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Landkreis Bad Kreuznach




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Bad Kreuznach
Fläche: 863,76 km2
Einwohner: 158.080 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: KH
Kreisschlüssel: 07 1 33
Kreisgliederung: 118 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Salinenstraße 47
55543 Bad Kreuznach
Website: kreis-badkreuznach.de
Landrätin: Bettina Dickes (CDU)
Lage des Landkreises Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz

Der Landkreis Bad Kreuznach ist eine Gebietskörperschaft im Zentrum von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die gleichnamige verbandsfreie Stadt Bad Kreuznach.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Lage

Der Kreis Bad Kreuznach umfasst im Osten Teile des Rheinhessischen Tafel- und Hügellandes, im Süden des Nordpfälzer Berglandes und im Westen und Norden des Hunsrücks. Die Hauptachse im Kreis bildet die Nahe, welche von Westen durch Kirn, Bad Sobernheim und Bad Kreuznach fließt und den Kreis im Norden verlässt. Der Kreis Bad Kreuznach bildet mit Teilen des Landkreises Mainz-Bingen und des Donnersbergkreises das Weinbaugebiet Nahe.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms, Donnersbergkreis, Kusel, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück-Kreis.

Geschichte


Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Gebiet des heutigen Landkreises Bad Kreuznach in verschiedene kleinere und größere Territorien aufgeteilt.

1794 wurde das Linke Rheinufer während des Ersten Koalitionskrieges besetzt, 1798 wurde das Gebiet von der französischen Direktorialregierung nach französischem Vorbild reorganisiert. Das Gebiet des späteren Kreises Kreuznach war bis 1814 in das Rhein-Mosel-Departement und das Saardepartement aufgeteilt. Nach dem Ende der französischen Herrschaft im linksrheinischen Gebiet (1814) wurde die Region auf dem Wiener Kongress (1815) dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung wurde 1816 der Kreis Kreuznach im Regierungsbezirk Koblenz neu gebildet, der seit 1822 zur Rheinprovinz gehörte.

1932 wurde der Kreis Kreuznach mit dem Kreis Meisenheim zusammengelegt. Im Rahmen des ersten Schritts der Kreisreform in Rheinland-Pfalz wurde der Landkreis am 7. Juni 1969 neu zugeschnitten und in Landkreis Bad Kreuznach umbenannt. Neu zum Landkreis kamen

Gleichzeitig gab der Landkreis die Ortsgemeinden Bingerbrück, Münster-Sarmsheim, Waldalgesheim und Weiler bei Bingerbrück an den neuen Landkreis Mainz-Bingen sowie die Ortsgemeinden Hoppstädten und Medard an den Landkreis Kusel ab.

Im zweiten Schritt der Kreisreform nahm der Landkreis am 7. November 1970 noch die Ortsgemeinden Bruschied, Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis auf und trat die Ortsgemeinde Genheim an den Landkreis Mainz-Bingen ab.[2]

Einwohnerstatistik


Jahr Einwohner Quelle
1816 30.685 [3]
1838 51.673 [4]
1871 60.771 [5]
1885 69.090 [5]
1900 77.849 [6]
1910 82.871 [6]
1925 86.111 [6]
1939 104.704 [6]
Jahr Einwohner Quelle
1950 114.837 [6]
1960 124.600 [6]
1970 147.400 [7]
1980 146.700 [8]
1990 149.500 [9]
2000 157.600 [10]
2010 155.544
2018 158.080

Konfessionsstatistik


Gemäß der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 43,8 % der Einwohner mehrheitlich evangelisch, 32,2 % römisch-katholisch und 24,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[11] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 31. März 2020) sind 38,0 % evangelisch, 29,0 % der Einwohner römisch-katholisch und 33,0 % gehören entweder einer anderen Religion an oder sind konfessionslos.[12]

Politik


Gewinne und Verluste
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Bad Kreuznach besteht aus 50 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Die Kreistagswahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Wahlergebnis:[13]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,4 16 37,4 19 37,0 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,1 12 34,5 17 32,9 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,0 7 8,1 4 8,0 4
AfD Alternative für Deutschland 9,6 5 5,2 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,8 3 4,4 2 9,9 5
FWG Kreis Freie Wählergruppe Kreis Bad Kreuznach 5,2 3 7,0 3 8,8 4
DIE LINKE. DIE LINKE. 3,7 2 3,5 2 3,4 2
FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER 3,3 2
gesamt 100,0 50 100,0 50 100,0 50
Wahlbeteiligung in % 61,1 57,5 55,3

Landräte

Der Landrat wird in direkter Wahl für acht Jahre gewählt. Bei der Wahl im April 2017 setzte sich Bettina Dickes (CDU) durch.

Bettina Dickes trat ihr Amt am 7. Juli 2017 an. Bei der Stichwahl am 2. April 2017 hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 58,7 % gegen Hans-Dirk Nies (SPD) durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 19. März 2017 keiner der ursprünglich vier Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.[14]

Wappen und Flagge

Der Landkreis Bad Kreuznach führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Blasonierung: „Geteilt: oben in Schwarz ein wachsender, rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe, unten in vier Reihen geschacht von Blau und Gold.“

Das Wappen wurde am 13. September 1939 genehmigt.

Wappenbegründung: Der Löwe symbolisiert die ehemals kurpfälzischen Gebietsteile, der untere Schildteil die Besitzungen der Vorderen Grafschaft Sponheim.

Partnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur


Der Landkreis ist landwirtschaftlich (Wein, Weizen, Raps, Gerste, Mais sowie Viehzucht) geprägt. Lediglich im Osten im Umkreis von Bad Kreuznach ist eine dichtere Konzentration von mittelständischen Unternehmen, vor allem in Produktion und Logistik, festzustellen. Wichtige Zweige sind neben Maschinenbau und Fertigung von Ersatzteilkomponenten vor allem die Weinindustrie, insbesondere Abfüll- und Kellertechnik. Auch der Tourismus spielt im Rahmen der Vermarktung des Naheweines, der Kurstädte Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg, Teilen des Nordpfälzer Berglandes sowie des Hunsrücks eine zunehmend wichtige Rolle.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Bad Kreuznach Platz 226 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[15]

Verkehr

Im Osten des Landkreises Bad Kreuznach streift die Bundesautobahn 61 (Ludwigshafen–Koblenz) das Kreisgebiet. Ferner durchziehen die Bundesstraßen 41, 48, 421 und 428 den Landkreis. Ganz am südlichen Rand verläuft die B 420.

Städte und Gemeinden


(in Klammern die Einwohnerzahl mit Stand vom 31. Dezember 2018[16])

Verbandsfreie Stadt

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)
  1. Altenbamberg (737)
  2. Biebelsheim (612)
  3. Feilbingert (1547)
  4. Frei-Laubersheim (1040)
  5. Fürfeld (1537)
  6. Hackenheim (2068)
  7. Hallgarten (741)
  8. Hochstätten (618)
  9. Neu-Bamberg (959)
  10. Pfaffen-Schwabenheim (1329)
  11. Pleitersheim (328)
  12. Tiefenthal (117)
  13. Volxheim (1155)
  1. Bärenbach (497)
  2. Becherbach bei Kirn (388)
  3. Brauweiler (54)
  4. Bruschied (281)
  5. Hahnenbach (504)
  6. Heimweiler (388)
  7. Heinzenberg (21)
  8. Hennweiler (1219)
  9. Hochstetten-Dhaun (1717)
  10. Horbach (43)
  11. Kellenbach (252)
  12. Kirn, Stadt * (8193)
  13. Königsau (59)
  14. Limbach (299)
  15. Meckenbach (351)
  16. Oberhausen bei Kirn (877)
  17. Otzweiler (191)
  18. Schneppenbach (221)
  19. Schwarzerden (234)
  20. Simmertal (1864)
  21. Weitersborn (201)
  1. Bretzenheim (2593)
  2. Daxweiler (779)
  3. Dörrebach (696)
  4. Dorsheim (718)
  5. Eckenroth (222)
  6. Guldental (2475)
  7. Langenlonsheim * (3868)
  8. Laubenheim (817)
  9. Roth (286)
  10. Rümmelsheim (1358)
  11. Schöneberg (625)
  12. Schweppenhausen (867)
  13. Seibersbach (1277)
  14. Stromberg, Stadt (3303)
  15. Waldlaubersheim (804)
  16. Warmsroth (455)
  17. Windesheim (1800)
  1. Abtweiler (197)
  2. Auen (186)
  3. Bad Sobernheim, Stadt * (6573)
  4. Bärweiler (217)
  5. Becherbach (837)
  6. Breitenheim (374)
  7. Callbach (353)
  8. Daubach (223)
  9. Desloch (332)
  10. Hundsbach (375)
  11. Ippenschied (156)
  12. Jeckenbach (211)
  13. Kirschroth (262)
  14. Langenthal (93)
  15. Lauschied (526)
  16. Lettweiler (206)
  17. Löllbach (201)
  18. Martinstein (276)
  19. Meddersheim (1306)
  20. Meisenheim, Stadt (2794)
  21. Merxheim (1380)
  22. Monzingen (1568)
  23. Nußbaum (450)
  24. Odernheim am Glan (1657)
  25. Raumbach (400)
  26. Rehbach (47)
  27. Rehborn (696)
  28. Reiffelbach (227)
  29. Schmittweiler (186)
  30. Schweinschied (156)
  31. Seesbach (498)
  32. Staudernheim (1370)
  33. Weiler bei Monzingen (452)
  34. Winterburg (191)
  1. Allenfeld (204)
  2. Argenschwang (342)
  3. Bockenau (1212)
  4. Boos (371)
  5. Braunweiler (603)
  6. Burgsponheim (238)
  7. Dalberg (224)
  8. Duchroth (536)
  9. Gebroth (160)
  10. Gutenberg (946)
  11. Hargesheim (2919)
  12. Hergenfeld (529)
  13. Hüffelsheim (1312)
  14. Mandel (909)
  15. Münchwald (282)
  16. Niederhausen (567)
  17. Norheim (1547)
  18. Oberhausen an der Nahe (362)
  19. Oberstreit (290)
  20. Roxheim (2574)
  21. Rüdesheim * (2683)
  22. Sankt Katharinen (373)
  23. Schloßböckelheim (381)
  24. Sommerloch (398)
  25. Spabrücken (1123)
  26. Spall (178)
  27. Sponheim (736)
  28. Traisen (567)
  29. Waldböckelheim (2192)
  30. Wallhausen (1513)
  31. Weinsheim (1822)
  32. Winterbach (478)

Die folgenden Gemeinden des Landkreises verloren bis heute ihre Eigenständigkeit:

Kfz-Kennzeichen


Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung des bis heute gültigen Kfz-Kennzeichens (damals noch Landkreis Kreuznach) das Unterscheidungszeichen KH zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 159 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016 ) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  3. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  4. Die Rheinprovinz unter Preußen, Willemsen, 1842
  5. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  6. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. kreuznach.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  11. Landkreis Bad Kreuznach Religion , Zensus 2011
  12. Rheinland-Pfalz Gemeindestatistik Landkreis Bad Kreuznach , abgerufen am 7. Mai 2020
  13. Der Landeswahlleiter RLP: Landkreis Bad Kreuznach. Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl 2019. Abgerufen am 10. August 2019.
  14. Stefan Munzlinger: Landratswahl in Bad Kreuznach: Erdrutschsieg für Bettina Dickes, Debakel für Nies. Rhein-Zeitung – Oeffentlicher Anzeiger, 3. April 2017, abgerufen am 1. Dezember 2019.
  15. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  16. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).



Kategorien: Landkreis Bad Kreuznach | Landkreis in Rheinland-Pfalz | Gegründet 1816



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