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Markneukirchen




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 504 m ü. NHN
Fläche: 69,06 km2
Einwohner: 7583 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08258
Vorwahl: 037422
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 200
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Rathaus 2
08258 Markneukirchen
Website: www.markneukirchen.de
Bürgermeister: Andreas Rubner (parteilos)
Lage der Stadt Markneukirchen im Vogtlandkreis

Markneukirchen ist eine Stadt im sächsischen Vogtlandkreis. Sie liegt im Elstergebirge zwischen dem Erzgebirge und dem Fichtelgebirge und ist einer der Hauptorte des Musikwinkels.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Markneukirchen liegt als eine der südlichsten sächsischen Städte im oberen Vogtland. Beiderseits des Schwarzbaches, eines rechten Nebenflusses der Weißen Elster und dessen Nebentälern breiten sich die Stadt und ihre zugehörige Flur über die nördlichen und südlichen Bergrücken aus. Südlich der Stadt liegen oberhalb bzw. abseits des Schwarzbachtals die Ortsteile Schönlind, Landwüst und Wernitzgrün. Das gesamte Stadtgebiet wird von Elsterzuflüssen entwässert. Es liegt in einer Höhe zwischen 468 m im Ortsteil Siebenbrunn und 803 m am Hohen Brand.

Nachbargemeinden

Markneukirchen grenzt an sechs Gemeinden sowie im Südosten an Tschechien. Im Einzelnen sind dies Bad Brambach, Bad Elster, Adorf/Vogtl., Mühlental, Schöneck/Vogtl. und Klingenthal.

Stadtgliederung

Zur Stadt Markneukirchen gehören die Ortsteile:

Klima

Das Klima der Gegend ist der Höhenlage entsprechend kühl. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 6°, die Niederschlagsmenge bei rund 700 mm.

Geschichte


Das im 13. Jahrhundert gegründete Siedlerdorf Nothaft erhielt zunächst seinen Namen nach einem egerländischen Rittergeschlecht – Albertus Nothaft de Wildstein (siehe auch Familie Notthafft) führte als Lokator bayerische/oberpfälzische Siedler in dieses Gebiet. Und auch in einer Urkunde aus dem Jahre 1378 wurde dieser Name erwähnt (Nuwenkirchen dictum Nothaft). Um 1274 erschien erstmals der Ortsname Neukirchen, zurückgehend auf die Gründung einer Kirche, in einer Urkunde des Klosters Waldsassen, in der ein Chunradus de Newenkirchen erwähnt wurde, wahrscheinlich der Inhaber des örtlichen Rittersitzes.

1357 (Nuenkirchin) und 1360 (stat) erschien der Ort bereits als Markt mit den gleichen Rechten wie die wohl älteren Nachbarstädte Adorf und Oelsnitz. Gründer des Marktes waren die Vögte von Plauen (wohl Heinrich der Ältere oder Heinrich der Lange), die durch eine planmäßige Städtepolitik eine Festigung ihrer Macht gegenüber den Wettinern erreichen wollten. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges erfolgte im Zuge der Gegenreformation der Zuzug böhmischer Exulanten aus Glaubensgründen nach Markneukirchen. Unter ihnen waren auch 12 Geigenmacher aus Graslitz. 1677 vereinigten sich diese Meister zur ersten Geigenmacherinnung Deutschlands. Damit begann die Tradition des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen. Wurden bis dahin nur Geigen hergestellt, folgten nach 1700 Werkstätten für alle Arten von Orchesterinstrumenten. 1777 gründete sich eine Saitenmacherinnung, 1797 schlossen sich die Waldhorn- und Pfeifenmacher zur Musikalischen Instrumentenmachergesellschaft zusammen. Die Bedeutung von Markneukirchen als Zentrum der vogtländischen Musikinstrumentenindustrie mit weitreichenden Exportbeziehungen wird dadurch unterstrichen, dass von 1893 bis 1916 die USA hier eine Konsularagentur unterhielten.[2] In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich auch der Markneukirchener Zupfinstrumentenbau.[3] Um das Jahr 1900 stammten etwa 50 Prozent der weltweiten Instrumenten- und Bestandteilproduktion aus Markneukirchen und Umgebung.[4] Für einen Anteil von 80 %, von dem mitunter zu lesen ist[5], gibt es keine nachprüfbaren Belege.

In der Nacht vom 22. zum 23. April 1840 fielen mit den öffentlichen Gebäuden 171 Wohnhäuser, 140 Scheunen und 258 Seiten- und Hintergebäude einem furchtbaren Brand zum Opfer. Mehr als die Hälfte der Stadt – vor allem der älteste Teil – wurde vernichtet.[6] Der Neuaufbau ging recht schnell vonstatten und veränderte das Ortsbild nachhaltig. Die Stadt wurde großzügig, aber vielfach auch nüchterner wieder aufgebaut, bot nun jedoch ausreichend Platz für das Wachstum der Bevölkerung und des Gewerbes.

Die heutige Schreibweise des Ortes geht auf das Jahr 1858 zurück, in dem die gängige Bezeichnung Markt Neukirchen unter Weglassung des t im Ortsnamen durch königlichen Beschluss aus Dresden auf Markneukirchen geändert wurde, um Verwechslungen mit anderen Neukirchen zu verhindern. Markneukirchen gehörte bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Voigtsberg,[7] nach 1856 zum Gerichtsamt Markneukirchen und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Oelsnitz[8] (ab 1939 „Landkreis Oelsnitz“).

Im Rahmen der Kreisreform von 1952 kam die Stadt zusammen mit sieben anderen Gemeinden zum Kreis Klingenthal innerhalb des Bezirks Karl-Marx-Stadt. Nach der Wiedervereinigung gehörte Markneukirchen zunächst weiter zum Landkreis Klingenthal innerhalb des Freistaates Sachsen. Seit dem verspäteten Vollzug der ersten sächsischen Landkreisreform im Vogtland, 1996, gehört die Stadt zum Vogtlandkreis.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bernitzgrün[9] vor 1875 Eingemeindung nach Breitenfeld
Breitenfeld[10] 01.03.1994
Erlbach (mit Hetzschen und Kegel)[10] 01.01.2014
Eubabrunn[11] 01.06.1936 Eingemeindung nach Erlbach
Gopplasgrün[11] 01.06.1936 Eingemeindung nach Erlbach
Landesgemeinde[12] 01.01.1908 Umgliederung des Ortsteils von Zwota nach Erlbach
Landwüst[10] 01.01.1999
Schönlind[13][14] 01.07.1950
Siebenbrunn (mit Sträßel)[13][14] 01.07.1950
Wernitzgrün[10] 01.01.1999 Eingemeindung nach Erlbach
Wohlhausen (mit Friebus)[10] 01.01.1994

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1796: (251 Häuser)[15]
  • 1801: 1151 (261 Häuser)[15]
  • 1815: 1602[15]
  • 1830: 1561[15]
  • 1834: 2330
  • 1871: 4157
  • 1890: 6652
  • 1910: 8959
  • 1913: 9497[6]
  • 1919: 8261[6]
  • 1925: 8821
  • 1939: 8303
  • 1946: 8903
  • 1960: 8776
  • 1964: 8576
  • 1971: 8264
  • 2003: 7196
  • 2004: 7128
  • 2007: 6828
  • 2008: 6771
  • 2010: 6581
  • 2012: 6353
  • 2013: 6271
  • 2015: 7782

Politik


Gewinne und Verluste
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Stadtrat

Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister

Andreas Rubner (seit Juli 2015), parteilos. Der Amtsvorgänger war Andreas Jacob (CDU).[17]

Wappen

Die Gründerschaft der Vögte zeigt sich ebenso im Stadtwappen. Ähnlich wie in den Wappen von Plauen und Adorf, zeigt es das Wappenbild der Plauener Vögte: einen rechts aufgerichteten goldenen Löwen mit doppeltem Schweif und schlagender Zunge.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Musik

Durch die in Markneukirchen stattfindenden Internationalen Instrumentalwettbewerbe (Musiktage) kommen alljährlich junge Musiker in das Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus. Auf Beschluss des Stadtrates von Markneukirchen vom 12. Dezember 2002 wurde der studierte Orchestermusiker, Musiklehrer, langjährige Direktor der Musikschule Markneukirchen und Dirigent des Sinfonieorchesters Wolfgang Wolfert „aufgrund seines jahrzehntelangen, verdienstvollen Wirkens als Musikpädagoge und Dirigent des städtischen Sinfonieorchesters“ am 15. März 2003 zum Stadtmusikdirektor ernannt. Er folgt damit dem Musiklehrer, Komponisten und Arrangeur Albrecht Herrmann, dem diese Ehre als ersten Dirigenten nach 1990 zuteilwurde. Zum neuen Stadtmusikdirektor wurde im März 2017 der Markneukirchener Gymnasiallehrer, Musikwissenschaftler und Orchesterdirigent Enrico Weller ernannt. Somit gibt es erstmals in der Geschichte Markneukirchens zwei Persönlichkeiten, die diesen Titel gleichzeitig tragen.

Bauwerke

Sport

Markneukirchen verfügt über zwei Fußballplätze, zwei Sporthallen, von denen eine erst 2007 fertiggestellt wurde sowie ein Freibad (welches im Sommer 2013 renoviert wurde) mit 10-Meter Sprungturm.

In mehreren Vereinen kann Sport getrieben werden:

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Markneukirchen liegt an der Bundesstraße 283, die von Adorf/Vogtl. über Klingenthal ins Erzgebirge nach Aue führt.

Bereits in den 1850er Jahren gab es Pläne für eine Bahnverbindung, die auch Markneukirchen erschließen sollte. Die 1865 eröffnete Voigtländischen Staatseisenbahn Herlasgrün–Falkenstein–Ölsnitz–Eger führte aber schlussendlich weit an Markneukirchen vorbei. Auch beim Bau der Bahnstrecke Chemnitz–Adorf durch die Chemnitz-Aue-Adorfer Eisenbahn-Gesellschaft erhielt Markneukirchen keinen Bahnhof auf dem Stadtgebiet. Da sich die Stadt aber finanziell am Bahnbau beteiligte, erhielt der naheliegende Bahnhof auf Siebenbrunner Flur den Namen Markneukirchen. 1909 wurde die Stichbahn Siebenbrunn–Markneukirchen eröffnet, an der Markneukirchen einen eigenen Bahnhof in Stadtmitte und einen Haltepunkt in der Nähe der Post erhielt. Diese Strecke wurde 1911 bis ins benachbarte Erlbach verlängert. Die Strecke wurde 1975 stillgelegt, der Bahnhof in Siebenbrunn wurde bis 2012 durch die Vogtlandbahn bedient.

Ansässige Unternehmen

Rundfunk

Rundfunksender Markneukirchen. Zu DDR-Zeiten existierte ein Mittelwellensender, der auf 1089 kHz und 1341 kHz mit je 1 kW ERP auf Sendung war.

Bildung


Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Markneukirchen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Markneukirchen – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Werner Pöllmann, Enrico Weller: Einblicke in 650 Jahre Stadtentwicklung – Festschrift zum 650 jährigen Stadtjubiläum, Markneukirchen 2010
  3. Gitarren aus Markneukirchen. In: Gitarre & Laute 6, 1984, Heft 2, S. 44.
  4. ebda. S. 110
  5. Stephen Evans: The sweet sound of success. BBC News, 17. März 2013, abgerufen am 26. Dezember 2013 (englisch).
  6. a b c Erich Wild: Geschichte von Markneukirchen. Stadt und Kirchspiel, Plauen 1925 (Beilageheft zur 34. Jahresschrift 1925 des Vereins für vogtländische Geschichte und Altertumskunde).
  7. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 74 f.
  8. Die Amtshauptmannschaft Oelsnitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  9. Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  10. a b c d e Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  11. a b Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  12. Statistisches Jahrbuch für das Königreich Sachsen 1909, Band 37
  13. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  14. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  15. a b c d Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Band 1. Leipzig 1839
  16. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2019
  17. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm_a?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14523200
  18. "Leuchtturm" im Amtsgericht | Vogtland-Anzeiger - Vogtland. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
  19. Zur Baugeschichte vergleiche den Aufsatz von Enrico Weller (Markneukirchen ): Die Villa Merz und ihre enträtselte Baugeschichte (Digitalisat ).
  20. http://www.moennig-adler.de/nav_f.htm
  21. Torsten Hampel: Ordentlich was los. In: Der Tagesspiegel. 15. Juni 2013.
  22. Förderzentrum Oberes Vogtland: Start. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
  23. Heimatverein Markneukirchen e.V. (HVM) Aus der Vereinsgeschichte . auf www.heimatverein-markneukirchen.de
  24. GVK: bibliographischer Nachweis .



Kategorien: Markneukirchen | Gemeinde in Sachsen | Ort im Vogtlandkreis | Stadt in Sachsen



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