Lindenberg im Allgäu - de.LinkFang.org

Lindenberg im Allgäu

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lindenberg im Allgäu
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lindenberg im Allgäu hervorgehoben

Koordinaten: 47° 36′ N, 9° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Höhe: 764 m ü. NHN
Fläche: 11,85 km2
Einwohner: 11.546 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 975 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88161
Vorwahl: 08381
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 117
Stadtgliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 1
88161 Lindenberg i.Allgäu
Website: www.lindenberg.de
Bürgermeister: Eric Ballerstedt (CSU)
Lage der Stadt Lindenberg im Allgäu im Landkreis Lindau (Bodensee)

Lindenberg im Allgäu (amtlich: Lindenberg i.Allgäu, westallgäuerisch Lindeberg) ist mit rund 11.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) und bildet das Herzstück der Region Westallgäu.

Lindenberg, an der Deutschen Alpenstraße gelegen, ist ein anerkannter Luftkurort und besitzt neben Nürnberg[2][3] Bayerns einziges Hutmuseum.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Gemarkungen und Gemeindeteile

Es existiert nur die Gemarkung Lindenberg im Allgäu.

Die Gemeinde hat 9 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4]

  • Ellgassen (Dorf)
  • Goßholz (Dorf)
  • Kellershub (Dorf)
  • Lindenberg im Allgäu (Hauptort)
  • Manzen (Weiler)
  • Nadenberg (Dorf)
  • Ratzenberg (Weiler)
  • Ried (Dorf)
  • Weihers (Dorf)

Nachbargemeinden

Lindenberg im Allgäu ist von den Gemeinden Scheidegg, Weiler-Simmerberg, Heimenkirch, Röthenbach (Allgäu) und Opfenbach umgeben.

Klima

Lindenberg, das in nebelarmer Höhenlage liegt, war 2006 mit 2217 Sonnenstunden die sonnenreichste Stadt Deutschlands. Im Jahr 2009 waren es nur 1977 Stunden, trotzdem war Lindenberg damit neben Scheidegg Sonnenreichster Ort Bayerns.[5] (Der statistisch relevante langjährige Durchschnitt der Sonnenscheindauer, der die Basis für Vergleiche mit anderen Stationen ist, liegt naturgemäß tiefer als solche Spitzenwerte eines einzelnen Jahres.)

Geschichte


Das erste Volk, das vereinzelt im Allgäu siedelte, waren die Kelten, die ab etwa 500 v. Chr. den Boden bebauten. Um 15 v. Chr. wurde das Gebiet von den Römern besetzt und es wurde eine Römerstraße errichtet, die Brigantium (Bregenz) über Cambodunum (Kempten (Allgäu)) mit Augusta Vindelicorum (Augsburg) verband. Um 500 bezwangen Alemannen den römischen Limes und bewohnten seitdem das Gebiet. Im 8. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Lindenberg in der Hand des Adelsgeschlechts der Udalrichinger von Bregenz und deren Erben.

Im 9. Jahrhundert ging das Gebiet an St. Gallen. Die erste schriftliche Erwähnung Lindenbergs findet sich auf einer Besitzurkunde des Klosters St. Gallen. Im Jahr 857 schenkten Patacho und Sigibert, zwei bedeutende Adelige, Güter in „Lintiberc“ an das Kloster St. Gallen. Dann ging der Ort an die Grafen von Montfort über, deren Stammburg bei Bregenz noch heute zu sehen ist. Deren Vogt saß in Thalersdorf (Dallendorf) bei Gestratz und dorthin mussten die Bauern ihren Zehnten bringen. Im Jahr 1249 kamen Kirche, Güter und Untertanen an das Kloster Mehrerau, das 1097 entstanden war. Die Pfarrei Lindenberg wurde erstmals im Jahr 1257 im Liber decimationis der Diözese Konstanz erwähnt.

Als die Schweden im Jahr 1634 in großer Zahl ins Westallgäu einbrachen, wurden im Frühjahr desselben Jahres große Teile von Lindenberg eingeäschert. Größere Bedeutung erlangte Lindenberg, als es 1784 die Marktrechte erhielt. Jetzt durften bis zu drei Viehmärkte pro Jahr abgehalten werden. Lindenberg gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen als Teil der Herrschaft Bregenz-Hohenegg zu Österreich. Ein französisches Heer zog 1796 im Allgäu ein und drang bis Kempten vor. In den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 kam der Ort dann zu Bayern.

Bereits im Jahr 1656 wurden Lindenberger Strohhüte im Hausierhandel und auf Märkten verkauft. 1755 begann man damit, die Herstellung und den Vertrieb von Strohhüten zu organisieren. Die Hutindustrie ist wirtschaftlich heute nicht mehr von Bedeutung; die Erinnerung an sie wird mit einem jährlich stattfindenden „Huttag“ sowie einem Hutmuseum wachgehalten.[6]

Einwohnerentwicklung

Lindenberg im Allgäu wuchs von 1988 bis 2008 um 1.044 Einwohner bzw. um ca. 10 %. Die Einwohnerzahlen ab dem Jahr 1840 beziehen sich auf die heutige Gemeindefläche (Stand: 1978).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2016
Einwohner 1.263 3.093 5.412 6.733 8.244 9.888 10.075 10.846 11.355 11.505 11.354 11.102 11.295 11.500

Politik


Stadtrat

CSU SPD FW Grüne Gesamt
2002 9 7 7 1 24
2008 9 6 7 2 24
2014 8 6 7 3 24

Bürgermeister

Im März 2014 konnte sich Eric Ballerstedt im zweiten Wahlgang gegen Amtsinhaber Johann Zeh durchsetzen. Zeh hatte das Amt 18 Jahre bekleidet.[7][8]

Partnerstädte

Wappen

Das Lindenberger Wappen zeigt in Silber auf grünem Dreiberg eine zweitürmige rote Kirche in Vorderansicht mit breitem Vorbau und blauen Dächern, beiderseits je eine grüne Linde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bildende Kunst

Bauwerke

Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul[13]
Die Grundsteinlegung für diese auch Dom des Westallgäus genannte Kirche erfolgte am 8. September 1912, die Einweihung am 1. August 1914. Architekt des neubarocken Baus war Franz Rank. Das 1961 entstandene Deckengemälde gilt als das bedeutendste Werk des Goßholzer Kunstmalers Paul Keck (1904–1973).[14]
Aureliuskirche
Die alte Peter-und-Paul-Kirche wird wegen einer Reliquie des heiligen Aurelius nach diesem benannt, um sie nicht mit der neuen Stadtpfarrkirche zu verwechseln. Sie stammt aus dem Mittelalter und wurde im 17. Jahrhundert nach einem Brand wieder neu aufgebaut; sie war bis zum Jahr 1914 die Stadtpfarrkirche.[15]
Hutmuseum
Das bisherige Hutmuseum Lindenberg, das auf über 300 m² Hüte, Hutpressen, Rohlinge und viele bemerkenswerte Details zum Thema Hut zeigte, hat am 27. Oktober 2013 seine Pforten geschlossen. Als Deutsches Hutmuseum Lindenberg wurde es am 13. Dezember 2014 in erweiterter und modifizierter Form im Gebäude der einstigen Hutfabrik Ottmar Reich wieder eröffnet.[16]

Baudenkmäler

Landschaftliche Besonderheiten

Waldsee

Der Waldsee ist einer der höchstgelegenen Moorseen Deutschlands auf 765,4 Meter und wurde bereits im Mittelalter als Fischweiher angelegt.[17]

Regelmäßige Veranstaltungen

Käse- und Gourmetfest

In Lindenberg findet das „Internationale Käse- und Gourmetfest“ statt, auf dem Käsehersteller aus der Region, aber auch aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Italien, Holland und Slowenien vertreten sind.

Huttag

Der sogenannte „Huttag“ findet jedes Jahr im April statt. Hierzu wählen die Lindenberger alle zwei Jahre ihre Lindenberger Hutkönigin. Während der zweijährigen Amtszeit repräsentiert sie die Hutstadt Lindenberg und das Westallgäu bei Veranstaltungen und Events, auf Touristik- bzw. Modemessen, in Publikationen und bei Hutmodeschauen.

Sozialistenhut

Der Sozialistenhut ist ein jährlich in Lindenberg vom Kreisverband Lindau der SPD Bayern verliehener Preis.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

In Lindenberg sind neben einem traditionellen Käsewerk Zulieferbetriebe der Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie eines der größten europäischen Fotogroßlabore angesiedelt.

Bedeutende Firmen und Einrichtungen sind:

Gesundheitswesen

Lindenberg besitzt mit der Rotkreuzklinik Lindenberg ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Es wurde 1963 gegründet und verfügt über 174 Betten.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

In Lindenberg geboren wurden:

Weitere Persönlichkeiten

In Lindenberg lebten und wirkten bzw. leben und wirken außerdem:

Literatur


Weblinks


 Commons: Lindenberg im Allgäu  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Das Museum auf broemme-schneiderlein.com, abgerufen am 26. November 2011
  3. Das Hut-Museum Brömme in Nürnberg auf nuernberg.bayern-online.de, abgerufen am 26. November 2011
  4. Gemeinde Lindenberg im Allgäu in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 18. August 2019.
  5. Scheidegg und Lindenberg sind Sonnenreichste Orte Bayerns 2009  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven i Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Timo Frasch: Die hutlose Gesellschaft, faz.net vom 9. Dezember 2011 , abgerufen am 11. Dezember 2011
  7. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  8. http://www.all-in.de/onlinespecials/kommunalwahl2014/stichwahlen/Ergebnis-der-Stichwahl-in-Lindenberg-Eric-Ballerstedt-CSU-ist-neuer-Buergermeister;art29503,1579188
  9. Träger des Kulturpreises der Stadt Lindenberg , abgerufen am 1. Oktober 2013
  10. Der Westallgäuer Kunstpreis an Albert Malnati
  11. Der Lindenberger Kulturpreis an Erich Felder
  12. Söldnerhaus-Bilderschau (Memento des Originals vom 21. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive)
  14. Christus musste besonders gut gelingen , all-in.de, 24. Dezember 2011
  15. Aureliuskirche (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive)
  16. Website des Hutmuseums. Abgerufen am 21. März 2014.
  17. Waldsee wurde schon im Mittelalter als Fischweiher genutzt (Memento vom 9. Februar 2015 im Internet Archive)
  18. Bayernland verkauft Schmelzkäsewerk an Schreiber & Rupp
  19. Mauderer Alutechnik GmbH
  20. Pressematerial zum 150-jährigen Jubiläum von Baldauf Käse
  21. Luis Gurschler
  22. Verzeichnis der Träger des Kulturpreises der Stadt Lindenberg



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Stand der Informationen: 20.10.2019 11:30:19 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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