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Maikammer

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Maikammer
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Maikammer hervorgehoben

Koordinaten: 49° 18′ N, 8° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Maikammer
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 13,68 km2
Einwohner: 4336 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 317 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67487
Vorwahl: 06321
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 052
Adresse der Verbandsverwaltung: Immengartenstraße 24
67487 Maikammer
Website: www.maikammer.de
Ortsbürgermeister: Karl Schäfer (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Maikammer im Landkreis Südliche Weinstraße

Maikammer ist eine Ortsgemeinde und ein Wein- und Erholungsort im Südwesten Deutschlands in der Pfalz südlich von Neustadt an der Weinstraße. Sie befindet sich im Landkreis Südliche Weinstraße, innerhalb dessen sie gemessen an der Einwohnerzahl die sechstgrößte Ortsgemeinde darstellt und ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Maikammer liegt in einer von Reben dominierten Landschaft Weinstraße auf einer Höhe von 120 m bis zu 300 m NHN. Der Westen der Gemarkung ragt in die Haardt hinein, wie der Ostrand des Pfälzerwaldes genannt wird. Dort befinden sich mehrere Gebirgspässe wie die Hüttenhohl und der Hahnenschritt. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neustadt an der Weinstraße, Kirrweiler (Pfalz), Edenkoben, Sankt Martin (Pfalz), Edenkoben (Exklave), Gommersheim (Exklave) und Kirrweiler (Exklave).

Erhebungen und Gewässer

Die Gemeinde liegt am Fuße der Kalmit, der höchsten Erhebung des Pfälzerwaldes (673 m). Weitere Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde neben der Kalmit sind deren Vorberge Kanzel (531,7 Meter) und Hüttenberg (620,1 m), die Nordflanke des Schafkopf (617 m), der Rotsohlberg (607 m), die Nordflanke des Stotz (603 m), die Nordostflanke des Breitenbergs (545 m), die Südflanke des Totenkopf (513 Meter), der Flachkopf (498 m) und der Wetterkreuzberg (401 m).

Der Kropsbach fließt in West-Ost-Richtung und streift den südlichen Siedlungsrand. Im äußersten Westen verläuft für rund einen Kilometer der Argenbach durch die Gemarkung der Gemeinde.

Klima

Aufgrund des milden Klimas wachsen hier neben dem Wein exotische Früchte wie Kiwis, Zitronen, Mandeln und Esskastanien.

Geschichte


Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Hochstift Speyer; dort unterstand sie dem Oberamt Kirrweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Maykammer mit Alsterweiler – so die damalige Bezeichnung – in den Kanton Edenkoben im Departement des Niederrheins eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 1.780 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Maikammer und Alsterweiler“ dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Landau hervor.

Nachdem Maikammer und Alsterweiler zusammengewachsen waren, trug die Gemeinde bis zum 31. Mai 1938 den Doppelnamen Maikammer-Alsterweiler.[2][3] Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises an der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Maikammer innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Maikammer Sitz der ebenfalls neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Letztere wurde aufgrund eines Landesgesetzes zum 1. Juli 2014 mit der Verbandsgemeinde Edenkoben zusammengelegt. Laut Urteil des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz vom 8. Juni 2015 mit dem Aktenzeichen VGH N 18/14 ist die Zwangsfusion jedoch nichtig und Maikammer ab sofort wieder eine eigenständige Verbandsgemeinde.[4]

Religion


Neben der katholischen St. Kosmas und Damian Kirche existiert vor Ort zusätzlich die Alsterweiler-Kapelle mit dem „Maikammerer Altar“ und einem spätgotischen Triptychon. Das Altarbild zählt zu den wenigen noch erhaltenen Beispielen gotischer Tafelmalerei in der Pfalz. Wohl um 1445 vollendet, ist er ein wertvolles Zeugnis oberrheinischer Malerei. Die in Maikammer lebenden Juden wurden in Kirrweiler beigesetzt. Am 31. Oktober 2014 waren 53,6 Prozent der Einwohner katholisch und 23,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat in Maikammer besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG BL Gesamt
2014 3 12 3 2 20 Sitze
2009 3 12 3 2 20 Sitze
2004 3 11 3 3 20 Sitze

Wappen

Wappen von Maikammer
Blasonierung: „In Schwarz ein goldenes Gemarkungszeichen in Form eines steigenden Pfeils, dessen Schaft in einem Kreuz endet.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1937 vom bayerischen Reichsstatthalter genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1743.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Kulturdenkmäler

Der Maikammerer Ortskern aus dem 16. Jahrhundert, die drei Jahrhunderte jüngere Ortserweiterung sowie der Ortskern von Alsterweiler sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Sonstige Bauwerke

Auf dem Marktplatz steht seit 1984 ein steinernes Schoppendenkmal, das darauf ausgerichtet ist, ein Dubbeglas hineinzustellen. Außerdem ist den Gebrüdern Ullrich, den Erfindern der Gelenksperre für klappbare Meterstäbe oberhalb von Maikammer ein Denkmal in Form eines überdimensionalen Zollstocks gesetzt worden. Auf der Kalmit befindet sich außerdem ein Sender.

Natur

Teilweise auf Gemarkung der Ortsgemeinde befindet sich das als Naturdenkmal Felsenmeer auf dem Hüttenberg.

Sport

Maikammer verfügt über ein beheiztes Freibad mit Wellenrutsche und Kletterwand am Schwimmbecken, eine Open-Air-Halle mit vier Tennisplätzen einschließlich eines Kunstrasens mit Quarzsand und vier Squash-Courts. Zudem existiert die in jüngerer Vergangenheit errichtete Kalmithalle und der Kunstrasen, auf welchem der TuS Maikammer seine Fußballspiele austrägt. Im äußersten Süden der Gemeindegemarkung liegt das Weinstraßenstadion der SpVgg Edenkoben. Zudem befindet sich auf der Kalmit ein Stoppomat für Radfahrer.

Regelmäßige Veranstaltungen

Vor Ort finden das Maifest mit Weintreff, die Brunnenkerwe, die Weinkerwe, der Gartenmarkt, die Mineralientage Maikammer, der Herbstmarkt und ein Automarkt statt. Am 27. August 2000 war Maikammer Eröffnungsort des Erlebnistags Deutsche Weinstraße, der unter dem Motto „Sonnige Pfalz“ stattfand.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

Maikammer ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Auf der Gemarkung der Stadt befindet sich die Großlage Mandelhöhe sowie die Einzellagen Heiligenberg, Immengarten, Kapellenberg und Kirchenstück. Bis ins 19. Jahrhundert wurde im Gemeindegebiet die Rebsorte Gutedel angebaut. Vor Ort hat das Weingut August Ziegler seinen Sitz. Außerdem befindet sich in Maikammer eine Filiale des Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie.

Verkehr

Seit 1855 hat Maikammer mit der etwa einen Kilometer östlich des Ortszentrums gelegenen Station Maikammer-Kirrweiler einen Anschluss an die Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg, der ehemaligen Pfälzischen Maximiliansbahn. Von 1912 bis 1955 war Maikammer durch die Pfälzer Oberlandbahn, eine elektrische Überland-Straßenbahn, direkt mit den Hauptbahnhöfen in Neustadt beziehungsweise Landau verbunden. Die Bahn diente bis auf die Kriegszeiten überwiegend dem Personenverkehr. Zusätzlich ist der Ort ist über die von PalatinaBus betriebenen Buslinien 500 und 501 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die beide nach Landau und Neustadt an der Weinstraße führen.

In unmittelbarer Nähe zur Gemeinde befindet sich die Autobahnanschlussstelle Edenkoben zur A 65 mit direkten Auf- und Abfahrten in Richtung Karlsruhe beziehungsweise Ludwigshafen und Mannheim. Durch das Siedlungsgebiet verläuft die Deutsche Weinstraße. Mitten im Pfälzerwald befinden sich die Kalmithöhenstraße und die Totenkopfstraße.

Bildung

Maikammer ist mit der Johannes-Leonhardt-Schule Standort einer Grundschule; zudem existiert vor Ort die Realschule Plus Maikammer-Hambach. Ab 1854 unterrichteten einige Mitglieder der Armen Schulschwestern vom hl. Dominikus an der damaligen Volksschule.

Tourismus

Maikammer ist östlicher Endpunkt eines Wanderweges, der mit einem weiß-grünen Balken markiert ist. Dieser verbindet ihn unter anderem mit Enkenbach-Alsenborn. Zudem befinden sich mit dem Kalmithaus und der Totenkopfhütte auf der Gemeindegemarkung zwei Hütten des Pfälzerwald-Vereins. Außerdem führt der Radweg Deutsche Weinstraße durch die Gemeinde.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die vor Ort gewirkt haben

Literatur


Weblinks


 Commons: Maikammer  – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Maikammer – in den Nachrichten

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 506.
  3. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 269.
  4. Urteil des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz vom 8. Juni 2015 (Memento des Originals vom 23. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 12. Juni 2015
  5. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Autor: Koch, Heinrich . In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage (nur online).
  9. Webseite zu Heinrich Koch



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