McDonnell F-4 - de.LinkFang.org

McDonnell F-4




McDonnell F-4 Phantom II

Zwei F-4S Phantom II der US Naval Reserve
Typ:
Entwurfsland:

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller:

McDonnell Aircraft Corporation

Erstflug:

27. Mai 1958

Indienststellung:

30. Dezember 1960

Produktionszeit:

1958 bis 1981

Stückzahl:

5195 (davon 127 von Mitsubishi gebaut)[1]

Die McDonnell F-4 Phantom II (später als McDonnell Douglas F-4 Phantom II bezeichnet, wobei die II oft weggelassen wird) ist ein zweisitziges allwetterfähiges zweistrahliges überschallfähiges Kampfflugzeug, ursprünglich von der McDonnell Aircraft Corporation entworfen. Die F-4 wurde zuerst von der US Navy (USN) 1960 in Dienst gestellt, später aber auch von der Air Force (USAF) und den US Marines (USMC) geflogen, bei denen sie sich in den 1960er-Jahren als vorherrschendes Flugzeugmuster etablierte.

Ursprünglich als reiner Luftüberlegenheitsjäger geplant, wurde sie im Laufe ihrer Dienstzeit auch für andere Rollen adaptiert, so als Jagdbomber oder Aufklärungsflugzeug. Auch die SEAD-Aufgaben (Wild Weasel) wurden von F-4 geflogen. Die Einführung des Flugzeuges in den Luftwaffen von insgesamt elf anderen Staaten, unter anderem Deutschland, führten zu einer Vielzahl unterschiedlicher Varianten und Aufrüstungen für verschiedene Rollen. Die F-4 kam in vielen Konflikten zum Einsatz, beispielsweise auf US-amerikanischer Seite im Vietnamkrieg und dem Zweiten Golfkrieg oder auf israelischer Seite im Nahostkonflikt. Obwohl das Flugzeug seit mehr als 50 Jahren im Dienst ist und von den größten Nutzerstaaten (wie der USAF und der RAF, Bundeswehr) 2013 außer Dienst gestellt wurde, verbleibt sie in einigen Staaten immer noch im aktiven Dienst.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Entwicklung

Im Jahr 1953 begann die McDonnell Aircraft Corporation, ihren F3H-Demon-Jäger zu überarbeiten. Der US Navy schlug sie eine Super Demon in drei Versionen vor: F3H-E mit einem Wright-J67-Triebwerk, F3H-G mit zwei Wright-J65-Triebwerken und eine F3H-H mit zwei General -Electric-J79-Triebwerken. Das Flugzeug wurde in Versionen mit einem oder zwei Besatzungsmitgliedern und verschiedenen Bewaffnungen angeboten. Die US Navy zeigte Interesse an der F3H-G/H und bestellte ein Demonstrationsmodell für ein Angriffsflugzeug, da die Grumman F9F Panther und die Chance-Vought F8U Crusader schon als Jagdflugzeuge vorgesehen waren.

Am 18. Oktober 1954 schloss die US Navy mit der McDonnell Aircraft Corporation einen Vertrag über die Entwicklung eines zweisitzigen Angriffsflugzeugs unter der Bezeichnung AH-1. 1955 wurden die Spezifikationen geändert, so dass nun ein Langstrecken-Abfangjäger für die Flottenverteidigung entwickelt werden sollte. Bezeichnet wurde dieser nun als F4H-1, da die Rolle des Angriffsflugzeugs durch die Douglas A4D Skyhawk und die des Jagdflugzeugs durch die F8U ausgefüllt werden sollten. Mit der Vereinheitlichung des Bezeichnungssystems für Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte im Jahr 1962 änderte sich die Bezeichnung des Flugzeugs von F4H in F-4.

Die zweisitzige F4H-1 sollte von zwei General-Electric-J79-Triebwerken angetrieben werden und mit einem APQ-72-Radar ausgerüstet werden. Als Bewaffnung waren sechs AIM-7-Sparrow-Lenkflugkörper vorgesehen.

Am 3. Juli 1959 feierte McDonnell sein 20-jähriges Unternehmensjubiläum, und die neue F4H-1 erhielt formell die Bezeichnung Phantom II, in Anlehnung an die frühere McDonnell FH-1 Phantom (zuerst als FD-1 bezeichnet, siehe auch Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der US Navy von 1922 bis 1962). Allerdings wurde die FH-1 nur in sehr geringen Stückzahlen gebaut und war nur kurze Zeit im Einsatz, so dass sie weitgehend in Vergessenheit geraten war – daher wurde die Phantom II bald im Sprachgebrauch ebenfalls zur „Phantom“. Unter dieser Bezeichnung wurde sie schließlich weltbekannt.

Die F4H-1 hatte mit Testpilot Robert Little am 27. Mai 1958 von St. Louis, Missouri aus ihren Erstflug. Die Testflüge zeigten eine Reihe von notwendigen Verbesserungen auf, etwa die später charakteristische Stellung der Flügelenden und des Heckleitwerks oder die Anhebung des hinteren Cockpits. Am 21. Oktober 1959 stürzte die Erstflugsmaschine ab. 1960 wurden die Tests zur Feststellung der Tauglichkeit für den Einsatz auf Flugzeugträgern durchgeführt und Ende des Jahres erhielt als erste Einheit die Umschulungs-Staffel VF-121 die ersten Vorserienmaschinen.

Am 28. August 1961 stellte eine von Lt. Hunt Hardisty geflogene Phantom mit 1452,777 km/h in der „Operation Sageburner“ einen neuen bodennahen Geschwindigkeitsrekord über die klassische 3-km-Distanz auf. Am 22. November 1961 stellte eine von Lt. Col. Bob Robinson vom US Marine Corps geflogene Phantom mit 2585,425 km/h in der „Operation Skyburner“ einen neuen absoluten Geschwindigkeitsrekord über die damals neue 16,25-km-Distanz in 12.000 m Höhe auf. Daraufhin galt die Maschine als ein „Triumph über die Aerodynamik“ und wurde schlagartig weltweit bekannt, was ihrer Karriere bei den US-amerikanischen sowie befreundeten Luftstreitkräften zugutekam. Im Jahr 1962 stellte der spätere Astronaut John Young mit der Phantom zwei Steigflugweltrekorde auf, die erst über zehn Jahre später durch die Je-266 gebrochen wurden.

Einführung

Die Serienproduktion der Phantom II begann 1961 mit der F-4B (Erstflug am 25. März 1961) für die US Navy und das US Marine Corps. Als erste Staffeln rüsteten die Jagdstaffeln VF-74 und VF-114 auf die Phantom II um.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Robert McNamara arbeitete während seiner Amtszeit einige Programme aus, um Kosten im Verteidigungshaushalt zu senken. Dazu gehörte auch die Beschaffung einheitlicher Flugzeugmuster. So sollten die US-amerikanische Luftwaffe und die Marine unter anderem die F-4, die Vought A-7 und die General Dynamics F-111 (ursprünglich TFX) gemeinsam bestellen. Die United States Air Force testete die F4H-1 als F-110A Spectre für die Bereiche Luftnahunterstützung, Abriegelung aus der Luft und „Kampf gegen das gegnerische Luftkriegspotential“, und bestellte 1962 eine USAF-Version. Die als F-4C bezeichnete Phantom II der Air Force absolvierte ihren Erstflug am 27. Mai 1963 (Erstflug des RF-4C Aufklärers folgte am 8. August 1963), die Produktion begann im November 1963.

Die Produktion der Phantom II endete 1981, nachdem 5.195 Stück gebaut worden waren, 5.057 von McDonnell Douglas und 138 in Japan von Mitsubishi. Davon wurden 2.874 an die USAF geliefert, 1.264 an die Marine und das Marine Corps und der Rest an befreundete Staaten.

Vietnamkrieg

Ab 1965 nahmen Phantom II aller sie nutzenden, US-amerikanischen Teilstreitkräfte am Vietnamkrieg teil. Frühe Versionen (F-4A bis F-4D) hatten keine Bordkanone; zur Zeit des Entwurfs der F-4 war man davon ausgegangen, dass künftige Luftkämpfe auf große Entfernung mit Raketen ausgetragen würden und eine Bordkanone daher überflüssig sei. Über Vietnam zwangen die geltenden Rules of Engagement (kein Abschuss ohne vorherige Identifizierung als Feind mit dem bloßen Auge) die Phantom-Piloten in ebendiesen ungeliebten Nahkampf – zusammen mit der Unzuverlässigkeit der damals verwendeten Luft-Luft-Raketen AIM-7 Sparrow und AIM-9 Sidewinder führte dieser Mangel häufig zu prekären Situationen im Luftkampf, als sich nordvietnamesische Flugzeuge zwar im Visier der F-4-Piloten befanden, aber wegen zu geringer Entfernung und/oder fehlerhafter Raketen kein Abschuss erzielt werden konnte. Zwar wurde durch die Montage eines am mittleren Rumpfpylon befestigten Kanonenpods SUU-16/A kurzfristig eine Übergangslösung gefunden, endgültige Besserung brachte jedoch erst die mit einer integrierten M61 Vulcan-Kanone (GAU-4/A) ausgerüstete F-4E. In Vietnam verlor die USAF 445 F-4 und 83 RF-4C. 33 wurden von MiGs abgeschossen, 30 durch Flugabwehrraketen und 307 durch Flugabwehrgeschütze. 63 gingen bei Unfällen verloren und neun wurden auf dem Boden zerstört. Die Phantom-Besatzungen der USAF meldeten, 107 MiGs abgeschossen zu haben.

Die US Navy verlor im Gefecht 71 Phantom-Maschinen. Fünf wurden durch MiGs abgeschossen, 13 durch Flugabwehrraketen, der Rest durch Flak. Zusätzlich gingen 54 Flugzeuge bei Unfällen verloren. Selbst zeigten sich die USN-F-4 für 40 Abschüsse von nordvietnamesischen Maschinen verantwortlich. Das US Marine Corps, das fast ausschließlich mit Bodenangriffsmissionen beauftragt war, konnte im ganzen Krieg nur einen Luftsieg mit der Phantom erzielen; dagegen gingen 79 Maschinen verloren, davon vier bei Unfällen. Insgesamt gingen also während des Krieges in Vietnam 761 F-4 Phantom aller Versionen und Teilstreitkräfte verloren.[2] Insbesondere das Verhältnis der reinen Luft-Luft-Abschüsse der Jagdpiloten von USAF und US Navy (38 Verluste gegen 147,5 Abschüsse) wurde trotz der ablesbaren Überlegenheit der Phantom als unbefriedigend gewertet. Zum einen lag diese Abschussquote deutlich unter denen vorangegangener Kriege der USA, zum anderen kostete eine F-4 das Vielfache einer MiG-17 oder MiG-21. Dies führte zur Etablierung nahkampforientierter Pilotentrainingsprogramme zuerst bei der US Navy („Top Gun“) und später bei der USAF („Red Flag“), nachdem Navy-Piloten bereits im laufenden Konflikt deutliche Verbesserungen vorweisen konnten.

Jom-Kippur-Krieg

Am 6. Oktober 1973, dem jüdischen Versöhnungsfest / Feiertag Jom Kippur, eröffneten Syrien und Ägypten mit einem Überraschungsangriff einen neuen Krieg (4. Israelisch-arabischer Krieg, Oktoberkrieg). Die israelische Luftwaffe mit ihren Mirage- und Phantom-Kampfflugzeugen wurde von den Ägyptern erfolgreich mit den mobilen Flugabwehrraketensystemen S-75, 2K12 Kub und S-200 bekämpft, die bis zum fünften Kriegstag rund 85 Abschüsse (darunter 50 Phantoms) verzeichneten. Gleichwohl gelang den Israelis an beiden Fronten eine Gegenoffensive; der Krieg endete noch im Oktober.

Versionen


F-4A

F-4B

F-4C

F-4D

F-4E

F-4F

F-4G

Ab 1976 wurden 116 F-4E der Produktionsblocks 42 bis 45 als F-4G „Wild Weasel V“ zur Lokalisierung und Bekämpfung von Flugabwehr-Raketenstellungen modernisiert. Statt der Bordkanone unter dem Radom besitzt sie ein AN/APR-38-Radar und kann AGM-45-Shrike-, AGM-78-Standard ARM- und AGM-88-HARM-Anti-Radar-Lenkwaffen einsetzen. Im April 1996 wurden die letzten acht F-4G bei der 561st TFS, Nellis AFB (Nevada), außer Dienst gestellt.

F-4J

F-4K

1961 entschied sich Großbritannien für die Entwicklung der Hawker Siddeley P.1154 sowohl für die Royal Navy als auch die Royal Air Force. 1965 wurde das Programm zugunsten einer britischen F-4 gestrichen. Für die Royal Navy sollte die Phantom FG.1 (F-4K) entwickelt werden, für die Royal Air Force die Phantom FGR.2 (F-4M). Als Basis diente die F-4J, wesentlicher Unterschied war der Ersatz des J79- durch das Rolls-Royce-Spey-Triebwerk. Aufgrund des größeren Durchmessers musste deshalb der Rumpf vergrößert werden. Insgesamt hatte das Spey-Triebwerk zwar höhere Leistungen, das J79 war aber vor allem in größeren Höhen überlegen. Die F-4K hatte zudem ein Bugfahrwerk, das sich weiter ausfahren ließ. So konnten die Phantom von dem kleineren Träger der Royal Navy, HMS Ark Royal, aus operieren. Geflogen wurde die F-4K von der No. 892 Squadron und der Trainingseinheit No. 767 Squadron. Allerdings erhielt die Royal Navy durch die Verringerung der Trägerflotte nur 29 F-4K, die anderen gingen 1969 direkt an die No. 43 Squadron der RAF in RAF Leuchars in Schottland. Nach der Außerdienststellung der HMS Ark Royal übernahm 1974 die No. 111 Squadron der RAF, ebenfalls in Leuchars, die Phantom FG.1 der Royal Navy und flog sie bis 1990. Insgesamt wurden 52 Flugzeuge ausgeliefert.

F-4M

Die Phantom FGR.2 (F-4M) entsprach bis auf das Bugfahrwerk im Wesentlichen der F-4K. Als Radar wurde das AN/AWG-12 eingebaut. Im Gegensatz zur F-4K konnten den F-4M auch mit SUU-16/A- oder SUU-23/AAb-Unterrumpfgeschützbehältern ausgerüstet werden. 1975 rüstete die RAF ihre Phantoms mit dem Marconi-ARI.18228-Radarwarner und der British Aerospace Skyflash-Luft-Luft-Lenkwaffe anstatt der AIM-7 Sparrow aus. Eingesetzt wurde die Phantom zwischen 1969 und 1992 von den Staffeln No. 6, 23, 29, 41, 54, 56 und 111 des RAF Strike Command und von den Staffeln No. 2, 14, 17, 19, 31 und 92 der RAF Germany sowie der No. 1435 „Flight“ auf den Falkland-Inseln. Ausgeliefert wurden 118 Flugzeuge.

F-4N

Die F-4N war eine kampfwertgesteigerte F-4B, die erstmals am 4. Juni 1970 flog. Um 1970 musste die Lebensdauer der F-4B verlängert werden. Dafür wurden 228 Maschinen im Rahmen des Projekts Bee Line strukturell verstärkt und komplett neu verkabelt. Wie bei der F-4J wurden an den Klappen Maßnahmen zur Senkung der Landegeschwindigkeit durchgeführt. Ferner erhielten die Maschinen Sanders AN/ALQ-126 oder -126B ECM. Dadurch entstanden die für die F-4N charakteristischen langen ECM-Ausbuchtungen auf den Lufteinläufen. Die Helme der Piloten erhielten VTAS (Visual Target Acquisition System) und SEAM (Sidewinder Expanded Acquisition Mode). Ebenfalls wurde ein neuer Computer APX-76 oder APX-80 IFF und ein AN/ASW-25-Datenlink eingebaut. Obwohl die J79-GE-8-Triebwerke der F-4B erhalten blieben, wurden Maßnahmen zur geringeren Rauchentwicklung der Triebwerke ergriffen.

F-4S

Analog zur F-4N wurde eine kampfwertgesteigerte F-4J entwickelt, die am 22. Juli 1977 Erstflug hatte. 248 F-4J erhielten rauchfreie J79-10B-Triebwerke, AN/AWG-10B-Radar, AN/ARC-159-UHF-Funkgeräte, TACAN ARN-118 (nicht alle) und ein ECM ALQ-126 oder 126A.

Dadurch entstanden ähnliche ECM-Antennen wie bei der F-4N, die allerdings kürzer waren. Ferner wurde die Struktur verstärkt, die Flugzeuge wurden neu verkabelt und die Hydraulik erneuert. Alle Flugzeuge erhielten ferner die von der F-4E/F bekannten Vorflügel zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit (die ersten 43 Flugzeuge wurden ohne ausgerüstet, aber später nachgerüstet).

RF-4B/C/E

Die RF-Version ist eine Aufklärungsmaschine (R = reconnaissance Aufklärung/Erkundung) mit optischem Aufklärungsgerät. Im Gegensatz zu den F-Varianten hatte die Aufklärerversion keine Unterrumpfstationen für die AIM-7-Sparrow-Rakete. Die typische Nase der M61-Vulcan-Bordkanone (ab der Version E) entfiel, um Platz für die optischen Aufklärungsmittel bereitzustellen. Die Bugnase ist um einiges länger und besitzt rechts und links sowie an der Unterseite trapezförmige Fenster.

Die Bundeswehr setzte die Phantom RF-4E bei den Aufklärungsgeschwadern 51 „I“ und 52 ein. Nach der Einführung der Tornado ECR/Recce wurden die letzten RF-4E Mitte der 1990er-Jahre an Griechenland und die Türkei verkauft, wo die letzten Exemplare erst 2017 außer Dienst gestellt wurden[5].

QF-4

Die QF-4 waren Drohnen für Zielübungen. Eine Vielzahl F-4, vor allem F-4B (44), F-4N (mindestens 90) und F-4E wurden hierfür umgerüstet. Das Programm lief 2016 aus[6].

Produktion


Abnahme der F-4 durch die USAF bis 1978:[7]

Version 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 SUMME
F-4B 2 27                               29
F-4C   15 246 273 49                         583
F-4D       1 286 486 20                     793
F-4D Iran               16                   16
F-4E           36 256 204 138 47 23 36 1 34 37     812
F-4E Australia                       1           1
F-4E Germany                               10   10
F-4E Greece                         36   2     38
F-4E Iran                   32   36 37 36 10 26   177
F-4E Israel                 30 14 36 18 24   82     204
F-4E Korea                 18             16 3 37
F-4E Turkey                         12 28     32 72
F-4F Germany                       24 72 55 24     175
RF-4C   2 25 85 132 95 43 63 36   12 12           505
RF-4E Germany                 8 80               88
RF-4E Israel                   6           6   12
RF-4E Turkey                                 4 4
RF-4E Iran                             12     12
SUMME 2 44 271 359 467 617 319 283 230 179 71 127 182 153 167 58 39 3.568

Produktion der F-4 für die US Navy und das US Marine Corps:[8]

Version 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 SUMME
F-4A 3 7 21 16                     47
F-4B       79 139 88 95 115 104           620
F-4J                 20 169 193 61 45 34 522
RF-4B             1 13 22       10   46
SUMME 3 7 21 95 139 88 96 128 146 169 193 61 45 34 1.235

Produktion der F-4 für Großbritannien[9]

Version Anzahl
F-4K 52
F-4M 118
SUMME 170

Die Flugzeuge für Großbritannien wurden zwischen 1968 und 1970 an die RN bzw. die RAF geliefert[10]

Bekanntheit


Die F-4 war eines der am weitesten verbreiteten Kampfflugzeuge, was ihren hohen Bekanntheitsgrad erklärt. Von Bodenpersonal und Piloten immer wieder scherzhaft „Rhino“, „Double Ugly“ (das nach unten geneigte Höhenleitwerk und die nach oben geneigten Tragflächenenden trafen zu Beginn der F-4-Ära ästhetisch nicht den Zeitgeist), „Eisenschwein“, „Ölofen“, „Luftverteidigungsdiesel“ oder „Luftwaffendiesel“ (für die schwarzen, verräterischen Rauchfahnen der beiden Triebwerke) genannt, erfreut sie sich immer noch immenser Beliebtheit bei diesem Personenkreis als einer der – trotz seines hohen Dienstalters – sichersten Militärjets bislang (weniger als 1,3 Zwischenfälle pro 10.000 Flugstunden).

Die anscheinend nicht immer ideale Aerodynamik der F-4 sorgt manchmal auch für Spott, etwa in Form der „Fliegender Ziegelstein“-Witze („Amerikas Beweis an die Welt, dass auch ein Ziegelstein fliegen kann, wenn nur die Triebwerke stark genug sind!“). Die seinerzeit großen Leistungsreserven der Triebwerke sorgten jedoch, gepaart mit der Wandlungsfähigkeit, für eine lange Lebens- und Einsatzdauer. Im Englischen gibt es auch Wortspiele mit dem PH der Phantom, etwa Phabulous Phantom Phixers für die Werkstattmannschaft.

Technische Daten


Kenngröße Daten der F-4B Daten der F-4E
Typ Abfangjäger Mehrzweckjäger und Jagdbomber
Länge 17,76 m 19,20 m
Flügelspannweite 11,71 m 11,71 m
Tragflügelfläche 49,24 m² 49,24 m²
Flügelstreckung 2,81 2,81
Tragflächenbelastung k. A.
  • minimal (Leergewicht): 279 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 382 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 569 kg/m²
Höhe 4,97 m 5,02 m
Leergewicht ca. 12.700 kg 13.757 kg
Normales Startgewicht k. A. 18.825 kg
Maximales Startgewicht: 26.308 kg 28.030 kg
Treibstoffkapazität k. A.
  • intern: 7.549 l
  • extern: 12.627 l
Höchstgeschwindigkeit Mach 2,27 bzw. 2.414 km/h (auf optimaler Flughöhe)
  • Mach 2,25 bzw. 2.390 km/h (auf optimaler Flughöhe)
  • 1.464 km/h (auf Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit k. A. 940 km/h (auf optimaler Flughöhe)
Dienstgipfelhöhe 18.182 m 19.685 m
Steigrate k. A. 210 m/s
Einsatzradius k. A. 680 km
Überführungsreichweite 2.560 km 2.817 km
Startrollstrecke ca. 1.500 m 1.370 m
Landerollstrecke ca. 900 m 1.120 m
Landegeschwindigkeit 215 km/h 270 km/h
Maximale Waffenlast 6.219 kg 8.480 kg
Triebwerke zwei Strahltriebwerke General Electric J79-GE-15 zwei Strahltriebwerke General Electric J79-GE-17
Schub
  • mit Nachbrenner: 2 × 75,71 kN
  • ohne Nachbrenner: k. A.
  • mit Nachbrenner: 2 × 79,65 kN
  • ohne Nachbrenner: 2 × 51,80 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis
  • maximal (Leergewicht): 1,22
  • nominal (normales Startgewicht): k. A.
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,57
  • maximal (Leergewicht): 1,18
  • nominal (normales Startgewicht): 0,86
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,58

Bewaffnung


Festinstallierte Bordkanone
Kampfmittel bis zu 8.480 kg an 9 Außenlaststationen
Luft-Luft-Lenkflugkörper
Luft-Boden-Lenkflugkörper
Ungelenkte Raketen an bis zu drei BRU-42 TER (Triple Ejection Rack)
Gelenkte Bomben
Ungelenkte Bomben an bis zu fünf BRU-41 MER (Multiple Ejection Rack) oder BRU-42 TER (Triple Ejection Rack)
Zusatzbehälter

Wartung


Beispiel für die durchschnittlichen Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen einer 35 Jahre alten F-4F Phantom der Luftwaffe mit durchschnittlich 6.500 Flugstunden:

Im Schnitt verbringt eine Maschine damit etwa 100 Monate (ca. 8 Jahre) in 35 Jahren in der Instandhaltung.

Nutzung außerhalb der USA


In Deutschland wurden zwischen 1973 und 1975 insgesamt 175 F-4F beschafft und seitdem mehrfach modernisiert. Die F-4F Phantom II fand bis zum 12. Juni 2008 unter anderem beim Jagdgeschwader 74 in Neuburg/Donau Verwendung. Die letzten Flugzeuge wurden am 29. Juni 2013 bei einem „Phantom Pharewell“ genannten Event beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ auf dem Fliegerhorst Wittmundhafen verabschiedet und einen Tag später offiziell außer Dienst gestellt.[11] Folgemodell der Phantom ist das Mehrzweckkampfflugzeug Eurofighter.

Neben den direkt gelieferten F-4 erhielten viele Staaten auch gebrauchte F-4. Folgende Lieferungen neuer und gebrauchter „Phantoms“ sind bekannt:

Auch in Israel wurde die F-4E ab 1970 schnell zum Hauptstandbein der israelischen Luftstreitkräfte. Im Abnutzungskrieg und dem Jom-Kippur-Krieg bewährte sie sich in der Rolle als Luftüberlegenheitsjäger und Jagdbomber und ist für etliche Abschüsse von arabischen Flugzeugen verantwortlich. Im Yom-Kippur-Krieg waren die Verluste bei Bodenangriffsmissionen durch die dichten Flugabwehrraketengürtel der arabischen Armeen jedoch hoch, ähnlich wie bei entsprechenden Missionen der USAF in Nordvietnam. Im Laufe der Jahre beanspruchten israelische Phantom-Piloten 116 Luftsiege über arabische Maschinen für sich; dafür wurden 56 eigene Maschinen abgeschossen, die meisten durch Boden-Luft-Raketen und Flak. Die letzte F-4 in Israel wurde 2004 ausgemustert.

Diese spätere Version wurde zum Hauptstandbein der US Air Force in Vietnam und diente später in den Luftwaffen vieler weiterer Staaten, z. B. Australien, Großbritannien, Griechenland, Israel, Iran, Japan, Spanien, Südkorea, der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland. Die F-4E wurde nicht von der Navy oder den Marines eingesetzt, die älteren F-4B wurden dort aber durch die neue F-4J ersetzt, die jedoch auch kein Bordgeschütz hatte.

Nachdem die „normalen“ F-4 bei Navy, Marines und Air Force bereits durch modernere Typen wie die F-14 Tomcat, F/A-18 Hornet und F-16 Fighting Falcon ersetzt wurden, waren die letzten aktiven amerikanischen Phantom die auf Wild-Weasel-Einsätze spezialisierten und daher lange Zeit unentbehrlichen F-4G. Ihren letzten Einsatz erlebten diese Jets während der Operation Provide Comfort 1995 über dem Irak, danach wurden auch sie zum großen Teil dem „Flugzeugfriedhof“ auf dem 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group in Arizona zugeführt, einige werden aber noch immer als bemannte oder unbemannte Zieldarstellungsflugzeuge eingesetzt.

Stationierungsorte in Deutschland

In den 1970er- und 1980er-Jahren gab es über ein Dutzend Haupteinsatzbasen der Phantom, zu Beginn der 2010er-Jahre war dieser Typ nur noch bis Juni 2013 in Wittmund beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ stationiert.

Für das Crewtraining unterhielt die Luftwaffe eine mit zunächst F-4E und später F-4F ausgerüstete Luftwaffenausbildungsstaffel (3.DtLwAusbStff USA) in den USA. Die Maschinen besaßen zwar taktische Kennzeichen der Bundeswehr, wurden jedoch mit solchen der USAF betrieben. Bis 1992 gehörte die Staffel, zeitweise als 20. Fighter Squadron, zum 35. Tactical Fighter Wing auf der George Air Force Base in der Mojave-Wüste, danach bis Dezember 2004 zum 49. Fighter Wing auf der Holloman AFB.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: F-4 Phantom II  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Jon Lake, David Donald (Hrsg.): McDonnell F-4 Phantom – Spirit in the Skies, AIRtime Publishing, 2002, S. 265
  2. Chris Hobson: Vietnam Air Losses. USAF, USN, USMC, Fixed-Wing Aircraft Losses in Southeast Asia 1961–1973. Specialty Press, North Branch, Minnesota 2001, ISBN 1-85780-115-6, S. 268–270.
  3. Craig Hoyle: German air force to bid 'Pharewell' to last F-4Fs. Abgerufen am 2. Juli 2013.
  4. Jpw: STRATEGIE & TECHNIK: Farewell Phantom! In: STRATEGIE & TECHNIK. 1. Juli 2013, abgerufen am 16. Juni 2019.
  5. Hellenic Air Force retires recce squadron, RF-4Es, Janes, 8. Mai 2017 (Memento vom 8. Mai 2017 im Internet Archive)
  6. USAF QF-4 target drone flies final unmanned mission, Janes, 30. August 2016 (Memento vom 31. August 2016 im Internet Archive)
  7. Statistical Digest of the USAF 1962, S. 72 f.; 1963, S. 71 f.; 1964, S. 58 f.; 1965, S. 60 f.; 1966, S. 115 f.; 1967, S. 122 f.; 1968, S. 132 f.; 1969, S. 111 f.; 1970, S. 107 f.; 1971, S. 102 f.; 1972, S. 154 f.; 1973, S. 52 f.; 1974, S. 48 f.; 1975, S. 52 f.; 1976, S. 80 f.; 1977, S. 55 f.; 178, S. 79 f.
  8. Air Britain: www.ab-ix.co.uk/firstfiles.html:McDonnell Douglas F-4 Phantom II - USN and USMC assigned aircraft histories
  9. Statistical Digest of the USAF 1980, S. 84
  10. Air Britain: Aeromilitaria 1987/4, S. 104 ff., 1988/1, S. 20 ff.
  11. Verabschiedung der „Phantom“ auf NDR.de , abgerufen am 1. Juli 2013
  12. Tolga Ozbek: Twin crash prompts Turkey to order RF-4E retirement. In: Flightglobal.com. 11. März 2015, abgerufen am 11. März 2015 (englisch): „After the latest incident involving McDonnell Douglas RF-4E/TMs, in which four crew members were killed when two of the aircraft crashed in southeast Turkey, the nation has decided to retire the type after a 35-year service life.“



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