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Linda Maria Koldau



Linda Maria Koldau (* 28. Oktober 1971 in München) ist Professorin für Musikwissenschaft und Kulturgeschichte und freie Unternehmerin. Als Musikwissenschaftlerin hatte sie den Lehrstuhl an der Universität Aarhus inne, der einst für den dänischen Musikwissenschaftler Knud Jeppesen eingerichtet wurde. Seit 2013 leitet sie die Akademie an der Steilküste, ein unabhängiges Seminarunternehmen. Seit 2016 lehrt sie zudem als Dozentin für Veterinäranatomie und publiziert als Expertin für Hausmeerschweinchen.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftliche Karriere


Linda Maria Koldau studierte an der Universität Reading und der Universität Mainz Musikwissenschaft, Amerikanistik und Romanistik. Koldau wurde 2000 an der Universität Bonn über die venezianische Kirchenmusik von Claudio Monteverdi promoviert. 2005 habilitierte sie sich an der Universität Frankfurt am Main mit einer Arbeit über Frauen in der Musikkultur der Frühen Neuzeit. Beide Arbeiten wurden mit Universitätspreisen ausgezeichnet. Von 2006 bis 2008 war sie Lehrstuhlvertreterin und leitete das Institut für Musikwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main; 2009 erhielt sie den Ruf auf den Lehrstuhl für Musikwissenschaft und Kulturgeschichte an der Universität Aarhus. Koldau ist Mitglied in mehreren internationalen Forschungsverbänden und interdisziplinären Netzwerken und hat umfassend auf verschiedenen musikwissenschaftlichen und kulturhistorischen Gebieten publiziert. Im Zeitraum von 1992 bis 2002 arbeitete sie nebenberuflich als Musikjournalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung; seit 1995 verfasst sie Radiosendungen für verschiedene deutsche Kultursender. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit vertritt sie eine interdisziplinäre, kulturgeschichtlich orientierte Musikwissenschaft, die auf der Grundlage umfassender Quellenkenntnis und musikalischer Analyse die Verbindungen zwischen Musik und sozialem Kontext beleuchtet.

2012 kündigte Koldau ihren Lehrstuhl im Protest gegen das niedrige Ausbildungsniveau, das von der Institutsleitung diktiert wurde, und gegen die Managementpolitik der Universität Aarhus, die gegen die Grundregeln freier Forschung und Lehre verstieß.[1] Koldaus Protest und die anschließenden Disziplinarmaßnahmen der Universität Aarhus sorgten 2012 in den dänischen Medien für monatelange Proteste, Artikel und Leserbriefe, die sich gegen den Verfall von Ausbildungsqualität und freier Forschung an Dänemarks Universitäten richteten.[2] Koldau dokumentierte ihre Erfahrungen später in dem dreibändigen dokumentarischen Roman "Jante Universitet", der auch als Nachschlagewerk für generelle Probleme in der aktuellen Universitätspolitik konzipiert ist.[3]

2013–2014 erhielt Koldau ein Marie Curie Senior Research Fellowship der Gerda Henkel Stiftung. In dieser Zeit arbeitete sie am Historischen Seminar der Universität Kiel an einem Projekt über gesellschaftliche Konsequenzen großer Flutkatastrophen. Von 2013 bis 2017 gehörte Koldau als externe Forschungsprofessorin dem Institut für Kulturgeschichte am Historischen Seminar der Universität Utrecht an.

Unternehmerin


2013 gründete Koldau ihr eigenes Seminarunternehmen "Akademie an der Steilküste". Diese Akademie bietet Unternehmensseminare für effiziente Arbeitstechniken und Kulturseminare sowie Vorträge an. Angeschlossen ist die Textagentur "Ehrenwort", die sich in Verbindung mit dem Seminar "Sachtexte" für sprachlich konzise und einwandfreie Texte in beruflichen Zusammenhängen einsetzt. In dieser Akademie liegt gegenwärtig der Schwerpunkt von Koldaus Arbeit.

Tierheilpraxis und Verhaltensforschung


2015–17 absolvierte Koldau an der Akademie für Tiernaturheilkunde ATM GmbH eine Doppelausbildung zur Tierheilpraktikerin und Tierphysiotherapeutin. Seit 2016 arbeitet sie nebenberuflich als Lehrbuchautorin und Dozentin für Anatomie an dieser Akademie. Ihr Spezialgebiet sind Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus), zu denen sie ethologisch und tierheilpraktisch forscht. Auf diesem Gebiet hat sie seit 2017 einen Heimtierratgeber, ein vierbändiges Lehrbuch und mehrere Fachartikel veröffentlicht. 2019 ist ihr erstes Meerschweinchen-Kinderbuch erschienen. Ehrenamtlich ist Koldau für die Tierschutzorganisation Meerschweinchenhilfe e.V. tätig.

Seit 2018 setzt Koldau sich außerdem für den Schutz der australischen Wombats ein und verbreitet als "Wombassador" (Wombat-Botschafterin) in Deutschland Informationen über diese bedrohte Tierart und die Arbeit des Sleepy Burrows Wombat Sanctuary in der Nähe von Canberra.

Forschungsgebiete Musikwissenschaft und Kulturgeschichte


Forschungsgebiete Tierheilpraxis und Verhaltensforschung


Buchpublikationen


Organisation internationaler Tagungen


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Heike Schmoll: Musik ohne Noten und Goethe ohne Deutsch. In: FAZ. 26. April 2012, S. 8. (bildung-wissen.eu)
  2. Eine Zusammenstellung der wichtigsten dänischen Artikel findet sich auf janteuniversitet.wordpress.com
  3. janteuniversitet.wordpress.com
  4. Iris Roebling-Grau: Auch eine Ordensgründerin kann sich mal verlieben. Buchrezension. In: FAZ. 7. Oktober 2014, S. 10.
  5. Internationale Monteverdi-Interpretationen. Archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 4. Oktober 2010.
  6. Anden Verdenskrig i dansk kulturliv 1940-2010. Abgerufen am 1. Februar 2020 (dänisch).
  7. Weltbild und Lebenswirklichkeit in den Lüneburger Klöstern – Programmverlauf. Archiviert vom Original am 29. Januar 2011; abgerufen am 4. Oktober 2010.



Kategorien: Musikwissenschaftler | Kulturhistoriker | Hochschullehrer (Universität Aarhus) | Deutscher | Geboren 1971 | Frau



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Linda Maria Koldau (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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