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McKinsey & Company


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McKinsey ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter McKinsey (Begriffsklärung) aufgeführt.
McKinsey & Company

Rechtsform Corporation
Gründung 1926
Sitz New York City, New York Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Kevin Sneader[1]
(Global Managing Partner)
Mitarbeiterzahl ca. 30.000 (2019)[2]
Umsatz 10,0 Mrd. US-Dollar (2017)[3]
Branche Unternehmensberatung
Website mckinsey.com

McKinsey & Company ist eine in 65 Ländern vertretene Unternehmens- und Strategieberatung, die im Jahr 2018 weltweit rund 28.000 Angestellte beschäftigte.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

Konzernprofil


In Deutschland ist der Hauptsitz von McKinsey in Düsseldorf, darüber hinaus existieren Büros in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, München und Münster. In Österreich gibt es Zweigstellen in Wien und Kitzbühel (Alpine University), in der Schweiz in Zürich und Genf.[4] Zudem war früher das Büro in Zagreb ebenfalls dem deutschsprachigen Büro zugeordnet.

Der weltweite Umsatz betrug 2015 rund 8,4 Mrd. USD.[5] Der Umsatz der Büros in Deutschland lag im Jahr 2014 bei rund 860 Mio. USD. 2015 generierte McKinsey in Deutschland den größten Umsatz mit Auftraggebern aus der Fertigungsindustrie (rund 31 % Umsatzanteil), gefolgt von der Chemie- und Energiebranche (rund 19 % Umsatzanteil) und Banken und Versicherungen (rund 17 % Umsatzanteil). Die Umsatzrendite der deutschen McKinsey-Büros lag bei geschätzt rund 30 % und damit deutlich unter jener der nordamerikanischen Büros (rund 44 % Umsatzrendite geschätzt).[5]

Leiter des deutschen Büros ist Cornelius Baur. Sein Vorgänger war bis Ende 2013 Frank Mattern.[6]

Seit dem 1. Juli 2018 leitet Kevin Sneader als Global Managing Partner die Firma und löst damit Dominic Barton nach 9 Jahren ab.[7]

Das Unternehmen gibt seit 1964 auch eine eigene englischsprachige Fachzeitschrift für Unternehmensführung heraus, das McKinsey Quarterly.

Das Unternehmen


Geschichte

Die Beratungsgesellschaft wurde von James Oscar McKinsey 1926 in Chicago gegründet.

Anders als beim damals dominierenden Taylorismus konzentrierte sich McKinsey bei der Beratung nicht auf die Optimierung von Arbeitsabläufen in der industriellen Produktion, wie sie das Scientific Management vorsieht, sondern auf die mittlere und höhere Führungsebene der zu dieser Zeit an Umfang gewinnenden Bürokratie. Dabei verankerte er laut Rakesh Khurana mit ingenieurwissenschaftlich geprägter Rhetorik managerhafte Autorität im Bereich der „neutralen Experten“, womit er zugleich in den gewalttätigen Arbeitskämpfen dieser Zeit die Dominanz des Managements stärkte.[8]

Das deutsche Büro wurde 1964 in Düsseldorf gegründet. Anfangs leitete es der Amerikaner John G. McDonald. Mit Herbert Henzler in der Rolle des „Office Managers“ wuchs McKinsey in Deutschland ab 1985 stark.

Struktur

Marvin Bower etablierte das Unternehmen nach James McKinseys Tod in seiner heutigen Form und in seinen Kernprinzipien. Das Unternehmen ist vollständig im Besitz der mehr als 1.100 aktiven „Partner“ (Stand: August 2007). Die Senior Partner wählen alle drei Jahre aus ihrer Mitte einen Managing Director (MD), der die Firma international vertritt. Es sind maximal drei Amtsperioden für einen MD möglich. Von Juli 2009 bis 2018 hatte diese Funktion der Kanadier Dominic Barton inne.

McKinsey gliedert sich global (wie viele Beratungsunternehmen) in verschiedene Industrieabteilungen, funktionale Abteilungen sowie spezielle Initiativen, wie etwa einem „virtuellen Kompetenzzentrum“ zur Informationstechnologie (genannt „Business Technology Office“, BTO). Die Welt-Zentrale von McKinsey befindet sich in New York, wobei die lokalen/nationalen Büros gleichberechtigte Partner sind und von einem Direktor geleitet werden. Zusammen mit den anderen Partnern in seinem Büro legt er die allgemeine Strategie und Schwerpunkte in seiner Region fest. McKinsey ist registriert als eine Gesellschaft des US-amerikanischen Rechts.

Klienten

McKinsey berät nach eigenen Angaben über zwei Drittel der 1.000 größten amerikanischen und die Mehrzahl der im DAX vertretenen deutschen Unternehmen. Zu den Klienten gehören aber auch private und öffentliche Institutionen sowie Regierungsstellen.

Im Bereich der Politikberatung ist McKinsey auch mehr oder weniger direkt tätig, so z. B. in der von der CDU im Jahr 2003 einberufenen Herzog-Kommission zur Ausarbeitung des künftigen Sozialkonzeptes der Partei.

Mitarbeiter

Die Berater von McKinsey rekrutieren sich aus Hochschulabgängern aller Fächer, insbesondere der Wirtschafts-, Ingenieurs- und Naturwissenschaften.

McKinsey weist eine jährliche Mitarbeiter-Fluktuation von 10 bis 20 Prozent auf, im Durchschnitt bleibt ein Mitarbeiter drei bis vier Jahre, da McKinsey Up or out anwendet, nach dem ein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen muss, wenn er nicht in festgelegten Zeiträumen die jeweils nächste Hierarchiestufe erreicht.

Rund 5 Prozent ihrer Arbeitszeit können McKinsey-Berater Pro-Bono-Aktivitäten widmen. Beispiele hierfür sind die Online-Umfrage Perspektive Deutschland, eine Start-up-Initiative und der Businessplanwettbewerb für soziale Initiativen startsocial.

Alumni-Netzwerk

Laut Manager Magazin unterhält McKinsey ein weltweites Netzwerk von ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens, das 2012 von dem in Boston lebenden „Global Director of Alumni-Relations“ Sean Brown verantwortet wird. Teil des Alumni-Netzwerks seien auch zahlreiche Minister und Konzernchefs:[9]

Initiativen (Deutsches Büro)

McKinsey Capability Center


Das McKinsey Capability Center ist eine Einrichtung, in der Arbeitnehmer Verbesserungen in Unternehmensprozessen erlernen sollen. Die Schulungen werden bspw. in einer nachgestellten Bankfiliale oder einem Callcenter abgehalten.

Es wurde 2011 von McKinsey & Company eröffnet und wird von Claus Benkert geleitet. Inzwischen wurden weitere Dependancen eröffnet.[11]

Die Einrichtung befindet sich in Hallbergmoos, Landkreis Freising bei München (Koordinaten ) und ist Preisträger der Standortinitiave Deutschland – Land der Ideen.[12]

Kritik


McKinsey wird oft als Prototyp der am Shareholder Value orientierten Unternehmensberatungen gesehen. Um den Marktwert eines Unternehmens zu erhöhen, würden oft umfangreiche Umstrukturierungen durchgeführt, wobei Entlassungen die Regel seien. Dieser Kritikpunkt fußt vor allem auf der Anwendung des Konzepts der Gemeinkostenwertanalyse in den 1990er Jahren.[13]

Ein weiterer Kritikpunkt ist, die Unternehmensberatung würde sich nicht in die Situation der zu beratenden Institution hineindenken, sondern ihre stereotypen Beratungsmuster anwenden. Beispielsweise warf der Betriebsrat der Berliner Klinikgesellschaft Vivantes McKinsey 2006 vor, abstruse Vorschläge gemacht zu haben. So seien die Abschaffung des Pförtners, die Ausdünnung der Rettungsstelle und die Reduzierung der Reinigung vorgeschlagen worden.[14]

In einer drastischen Form kritisierte der Dramatiker Rolf Hochhuth 2004 McKinsey. Er schrieb das Theaterstück „McKinsey kommt“, in dem er der Wirtschaft den Spiegel vorzuhalten versucht und ihr unmenschlichen Umgang mit den Arbeitnehmern vorwirft. Eine Figur des Stücks etwa spielt mit dem Gedanken, einen Konzernchef nach dem Vorbild von Wilhelm Tell, aber auch der RAF, zu töten.

Während der Affäre um den Tod von Jamal Khashoggi fand im Oktober 2018 ein Bericht der New York Times international Beachtung, laut dem McKinsey & Company mit sozialer Netzwerkanalyse das Regime in Saudi-Arabien bei der Identifikation und Verfolgung von Oppositionellen unterstützt hatte. Diese Form der Unternehmensberatung habe unter anderem zur Verhaftung des Schriftstellers und Journalisten Khaled al-Alkami geführt.[15]

Im Hinblick auf die Opioid-Epidemie in den Vereinigten Staaten von Amerika wird McKinsey vorgeworfen, dem Pharmaunternehmen Purdue Pharma dabei geholfen zu haben, Ärzte zu mehr Verschreibungen des Medikaments Oxycontin zu bringen. Oxycontin ist ein Analgetikum auf Basis des Opioids Oxycodon und wird unter anderem mit dem starken Anstieg von Drogentoten in den Vereinigten Staaten ab den 2000er Jahren in Verbindung gebracht. Die Beratungsleistungen von McKinsey sollen sich auch darauf bezogen haben, Wege zur Kommunikationführung mit den Angehörigen von Drogentoten zu finden.[16] Im Jahr 2019 beendete McKinsey nach eigenen Angaben die offizielle Zusammenarbeit mit Purdue.[17]

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Kevin Sneader , Company Website, abgerufen am 11. Dezember 2018
  2. a b [1], Company Website, abgerufen am 9. Oktober 2019
  3. a b McKinsey & Company. In: forbes.com. Abgerufen am 11. Dezember 2018.
  4. McKinsey - Our People. McKinsey + Company, abgerufen am 29. April 2020.
  5. a b McKinsey in Zahlen: Geschäftszahlen der Managementberatung im Überblick. In: consultingmarket.de. Abgerufen am 15. Juni 2017.
  6. Cornelius Baur wird Deutschlandchef von McKinsey. In: manager-magazin.de, 14. November 2013
  7. Meet our next global managing partner: Kevin Sneader. In: mckinsey.com. Abgerufen am 4. Juli 2018.
  8. Duff McDonald: The Firm: The Story of McKinsey and Its Secret Influence on American Business. S. 27.
  9. Michael Freitag/Dietmar Student: Schwarmintelligenz. In: Manager Magazin, Ausg. 4/2012, S. 28 ff.
  10. Online-Stipendium und Karriere-Netzwerk e-fellows.net. Abgerufen am 27. August 2016.
  11. McKinsey Capability Center eröffnet. In: presseportal.de. 3. Juni 2011, abgerufen am 7. Juli 2014.
  12. Unter realen Arbeitsbedingungen Joberfahrungen sammeln. (Nicht mehr online verfügbar.) In: land-der-ideen.de. Archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 7. Juli 2014.
  13. Guido Walter: Unternehmensberatung. McKinsey: Zwischen Mythos und Legende. In: karriere.de, abgerufen am 15. Juli 2014
  14. Traumjob Berater – Schein und Alltag einer Erfolgsbranche. Monitor, 7. November 2006, archiviert vom Original am 14. Oktober 2008; abgerufen am 27. April 2016.
  15. Katie Benner, Mark Mazzetti, Ben Hubbard, Mike Isaac: Saudis’ Image Makers: A Troll Army and a Twitter Insider. New York Times, 20. Oktober 2018.
    McKinsey soll Königshaus beim Kampf gegen Kritiker geholfen haben. Spiegel Online, 21. Oktober 2018.
  16. McKinsey macht Rolle rückwärts. FAZ, 3. Juni 2019, abgerufen am 3. Juni 2019.
  17. McKinsey berät Purdue nicht länger. FAZ, 24. Mai 2019, abgerufen am 3. Juni 2019.



Kategorien: Beratungsunternehmen (Vereinigte Staaten) | Strategieberatungsunternehmen | Unternehmen (New York City) | Gegründet 1926



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/McKinsey & Company (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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