkreis Ravensburg). In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 35. Jg. 2006, Heft 3, S. 142 f. ( PDF (Memento vom 23. September 2013 im Internet Archive))
  3. Über uns. Arctic Paper Mochenwangen, 25. März 2002, archiviert vom Original am 16. Juni 2002; abgerufen am 29. Juli 2015.
  4. Geschichte. Arctic Paper Mochenwangen, 2015, abgerufen am 29. Juli 2015.
  5. Über uns. Arctic Paper Mochenwangen, 2015, abgerufen am 29. Juli 2015.



Kategorien: Wolpertswende | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort im Landkreis Ravensburg | Ort in Oberschwaben | Ersterwähnung 934



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