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Mömlingen



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 148 m ü. NHN
Fläche: 18,46 km2
Einwohner: 4897 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 265 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63853
Vorwahl: 06022
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 140
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 70
63853 Mömlingen
Website: www.moemlingen.de
Bürgermeister: Siegfried Scholtka (CSU)
Lage der Gemeinde Mömlingen im Landkreis Miltenberg

Mömlingen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Mömlingen, mit der Eigenbezeichnung „Tor zum Odenwald“, liegt von bewaldeten Höhen des nördlichen Odenwaldes umrahmt an der bayerisch-hessischen Landesgrenze im reizvollen Mümlingtal. An Mömlingen grenzen im Norden der bayerische Landkreis Aschaffenburg und im Westen die beiden hessischen Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 306 m ü. NN am Gipfel des Buchberges, der niedrigste liegt an der Mömling, südlich des Ortes, auf 129 m ü. NN.

Nachbargemeinden

Gemeinde
Schaafheim
Markt
Großostheim
Gemeinde
Niedernberg
Stadt
Groß-Umstadt
Gemeinde
Großwallstadt
Stadt
Breuberg
Stadt
Obernburg am Main

Name


Etymologie

Wovon sich der Name Mömlingen tatsächlich ableitet, ist nicht genau bekannt. Es bestehen drei mögliche Theorien:

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[2]

  • 802 Miminingen
  • 1113 Miniminga[3]
  • 1128 Mimmilingun
  • 1245 Mimelingen
  • 1249 Mimillingen
  • 1267 Mimelingen
  • 1321 Mymmelingen
  • 1338 Mimlingen
  • 1360 Mumelingen
  • 1367 Mümling
  • 1403 Momelingen
  • 1406 Mymelingen
  • 1422 Momlingen
  • 1490 Mömlingen
  • 1622 Mömblingen
  • 1736 Mimlingen[4]
  • 1805 Mümling
  • 1832 Mömling
  • 1867 Mömlingen

Geschichte


Kelten und Römer

Von einer Besiedlung in prähistorischen Epochen zeugen zahlreiche Hügelgräber und Einzelfunde, von denen mehrere bis in die Steinzeit zurückreichen. Aus der Römerzeit stammen Teile so genannter Jupitergigantensäulen und weitere Göttersteine. Sie verweisen zusammen mit zahlreichen Spuren römischer Landhäuser (villae rusticae) auf den Höhen rings um Mömlingen auf die Ausdehnung des einstigen römischen Weltreiches, das wenige Kilometer weiter östlich vom Nassen Limes, dem Main, begrenzt war.

Fränkische Besiedelung

Eine frühe fränkische Besiedelung des heutigen Ortskernes ab dem 6. Jahrhundert ist durch ein umfangreiches Reihengräberfeld nachgewiesen, das von Archäologen westlich des Dorfes freigelegt wurde. Neben zahlreichen Gräbern mit fehlenden oder kärglichen Beigaben entdeckte man Grabstätten mit außergewöhnlich reicher Ausstattung (darunter eine Mainzer Goldmünze und Reste von Seide), was auf eine „hochadelige“ Oberschicht unter den Dorfbewohnern schließen lässt. Diese lenkte wohl in königlichem Auftrag die fränkische Landnahme in diesem Raum.

Erste urkundliche Erwähnung

Die Siedlung selbst begegnet erstmals als Miminingen in einer Urkunde des Reichsklosters Fulda, die zwischen 802 und 817 (Amtszeit des fuldischen Abtes Ratgar) ausgefertigt worden ist. Dies ist im Vergleich zu vielen Nachbargemeinden eine sehr frühe urkundliche Erstnennung. In die frühfränkische Zeit ist auch die Entstehung der ersten Kirche in Mömlingen zu datieren. Dafür spricht das als typisch fränkisch geltende Martinspatrozinium der alten Pfarrkirche.

Kirche und Adel – Mainz und Breuberg

Aus der Zeit des Mittelalters weiß man von zahlreichen kirchlichen Institutionen und Angehörigen des höheren und niederen Adels, die über Grundbesitz in der Gemarkung verfügten, Abgaben bezogen und sonstige Rechte besaßen. 1024 schenkte Kaiser Heinrich II. die Grafschaft Stockstadt, zu der Mömlingen zählte, der Reichsabtei Fulda. 1278 kam der Ort mit der Grafschaft Bachgau an das Erzstift Mainz. Der Umstand, dass Mömlingen politisch (bis 1803) zur kurmainzischen Zent Bachgau gehörte, während die Dorfgerichtsbarkeit, umfangreicher Grundbesitz und weitere althergebrachte Ansprüche den Herren der nahen Burg Breuberg mit der Herrschaft Breuberg zustanden, führte zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen den Territorialmächten Mainz und Breuberg.

Herren von Mimling – Hans Memling

Im späteren Mittelalter tauchen Mitglieder einer wahrscheinlich niederadeligen Familie „von Mimling“ (und ähnlich geschrieben) in den Urkunden auf, meist als Geistliche und Zentgrafen. Seitens der historischen Forschung besteht kein Zweifel, dass auch die Vorfahren des berühmten, um 1435 in Seligenstadt geborenen Malers Hans Memling aus Mömlingen stammen. Seine Werke sind heute in den berühmtesten Gemäldegalerien der Welt zu finden.

Hausen hinter der Sonne

(Lage: 49° 50′ 32″ N, 9° 3′ 54″ O )
Im Süden von Mömlingen, am Nordhang des „Buchberges“, stand einst das dem Domstift Bamberg gehörende Dorf „Hausen hinter der Sonne“. Bereits die gewaltige landesweite Pestwelle von 1348 dürfte die Einwohnerschaft des Ortes nachhaltig dezimiert haben. Wahrscheinlich bedingt durch Kriegseinwirkungen, zogen im frühen 16. Jahrhundert letzte Bewohner der kleinen Nachbarortschaft nach Mömlingen. Die Mömlinger Gemarkung erfuhr dadurch eine wesentliche Vergrößerung. Auch das benachbarte Hainstadt profitierte gebietsmäßig vom Wüstwerden des Dörfchens. Die Ortschaft sollte nicht verwechselt werden mit Hausen bei Obertshausen, das ebenfalls Hausen hinter der Sonne genannt wurde, um es vom westlich bei Hofheim am Taunus gelegenen Weiler Hausen vor der Sonne zu unterscheiden.

Folgen des Dreißigjährigen Krieges

Einzelheiten über die Größe der Ortschaft Mömlingen im ausgehenden Mittelalter können einem Zinsregister von 1426 entnommen werden. Zu dieser Zeit bezogen die Grafen von Wertheim als Besitzer der Herrschaft Breuberg Abgaben von 62 Hofstätten; Mömlingen war somit eine recht stattliche Ansiedlung. Gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung Mömlingens brachte der Dreißigjährige Krieg (1618–1648). Pest, Plünderung und Brandschatzung setzten der Bevölkerung hart zu, so dass 1650 nur noch wenige Überlebende verzeichnet sind. Viele alteingesessene Familien hat dieser schreckliche Krieg hinweggerafft. Bald nach Kriegsende begegnen wir einer Vielzahl neuer Namen in den Archivalien. Vor allem aus Südtirol, Frankreich und den Niederlanden kamen Einwanderer. Der Dreißigjährige Krieg hat auch die Errichtung einer neuen Ortskirche verhindert; es kam nur zum Bau eines Glockenturmes. Erst 1774/1777 konnten die Mömlinger ihren Plan verwirklichen. Die im Barockstil erbaute alte Pfarrkirche gilt heute als das Wahrzeichen der Gemeinde.

Mömlingen kommt zu Bayern

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts ging eine über 600 Jahre währende Epoche zu Ende, in der Mömlingen politisch zum Kurfürstentum Mainz gehörte. 1803 kam es zum neu errichteten Fürstentum Aschaffenburg, mit diesem 1810 an das kurzlebige Großherzogtum Frankfurt und schließlich am 26. Juni 1814 an Bayern, wo es auf dem Verwaltungsgebiet des Landgerichtes Obernburg lag.

1862 wurde aus dem Landgericht Obernburg das Bezirksamt Obernburg gebildet. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Mömlingen war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main. Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Mömlingen 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg.

Heute präsentiert sich die in der Nachkriegszeit baulich stark vergrößerte Gemeinde Mömlingen als Kleinzentrum, das über eine bunte Palette gemeinnütziger Einrichtungen verfügt und dessen landschaftlich reizvolle Lage von vielen Besuchern geschätzt wird.

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Bürgermeister

Siegfried Scholtka (* 1962) ist seit Mai 2008 der Bürgermeister, er wurde im März 2014 sowie im März 2020 im Amt bestätigt.[5]

Städtepartnerschaften

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde La Rochette in Frankreich.

Baudenkmäler


Regelmäßige Veranstaltungen


Kurioses


Die Mömlinger machten die Stampfkartoffel zu einer Delikatesse. Nicht nur als Beilage zu Sauerkraut, sondern auch in Öl herausgebacken mit einer knusprigen Kruste. Andernorts nannte man sie auch „Gänssteppel“, weil sie die Form der Stopfwürste in der heute verbotenen Gänsemast hatten. Die Bewohner schwärmten derart von ihrem „Stampes“, dass ihnen dies als Ortsneckname blieb.[6]

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Mömlingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 150 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Urkunde Heinrichs V. (lateinisch) auf Seite 509 in Vollständige Hoch-Gräflich-Erbachische Historie. von Daniel Schneider, 1736 in der Google-Buchsuche
  4. deutsche Wiedergabe der Urkunde Heinrichs V. (lateinisch) auf Seite 261 in Vollständige Hoch-Gräflich-Erbachische Historie. von Daniel Schneider, 1736 in der Google-Buchsuche
  5. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  6. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr. Miltenberg 2003



Kategorien: Mömlingen | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Miltenberg | Ersterwähnung im 9. Jahrhundert



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Stand der Informationen: 06.05.2020 08:38:25 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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