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Leutasch

Leutasch
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 102,87 km²
Koordinaten: 47° 22′ N, 11° 9′ O Koordinaten: 47° 22′ 0″ N, 11° 9′ 0″ O
Höhe: 1136 m ü. A.
Einwohner: 2.422 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 24 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6105
Vorwahl: 05214
Gemeindekennziffer: 7 03 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatzl 128a
6105 Leutasch
Website: www.leutasch.at
Politik
Bürgermeister: Georgios Chrysochoidis
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)

5 Gemeinsame Leutaschtaler Bürgerliste mit Bürgermeister Thomas Mößmer – GLBL, 3 Zukunft für Leutasch mit VBM Siegfried Klotz – ZL, 7 Für Leutasch – FL

Lage von Leutasch im Bezirk Innsbruck-Land
Hohe Munde, Gaistal, Leutasch und Wettersteingebirge, vorn Seefelder Plateau
Hohe Munde, Gaistal, Leutasch und Wettersteingebirge, vorn Seefelder Plateau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Leutasch ist eine Gemeinde mit 2422 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Innsbruck Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck. Leutasch ist heute als Wintersportort für seine kilometerlangen Skilanglaufloipen bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Der Ort liegt im Leutaschtal, einem Hochtal, das sich über 16 km von der Hohen Munde nach Nordosten am Wettersteingebirge entlang erstreckt und in der Leutaschklamm endet, die bei Mittenwald die Grenze zu Deutschland bildet. Umrahmt wird das Tal von weiteren markanten Gipfeln wie dem Hochwanner, der Dreitorspitze und der Arnspitze. Das Tal ist eine große, von eiszeitlichen Gletschern geformte Felswanne, gefüllt mit Schotter und Seesedimenten. Es wird von der Leutascher Ache durchflossen. Das Gaistal führt zwischen Wetterstein und Mieminger Gebirge nach Westen zur Ehrwalder Alm.

Leutasch ist nach Süden vor dem warmen Föhn geschützt und nach Norden vor der Kälte durch den Wetterstein. Vom Westen her haben Schneewolken durch das Gaistal leichten Zugang. Dadurch ist die Leutasch sehr schneesicher, bei gleichzeitig mildem Sommerklima.

Die Besiedelung erstreckt sich entlang der Straße in zahlreichen Weilern. Leutasch war viel stärker von der Landwirtschaft geprägt als die Nachbarregion um Seefeld und konnte daher eine Kulturlandschaft aus Wiesen und Weiden mit Feuchtgebieten bis in die Gegenwart herüberretten.

Gemeindegliederung


Die Gemeinde Leutasch besteht aus der einzigen, gleichnamigen Ortschaft mit 24 Dörfern, Rotten, Weilern und Zerstreuten Häusern.[1] Allgemein gliedert sich die Gemeinde in drei Teile:

Die Gemeinde hat keinen ausdrücklichen Hauptort, Gemeindesitz ist in Kirchplatzl, welcher auch mit ‚Leutasch‘ beziehungsweise ‚Oberleutasch‘ gleichgesetzt wird (oder umgekehrt der Ortsname ‚Leutasch‘ mit dem ganzen Gemeindeteil Oberleutasch). Am Kirchplatzl findet sich auch die Pfarrkirche Oberleutasch, die zweite Pfarre und Pfarrkirche der Gemeinde, Unterleutasch, befindet sich in Unterkirchen. Der Ortsteil Weidach bildet das touristische Zentrum.

Nachbargemeinden


Garmisch-Partenkirchen (Lkr. Garmisch-Partenkirchen, BY, DE) Mittenwald (Lkr. Garmisch-Partenkirchen, BY, DE)
Wildermieming Nachbargemeinden Scharnitz
Telfs Seefeld in Tirol

Geschichte


Es gibt keine Belege für eine menschliche Besiedlung des Leutascher Gemeindegebiets vor der Mitte des 12. Jahrhunderts. Erstmals schriftlich erwähnt wird das Gebiet am Fluss Leutasch als („aqua que dicitur Livtaske“) im Jahr 1177 im Zusammenhang mit einer Stiftung des bayrischen Edelfreien Bernhard von Hausen an das oberbayerische Augustiner-Chorherrenstift Polling bei Weilheim.[2] Etwa zur selben Zeit kam auch das Stift Wilten zu Besitzungen und Rechten in diesem Gebiet, dessen Tallagen in dieser Zeit wohl noch vollständig bewaldet sind. Bald entstanden auf gerodeten Flächen erste Gehöfte und Bauerngüter.

Im Jahr 1294 verkaufte der kinderlos gebliebene Graf Berchtold III. von Eschenlohe seine Grafschaften Mittenwald und Partenkirchen mitsamt dem Wetterstein an den Bischof von Freising, dessen Bistum damit zum Hochstift aufstieg. Das Hochstift Freising fasste die neuerworbenen Grafschaften mit dem bereits 1249 erworbenen predium Garmisch zur Grafschaft Werdenfels zusammen. Aus einer ersten Grenzbeschreibung von 1305 geht hervor, dass ein Teil des Leutaschtals zur Grafschaft Werdenfels gehörte.[3]

Im Jahre 1312 erwarb Herzog Heinrich von Kärnten und Graf von Tirol Besitzungen in der Leutasch. 1338 ließ er am Talanfang oberhalb der Leutaschklamm, 300 m östlich der späteren Leutascher Schanze, eine Burg errichten, mit Vor- und Hauptburg sowie umlaufendem Wassergraben in quadratischer Anlage. In ihrem Schutz eignete sich Tirol weiteren Grundbesitz an, ehe das Leutaschtal 1500 ganz an Tirol ging.[4][5]

Die weitere Besiedlung des Leutascher Tals erfolgte langsam, aber stetig, sodass 1775 ungefähr 800 Personen das Tal bewohnten und die Einwohnerzahl Leutaschs bei einer amtlichen Zählung im Jahr 1826 mit 945 angegeben wird. Auch der Kreis der Grundherren hat sich im Laufe der Zeit um den Tiroler Landesfürsten und das Stift Stams erweitert. Diese Grundherrschaften wurden – wie in ganz Österreich – im Zuge der Revolution von 1848/49 aufgehoben.[6]

Obwohl das Leutaschtal abseits der Hauptverkehrswege liegt, war es mehrmals von kriegerischen Handlungen betroffen:

Bevölkerungsentwicklung



Historische Ansichten


Politik


Der Gemeinderat hat insgesamt 15 Mitglieder. Die Anzahl der Mitglieder wurde 2016 wegen Bevölkerungszuwachs von 13 auf 15 erhöht.[10]

Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Gemeinsame Leutaschtaler Bürgerliste mit Bürgermeister Thomas Mößmer – GLBL, 3 Zukunft für Leutasch mit VBM Siegfried Klotz – ZL, 7 Für Leutasch – FL.

Bürgermeister
Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Koppelung
Gemeinsame Leutaschtaler Bürgerliste mit Bürgermeister Thomas Mößmer 34,14 % 424 5
Zukunft für Leutasch – mit VBM Siegfried Klotz 23,59 % 293 3
FÜR LEUTASCH 42,27 % 525 7

Wappen


Wappen at leutasch.png

Wappenbeschreibung:

In Grün ein goldener halber Hirsch.

Die Farben der Gemeindefahne sind gelb-grün.

Verliehen wurde das Wappen am 25. November 1981. Es „erinnert an den historischen Wild- und Waldreichtum der Gemeinde und an das bayerische Kloster Polling, das seit der Schenkung des Edelfreien Bernhard von Husen im Jahre 1178 [recte: 1177] durch Jahrhunderte eine bedeutende Grundherrschaft der Leutasch war.“[11]

Städtepartnerschaft


Wirtschaft


Der Ortsteil Weidach bildet das touristische Zentrum, mit der Straße nach Seefeld, weiters gibt es eine Straßenverbindung nach Telfs in das Inntal und eine weitere nach Mittenwald. Die Gemeinde gehört zur Tourismusregion Olympiaregion Seefeld.

Leutasch hat sich seit den 1960er Jahren zu einer ruhigen Ferienregion entwickelt, die mit ihrem dörflichen Charakter vor allem auf Familien mit Kindern und Senioren abzielt. Im Winter werden ausgedehnte Langlaufloipen angelegt. Zum Langlaufen stehen insgesamt 279 km Loipen der Olympiaregion Seefeld[12] bereit. Das alpine Schilaufen ist am Katzenkopf (1.360 Meter hoch) möglich, dort stehen ein 3er Sessellift und 2 Schlepplifte zur Verfügung.[13] Leutasch verfügt heute über 10 Hotels und zahlreiche Pensionen, Ferienwohnungen und Appartementhäuser sowie mehrere Restaurants und Gaststätten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Leutasch

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


 Commons: Leutasch  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Leutasch – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis Tirol 2001. Wien 2005. (PDF; 3,2 MB )
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 267, Nr. 737.
  3. Vgl. Geographie der Grafschaft Werdenfels
  4. Christian Scheffler: Zeittafel zur Geschichte im Werdenfelser Land und allgemeiner Ereignisse, 739–1945 (Weblink (Memento des Originals vom 8. Januar 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; PDF; 215 kB).
  5. Christian Scheffler: Burgen und Schanzen im Werdenfelser Land und in der näheren Umgebung. (PDF; 77 kB).
  6. Geschichte: Ein kleiner Einblick in die Geschichte unseres Tales , leutasch.at
  7. Vgl. Geschichte Tirols zur Neuzeit
  8. Der Boarische Rummel von 1703. (Memento des Originals vom 19. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: andreas-hofer-bund.de
  9. Vgl. Belagerung der Porta Claudia 1805
  10. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 in Leutasch
  11. Zahlen und Fakten: Gemeindewappen In: leutasch.at
  12. Stefan Herbke: Olympiaregion Seefeld: Die ganz große Schleife. In: Spiegel Online. 7. Februar 2007, abgerufen am 19. Januar 2015.
  13. Skigebiet-Kreithlift Leutasch bei Seefeld in Tirol > Skigebiet Info > Überblick: Skifahren und Pisten (Memento vom 18. Februar 2013 im Internet Archive) In: skigebiet-kreithlift-leutasch.com



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