Michael Schmidt (Fotograf) - de.LinkFang.org

Michael Schmidt (Fotograf)




Michael Schmidt (* 6. Oktober 1945 in Berlin;[1]24. Mai 2014 ebenda[2]) war ein deutscher Fotograf. Sein Werk ist in Sammlungen nationaler und internationaler Museen vertreten.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Michael Schmidt unterrichtete von 1969 bis 1976 an den Berliner Volkshochschulen Kreuzberg und Neukölln. 1976 gründete er die „Werkstatt für Photographie“ in der Volkshochschule Kreuzberg, die zehn Jahre existierte. Dort fanden Unterricht, Vorträge, Künstlergespräche, Workshops und Ausstellungen u. a. von Robert Adams, Diane Arbus, Lewis Baltz, Larry Clark, John Gossage, William Eggleston, Larry Fink, Frank Gohlke und Lisette Model statt. Von 1976 bis 1977 leitete Schmidt die Werkstatt. Dort gehörten zu seinen Schülern u. a. Ulrich Görlich, Wilmar Koenig, Thomas Leuner und Wolfgang Eilmes. 1979/1980 hatte Michael Schmidt einen Lehrauftrag an der Gesamthochschule Essen. Dort zählt Andreas Gursky zu seinen Schülern, der ihn seinen wichtigsten Lehrer nannte.[2] 1988 war Schmidt Gastprofessor an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg.

In seinem Werk setzte sich Michael Schmidt zuerst vor allem mit seiner direkten Umgebung, den Berliner Bezirken Wedding und Kreuzberg, auseinander. Mit Waffenruhe (1987), das ein Psychogramm der geteilten Stadt zum Ende des Kalten Krieges zeichnet, löste sich Schmidt von einer streng dokumentarischen Bildauffassung. Er formulierte auch in seinen folgenden Werkgruppen eine subjektiv begründete Vorstellung von Welt mit den Stilmitteln einer dokumentarischen Fotografie. 1988 zeigte das Museum of Modern Art in New York Waffenruhe (Ceasefire) in der Gruppenausstellung New Photography 4.[3]

Die eng verbundene Konzentration auf die Motivwelt seiner Geburtsstadt Berlin löste Michael Schmidt mit der Serie Ein-heit (1996) auf, in der er anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands die Bildsprachen verschiedener Gesellschaftsformen und politischer Systeme untersuchte. Er verwendete darin re-fotografierte bereits medial vermittelte Bilder, die er eigenen Motiven gleichwertig behandelte und mit ihnen zusammen in einem textlosen Künstlerbuch veröffentlichte. 1996 hatte diese Arbeit unter ihrem englischen Titel U-NI-TY im Museum of Modern Art in New York Premiere und war dort die erste Einzelausstellung eines deutschen Fotografen seit Jahrzehnten.

In Frauen (2000) zeigte Schmidt mit seinen Ansichten unbekleideter Frauen die oft nur im Detail ablesbaren gesellschaftlichen Normierungen einer jüngeren Generation. In Irgendwo untersuchte er die deutsche Provinz und beschrieb dabei „den Verlust von Zuhause als Ort der Identität“.[4]

1995 hatte Michael Schmidt mit „Fotografien seit 1965“ eine erste Übersichtsausstellung im Museum Folkwang, Essen. Die umfangreiche Übersichtsausstellung „Grau als Farbe. Fotografien bis 2009“ setzte er 2010 im Haus der Kunst in München um. 2006 und 2010 nahm er an der Berlin Biennale und 2013 an der 55. Venedig Biennale teil. Dort präsentierte er seine Werkgruppe Lebensmittel, worin er sich mit der zeitgenössischen Lebensmittelproduktion auseinandersetzt und dabei erstmals in seinem Werk auch Farbfotografie verwendete.

Michael Schmidt war seit 1999 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Unmittelbar vor seinem Ableben wurde ihm der „Prix Pictet“ für die Ausstellung Lebensmittel zuerkannt, die im Victoria and Albert Museum in London gezeigt wurde.[5]

Schmidt lebte in Berlin-Kreuzberg und in Schnackenburg an der Elbe, Niedersachsen. Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Seit 1999 existiert die „Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt“, die seit dem Tod des Künstlers sein Archiv betreibt und aufarbeitet. Die rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts war von Schmidt, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und der Norddeutschen Landesbank gegründet worden.

Ausstellungen (Auswahl)


Einzelausstellungen

Ausstellungsbeteiligungen

Publikationen


Einzelnachweise


  1. Akademie der Künste
  2. a b Berliner Fotograf: Michael Schmidt gestorben. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Monopol. 24. Mai 2014, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 20. März 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. (http://www.moma.org/calendar/exhibitions/1602?locale=en)
  4. Die Fotografie ist eine Bastardkunst – Ein Interview mit Michael Schmidt von Dietmar Elger. In: Michael Schmidt, Irgendwo. Snoeck Verlagsgesellschaft, Köln 2005, S. 122.
  5. Jedes Bild eine Erschütterung. In: Tagesspiegel vom 26. Mai 2014.
  6. Grau als Farbe , Ausstellung im Haus der Kunst München, 2010
  7. Lebensmittel , Ausstellung im Museum Morsbroich, 2012

Weblinks










Kategorien: Fotograf (20. Jahrhundert) | Fotograf (21. Jahrhundert) | Fotograf (Berlin) | Deutscher | Geboren 1945 | Gestorben 2014 | Mann








Stand der Informationen: 05.07.2020 05:34:32 CEST

Quelle: Wikipedia (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.

Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.