Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen - de.LinkFang.org

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Bad Tölz
Fläche: 1.110,69 km2
Einwohner: 127.227 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Kreisschlüssel: 09 1 73
Kreisgliederung: 21 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
Website: www.lra-toelz.de
Landrat: Josef Niedermaier (FW)
Lage des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (bairisch Däiz-Woifratshausn) liegt im Süden des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern. Der jetzige Doppellandkreis entstand 1972, im Wesentlichen durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen. Er zählt – nach Traunstein, Rosenheim und Eichstätt – flächenmäßig zu den größten der 20 Landkreise in Oberbayern und besitzt mit dem Schafreuter (2102 m ü. NHN) eine der höchsten Erhebungen des Vorkarwendels. Der Landkreis wird innerhalb Bayerns als eigenständige Tourismusregion „Tölzer Land“ ausgewiesen (→ siehe auch Abschnitt: Tourismus).[2]

Der Landkreis im Bayerischen Oberland wird von Südwesten nach Norden von der Isar durchflossen, die in ihm den Wandel vom Gebirgsfluss zum breiten Voralpenstrom vollzieht und bei Icking Richtung München abfließt.

Kreisstadt des Landkreises ist die Kurstadt Bad Tölz, verschiedene Ämter und Behörden blieben der ehemaligen Kreisstadt Wolfratshausen allerdings erhalten. Wirtschaftliches Zentrum und größte Stadt des Kreises ist die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Stadt Geretsried.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Lage

Der Landkreis gehört zur Region Oberland und wird durch die Flusstäler der Isar und der Loisach sowie viele Seen geprägt. Er umfasst sowohl alpines als auch voralpines Gelände. Der Schafreuter im Karwendel ist mit 2102 m der höchste Berg im Landkreis.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Starnberg, München und Miesbach. Im Süden grenzt er an den Bezirk Schwaz des Bundeslandes Tirol in Österreich.

Geschichte


Ämter sowie Land- und Pflegegerichte bis 1800

Das Gebiet des heutigen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen gehörte zum historischen Bestand des Herzogtums Bayern. Im Hochmittelalter war der östliche Teil des heutigen Landkreises dem „Sundergau“ zugeordnet, westlich der Isar schloss sich der „Huosigau“ an; die Grenzen waren fließend. Zwischen den Jahren 1000 und 1100 lag der Raum im Machtbereich der Grafen von Ebersberg, die im Jahr 1045 ausstarben, und der Grafschaft Wolfratshausen der Andechs-Meranier, die 1248 erloschen. Nachfolger waren die Wittelsbacher, die 1180 die Herzogswürde erhalten hatten. Auch das Erbe der Edelfreien von Tölz, die 1265 ausstarben, fiel an die Wittelsbacher. Ebenso erlangten sie die Vogteirechte über die wichtigen Klöster Schäftlarn, Tegernsee und Benediktbeuern und deren Gerichtsbezirke. Die Burgen Wolfratshausen und Tölz entwickelten sich zu neuen Zentralorten und dienten als herzogliche Stützpunkte. Die dortigen Urbarämter – spätestens ab 1281 wird Tölz als eines der bedeutendsten Ämter des Herzogtums Bayern im Landesurbar genannt[3] – bildeten die ersten Strukturen einer sich entwickelnden Verwaltung, der die Kastenämter und später die Land- und Pflegegerichte Wolfratshausen und Tölz folgten, die bis zur Säkularisation in den Jahren 1802/1803 bestanden. Daneben existierten die Hofmarken Hohenburg, Greiling-Reichersbeuern-Sachsenkam, Harmating, Ascholding, Hechenberg, Königsdorf, Eurasburg sowie Hornstein. Gleichzeitig entfaltete ab der Mitte des 12. Jahrhunderts das Kloster Benediktbeuern als Klostergericht seine Macht.

Landgerichte

Nach der Säkularisation und Auflösung der Klöster 1803 wurden im heutigen Kreisgebiet die Landgerichte älterer Ordnung Tölz und Wolfratshausen gebildet. Sie gehörten ab 1808 zum Isarkreis (Hauptstadt München) und ab 1838 zu Oberbayern.[4]

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurde aus dem Landgerichtsbezirk Tölz das gleichnamige Bezirksamt errichtet. Der Landgerichtsbezirk Wolfratshausen wurde zunächst dem Bezirksamt München rechts der Isar, ab 1879/80 dem Bezirksamt München II zugeteilt. Letzteres wurde 1902 aufgelöst. Danach entstand das Bezirksamt Wolfratshausen.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[5] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Bei der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Bad Tölz und der größte Teil des Landkreises Wolfratshausen zum neuen Landkreis Bad Tölz vereinigt; dazu kam noch die Gemeinde Schlehdorf des Landkreises Weilheim. Einige Gemeinden des Landkreises Wolfratshausen kamen an die Landkreise München, Starnberg und Miesbach. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis Bad Tölz seine heutige Bezeichnung Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gewann von 1988 bis 2008 über 20.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 20 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 100.433 auf 127.227 um 26.794 Einwohner bzw. um 26,7 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 22.262 27.886 42.830 67.521 69.526 85.060 98.579 106.262 110.995 116.017 120.633 121.801 124.930

Religionen

Laut Zensus 2011 waren 56,3 Prozent der Einwohner römisch-katholisch, 15,1 Prozent evangelisch während 28,6 Prozent entweder anderen Konfessionen oder Religionen angehörten oder konfessionslos waren.[6] Laut Statistik der Erzdiözese München-Freising lebten 2018 im Landkreis 57.838 Katholiken von insgesamt 127.277 Einwohner (45,4 Prozent).[7]

Politik


Landräte

Kreistag

Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern:

Gewinne und Verluste
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%
  • SPD: 7 Sitze
  • Grüne: 9 Sitze
  • FW: 16 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • FUW: 2 Sitze
  • BP: 2 Sitze
  • CSU: 23 Sitze
  • Wappen


    Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein schreitender, rot bezungter und rot bewehrter goldener Löwe, gespalten; vorne die bayerischen Rauten, hinten in Rot zwei schräg gekreuzte, mit den Krümmen zugewendete silberne Abtstäbe.“[8]
    Wappenbegründung: Das Wappen verbindet das Wappen des früheren Landkreises Bad-Tölz mit dem Wolfratshausener Löwen.

    Entworfen hat das Wappen die Mitarbeiterin im Landratsamt Marianne Madl.[9]

    Wirtschaft und Infrastruktur


    Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 329 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 9.761 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 2,4 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.[10]

    Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Platz 61 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.[11]

    Tourismus

    Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird innerhalb Bayerns als eigenständige Tourismusregion „Tölzer Land“ ausgewiesen,[2] die u. a. mit eigener Webpräsenz[12] beworben wird.


    Verkehr

    Durch den westlichen Landkreis verläuft auf einer Länge von etwa 15 Kilometern die A 95. Weiter erschließen Teilstücke von vier Bundesstraßen den Landkreis. Die B 11 verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung von Icking über Wolfratshausen und Geretsried bis zur B 472, von dieser bei Bichl wieder abzweigend über Kochel am See, Kesselberg zur Landkreisgrenze südlich des Walchensees. Die B 13 kommt ebenfalls aus nördlicher Richtung bei Sachsenkam in den Landkreis, verläuft über Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinspeicher, wo sie in die B 307 mündet. Die B 472 quert den Landkreis von Ost nach West und führt an Bad Tölz vorbei. Die B 307 führt von Osten kommend entlang des Sylvensteinspeichers bis Vorderriß.

    Gemeinden


    (Einwohner am 31. Dezember 2018[13])

    Städte

    1. Bad Tölz (18.802)
    2. Geretsried (25.275)
    3. Wolfratshausen (18.836)

    Verwaltungsgemeinschaften

    1. Benediktbeuern
      (Gemeinden Benediktbeuern und Bichl)
    2. Kochel a.See
      (Gemeinden Kochel a.See und Schlehdorf)
    3. Reichersbeuern
      (Gemeinden Greiling, Reichersbeuern und Sachsenkam)

    Gemeindefreie Gebiete
    (7,99 km², beide unbewohnt)

    1. Pupplinger Au (3,72 km²)
    2. Wolfratshauser Forst (4,27 km²)

    Weitere Gemeinden

    1. Bad Heilbrunn (3986)
    2. Benediktbeuern (3617)
    3. Bichl (2249)
    4. Dietramszell (5459)
    5. Egling (5477)
    6. Eurasburg (4300)
    7. Gaißach (3136)
    8. Greiling (1472)
    9. Icking (3663)
    10. Jachenau (870)
    11. Kochel a.See (4092)
    12. Königsdorf (3096)
    13. Lenggries (10.027)
    14. Münsing (4291)
    15. Reichersbeuern (2518)
    16. Sachsenkam (1315)
    17. Schlehdorf (1226)
    18. Wackersberg (3520)

    Kfz-Kennzeichen


    Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Bad Tölz gültige Unterscheidungszeichen TÖL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

    Seit dem 10. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen WOR des ehemaligen Landkreises Wolfratshausen erhältlich.

    Schutzgebiete


    Im Landkreis gibt es elf Naturschutzgebiete, 20 Landschaftsschutzgebiete, 16 FFH-Gebiete und mindestens 55 ausgewiesene Geotope. (Stand April 2016)

    Siehe auch


    Literatur


    Weblinks


    Commons: Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise


    1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
    2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern Stand: 1. Januar 2017, online unter statistik.bayern.de
    3. Georg Westermayer: Chronik der Burg und des Marktes Tölz. Verlag Günther Aehlig, 3. Auflage 1976, S. 63 ff.
    4. Andreas Höger: Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Land an Isar und Loisach – Ein Geschichtsbuch. Hrsg. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Bad Tölz 2008.
    5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
    6. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Bevölkerung im regionalen Vergleich nach Religion -in %-
    7. Kirchenaustritt Frust hat viele Gründe
    8. Eintrag zum Wappen des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen  in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 4. September 2017.
    9. Eine Torte zum 40. Geburtstag. In: merkur.de. 26. Juli 2012, abgerufen am 9. Dezember 2013.
    10. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern/Bad-Toelz-Wolfratshausen-Nav.html?year_month=201107
    11. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
    12. Webpräsenz der „Tölzer Land Tourismus (SG 15 TOUR) am Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen“ , online unter toelzer-land.de
    13. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).



    Kategorien: Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen | Landkreis in Bayern | Bayerisches Alpenvorland

    Werbung:


    Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

    Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
    Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


    Stand der Informationen: 29.02.2020 11:02:01 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
    Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.