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Libějovice




Libějovice
Basisdaten
Staat:  Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Strakonice
Fläche: 1304 ha
Geographische Lage: 49° 7′ N, 14° 12′ O
Höhe: 434 m n.m.
Einwohner: 467 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 387 72 – 389 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: VodňanyNetolice
Bahnanschluss: Dívčice–Netolice
Nächster int. Flughafen: Flughafen České Budějovice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Chrt (Stand: 2018)
Adresse: Libějovice 26
387 72 Libějovice
Gemeindenummer: 551333
Website: www.libejovice.cz

Libějovice [ˈlɪbjɛjɔvɪt͡sɛ], bis 1924 Libějice (deutsch Libejowitz, auch Libiegowitz, früher Libiegitz bzw. Libiejitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt vier Kilometer südlich von Vodňany in Südböhmen und gehört zum Okres Strakonice.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Libějovice befindet sich im südlichen Teil der Písecká pahorkatina (Píseker Hügelland). Das Dorf liegt am rechten Ufer des Baches Libějovický potok, umgeben von mehreren Teichen, von denen der Nový rybník pod Libějovic, Kuchyňka und Bukový rybník im Osten die größten sind. Östlich erhebt sich die Kuchyňka (429 m), südlich der Lomec (552 m), im Südwesten der Libějovický vrch (607 m) und die Skalice (604 m). Östlich des Dorfes verläuft E 49/ I/20 zwischen Vodňany und České Budějovice. Die Bahnstation Libějovice liegt drei Kilometer südöstlich des Dorfes bei Háj am freien Feld an der E 49.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Libějovice besteht aus den Ortsteilen Černěves (Schwarzdorf), Libějovice (Libejowitz) und Nestanice (Nestanitz) sowie den Einschichten Háj (Herrnhof), Lomec (Lometz), Nový Dvůr (Neuhof) und Nový Zámek (Neuschloß).

Nachbargemeinden

Nachbarorte sind Hvožďany und Újezd im Norden, Strpí, Klůs und Záblatíčko im Nordosten, Radomilice, Dubenec und Dívčice im Osten, Česká Lhota, Novosedly, Háj, Černěves und Malovice im Südosten, Nestanice und Lomec im Süden, Krtely und Truskovice im Südwesten, Dlouhá Ves, Záhorčí und Libějovické Svobodné Hory im Westen sowie Chelčice und Na Lázni im Nordwesten.

Geschichte


Archäologische Funde im Wald Černoháj reichen bis zur frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur zurück. Bedeutsam war die slawische Besiedlung zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert; das 1925 auf dem Lomec entdeckte Hügelgräberfeld gehört zu den größten und besterhaltenen in Südböhmen.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes erfolgte 1264. Das Geschlecht der Malowetz von Malovice ist seit 1352 als Besitzer des Gutes nachweislich.

Seit 1489 war Leo von Malowetz Besitzer des Gutes, er schloss am 19. November 1496 mit der Stadt Vodňany einen Vergleich über die Vergütung der von der Stadt auf dem Gut verursachten Schäden. Am 27. Juli 1562 verkaufte sein Sohn Dionys von Malowetz die Güter Libějovice, Malovice, Rábín, Nestanice und Skály für 300 Schock Meißnische Groschen an Wilhelm von Rosenberg, der die alte Feste zu einem Renaissanceschloss umbauen ließ. Ihm folgte 1592 sein jüngerer Bruder Peter Wok von Rosenberg, der das Gut 1603 durch den Zukauf der Meierhöfe Blanička und Protivec mit den Dörfern Blanička, Protivec, Šipoun und Truskovice für 7250 Schock Böhmische Groschen von Agnes Říčanský von Hoděgow und Dub erweitern konnte. Nachdem 1611 mit dem Tode von Peter Wok das Geschlecht der Rosenberger im Mannesstamme erloschen war, erbte Johann Georg von Schwanberg deren Güter. Dessen Sohn Peter von Schwanberg gehörte während des Ständeaufstandes zu den Anführers der Aufständischen. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde seine Güter konfisziert und am Donnerstag nach Dorothea 1620 durch Kaiser Ferdinand II. seinem Heerführer Karl von Buquoy für treue Dienste übereignet. Ferdinand II. bestätigte 1622 im Majestätsbrief von Kremsmünster Buquoys Witwe Maria Magdalena, geborene von Biglia und ihrem Sohn Albert von Buquoys die Schenkung und gab 1623 zudem noch eine Übernahmeerklärung für sämtliche darauf lastenden Ansprüche ab. Maria Magdalena von Buquoy kaufte 1651 das Gut Čichtitz und im Jahre darauf noch das Gut Těšínov hinzu. Philipp Emanuel von Bucquoy ließ 1696 das Neuschloss erbauen. Antonia Renata von Buquoy, geborene Czernin von und zu Chudenitz, veräußerte im Jahre 1703 die Güter Čichtitz, Duben und Elexnitz für 118450 Gulden an Rosa Angela von Buquoy, geborene von Harrach. Karl Kajetan von Bucquoy kaufte 1728 die Güter Duben und Čichtitz von seinem Mündel Franz Reysky von Dubenitz für 74500 Gulden auf und vereinigte sie wieder mit Libiegitz. Die Herrschaft blieb bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts immer im Besitz der Grafen Longueval von Buquoy. In den 1780er Jahren erfolgte die Einrichtung eines Armeninstituts.

1801 verkaufte Johann Joseph von Buquoy den Besitz anden Reichsfürsten Joseph II. zu Schwarzenberg, den 1833 sein Sohn Johann Adolf II. zu Schwarzenberg beerbte. Der Domänenverwalter und spätere Amts- und Wirtschaftsdirektor der Herrschaft Franz Horsky baute die Herrschaft ab 1829 systematisch zu einem landwirtschaftlichen Mustergut der k.k. Monarchie auf. Im Jahre 1840 umfasste das Gut Libiegitz eine Nutzfläche von 22576 Joch 1025 Quadratklaftern sowie 72 Teichen. Das Gut Libiegitz hatte 8038 überwiegend tschechischsprachige Untertanen, hinzu kamen noch 1164 beim Gut Čichtitz. Diese lebten vornehmlich von der Landwirtschaft und verdienten sich mit der Garnspinnerei ein Zubrot. Die Herrschaft bewirtschaftete die acht Meierhöfe Čichtitz, Blanitz, Neuhof, Zahor, Rabin, Selze, Herrnhof und Skal, zu denen mit Ausnahme von Neuhof und Skal auch Schäfereien gehörten, sowie zwei Fasangärten bei Libiegitz und Malowitz. In Libiegitz betrieb die Herrschaft eine große Ölpresse mit Raffinerie sowie eine Essigsiederei, in Rabin eine große Branntweinbrennerei und in Tieschin eine Kohlenbrennerei. Die herrschaftlichen Pottaschesiedereien in Libiegitz, Čichtitz und Tieschin wurden verpachtet. Zur Herrschaft Libiegitz gehörten die 36 Dörfer Libiegitz, Nestanitz (Nestanice), Groß-Malowitz, Klein-Malowitz (Malovičky), Schwarzdorf (Černěves), Krtel (Krtely), Cheltschitz, Augezd (Újezd), Hwoždian (Hvožďany), Křepitz (Křepice), Langendorf (Dlouhá Ves), Freigebirg (Libějovické Svobodné Hory), Witiegitz, Wosule (Na Osulí), Hracholusk, Swonitz (Svojnice), Groß- oder Alt Bor (Velký Bor), Klein- oder Neu-Bor (Malý Bor), Černowitz mit Kobyli Hora (Kobylí Hora), Dubowitz (Dubovice), Gelenko (Jelemek), Nebahau, Klein-Blanitz (Blanička), Schipaun (Šipoun), Hlawatetz, Hlaska (Hláska), Hradischt (Hradiště), Wolschowitz, Selz, Strp (Strpí), Krallen (Kralovice), Lažisst (Lažišťka), Chaluppen ob Zdiar (Žďárské Chalupy), Neudorf (Nová Ves), Tieschin (Těšínov), Wschetetz (Všeteč) sowie sechs Häuser von Sedlitz (Sedlec), vier Häuser einschließlich eines Meierhofs von Skal und je zwei Häuser von Protiwin, Mischenetz (Myšenec), Zdiar, Likařowa Lhota (Lékařova Lhota) und Kraschlowitz (Kohauter und Forker Mühle); zudem noch die drei zum Gut Čichtitz untertänigen Dörfer Čichtitz (Čichtice), Protiwetz (Protivec) und Truskowitz.

Das Amtsdorf Libiegitz bestand aus 46 Häusern mit 362 Einwohnern; darunter drei Israelitenhäusern, die von sieben jüdischen Familien bewohnt waren. Im Ort bestanden neben den o. g. herrschaftlichen Betrieben das als Beamtenwohnsitz dienende alte Schloss mit dahinterliegenden herrschaftlichen Fasangarten, ein Wirtshaus, eine Gemischtwarenhandlung sowie eine emphyteutisierte Mühle mit einer Graupenstampfe. Abseitig lagen das Neuschloss mit einer Hauskapelle, der Meierhof Neuhof mit einem Brauhaus, der Wallfahrtsort Lometz mit der Lokalkirche zum hl. Namen Mariä, einem Wirtshaus und dem ehemaligen Jagdschloss, das als Wohnung des Lokalisten, des Lehrers und des Revierjägers diente. Pfarrort war Cheltschitz.[2] Horskys erfolgreiche Wirtschaft bildete die Grundlage dafür, dass 1850 auf dem Gut Rabin zwecks Modernisierung der Landwirtschaft die böhmische Landwirtschaftsschule gegründet wurde. Sie wurde bis 1857 von Horsky geleitet, zeitgleich entstand die deutsche Ackerbauschule in Liebwerd. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Dorf immer Amtsdorf der Allodialherrschaft Libiegitz samt dem Gut Čichtitz.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Libějice/ Libiejitz ab 1850 eine Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Prachatice und dem Gerichtsbezirk Netolice. Zwischen 1894 und 1895 errichtete die Netolitzer Lokalbahn die Bahnstrecke Dívčice–Netolice. Der amtliche Ortsname Libějovice wird seit 1924 verwendet. Nachdem Prachatice 1938 infolge des Münchner Abkommens an das Deutsche Reich abgetreten werden musste, verblieb Libějovice bei der Tschechoslowakei und wurde Teil des Okres Písek. 1949 wurde die Gemeinde dem Okres Vodňany zugeordnet, nach dessen Aufhebung kam sie zu Beginn des Jahres 1961 zum Okres Strakonice. Černěves und Nestanice wurden 1961 eingemeindet. Am 1. Jänner 1981 erfolgte die Eingemeindung nach Chelčice. Nach einem Referendum lösten sich Libějovice, Černěves und Nestanice zum 24. November 1990 wieder von Chelčice los und bildeten eine eigene Gemeinde.

In Nový Dvůr befindet sich eine Station des Ustredni kontrolni a zkusebni ustav zemedelsky v Brne (Zentrales Kontroll- und Prüfamt für Landwirtschaft in Brünn).

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Weblinks


Commons: Libějovice  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  2. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Statistisch-topographisch dargestellt. Band 8: Prachiner Kreis. Calve, Prag 1840, S. 388–399.



Kategorien: Ort im Okres Strakonice | Gemeinde im Jihočeský kraj | Ersterwähnung 1264



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Stand der Informationen: 04.07.2020 02:41:37 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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