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Maria Wörth

Maria Wörth
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Hauptort: Maria Wörth/Reifnitz
Fläche: 17,41 km²
Koordinaten: 46° 37′ N, 14° 10′ O Koordinaten: 46° 36′ 59″ N, 14° 9′ 41″ O
Höhe: 450 m ü. A.
Einwohner: 1.606 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 92 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9082
Vorwahl: 0 42 73
Gemeindekennziffer: 2 04 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wörthersee-Süduferstraße 115
9081 Reifnitz
Website: www.maria-woerth.info
Politik
Bürgermeister: Markus Perdacher (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)

5 ÖVP, 5 Bürgerliste Maria Wörth lebenswert + Grüne, 3 SPÖ, 2 FPÖ

Lage von Maria Wörth im Bezirk Klagenfurt-Land
Die Halbinsel Maria Wörth mit Blick vom Pyramidenkogel
Die Halbinsel Maria Wörth mit Blick vom Pyramidenkogel
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Maria Wörth (slow.: Otok) ist eine Gemeinde mit 1606 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten. Die namensgebende Kirche wurde schon im 9. Jahrhundert als „Maria Werd“ urkundlich erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Ortschaft Maria Wörth liegt auf einer Halbinsel am südlichen Ufer des Wörthersees, etwa 14 km westlich von Klagenfurt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich in hügeligem Gelände mit hohem Waldanteil über mehrere Kilometer entlang des Seeufers. Die Wörthersee-Süduferstraße verbindet die am weitesten westlich gelegene Ortschaft Unterdellach mit dem südöstlichen Ende des Wörthersees, wo das Gemeindegebiet an Land an die Stadt Klagenfurt grenzt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in die beiden Katastralgemeinden Maria Wörth und Reifnitz gegliedert. Ihnen zugeordnet sind folgende acht Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2019[1]):

Nachbargemeinden

Techelsberg Pörtschach Krumpendorf
Nachbargemeinden Klagenfurt
Schiefling am Wörthersee Keutschach am See

Geschichte


Nachdem in der Mitte des 8. Jahrhunderts Missionare des Bistums Salzburg in das heutige Kärnten gekommen waren, erfolgte ab etwa 830 von Innichen aus durch das Bistum Freising die Tochtergründung Maria Wörth auf der Insel im Wörthersee. Die Halbinsel, auf der sich heute die gotische Wallfahrtskirche befindet, war bis 1770 eine Insel, was noch am slowenischen Namen für den Ort erkennbar ist, denn „Otok“ bedeutet „Insel“.

Um 875 wurde auf dem höchsten Punkt der Insel eine Marienkirche errichtet, in der die Reliquien der Märtyrer Primus und Felicianus beigesetzt wurden. Ausgehend vom Anwesen auf der Insel wurden in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts mehrere Kirchen in der Umgebung gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung Maria Wörths stammt aus dem Jahr 894.

Bischof Otto I. von Freising gründete zwischen 1146 und 1150 in Maria Wörth ein zweites Kollegiatstift in Kärnten. Eine weitere, kleinere Kirche, die heute noch unter dem Namen Rosenkranz- oder Winterkirche besteht, wurde 1155 geweiht. Beide Kirchen brannten im Jahr 1399 ab, wurden aber wieder neu errichtet. Um 1500 hatte das Bistum Freising seinen Einfluss in Kärnten verloren. Die Propstei fiel an das Stift Millstatt und wurde 1598 bei dessen Übernahme durch den Jesuitenorden aufgelöst. Nach der Aufhebung des Millstätter Klosters durch das Jesuitenverbot von 1773 und nachdem 1809 das Stift St. Paul wieder eröffnet wurde, übergab man diesem Maria Wörth sowie die Herrschaft Leonstein bei Pörtschach.

Mit der Glanfurt wurde 1770 ein künstlicher Abfluss des Wörthersees geschaffen, der Wasserspiegel des Sees sank und Maria Wörth wurde zur Halbinsel.

Bei der Konstituierung der politischen Gemeinden im Jahr 1850 kam die Katastralgemeinde Maria Wörth zur Ortsgemeinde Schiefling am Wörthersee und die Katastralgemeinde Reifnitz zur Ortsgemeinde Keutschach. Erst 1903 wurde aus beiden die Gemeinde Maria Wörth gebildet. 1938 mussten Maria Loretto und einige größere Seeparzellen an Klagenfurt abgetreten werden.

In den Jahren 1971 und 1972 wurden in Maria Wörth und Umgebung zwei Filme (Immer Ärger mit Hochwürden und Hochwürden drückt ein Auge zu) gedreht. Die römisch-katholische Kirche von Maria Wörth ist dabei die Kirche des Filmpfarrers.

Bevölkerung


Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Maria Wörth 1.258 Einwohner, davon sind 93,5 % österreichische, 3,3 % deutsche, 1,2 % bosnische und 1,0 % kroatische Staatsbürger.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 80,6 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 7,2 % und zum Islam 1,0 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 7,8 % der Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maria Wörth

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Wirtschaft Maria Wörths wird durch den Sommertourismus dominiert (rund 330.000 Übernachtungen). In dem viel frequentierten Seebadeort befindet sich auch eine Anlegestelle der Wörtherseeschifffahrt.

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat von Maria Wörth hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Bürgermeister ist Markus Perdacher (ÖVP).

Wappen

Das Wappen, das der Gemeinde am 14. Februar 1983 verliehen wurde, enthält mehrere Komponenten aus der Geschichte bzw. der Eigenart der Gemeinde. Der blaue Schildgrund, der goldene Wellenschnitt und der Fisch symbolisieren die Lage am Wörthersee und den Wohlstand, den der Fremdenverkehr gebracht hat. Das goldene Lilienkreuz bringt die kulturelle Ausstrahlung des Freisinger Missionszentrums, der Kirche bzw. des Kollegiatkapitels und der Jesuitenpatres zum Ausdruck. Ungewöhnlich ist der Dreiecksschild, der in Kärnten sonst nur in Gemeinden ritterlicher Herkunft vorkommt.

Die Blasonierung des Wappens lautet wie folgt:

„In blauem Dreiecksschild über goldenem Wellenschnitt ein goldenes Lilienkreuz, im Schildfuß ein waagrechter goldener Fisch.“[2]

Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten


Weblinks


 Commons: Maria Wörth  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019) , (CSV )
  2. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 188.



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