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Michael I. (Polen)




Michael Korybut Wiśniowiecki (polnisch Michał Korybut Wiśniowiecki, litauisch Mykolas Kaributas Višnioveckis; * 31. Mai 1640 in Biały Kamień[1], Polen-Litauen, heute Oblast Lwiw, Ukraine; † 10. November 1673 in Lemberg, Polen-Litauen, heute Oblast Lwiw, Ukraine) war ein polnisch-litauischer Aristokrat und ab 1669, als König von Polen und Großfürst von Litauen, der gewählte Herrscher des Staates Polen-Litauen. Sein Vater Jeremi Wiśniowiecki entstammte dem ruthenischen Magnatengeschlecht der Wiśniowieckis, seine Mutter Gryzelda Konstancja Zamoyska war die Tochter von Tomasz Zamoyski und Enkelin von Jan Zamoyski. Michael Korybut war auch Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.

Inhaltsverzeichnis

Königliche Titulatur


Titulatur auf Latein: „Michael I, Dei Gratia rex Poloniae, magnus dux Lithuaniae, Russiae, Prussiae, Masoviae, Samogitiae, Livoniae, Smolensciae, Kijoviae, Volhyniae, Podoliae, Podlachiae, Severiae, Czernichoviaeque, etc.

Deutsche Übersetzung: „Michael I, durch Gottes Gnaden König von Polen, Großfürst von Litauen, Rus, Preußen, Masowien, Samogitien, Livland, Smolensk, Kiew, Wolhynien, Podolien, Podlachien, Sewerien, Czernihów etc.

Leben


König Michael Wiśniowiecki war der Sohn von Jeremi Fürst Wiśniowiecki (ein entfernter Nachkomme des Rurik oder Gediminas) aus der Wappengemeinschaft Korybut und der Gryzelda Wiśniowiecka, geborene Zamoyska.

Nach seiner Wahl am 19. Juni 1669 wurde er zum König gekrönt. Vier andere Kandidaten, unter ihnen Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, wurden abgelehnt, da die Adligen Polen-Litauens nach schlechten Erfahrungen mit Ausländern (z. B. mit dem Haus Wasa) ihre Stimme einem „Piasten“, das heißt, einem einheimischen Kandidaten geben wollten und zwar im Gegensatz zu den Absichten der einflussreichen Magnaten, die den Hochadel stellten.

Während seiner Amtszeit erklärte das Osmanische Reich Polen 1672 den Krieg, was zum Ausbruch des Osmanisch-Polnischen Krieges 1672–1676 führte. Im Juni desselben Jahres belagerte eine 100.000 Mann große Invasionsstreitmacht unter dem Kommando von Großwesir Köprülü Fâzıl Ahmed unter Sultan Mehmed IV. die Festung Kamieniec Podolski, die am 26. August aufgegeben wurde. Da sich der Befehlshaber der Festungsanlage mit seiner Besatzung in die Luft sprengte, eroberten die Türken nur eine Ruine. Im Oktober wurde der Vertrag von Buczacz geschlossen, durch den die Osmanen Podolien mit der Hauptfeste Kamieniec Podolski erhielten, während die Kosaken des Hetman Doroschenko die „Rechtsufrige Ukraine“ als Vasallen der Hohen Pforte zuerkannt bekamen.

Am 10. November 1673 starb Michael Korybut Wiśniowiecki. Die sterblichen Überreste des Königs wurden in der Wawel-Kathedrale zu Krakau beigesetzt. Sein Nachfolger wurde der im Kampf gegen die Türken, Kosaken und Krimtataren militärisch erfolgreiche Großhetman der polnischen Krone Jan Sobieski.

Ehe und Nachkommen


König Michael war mit Eleonore von Österreich verheiratet, die Ehe blieb kinderlos.

Siehe auch


Commons: Michael Korybut Wisniowiecki  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Ilona Czamańska, Wiśniowieccy. Monografia rodu, Poznań 2007, S. 249.
VorgängerAmtNachfolger
Johann II./I. Kasimir WasaKönig von Polen
Großfürst von Litauen
1669–1673
Johann III./II. Sobieski








Kategorien: König (Polen) | Großfürst (Litauen) | Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (17. Jahrhundert) | Herrscher (17. Jahrhundert) | Pole | Geboren 1640 | Gestorben 1673 | Mann








Stand der Informationen: 23.11.2020 05:06:46 CET

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