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Landkreis Amberg-Sulzbach

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Verwaltungssitz: Amberg
Fläche: 1.255,75 km2
Einwohner: 103.109 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Kreisschlüssel: 09 3 71
Kreisgliederung: 27 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Schlossgraben 3
92224 Amberg
Website: www.kreis-as.de
Landrat: Richard Reisinger (CSU)
Lage des Landkreises Amberg-Sulzbach in Bayern

Der Landkreis Amberg-Sulzbach liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz. Die kreisfreie Stadt Amberg ist ganz vom Landkreis Amberg-Sulzbach umgeben. Die verwaltende Kreisbehörde ist das Landratsamt Amberg-Sulzbach. Der Landkreis ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Lage

Das westliche Kreisgebiet bis etwa Auerbach, Sulzbach-Rosenberg, Amberg und Schmidmühlen wird durch den Oberpfälzer Jura bestimmt. Nordöstlich davon liegen Hahnbach, Hirschau, Schnaittenbach, Vilseck und Freihung im Oberpfälzischen Hügelland. Dort bildet die Grenze zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr die nördliche Grenze des Landkreises. Um die Gemeinde Freudenberg im Osten erheben sich die westlichsten Ausläufer des Naabgebirges als Teil der Böhmischen Masse.

Da die Europäische Hauptwasserscheide den Landkreis von Südwest nach Norden durchquert, entwässern Högen- und Hirschbach den westlichen Albrand in die Pegnitz. Das restliche Kreisgebiet gehört zum Einzugsgebiet der Naab. Die Vils entspringt bei Freihung, wendet sich zunächst etwas nach Norden, dann nach Westen und fließt dann nach Süden. Sie teilt dabei das Kreisgebiet in etwa zwei gleich große Teile. Vom östlichen Albtrauf nimmt sie bei Altmannshof den Rosenbach und bei Schmidmühlen die Lauterach auf. Bei Emhof verlässt der Fluss schließlich den Landkreis. Nach dem Truppenübungsplatz Hohenfels mündet der Forellenbach in die Vils, bevor sie bei Kallmünz die Naab erreicht. Direkt in die Naab fließen der Ehenbach und der Fensterbach.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Bayreuth, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf, Neumarkt in der Oberpfalz und Nürnberger Land.

Geschichte


Landgerichte

Das Gebiet um Amberg gehört schon seit dem 14. Jahrhundert zu Bayern bzw. zu den wittelsbachischen Linien Pfalz-Neuburg und Pfalz-Sulzbach. 1803 wurden auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Amberg-Sulzbach die Landgerichte Amberg und Sulzbach errichtet. Sie gehörten ab 1808 zum Regenkreis (Hauptstadt Straubing, ab 1810 Regensburg). 1809 wurde Amberg eine kreisunmittelbare Stadt. 1838 wurde zusätzlich das Landgericht Vilseck gebildet. Alle drei Landgerichte gehörten dann zur Oberpfalz.

Bezirksämter

Im Jahr 1862 wurden aus den Landgerichten Amberg und Vilseck das Bezirksamt Amberg und aus dem Landgericht Sulzbach das gleichnamige Bezirksamt gebildet. Nachdem 1934 die Stadt Sulzbach mit der Nachbargemeinde Rosenberg zusammengelegt wurde und nunmehr einen Doppelnamen führte, wurde auch das Bezirksamt umbenannt und hieß fortan Bezirksamt Sulzbach-Rosenberg.

Am 1. Januar 1911 wurde die Gemeinde Alfeld des Bezirksamtes Sulzbach ins Bezirksamt Hersbruck umgegliedert.

Am 1. Juli 1927 wurde das Bezirksamt Amberg um Gemeinden des Bezirksamtes Burglengenfeld vergrößert.

Am 1. Juli 1934 wurde die Stadt Sulzbach mit der Nachbargemeinde Rosenberg zusammengelegt und führte nunmehr einen Doppelnamen. Als dessen Folge wurde auch das Bezirksamt umbenannt und hieß fortan Bezirksamt Sulzbach-Rosenberg.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[2] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Amberg und Sulzbach-Rosenberg.

Am 1. Januar 1963 wurde der Landkreis Amberg um Gemeinden des Landkreises Parsberg vergrößert.

Landkreis Amberg-Sulzbach

Bei der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 aus den folgenden Bestandteilen ein neuer Landkreis Amberg gebildet:[3]

Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis, dessen Sitz die kreisfreie Stadt Amberg wurde, seinen heutigen Namen „Landkreis Amberg-Sulzbach“. Das Landratsamt ist im ehemaligen kurfürstlichen Schloss in Amberg untergebracht.

Einwohnerentwicklung

Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Amberg-Sulzbach um knapp 11.000 Einwohner bzw. um rund elf Prozent. Seit 2002 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 109.000 Einwohnern rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017
Einwohner 48.391 54.489 65.977 91.111 89.767 95.118 94.617 101.140 105.596 108.899 108.159 105.180 103.568 102.836

Politik


Landräte

Kreistag

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
CSU SPD FW FDP/FWS GRÜNE ödp Gesamt
2002 28 19 8 3 1 1 60
2008 26 15 10 3 3 3 60
2014 26 14 9 3 4 4 60

(Stand: Kommunalwahlen vom 3. März 2002, vom 2. März 2008 und vom 16. März 2014)

Wappen

Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte, gesenkte goldene Spitze, darin schräg gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzer Hammer, gespalten von Schwarz und Rot; vorne ein linksgewendeter, rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe, hinten drei, zwei zu eins gestellte, silberne Lilien.“[5]
Wappenbegründung: Der goldene Löwe ist der Pfälzer Löwe aus dem Amberger Wappen, die drei silbernen Lilien in Rot entstammen dem Wappen von Sulzbach-Rosenberg, das Bergmannssymbol weist auf den Eisenerzabbau und auch auf das entfallene Wappen der ehemaligen Gemeinde Rosenberg hin.

Partnerschaft

Seit 1967 besteht eine Partnerschaft mit der schottischen Council Area Argyll and Bute (Großbritannien).

Wirtschaft und Infrastruktur


Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Amberg-Sulzbach Platz 218 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[6]

Verkehr

Die AG der Bayerischen Ostbahnen erbaute schon 1859 ihre erste Verbindung von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg durch das oberpfälzische Industrierevier um Amberg und Sulzbach-Rosenberg. Erst 1875 kam die Zweigbahn Neukirchen–Vilseck–Weiden hinzu.

Die bald darauf – 1877 – von den Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnete Hauptbahn Nürnberg–Bayreuth streifte nur den äußersten Ausläufer des Kreises im Westen bei Michelfeld. Von ihr zweigte seit 1903 in Ranna eine Stichbahn zu der Bergstadt Auerbach ab.

Die Kreisstadt Amberg wurde Ausgangspunkt von drei Lokalbahnen in die Umgebung, die nicht bis zu einer benachbarten Hauptbahn weitergeführt worden sind: 1898 nach Schnaittenbach über Hirschau, 1903 nach Lauterhofen über Kastl, 1910 nach Schmidmühlen über Ensdorf.

Das von Personenzügen befahrene Netz umfasste nun 154 km Strecken und verringerte sich in den Jahren durch die Stilllegung aller Lokalbahnen auf 80 km. Allerdings spielt die Strecke Amberg–Schnaittenbach im Güterverkehr der Kaolinwerke noch eine große Rolle. Die stillgelegten Verbindungen im Einzelnen:

1962: (Amberg–)Drahthammer–Kastl–Lauterhofen, 24 km
1966: Amberg–Drahthammer–Ensdorf–Schmidmühlen, 21 km
1970: Ranna–Auerbach, sieben Kilometer
1976: Amberg–Hirschau–Schnaittenbach, 22 km

Haltestellen im schienengebundenen Personennahverkehr sind die Bahnhöfe in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, Sulzbach-Rosenberg, Sulzbach-Rosenberg-Hütte, Amberg auf der Strecke Nürnberg-Schwandorf sowie Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, Vilseck, Freihung und Thansüß auf der Strecke Nürnberg-Weiden. Die gesamte Region ist Mitglied im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, die Haltestelle Amberg außerdem an den Regensburger Verkehrsverbund angebunden.

Die Region Amberg-Sulzbach durchzieht die Bundesautobahn A6 als Abschnitt der Magistrale von Paris nach Prag. Deren letzter, offener Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost und dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald wurde im September 2008 fertiggestellt und setzt damit die wirtschaftliche und verkehrstechnische Entwicklung fort, die Kaiser Karl IV. bereits im 13. Jahrhundert mit der „Goldenen Straße“ begonnen hatte. Von überregionaler Bedeutung sind darüber hinaus die Bundesstraßen B14, B85, B299 und B470 die sich in der Region Amberg-Sulzbach jeweils kreuzen.

Gemeinden


(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2018[7])

Städte

  1. Auerbach i.d.OPf. (8818)
  2. Hirschau (5629)
  3. Schnaittenbach (4203)
  4. Sulzbach-Rosenberg (19.414)
  5. Vilseck (6093)

Märkte

  1. Freihung (2518)
  2. Hahnbach (4920)
  3. Hohenburg (1557)
  4. Kastl (2482)
  5. Königstein (1706)
  6. Rieden (2688)
  7. Schmidmühlen (2358)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Hahnbach
    (Markt Hahnbach und Gemeinde Gebenbach)
  2. Illschwang
    (Gemeinden Birgland und Illschwang)
  3. Königstein
    (Markt Königstein und Gemeinde Hirschbach)
  4. Neukirchen b.Sulzbach-Rosenberg
    (Gemeinden Etzelwang, Neukirchen b.Sulzbach-Rosenberg und Weigendorf)

Weitere Gemeinden

  1. Ammerthal (2091)
  2. Birgland (1798)
  3. Ebermannsdorf (2395)
  4. Edelsfeld (1920)
  5. Ensdorf (2176)
  6. Etzelwang (1408)
  7. Freudenberg (4175)
  8. Gebenbach (900)
  9. Hirschbach (1211)
  10. Illschwang (1985)
  11. Kümmersbruck (9867)
  12. Neukirchen b.Sulzbach-Rosenberg (2483)
  13. Poppenricht (3363)
  14. Ursensollen (3718)
  15. Weigendorf (1233)

Gemeindefreies Gebiet
(Fläche in km², Gebiet unbewohnt)

  1. Eichen (2,78)

Sehenswürdigkeiten


Schutzgebiete


Im Landkreis gibt es fünf Naturschutzgebiete, 33 Landschaftsschutzgebiete, drei geschützte Landschaftsbestandteile, 19 FFH-Gebiete und mindestens 99 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand November 2016).

Siehe auch

Naturschutzgebiete

Kfz-Kennzeichen


Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Amberg gültige Unterscheidungszeichen AM zugewiesen. Am 12. Februar 1979 wurde es vom bis heute gültigen Unterscheidungszeichen AS abgelöst.

Seit dem 12. Juli 2013 können durch die Kennzeichenliberalisierung auch wieder die ehemaligen Unterscheidungszeichen BUL (früher für Burglengenfeld), ESB (früher für Eschenbach in der Oberpfalz), NAB (früher für Nabburg) und SUL (früher für Sulzbach-Rosenberg) gewählt werden, und zwar unabhängig vom tatsächlichen Wohnort des Halters im Landkreis.[8]

Literatur


Weblinks


Commons: Landkreis Amberg-Sulzbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  3. Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
  4. http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=14194
  5. Eintrag zum Wappen des Landkreises Amberg-Sulzbach  in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 4. September 2017.
  6. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  8. Wunschkennzeichen – Im Landkreis Amberg-Sulzbach , Landratsamt Amberg-Sulzbach





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Stand der Informationen: 29.02.2020 11:00:43 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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