Michael F. Feldkamp


Michael-Frank Feldkamp (* 23. April 1962 in Kiel) ist ein deutscher Historiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Feldkamp besuchte das Gymnasium Carolinum in Osnabrück. Nach dem Grundwehrdienst folgten ab 1983 Studien der Geschichte, katholischen Theologie, Pädagogik und Philosophie an der Universität Bonn,[1] unter anderem bei Hans Pohl, Klaus Hildebrand, Rudolf Schieffer, Gabriel Adriányi und Hubert Müller. Zudem studierte er 1985/86 Kirchengeschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana[1] mit den Schwerpunkten päpstliche Urkundenlehre und Historische Hilfswissenschaften bei Paulius Rabikauskas und Erwin Gatz. 1985 wurde er für seine Arbeit "Die Statuten der Jesuitenuniversität Osnabrück und ihrer Fakultäten 1632-1633" mit dem Carl-Sonnenschein-Preis des Kartellverbandes katholischer deutscher Studentenvereineausgezeichnet.[2]

Die Erste Staatsprüfung für das Lehramt legte Feldkamp 1990 am staatlichen Prüfungsamt in Köln (Außenstelle Bonn) ab.[1] 1986 und 1990 bis 1991 war er Stipendiat am Deutschen Historischen Institut Rom.[3] Nach einer Anschlussförderung seiner Forschungen zur Geschichte der Apostolischen Nuntiatur in Köln durch das Cusanuswerk wurde er 1992 in Bonn bei Raymund Kottje zum Dr. phil. promoviert.

1993 trat Feldkamp erstmals in die Verwaltung des Deutschen Bundestages ein.[1] Nebenbei war er 1995/1996 als Lehrbeauftragter am Seminar für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn tätig.[4] Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte 1996/97 war er beteiligt an der Edition der Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland im Auswärtigen Amt in Bonn, herausgegeben von Hans-Peter Schwarz.

Seit 2000 arbeitet Feldkamp in der Verwaltung des Bundestages. Er war Mitarbeiter bei den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages sowie Mitarbeiter des Parlamentsarchivs. Ferner war er vertretungsweise als Ghostwriter und Redenschreiber sowie 2012/13 beim Protokoll des Bundestages und 2017 als persönlicher Referent des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Johannes Singhammer tätig.

Feldkamp veröffentlichte mehr als 40 Bücher[5] sowie zahlreiche Fachbeiträge, Aufsätze, Zeitungs- und Lexikonartikel.[1] Seine Beiträge erschienen unter anderem in Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte, Archivum Historiae Pontificiae, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Lexikon der Deutschen Geschichte 1945–1990, Die Tagespost, Zeitschrift für Parlamentsfragen und Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken.

Feldkamp ist Herausgeber der von ihm 2016 gemeinsam mit dem Patrimonium-Verlag initiierten Schriftenreihe Propyläen des christlichen Abendlandes.

Forschungsthemen (Auswahl)


Feldkamp veröffentlichte seit 1982 zur Osnabrücker Bistumsgeschichte und Geschichte des Apostolischen Vikariats des Nordens vom späten Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Außerdem verfasste er zahlreiche Fachbeiträge über die Osnabrücker Landesgeschichte und die norddeutsche Kirchengeschichte.[1]

Zwischen 1993 und 2009 bearbeitete er fünf der insgesamt 14 Editionsbände Der Parlamentarische Rat 1948–1949. Akten und Protokolle, darunter jenen Band, der die Beziehungen des Parlamentarischen Rates zu den Militärgouverneuren der westalliierten Besatzungsmächte dokumentiert, sowie die Protokolle des Finanzausschusses und des Hauptausschusses und publizierte 1998 sein Buch Der Parlamentarische Rat. Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes.

Feldkamp veröffentlichte zu Themen wie der Kölner Nuntiatur und der Papstdiplomatie sowie Beiträge über das Verhältnis der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus.[1] Sein Werk Pius XII. und Deutschland aus dem Jahre 2000 verfolgte das Ziel, den komplexen Forschungsstand einem größeren Leserkreis nahezubringen und war zugleich gedacht als eine Antwort auf John Cornwells Buch Pius XII. – Der Papst, der geschwiegen hat.

2005 bestätigte Feldkamp in seiner Studie über den Beitritt des späteren Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger in die NSDAP jene in der Zeitschrift Hochland von Ernst-Wolfgang Böckenförde 1960/1961 veröffentlichte und kontrovers diskutierte These über die Anfälligkeit von Teilen der katholischen akademischen Jugend für nationalsozialistisches Gedankengut am Ende der Weimarer Republik.[1]

2016 erschien Feldkamps Studie mit dem Titel Vom Jerusalempilger zum Grabesritter. Hierin beschäftigte er sich – unter Fortführung der Forschungsergebnisse von Valmar Cramer (1952), Kaspar Elm (1964) und Mordechay Lewy (2004/14) – mit der Widerlegung der weitverbreiteten Legenden um die Entstehung des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und des so genannten Jerusalemkreuzes.

Mitgliedschaften (Auswahl)


Veröffentlichungen (Auswahl)


Literatur und Quellen


Weblinks


Commons: Michael F. Feldkamp  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b c d e f g h Gabriele Pollert: "Von Karl dem Großen bis Angela Merkel mache ich alles". Der Historiker Dr. Michael F. Feldkamp im Porträt, in: Unser Frohnau März 2015, Seite 22. Abgerufen am 22. August 2019.
  2. Akademische Monatsblätter, 97. Jg., Heft 7 (Juli 1985). Vgl. auch das Verzeichnis der Preisträger auf der Homepage des KV: http://www.kartellverband.de/index.php?id=800&L=0
  3. Landesarchiv Baden Württemberg - Vortrag: Vom Jerusalempilger zum Grabesritter (Dr. Michael F. Feldkamp). Abgerufen am 23. August 2019.
  4. Sebastian Prinz: Mit Energie und Herzblut. Für Dr. Michael F. Feldkamp ist die Katholische Kirche wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand und Heimat zugleich (= Gesichter und Geschichten, Band 3), herausgegeben von Markus Nowak im Auftrag des Erzbistums Berlin, Leipzig 2020, ISBN 978-3-7462-5794-5, S. 107.
  5. a b c Feldkamp, Michael F. In: Patrimonium Verlag. Archiviert vom Original am 24. August 2019; abgerufen am 26. März 2021.
  6. Getriebene der Anspruchshaltung ihrer Wähler. Bericht des Forums „Parlament und Regierung – Getriebene der Finanzmärkte?“(Volltext Online auf im Textarchiv des Bundestages, KW 47/2011, abgerufen am 20. August 2019).
  7. Bild von Michael F. Feldkamp mit Ordenszeichen (Halskreuz) (jpg); auf der Website academiasanctiambrosii.it, Mai 2015, abgerufen am 20. August 2019.
  8. Mitgliederverzeichnis des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Ausgabe 2020, S. 57
  9. Definition und Organisation – Königsteiner Kreis. In: Website des Königsteiner-Kreises. Abgerufen am 20. August 2019. Hierin: Königsteiner Kreis – Teilnehmer.
  10. Vgl. Mitgliederliste des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit , zuletzt abgerufen am 17. April 2021.









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Stand der Informationen: 09.06.2021 08:49:53 CEST

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