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Metapher


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Eine Metapher (altgriechisch μεταφορά metaphorá „Übertragung“) ist ein „(besonders als Stilmittel gebrauchter) sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort (eine Wortgruppe) aus seinem eigentlichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen wird, ohne dass ein direkter Vergleich die Beziehung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem verdeutlicht“.[1]

Deutsche Synonyme sind Bild oder auch Übertragung;[1] dementsprechend heißt ein gehäufter Einsatz Bild(er)sprache[2] und eine häufig verwendete adverbiale Bestimmung lautet „im übertragenen Sinn(e)“.

Inhaltsverzeichnis

Funktion


Der eigentliche Ausdruck wird durch etwas ersetzt, das deutlicher, anschaulicher oder sprachlich reicher sein soll, z. B. Baumkrone für ‚Spitze des Baumes‘ oder Wüstenschiff für ‚Kamel‘. Teilweise füllen Metaphern auch semantische Lücken, die nur durch aufwendigere Umschreibungen zu schließen wären (Flaschenhals).[3]

Die Metapher nutzt das Prinzip der Similarität und formuliert eine ausgewählte und damit konstruierte Relation zwischen ähnlichen, inhaltlich aber nicht benachbarten Phänomenen, wobei sie zwischen diesen eine Bedeutungsübertragung vornimmt.

Ebenso kann sie als verkürzter (bildhafter) Vergleich eingesetzt werden. – Beispiel:

Hier wird die Stärke des Raubtiers „Löwe“ auf den HerosHerkules“ übertragen.

Durch den syntaktischen Wegfall der Vergleichspartikel (im Beispiel das Wort wie) wird die metaphorische Formulierung prägnanter oder intensiver und spricht tendenziell stärker die Imagination an, während der Vergleich eher rational fassbar ist.[4]

Verwendet werden Metaphern sowohl in feststehenden, allgemein gebräuchlichen Bezeichnungen (z. B. Bergfuß für den unteren Teil eines Bergs), in Redensarten (z. B. aus allen Wolken fallen), als Adjektive (z. B. graue Theorie) und als Verben (z. B. die Bäume schlagen aus).[5]

Je nach Gebräuchlichkeit bzw. Habitualisierung lassen sich Metaphern unterscheiden in neuartige metaphorische Ausdrücke, die teilweise als kühn empfunden werden, klischeehafte Metaphern (z. B. das Feuer der Liebe), deren metaphorischer Status trotz der häufigen Verwendung noch spürbar ist, sowie verblasste Metaphern, deren metaphorischer Ursprung nicht mehr präsent ist (beispielsweise wird Leitfaden kaum noch mit Ariadne assoziiert).

Neben dem engeren Metaphernbegriff kennt die Literaturwissenschaft auch einen weiteren Begriff der Metapher, der auf bildliches Sprechen überhaupt abzielt, also auch Vergleich, Gleichnis, Parabel oder Allegorie im umfassenderen Sinne mit einschließt und quantitative Kriterien unberücksichtigt lässt.[6]

Hingegen beruht die Metonymie auf dem Prinzip der Kontiguität, sie setzt eine „reale“ Relation zwischen inhaltlich benachbarten Phänomenen in Sprache, zwischen denen man ebenfalls eine Bedeutungsübertragung vorgenommen hat. – Beispiel:

Einordnung


Die Metapher gehört zu den rhetorischen Stilmitteln, genauer zu den Tropen, den Arten uneigentlicher Bezeichnung.

Das Wort selbst entstammt dem altgriechischen μεταφορά, metaphorá, wörtlich „Übertragung“, von μετα-φορέω, meta-phoréō, „übertragen, übersetzen, transportieren“, bzw. von gleichbedeutendem μετα-φέρω, meta-phérō.

Hauptmerkmal der Metapher ist die Beziehung der Ähnlichkeit (Analogie) zwischen dem wörtlich Gesagten und dem übertragen Gemeinten, im Unterschied zu anderen Tropen, die zum Beispiel eine Beziehung der Nachbarschaft oder Kontiguität (Metonymie), zwischen Besonderem und Allgemeinen (Synekdoche) oder der Kontrarietät (Ironie) aufgreifen.

Metaphern werden vorwiegend aus den folgenden Gründen gebraucht:

Obwohl Metaphern dieser Art bereits in Umgangssprache und nicht-literarischer Sprache eine wichtige Rolle spielen, ist der Einsatz gesuchter, auffälliger, einprägsamer und manchmal auch absichtsvoll rätselhafter oder dunkler Metaphern ein besonderes Merkmal literarisch kunstvoller und poetischer Sprache, durch das diese sich vom normalen Sprachgebrauch abhebt (siehe auch Literarizität).

Metapher bei Aristoteles


Ansätze zu einer Theorie der Metapher finden sich zuerst bei Aristoteles, in dessen Poetik und Rhetorik. In der Poetik verwendet er den Ausdruck Metapher in der ursprünglichen, weiteren Bedeutung von „Übertragung“, die in der seither entwickelten rhetorischen Terminologie in etwa dem Bedeutungsspektrum von „Tropus“ entspricht:

Eine Metapher ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird), und zwar „entweder von der Gattung auf die Art, oder von der Art auf die Gattung, oder von einer Art auf eine andere oder nach den Regeln der Analogie.“ (Poetik 21, 1457b7 ff. Übersetzung von M. Fuhrmann[7])

Diese vier Hauptarten, von denen die ersten beiden auf einer Beziehung zwischen Besonderem und Allgemeinem beruhen und insofern auch als Unterarten der Synekdoche eingestuft werden können, werden von ihm noch näherhin durch Beispiele illustriert:

Auch in der Rhetorik geht Aristoteles von der weiteren Bedeutung des Terminus Metapher aus und spricht von ihren vier Hauptarten, unter denen er die Analogie als die wichtigste hervorhebt (III, x, 7, 1411a). Er betont ihre besondere Eignung, das Gesagte „vor Augen zu führen“ und durch Verwendung von Beseeltem für Unbeseeltes die Dinge in „Wirksamkeit“ (energeia) zu vergegenwärtigen (III, xi, 1411b f.). Der Metapher eignet ein Moment der Täuschung und der Überraschung, der Abweichung von der Erwartung, zugleich ist sie aber auch Mittel des Witzes, der Erkenntnis und des Lernens, vergleichbar der Philosophie, die ebenfalls das Ähnliche in weit auseinander liegenden Dingen erkennt (III, xi, 5ff., 1412a ff.). Aristoteles dehnt den Begriff der Metapher in der Rhetorik noch weiter aus, indem er auch den Vergleich darunter subsumiert (III, 4, 1406b f., Übersetzung von F. G. Sieveke[8]):

„Es ist aber auch das Gleichnis eine Metapher; denn der Unterschied zwischen beiden ist nur gering. Wenn man nämlich (hinsichtlich des Achilleus) sagt: ‚Wie ein Löwe stürzte er auf ihn‘, so ist es ein Gleichnis; sagt man aber: ‚Ein Löwe stürzte auf ihn‘, dann ist es eine Metapher, weil beide nämlich tapfer sind, nannte man Achilleus in übertragenem Sinne einen Löwen.“

Die Einstufung des Vergleichs als Metapher (im weiteren Sinn) wurde in moderner Zeit nicht fortgesetzt, aber es ist üblich geblieben, die Metapher zu beschreiben als einen impliziten Vergleich, ohne Vergleichsausdruck („wie“, „als“).

Linguistische Metapherntheorie


In der historischen Linguistik wird die Metapher als Bedeutungswandel, der auf Ähnlichkeit beruht, gesehen. – Beispiel:

In der kognitiven Linguistik gelten Metaphern als eine der wesentlichen Strukturierungen des Denkens.[9] Sie werden als „konzeptuelle Metaphern“ beschrieben, die einen Quellbereich mit einem Zielbereich verbinden, zum Beispiel „Das Leben“ (Zielbereich) „ist eine Reise“ (Quellbereich). Einem solchen Konzept lassen sich dann in der Regel bereits mehrere gängige metaphorische Ausdrücke zuordnen („Am Beginn des Lebens“, „Lebensweg“, „Stolpersteine“ etc.). Metaphorische Kreativität ist demnach vor allem innerhalb der bestehenden Konzepte möglich. Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt Harald Weinrich[10] in der Untersuchung von „Bildfeldern“, denen jeweils ein „Bildspenderbereich“ und ein „Bildempfängerbereich“ zugeordnet sind.

Die Interaktionstheorie (Black/Ivor Armstrong Richards), die als Vorläufer der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson gelten kann, sieht die Metapher als Zweiheit aus Tenor und Vehikel, wobei das Vehikel den Sinn des Tenors transportiert und so für den Rezipienten verstehbar macht.

Die pragmatisch orientierte Linguistik[11] untersucht die Metapher demgegenüber nicht in ihrer konzeptuellen Funktionsweise, sondern in ihrer Funktion innerhalb einer durch Sprecher, Äußerung und Empfänger bestimmten Kommunikationssituation und geht dabei von folgenden Annahmen aus:

  1. Die Metapher ist Teil einer Äußerung, untersucht wird ihre Stelle und Funktion im Kontext. Erkannt wird sie nicht aufgrund von Regeln, sondern kontextbezogen. Der kommunikative Sinn ergibt sich aus der Äußerungssituation.
  2. Die Metapher soll nicht auf ihr Wesen hin untersucht, sondern kann nur für den jeweils konkreten Zusammenhang erklärt werden. Über die Betrachtung des Metapherngebrauchs und deren Erklärung kommt man zur jeweiligen kontextbezogenen Bedeutung. Eine umfassende Beschreibung ist daher nicht möglich.
  3. Die Metapher lässt sich nicht durch einen eigentlichen Ausdruck ersetzen oder paraphrasieren.
  4. Die Verwendung der Metapher liegt in einem Spannungsfeld zwischen Kreativität und Regelgeleitetheit. Die Metaphernbildung greift auf konventionelle Verwendungsweisen zurück, die ursprüngliche Bedeutung bleibt im neuen Verwendungszusammenhang erhalten oder teilweise erhalten.
  5. Das metaphorische Sprechen wird als kommunikatives Verfahren bewusst angewendet und enthält eine bewusste Doppeldeutigkeit. Durch den Interpretationsprozess, der entsteht, weil Inkongruenz zwischen Metapher und Kontext herrscht, findet Interaktion zwischen den Sprechern statt. Der außergewöhnliche Wortgebrauch stellt so eine sinnvolle und aufschlussreiche Abweichung dar.

Einen anderen Ansatz verfolgt Coenen (1931–2016) mit seiner These (2002)[12] vom Analogieverhältnis der Metapher. Das Bilden von Metaphern wird bei ihm als motivierter Akt verstanden. Ein als Metapher verwendetes sprachliches Zeichen erscheint nicht in seiner Kernbedeutung (Denotation, von Coenen als „theoretischer Anwendungsbereich“ bezeichnet), sondern mittels ihm eigener Konnotation (dem sog. „metaphorischen theoretischen Anwendungsbereich“). Dabei kommt es zu einem für den Rezipienten meist überraschenden Wechsel des Bildfeldes des sprachlichen Zeichens. Ein Bildfeld besteht nach Coenen aus einem Bildfeldbereich und dazugehöriger Positionsmenge. Zwei oder mehr voneinander verschiedene Bildfelder können mittels einer gemeinsamen Strukturformel (Analogiewurzel) verbunden werden. Eine Analogiewurzel ist dabei die Menge aller Beschreibungen, die eine Analogie begründen. Mittels dieser Strukturformel ist es möglich, die Elemente der Positionsmengen der teilnehmenden Bildfelder paradigmatisch auszutauschen und zu einer neuen Metapher zusammenzusetzen.

Die Decodierung der Metapher erfolgt (sofern es sich nicht um eine „tote Metapher“ = lexikalisierte Metapher handelt) über die Konnotation ihrer sprachlichen Zeichen. Der Empfänger bedarf daher zur erfolgreichen Decodierung nicht nur des Wissens um die Kern-, sondern auch um die Randbedeutung eines sprachlichen Zeichens.

Metaphernarten (Auswahl)


Eine systematische Unterscheidung von Unterarten der Metapher gibt es nicht. Mit Attributen wie „dunkel“ oder „kühn“ werden jedoch Eigenschaften von Metaphern beschrieben, die nicht jeder Metapher in gleichem Maße eigen sind, und von denen mehrere Eigenschaften auch bei ein und derselben Metapher gegeben sein können:

In der Literaturwissenschaft zur Literatur der Moderne findet sich vielfach auch der Begriff der „absoluten Metapher“, worunter dann üblicherweise eine Metapher gemeint ist, die nicht nur – wie die „dunkle Metapher“ – dem Verständnis besondere Schwierigkeit entgegensetzt oder – wie jede Metapher – nicht ohne Bedeutungs- oder Wirkungsverlust in begriffliche Rede übertragen werden kann, sondern gerade um dieser Unübertragbarkeit willen gewählt wird. Das Vorliegen einer absoluten Metapher in diesem Sinn ist darum weniger an ihren Eigenschaften als an dem poetologischen Kontext ihres Auftretens bestimmbar.

In der „Metaphorologie“ von Hans Blumenberg gelten darüber hinaus auch etablierte Metaphern philosophischer oder wissenschaftlicher Diskurse als „absolute Metaphern“, sofern ihnen eine unmittelbar einleuchtende Bedeutung eigen ist, die sich anders als metaphorisch nicht oder noch nicht aussagen lässt.

Tiermetaphern

Eine Tiermetapher ist ein sprachlicher Ausdruck, mit dem ein tatsächlicher oder auf Stereotypen basierender Bedeutungszusammenhang aus dem Tierreich auf einen anderen, oft menschenbezogenen Bereich übertragen wird. Je nach Zeit, Gesellschaft und Kulturkreis werden die zugrundeliegenden Sinnzuschreibungen unterschiedlich ausgedeutet und verwendet. Tiermetaphern dienen meist der Abwertung durch Entmenschlichung – seltener auch der Aufwertung. Sie werden insbesondere zur Konstruktion und Festschreibung von Feindbildern genutzt, das heißt als Dysphemismus. In der hohen Wirksamkeit von Tiermetaphern wird die Macht sozialer Stereotype erkennbar und zugleich analysierbar.[13][14][15][16][17]

Beispiele abwertender, entmenschlichender Tiermetaphern für Menschen:

Sportmetaphern

Unter Sportmetaphern werden bildliche Ausdrucksweisen der Umgangs- und Fachsprachen verstanden, die ihren Ausgangspunkt im Sportbereich haben.[18] Die äußerst bildbetonte Sportsprache trägt mit ihrem reichhaltigen Arsenal an anschaulichen Redewendungen wesentlich zur Dynamisierung und Verjüngung der Sprachgebung bei und wirkt damit laut Siegbert Warwitz einem Austrocknen in abstrakter Begrifflichkeit entgegen.[19]

Beispiele redensartlicher Metaphern


Weitere Beispiele in Liste deutscher Redewendungen.

Metaphernanalyse


Mithilfe der Analyse von Metaphern können Habitus, implizites Wissen, soziale Repräsentationen und Diskurse offengelegt und verglichen werden.[20]

Sozialwissenschaften

In den Sozialwissenschaften ist die systematische Metaphernanalyse eine Methode der qualitativen Forschung. Sie kann auf unterschiedlichen Theorien basieren – beispielsweise in der Linguistik mithilfe der linguistischen Metapherntheorie[20] oder in der Kommunikationswissenschaft mithilfe der Framingtheorie.[21]

Ziel der sozialwissenschaftlichen und kommunikationstheoretischen Metaphernforschung ist die Untersuchung der Prägung von kollektiven Denk- und Deutungsmustern, Leitbildern, Ideologien, Sinngebungsprozessen und Handlungsorientierungen bzw. der Beeinflussung von Individuen durch solche Muster. Die Soziologie anerkennt dabei zunehmend die wirklichkeitskonstitutive Rolle von Metaphern.

Über die systematische Metaphernanalyse können verlässliche Verallgemeinerungen zu derartigen Sinnzusammenhängen gewonnen werden. Dabei werden viele einzelne, gleichsinnige Metaphern zu einem metaphorischen Konzept zusammengefasst und alle zusammen – also nicht nur auffällige Metaphern – untersucht. Durch die Untersuchung der Kontexte beleuchtet die Analyse das gesamte konzeptuelle System eines Sprechers, einer Gruppe oder eines Phänomens und berücksichtigt auch dessen kulturellen Kontext.[22]

In der frühen soziologischen Theoriebildung dominierten Metaphern des Organismus, heute sind es technische Metaphern und solche aus der Welt der Netzwerke und Systeme. Darin zeigen sich Parallelen zur psychologischen Forschung (siehe unten).

Psychologie und Psychotherapie

In der Psychologie werden Metaphern genutzt um neue Sachverhalte zu beschreiben oder andere Sachverhalte drastisch zu charakterisieren. Sie erleichtern es darüber hinaus Unbekanntes durch Bekanntes darzustellen. Sie helfen tabuisierte und anstößige Themen auf eine „verhüllende Weise“ anzusprechen.[23]

Metaphern werden in vielen psychotherapeutischen Therapierichtungen aktiv als gestalterisches Stilmittel eingesetzt.

In der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson werden Metaphern genutzt um hypnotische Trancezustände bei Klienten zu induzieren.[24] Hierdurch soll ihnen ein vor- und unterbewusster Zugang zur Bearbeitung ihrer Anliegen ermöglicht werden.

In der systemischen Therapie stellt die Verwendung von Metaphern eine zentrale Technik dar.[25][26] Oft wird die therapeutische Verwendung von Metaphern mit dem Erzählen (therapeutischer) Geschichten nahezu gleichgesetzt.[27][28] In einer umfassenderen Sichtweise der Verwendung von Metaphern in Therapie und Beratung[29] fallen hierunter auch das Aufgreifen von Redewendungen, Sprichwörtern und Zitaten, das Herstellen von Bildern, die Verwendung von Bildkarten und Symbolwürfeln, der Einsatz von Figurenaufstellungen sowie komplexe Methoden wie die Systemische Heldenreise.[30]

Dedre Gentner und Jonathan Grudin zeigten mittels einer Analyse von Ausgaben der Psychological Review seit 1894, dass sich der Gebrauch von Metaphern auch in der psychologischen Forschung stark verändert hat. Wurden anfangs vor allem räumliche Metaphern und solche aus dem Bereich der Lebewesen benutzt, stehen heute systemische, mathematische und physikalische Metaphern im Vordergrund. Während in der Mitte des Untersuchungszeitraums (1935–1955) der Metapherngebrauch abnahm, nahm er zuletzt wieder deutlich zu, was die konzeptionellen Veränderungen der Theorie des Bewusstseins in dieser Zeit anzeigt.[31]

Siehe auch


Literatur


Zur Erschließung der überaus umfangreichen Literatur sind besonders Pöschl 1964, Shibles 1971, van Noppen u. a. 1985/1990, die Arbeit von Rolf 2005 und der Sammelband von Haverkamp 1996 geeignet, siehe außerdem die Literaturhinweise zur Metaphorologie in der Philosophiebibliographie des Portals Philosophie.

Weblinks


Commons: Metaphors  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Metapher – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Metapher – Zitate

Einzelnachweise


  1. a b Duden | Metapher | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. In: duden.de. Abgerufen am 7. Dezember 2016.
  2. Duden | Bildsprache | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. In: duden.de. Abgerufen am 7. Dezember 2016.
  3. Dietmar Peil: Metapher. In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Grundbegriffe der Literaturtheorie. Metzler Verlag, Stuttgart/ Weimar 2004, ISBN 3-476-10347-1, S. 176.
  4. Metapher. In: Uwe Spörl: Basislexikon Literaturwissenschaft. Schöningh Verlag, Paderborn u. a. 2004, ISBN 3-506-99003-9, S. 97 f. und Katrin Kohl: Tropik. In: In Gerhard Lauer, Christine Ruhrberg (Hrsg.): Lexikon Literaturwissenschaft · Hundert Grundbegriffe. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-010810-9, S. 338. Siehe auch eingehend die Darstellung bei René Wellek, Austin Warren: Theorie der Literatur. Athenäum Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-8072-2005-4, S. 199 ff.
  5. Metapher. In: Heike Gfrereis (Hrsg.): Grundbegriffe der Literaturwissenschaft. Metzler Verlag, Stuttgart / Weimar 1999, ISBN 3-476-10320-X, S. 124 f.
  6. Dietmar Peil: Metapher. In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Grundbegriffe der Literaturtheorie. Metzler Verlag, Stuttgart / Weimar 2004, ISBN 3-476-10347-1, S. 176. In ähnlicher Weise wird der Begriff der Metapher in dem weiteren Sinne der Bildhaftigkeit auch bei René Wellek, Austin Warren: Theorie der Literatur. Athenäum Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-8072-2005-4, S. 199 ff., definiert.
  7. Manfred Fuhrmann: Aristoteles: Poetik. Griechisch / Deutsch. (= Universal-Bibliothek. 7828). 2. bibliogr. erg. Ausgabe. Reclam, Stuttgart 2001, ISBN 3-15-007828-8.
  8. Franz G. Sieveke: Aristoteles, Rhetorik. Fink, München 1980, ISBN 3-7705-0788-6, S. 176.
  9. George Lakoff, Mark Johnson: Metaphors We Live By. Chicago University Press, Amsterdam/ Philadelphia 1980, ISBN 0-226-46800-3.
  10. Harald Weinrich: Semantik der kühnen Metapher. In: DVjs. 37, 1963, S. 325–344.
  11. Werner Kügler: Zur Pragmatik der Metapher: Metaphernmodelle und historische Paradigmen. (= Europäische Hochschulschriften. Band 89, Reihe 13). Peter Lang, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-8204-8008-0.
  12. Hans Georg Coenen: Analogie und Metapher. Grundlegung einer Theorie der bildlichen Rede. de Gruyter, Berlin/ New York 2002, ISBN 3-11-017343-3.
  13. Robert Allen Palmatier: Speaking of Animals: A Dictionary of Animal Metaphors. Westport CT 1995.
  14. Bernhard Pörksen: Die Konstruktion von Feindbildern: Zum Sprachgebrauch in neonazistischen Medien. Wiesbaden 2005, S. 231ff.
  15. Gabriele Scheffler: Schimpfwörter im Themenvorrat einer Gesellschaft. Marburg 2000.
  16. Gerhard Strauss: Metaphern – Vorüberlegungen zu ihrer lexikographischen Darstellung. In: Gisela Harras, Ulrike Hass-Zumkehr, Gerhard Strauss (Hrsg.): Wortbedeutungen und ihre Darstellung im Wörterbuch. 1991, ISBN 3-11-012903-5, S. 125–211.
  17. Rudolf Schmitt: Metaphernanalyse und die Konstruktion von Geschlecht. In: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research. Band 10, Nr. 2, 2009, S. 15 f. (PDF )
  18. Walter Haubrich: Die Bildsprache des Sports im Deutsch der Gegenwart. Schorndorf 1965.
  19. Siegbert A. Warwitz: Sport im Spiegel der Sprache – eine Metaphernanalyse. Tübingen 1967.
  20. a b Rudolf Schmitt: Systematische Metaphernanalyse als Methode der qualitativen Sozialforschung. Wiesbaden 2017.
  21. G. Fairhurst, R. Sarr: The art of Framing. San Francisco 1996.
  22. Rudolf Schmitt: Systematische Metaphernanalyse als qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsmethode. Tagungsvortrag Future Research Avenues of Metaphor (Mülheim, 20.5.-21.5.2011). In: metaphorik.de, Abgerufen am 13. Januar 2017 (PDF; 226 kB).
  23. Rudolf Schmitt: Metaphernanalyse. In: Günter Mey, Katja Mruck (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Wiesbaden 2010, S. 676–691.
  24. M. H. Erickson, E. L. Rossi: Hypnotherapie: Aufbau – Beispiele – Forschungen. Pfeiffer, München 1999, ISBN 3-608-89672-4.
  25. A. von Schlippe, J. Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-40185-X.
  26. R. Schwing, A. Fryszer: Systemisches Handwerk. Werkzeug für die Praxis. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-45372-8.
  27. C. H. Langton, S. R. Langton: Geschichten mit Zauberkraft: Die Arbeit mit Metaphern in der Psychotherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-89673-2.
  28. S. Hammel: Handbuch des therapeutischen Erzählens: Geschichten und Metaphern in Psychotherapie, Kinder- und Familientherapie, Heilkunde, Coaching und Supervision. Klett-Cotta. Stuttgart 2009, ISBN 978-3-608-89081-5.
  29. Holger Lindemann: Die große Metaphern-Schatzkiste. Systemisch Arbeiten mit Sprachbildern. Band 1: Grundlagen und Methoden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-40275-7.
  30. Holger Lindemann: Die große Metaphern-Schatzkiste. Systemisch Arbeiten mit Sprachbildern. Band 2: Die Systemische Heldenreise. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-40264-1.
  31. Dedre Gentner, Jonathan Grudin: The evolution of mental metaphors in psychology: A 90-year retrospective. American Psychologist, Vol. 40, Nr. 2, S. 181–192.



Kategorien: Rhetorischer Begriff | Rhetorik



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