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Meißen




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 30,92 km2
Einwohner: 28.282 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 915 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01662
Vorwahl: 03521
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIE
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 140
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
01662 Meißen
Website: www.stadt-meissen.de
Oberbürgermeister: Olaf Raschke (parteilos)
Lage der Stadt Meißen im Landkreis Meißen

Meißen (obersorbisch Mišno, lateinisch Misnia, Misena) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen, hat mehr als 28.000 Einwohner und trägt den Status Große Kreisstadt.

International berühmt ist die Stadt Meißen für die Herstellung des Meißner Porzellans, das als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hergestellt wird. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Die Stadt Meißen – 25 km nordwestlich von Dresden, 75 km östlich von Leipzig und 30 km nördlich von Freiberg – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Südöstlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m ü. NN. Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nordwestlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Käbschütztal Diera-Zehren Niederau
Käbschütztal Weinböhla
Klipphausen Klipphausen Coswig

Stadtgliederung

Geschichte


Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I., dem Burgenbauer, gegründeten Burg Misnia entwickelte sich Meißen aus dem slawischen Dorf Meisa am gleichnamigen Bach[2] zur Marktsiedlung und schließlich Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt, deren Stadtrechte für das Jahr 1332 urkundlich bezeugt sind. Wegen der hier residierenden Bischöfe (Bistum Meißen, gegründet 968) war die Stadt für die kulturelle Entwicklung Sachsens von herausragender Bedeutung.

In Meißen bestand seit 1205 das Augustiner-Chorherrenstift St. Afra, ein Benediktinerinnenkloster, das Kloster Heilig Kreuz, bestand wahrscheinlich schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts. Ein Konvent des 1210 gegründeten Franziskanerordens ist in der Stadt ab 1263 belegt; ab 1274 war das Kloster Meißen das Hauptkloster der Kustodie Meißen in der Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia), und es erhielt um 1450 die zweite Kirche.[3]

Im Zuge der erst 1539 in Meißen eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, die durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, die neue Impulse setzte.

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, die beiden markanten Domtürme wurden erst 1909 fertiggestellt, nachdem die Westfront mit ihren beiden ab 1315 gebauten Türmen bereits 1547 durch Blitzschlag zerstört worden war. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg als erstes deutsches Schloss errichtet. Zunächst als Residenz der beiden regierenden Fürsten vorgesehen, kam es jedoch nie zu einer solchen Nutzung, sondern sie stand leer. Von 1710 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Albrechtsburg als Sitz der Meißner Porzellanmanufaktur.

In Meißen kam es in den Jahren 1540 bis 1696 zu Hexenverfolgungen: Elf Personen gerieten in Hexenprozesse, 1620 wurde eine Frau verbrannt.[4]

Die Stadt Meißen gehörte der 1874 eingerichteten Amtshauptmannschaft Meißen an, war von 1915 bis 1946 bezirksfrei und kam dann zum Landkreis Meißen.

In den Jahren 1905–1906 gab es unter Meißener Kindern eine Zitterepidemie, eine Art Massenhysterie, von der bis zu 237 Kinder in 21 Schulklassen befallen waren. Der Meißener Lehrer Kurt Walter Dix berichtete 1906 darüber in einem Kongress für Kinderforschung.[5]

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Meißen politische Gegner des NS-Regimes verfolgt. So wurde der sozialdemokratische Arbeiter Max Dietel als Widerstandskämpfer 1943 in Görden ermordet. Die in der Stadt lebenden jüdischen Familien wurden aus dem Land vertrieben oder in Vernichtungslager deportiert. Zu ihnen gehörte das Ehepaar Alex und Else Loewenthal, die in der Elbstraße 8 ein Kaufhaus betrieben hatten und 1942 ermordet wurden. Ihre überlebenden Kinder ließen 1968 eine Gedenktafel für die Eltern anbringen.[6] Der damalige Superintendent von Meißen Herbert Böhme wollte verhindern, dass Meißen in den letzten Kriegstagen zur Festung erklärt und mit allen Mitteln verteidigt wird. Er wurde für seine mutigen Einsprüche bei Gauleiter Mutschmann und dem damaligen Bürgermeister zum Tode verurteilt. Die Rote Armee verhinderte mit ihrem Einmarsch in Dresden am 7. Mai 1945 die Vollstreckung des Todesurteils. Der Gefängnistrakt im damaligen Landgericht ist als Gedenkstätte Münchner Platz zugänglich.[7][8]

Das in der Elbstraße 19 befindliche Kaufhaus der Schocken-Kette wurde 1938 arisiert; das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Insgesamt erlitt die Stadt jedoch nur geringe kriegsbedingte Verluste ihrer historischen Bausubstanz. Die Elbbrücke (Altstadtbrücke) sowie die Eisenbahnbrücke wurden allerdings beide am 26. April 1945 durch eine Teilsprengung der Wehrmacht unbrauchbar. Einige Häuser in der angrenzenden Elbstraße wurden dabei stark beschädigt.

Die DDR legte angesichts der stetig steigenden Bevölkerungszahl den Schwerpunkt der Bautätigkeit auf die Schaffung von Wohnraum vor allem in den Außenbezirken. Die historische Innenstadt verfiel zunehmend.

Am 3. Oktober 1990 wurde der Freistaat Sachsen in der Albrechtsburg neu gegründet. Nach der Wiedervereinigung wurde besonders das Stadtzentrum umfassend saniert.

Im August 2002 beschädigte die Triebisch Teile der historischen Innenstadt durch Hochwasser schwer. In der Nacht zum 13. August überflutete sie ihr Tal und die Altstadt. Vier Tage später erreichte der Pegel des Elbhochwassers seinen höchsten Stand, sodass Altstadt und weitere Stadtteile teilweise bis zu drei Meter überflutet waren. In Dresden lag der Pegel mit 9,40 Meter fast 8 Meter über dem Normalpegel dieser Jahreszeit. Kino, Theater, der Heinrichsbrunnen und weitere Sehenswürdigkeiten Meißens standen zeitweilig unter Wasser. Der erhöht liegende Marktplatz mit der Frauenkirche und dem Rathaus blieb hingegen verschont.

Im Juni 2013 traf ein weiteres Hochwasser die Stadt Meißen. Am 6. Juni zeigte der Pegel in Dresden einen Wert von 8,76 m, 64 cm unter dem Niveau von 2002. Teile der Meißner Altstadt wurden wieder überflutet, darunter das Theater, das Kino, der Heinrichsplatz, die Neugasse, die Gerbergasse, der Neumarkt und das Buschbad, da das Hochwasser die neu erbaute Flutmauer am Elbufer überstieg.

In der Nacht zum 29. Juni 2015 kam es zu einem Brandanschlag auf eine geplante, noch unbewohnte Asylbewerberunterkunft. Nach der Tat erhielt der Besitzer der Immobilie Morddrohungen. Die Täter sind laut Polizei in der rechtsextremen Szene zu vermuten.[9][10]

Eingemeindungen

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1834:

1834 bis 1960
  • 1834: 07.738
  • 1875: 13.002
  • 1880: 14.166
  • 1885: 15.474
  • 1933: 46.992
  • 1939: 48.342
  • 1946: 48.348 1)
  • 1950: 49.455 2)
  • 1960: 48.289
1970 bis 2001
  • 1970: 45.175
  • 1981: 39.276
  • 1984: 38.214
  • 1995: 32.200
  • 1997: 30.486
  • 1998: 30.038
  • 1999: 29.604
  • 2000: 29.398
  • 2001: 28.982
2002 bis 2010
  • 2002: 28.780
  • 2003: 28.640
  • 2004: 28.543
  • 2005: 28.435
  • 2006: 28.081 3)
  • 2007: 27.856
  • 2008: 27.736
  • 2009: 27.693
  • 2010: 27.545
ab 2011
  • 2011: 27.112
  • 2012: 27.098
  • 2013: 27.135
  • 2014: 27.273
  • 2015: 27.936
  • 2016: 27.984
  • 2017: 28.061
  • 2018: 28.044
  • 2019: 28.282

Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens
1) 29. Oktober
2) 31. August
3) 30. November

Dialekt und Sprachgebrauch

In Meißen wird eine spezielle Form der thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe gesprochen: das Südostmeißnische, einer der fünf meißnischen Dialekte.

Freiwillige Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen wurde im Juli 1841 nach einer entsprechenden Anwerbung von Personal durch den Stadtrat Meißens gegründet. Die erste Mannschaft war 132 Mann stark.[12] Zuvor bestand in Meißen seit dem Mittelalter ein organisiertes Löschwesen. Die Stadt stattete die Männer mit einfachen Feuerlöschgeräten aus und verpflichtete die Löschtrupps zur Hilfeleistung bei Bränden. Obwohl per Gesetz jeder Bürger zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet war, wurde ab 1475 das Mitwirken bei der Brandbekämpfung mit finanziellen Anreizen verbunden. Ein Widersetzen führte zu Haftstrafen oder dem Stadtbann. Im Jahr 1570 erließ die Stadtverwaltung die erste offizielle Feuerordnung.

1794 wurde in Anbetracht der beginnenden Industrialisierung die Löschordnung Meißens überarbeitet, sodass sie sich nun auch mit Fragen des Brandschutzes, zusätzlich zu den Rechten und Pflichten der Bürger bei und nach einem Brand beschäftigte.

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen zählt 46 ehrenamtlich aktive Mitglieder (Stand 2020). Die Fahrzeuge sind auf die zwei Standorte Wache Rote Schule in der Altstadt und Wache Teichmühle in Meißen-Cölln verteilt.

Politik


Oberbürgermeister

Stadtrat

Gewinne und Verluste
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,0 Prozent (vorherige Wahl: 42,7) zu folgendem Ergebnis:[15]

Partei / Liste 2019 2014
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
AfD 18,9 % 5
Bürger für Meißen – Meißen kann mehr e.V. 16,8 % 5
CDU 15,7 % 4 24,1 % 7
U.L.M1 13,1 % 4 22,2 % 6
Linke 10,2 % 3 19,0 % 5
FDP 9,6 % 2 6,0 % 1
FBBM2 8,4 % 2 10,5 % 3
SPD 4,0 % 1 6,7 % 2
Die PARTEI 2,4 % 0
Aufbruch deutscher Patrioten 1,1 % 0
Grüne 4,3 % 1
pro Deutschland 4,6 % 1
Piraten 2,7 % 0

1 Unabhängige Liste Meißen         2 Freie Bürger-Bewegung Meißen

Unter dem Vorsitz der FDP wurde eine große Fraktion (GroFra) aus den weiteren beteiligten CDU, U.L.M. (eine frühe Abspaltung aus der CDU) und den Freien Bürgern (FBBM) gebildet. Nur die Linke und die AfD haben sich keiner Fraktion angeschlossen. Die BfM bilden mit der SPD eine gemeinsame Fraktion.

Wappen

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Meißen zeigt im Wappenschild in Gold links einen über Eck stehenden gezinnten, vierfenstrigen und mit Tor versehenen roten Turm mit Spitzdach und Knauf, rechts einen nach links hingewendeten rotbewehrten schwarzen Löwen mit rotausschlagender Zunge, welcher den Turm mit seinen Vorderpranken berührt. Im Oberwappen einen Stechhelm mit silber-roter Helmdecke und den Rumpf eines bärtigen Mannes mit spitziger, pfauenfedernbesteckter Mütze.

Die Verwaltung der Stadt Meißen verwendet für ihre Zwecke ein vereinfachtes Wappen, das nur den Wappenschild enthält (siehe Wappen in der Infobox).

Der sogenannte Meißner Löwe ist der Löwe der einstigen Markgrafen von Meißen, welche die Stadt seit vielen Jahrhunderten regierten und ihn ab dem im 12. Jahrhundert verliehenen Stadtrecht verwendeten. Der rote Turm symbolisiert vermutlich die durch Mauer und Türme verteidigungsfähige Stadt. Das älteste Siegel der Stadt zeigt einen wehrfähigen, Schwert tragenden Bürger, der die Wappen der Mark- und Burggrafen von Meißen trägt. Er steht vor einer symbolisierten Kathedralfassade. So sind die drei Grundherrschaften der Stadt, zu denen auch der Bischof von Meißen zählt, vergegenwärtigt. Das obige kleine Wappen erscheint zunächst in Siegeln des frühen 16. Jahrhunderts und hat sich seither kaum verändert.

Städtepartnerschaft

Meißen ist mit insgesamt sieben Städten weltweit verbunden. Diese sind

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Profanbauten

Sakralbauten

Weitere Sehenswürdigkeiten

Museen und Ausstellungen

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Frühjahr gibt es das Kunstfest Meißen Cölln (rechtselbisch), einen Töpfer- und Grafikermarkt sowie das Literaturfest. Vor Beginn der Sommerferien laden die Kultureinrichtungen zur Langen Nacht.

Zwischen 2009 und 2012 fand jährlich im August der Meißner City Downhill statt, bei dem auch eine Anzahl überregionaler Radsportler teilnahm.

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest Meißen statt, das einem Stadtfest gleicht und seinen Höhepunkt im Umzug am Sonntag findet.

Mit Beginn der Adventszeit öffnet die Meißner Weihnacht ihre Tore und lädt bis zum 24. Dezember mit einem breiten Kulturangebot und einem Weihnachtsmarkt Groß und Klein ein. Gleichzeitig verwandeln sich die 24 Fenster des Meißner Rathauses in Adventskalendertürchen. Verbunden damit ist eine Tombola für gemeinnützige Zwecke.

Für Motorsport-Freunde gibt es jährlich Motorrad-Speedwayrennen um den Pokal „Silberner Stahlschuh“ im Speedway-Stadion des MC Meissen.

Tierpark

Am Fuß von Schloss Siebeneichen befindet sich der privat betriebene Heimattierpark Siebeneichen.[18] Dieser Tierpark beherbergt über 400 Tiere in 85 verschiedenen Arten. Gehalten werden viele Haus- und Heimtierarten, aber auch ungewöhnlichere Tiere wie Polarfüchse und verschiedene Streifenhörnchen.

Kulinarische Spezialitäten

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und dünnwandiges, sehr bruchempfindliches Hohlgebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: Dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen im trunkenen Zustand schwer möglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich einige ältere Apfelsorten wie der Borsdorfer Apfel finden.

Der Meißner Baumkuchen in mehreren Sorten und Pfefferkuchen aus Lagerteig werden seit 1867 von einer Familien-Konditorei angeboten.

Wirtschaft


Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, die handgefertigtes und kostbares Meißner Porzellan herstellt. Es erzielt traditionell hohe Marktpreise. Folgende Unternehmen sind u. a. in Meißen ansässig:

ferner die Medien

Gesundheitswesen


Die Geschichte des Elblandklinikums Meißen geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In Meißen wurde bereits 1863 ein „Arbeits- und Versorgehaus“ erbaut. Aus der dort befindlichen Krankenstube für akut erkrankte Insassen entstand das Krankenhaus in der Hospitalstraße mit angeschlossener Poliklinik. Dazu gehörte auch das Stadtkrankenhaus an der Zscheilaer Straße, die Frauenklinik am Ratsweinberg und die Außenstelle Domprobstberg. 1998 wurden diese Standorte vom Krankenhausneubau am Nassauweg in Meißen-Bohnitzsch abgelöst. Seit 1992 gehört zum Meißner Krankenhaus eine Medizinische Berufsfachschule. Im Jahr 2002 schloss sich Meißen mit dem Kreiskrankenhaus Radebeul zu den Elblandkliniken Meißen-Radebeul zusammen.[19] Beide Häuser sind seit 2008 Teil der kommunalen Klinikengruppe Elblandkliniken.[20]

Das Elblandklinikum Meißen verfügt über 350 vollstationäre Betten.[21]

Infrastruktur


Verkehr

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen, Meißen Altstadt und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdner S-Bahn-Linie S1, welche im Halbstundentakt die Relation Meißen-Triebischtal–DresdenSchöna bedient. In der Gegenrichtung bestand eine Direktverbindung nach Leipzig über Döbeln. Am 12. Dezember 2015 endete der fahrplanmäßige Nahverkehr auf dem Abschnitt Meißen Triebischtal–Döbeln. Bis 1966 fuhren Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschiffahrt unter anderem mit Dresden verbunden. Die B 6 und B 101 führen durch Meißen.

Im Jahr 1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 2. März 1936 Personen und bis 2. Januar 1968 Güter beförderte. Der regionale Busverkehr wird durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, die ein Teil des Verkehrsverbundes Oberelbe ist.

Durch die Stadt verläuft an beiden Elbufern der Elberadweg.

Brücken und Tunnel

In Meißen gibt es drei Elbquerungen: Eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, erbaut 1866, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101). Am 31. Dezember 1885 „Schlag 10 Uhr“ entfiel in Meißen wie im gesamten Königreich Sachsen der bis dahin obligatorische Brückenzoll. Ein armer Mann mit Schiebebock und Besen musste das letzte Brückengeld mit 3 Pfennigen entrichten schrieb das Meissner Tageblatt am 1. Januar 1886.[22] Die Altstadtbrücke hatte bis 1866 hölzerne Bögen. Im Juni desselben Jahres wurde sie wegen des Einmarschs der Preußen von der sächsischen Armee gesprengt. Bei der Wiederherstellung kamen eiserne Joche zur Anwendung.

Die Triebisch kann auf der linkselbischen Seite auf zahlreichen Brücken gequert werden. Einige von ihnen sind dabei nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt. Weiterhin gibt es Brücken und Stege, welche über den größtenteils stillgelegten und verfüllten Mühlgraben führen.

Seit 2007 führt die bereits erwähnte B 101 nach Nossen durch den 720 Meter langen Schottenbergtunnel, der sich direkt an die Elbtalbrücke anschließt.

Bildung


Persönlichkeiten


Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt Meißen gehört Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Als Musikgruppe wurde die Stern-Combo Meißen bekannt.

Literatur


Weblinks


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Einzelnachweise


  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach Gemeinden am 31. Dezember 2019  (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band II, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 25.
  3. Dieter Berg (Hrsg.): Spuren franziskanischer Geschichte. Chronologischer Abriß der Geschichte der Sächsischen Franziskanerprovinzen von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Werl 1999, S. 61.67.169.
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln/ Weimar/ Wien 2003, S. 546–549f.
  5. Elisabeth von Stechow: Erziehung zur Normalität. Eine Geschichte der Ordnung und Normalisierung der Kindheit VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004, ISBN 978-3531142241, S. 170. [1]
  6. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Gedenkstätten für die Opfer des NS II. Bonn, S. 711 ff.
  7. Annette Dubbers: Die Südvorstadt. Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils.Michel Sandstein Verlag, Dresden 2004, ISBN 3-937199-32-2, S. 49.
  8. Alfred Harendt: Zum Tode verurteilt. In: Die Stunde Null. Berlin 1966, S. 67.
  9. Frankfurter Allgemeine – Wieder Brandanschlag auf unbewohntes Asylbewerberheim
  10. Morddrohungen gegen Besitzer von Flüchtlingsunterkunft
  11. Datenbank Zensus 2011, Meißen, Stadt, Alter + Geschlecht
  12. Matthias Blazek: Unter dem Hakenkreuz. Die deutschen Feuerwehren 1933–1945. ibidem, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6, S. 9 f.
  13. Oberbürgermeister Olaf Raschke
  14. Ergebnisse der Stadtratswahl 2019
  15. Wahl: Meißener Stadtrat 2019. Abgerufen am 16. Juni 2019.
  16. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, Beucha 2009, Seite 156, ISBN 978-3-86729-013-5.
  17. Informationen auf krematorium-meissen.de , eingesehen am 30. Oktober 2008.
  18. Homepage
  19. Geschichte der Elblandkliniken . Abgerufen am 10. August 2016.
  20. Internetauftritt der Elblandkliniken . Abgerufen am 10. August 2016.
  21. Vorstellung des Elblandklinikums Meißen . Abgerufen am 10. August 2016.
  22. Meissner Tageblatt vom 1. Januar 1886








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Stand der Informationen: 22.11.2020 09:18:44 CET

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