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Niedersächsisches Landesmuseum Hannover


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Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover (Eigenbezeichnung: Landesmuseum Hannover Das WeltenMuseum) befindet sich in Hannover am Maschpark gegenüber dem Neuen Rathaus. Es besteht aus fünf Abteilungen. Gezeigt werden eine Gemälde-, Graphik- und Skulpturensammlung mit Kunstwerken vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert sowie bedeutende Exponate aus der Archäologie und der Natur- und Völkerkunde, des Weiteren ein Münzkabinett.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Vorläufer des Museums ist das am 23. Februar 1856 in Gegenwart von König Georg V. eingeweihte Museum für Kunst und Wissenschaft.[1] Das Gebäude wird heute als Künstlerhaus Hannover weiter genutzt. Die Initiative zum Bau ging von der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover gemeinsam mit dem Historischen Verein für Niedersachsen und dem Verein für öffentliche Kunstsammlungen Mitte des 19. Jahrhunderts aus, die ihre umfangreichen Sammlungen zusammenführen und der Öffentlichkeit zugänglich machen wollten.

Das Museum wurde in den Folgejahren in Museum der Provinz Hannover und später in Provinzialmuseum umbenannt. Das Haus mit seinen umfangreichen Sammlungen litt schnell unter Platzmangel und da 1895 keine baulichen Erweiterungen möglich waren, wurde 1902 ein Neubau am Rand des Maschparks errichtet. Hubert Stier entwarf das repräsentative Museumsgebäude im Stil der Neorenaissance. Den Relieffries „Hauptmomente in der Entwicklung der Menschheit“ am Gebäude schuf der Bildhauer Georg Herting gemeinsam mit Karl Gundelach und Georg Küsthardt. 1933 erhielt das Museum den Namen Landesmuseum und 1950 die heutige Bezeichnung Niedersächsisches Landesmuseum Hannover.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Sammlungen ausgelagert.[2] Durch die Luftangriffe auf Hannover wurde die Kuppel über dem mittleren Risalit zerstört. Von 1995 bis 2000 erfolgten umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudeinneren. Die Wiedereröffnung fand im Zuge der Expo 2000 am 13. Mai 2000 statt. Seit 2014 werden die Sammlungen als WeltenMuseum neu gestaltet.

Persönlichkeiten


Museumsdirektoren

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Ausstellungskonzept WeltenMuseum


Das Landesmuseum verwirklicht schrittweise ein neues Ausstellungskonzept als WeltenMuseum, in dem die unterschiedlichen Sammlungen zu Welten verbunden werden. Die Welten finden sich in den drei Stockwerken des Museumsgebäudes und werden von unten nach oben wie folgt bezeichnet: NaturWelten, MenschenWelten und KunstWelten. Der Umbau im Erdgeschoss in den NaturWelten wurde 2014 abgeschlossen.

NaturWelten

Die NaturWelten zu den naturkundlichen Bereichen Geologie und Biowissenschaften geben Einblicke in die Erdgeschichte mit Exponaten von Fossilien und Dinosauriern sowie Darstellungen von der Tektonik der Erdplatten und von Erdbeben. Gezeigt wird die Vielfalt norddeutscher Landschaftsräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt.

Es gibt einen Audioguide für eine 40-minütige Tour durch die Ausstellung. Sie enthält ein Hörspiel, bei der ein Kapitän von seiner Schiffsfahrt bei der Expedition mit dem Naturforscher Alexander von Humboldt nach Südamerika berichtet. Die Geschichte stammt von der Kinderbuchautorin Christine Raudies und wird von Ludger Abeln gesprochen.[7]

WasserWelten

Seit November 2013 zeigen die WasserWelten Wassertiere und ihre Lebensräume. Mit einer interaktiven Station wird die Entwicklung des Lebens vom Einzeller bis zum Säugetier thematisiert. Über 200 verschiedene Wassertierarten aus den verschiedenen Lebensräumen, wie Nordsee, Mittelmeer, tropische Gewässer Südamerikas, Karibik und Indopazifik sind im Vivarium zu sehen. Ergänzt werden die lebenden Tiere durch naturkundliche Präparate. In einem Schädelkabinett wird aufgezeigt, welche Tiere ebenfalls an das Wasser gebunden sind. Neben Nilpferd-, Eisbär-, Kegelrobben- und Seehundschädelknochen findet sich hier auch der Schädel einer Stellerschen Seekuh.

Land- und KüstenWelten

In den Land- und KüstenWelten finden sich Dinosaurier, Reptilien und Amphibien. Dargestellt werden die Themen des Erdmittelalters in Niedersachsen und der Entwicklung von Reptilien und Amphibien. Die Ausstellung zeigt Originalplatten mit Dinosaurierfährten-Abdrücken aus den Obernkirchener Sandsteinbrüchen sowie Platten aus dem Steinbruch Wesling in Münchehagen (Landkreis Nienburg). In der Ausstellung befinden sich zwei Großterrarien. Eines davon beherbergt das Skelett eines Plateosaurus sowie mehrere Bartagamen. Das zweite Terrarium bietet Platz für ein Pärchen Grüner Leguane. Zu den Exponaten gehören Funde von Krokodilen und Schildkröten sowie eine Vielzahl fossiler Pflanzen und Skelette u. a. von Leguanen und Riesensalamandern.

LuftWelten

Den LuftWelten sind Vögel und Säugetiere gewidmet, präsentiert werden aber auch zahlreiche Fossilien. Die Landschaftsgeschichte durch Panoramen und Medienstationen umfasst die Bereiche der Nordsee und ihrer Inseln, das Mittelmeer, die Kanaren, die Karibik und Südamerika.

Die Vogelsammlung zeigt die Lebens- und Sterbensgeschichte dreier vom Menschen ausgerotteter Vogelarten zeigen: Riesenalk, Wandertaube und Karolinasittich. Eine große Voliere mit 80 Vögeln vom Kolibri bis zum Darwin-Nandu zeigt das Spektrum der Vogelfamilien. Der Inselwelt der Karibik ist ein tropischer Ausstellungsbereich gewidmet. Aus den Steinbrüchen des westlichen Hannovers stammen Seeigel, Steinkorallen und Raubschnecken, die das karibische Klima im Bereich des heutigen Hannovers vor ca. 150 Millionen Jahren zeigen.

Medienstationen, die in Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel verwirklicht wurden, thematisieren unter anderem der Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Nord- und Ostsee. Zu den lebenden Bewohner in den Terrarien gehören eine Rote Königsnatter, eine Vogelspinne, zwei Echte Hundskopfboas, Kreta-Stachelmäuse, Baumhöhlen-Krötenlaubfrösche, Baumsteigerfrösche, Peru-Samtschrecken sowie Rotkehlanolis.

Archäologie (MenschenWelten)

Die archäologische Sammlung beherbergt Objekte aus dem heutigen Niedersachsen und angrenzenden Regionen von der Altsteinzeit bis ins hohe Mittelalter. Neben vielen Gegenständen des täglichen Lebens finden sich außergewöhnliche Goldobjekte, wie die Goldlunula von Schulenburg, und auch Moorleichen wie den Mann von Neu Versen, bekannt als Roter Franz. Die Abteilung wird unterstützt durch den Niedersächsischen Landesverein für Urgeschichte und seinen Arbeitskreis „...Steinzeit“.

Der archäologischen Sammlung schließt ich der Bereich Völkerkunde an mit Bestände aus Südamerika und Objekten aus der Südsee-Expedition von James Cook.

Völkerkunde (MenschenWelten)

Die völkerkundliche Sammlung ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum und umfasst etwa 20.000 Kunst- und Alltagsgegenstände aus allen Teilen der Welt. Auf den Spuren von Forschern und Ethnologen führt die Entdeckungsreise durch Amerika, Afrika, Ozeanien und nach Asien zu den verschiedensten Religionen und Kulturen.

Die Asien-Sammlung wurde Mitte der 1960er Jahre durch eine Indienreise von Ernst Schäfer vermehrt (insbesondere um Tibet-Exponate durch Kontakt mit den von den Chinesen vertriebenen Exil-Tibetern) und in einer Sonderausstellung 1965 präsentiert. Schäfer war 1960 bis 1970 Oberkustos in der Abteilung Naturkunde.

Landesgalerie (KunstWelten)

Der Umbau der Landesgalerie im Obergeschoss des Hauses zu den KunstWelten steht noch aus. Die Landesgalerie umfasst Kunst vom 11. bis zum frühen 20. Jahrhundert, darunter eine der größten Sammlungen mittelalterlicher Kunst Deutschlands mit bedeutenden Altarwerken und Skulpturen. Vertreten sind unter anderem Rembrandt, Rubens und Albrecht Dürer. Arbeiten der deutschen und italienischen Renaissance, des Barock, aber auch flämische und holländische Malerei aus dem 17. Jahrhundert werden gezeigt. Im Kupferstichkabinett vor allem Arbeiten altdeutscher Meister, niederländische Zeichnungen, Graphik des 19. Jahrhunderts und Zeichnungen deutscher Impressionisten. Dänische Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beispielsweise Constantin Hansen. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören gotische Altarbilder (u. a. Meister der goldenen Tafel, Meister des Göttinger Barfüßeraltars), Werke von Tilman Riemenschneider, Gemälde des französischen und deutschen Impressionismus, auch Max Liebermann, Corinth, Oppler, Slevogt, sowie große Werkgruppen der Künstlerkolonie Worpswede, wie Bernhard Hoetger, Fritz Overbeck, Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker. Die Landesgalerie besitzt mit dem Tageszeitenzyklus von Caspar David Friedrich, die einzige vollständig erhaltene Serie dieses bedeutendsten Malers und Zeichners der deutschen Früh-Romantik in einem Museum.

Münzkabinett

Das Münzkabinett des Landesmuseums umfasst 43.000 Münzen, Medaillen und Orden.[8] Es besteht im Kern aus der ehemaligen königlichen Sammlung des Welfenhauses. Weil Hannoversche Welfen von 1714 bis 1837 auf Englands Thron saßen, beinhaltet dieser Bestand viele seltene Stücke aus dem damaligen britischen Weltreich. Das von der Deutschen Bank 1983 erworbene Königliche Münzkabinett wurde im Dezember 2009 vollständig durch das Land Niedersachsen, für fünf Millionen Euro aus Fördermitteln des Konjunkturpaket II, erworben und in den Bestand des Landesmuseums aufgenommen.[9]

Fördervereine und Freundeskreise


Die Fachbereiche des Landesmuseums werden ideell und materiell unterstützt durch zahlreiche Fördervereine:

Sonderausstellungen und Dienstleistungen


Das Landesmuseum zeigt regelmäßig Sonderausstellungen zu wechselnden Themen.

Neben Ausstellungsbesuchen bietet das Museum Privatpersonen die Möglichkeit der Schädlingsbekämpfung an Kunst- und Kulturobjekten in einer hauseigenen Stickstoffkammer an.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Niedersächsisches Landesmuseum  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. presse-hannover.de: Das Künstlerhaus
  2. Marko Jelusić: Ein Zufluchtsort für weltbekannte Kunst. Bad Wildungen als Bergungsdepot für das Landesmuseum und das Kestner-Museum Hannover während des Zweiten Weltkrieges, In: Hannoversche Geschichtsblätter 65, 2011, S. 111–134 (Online auf academia.edu).
  3. a b Simon Benne: Brakke-Nachfolgerin / Katja Lembke neue Leiterin des Landesmuseums Hannover , online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 11. Januar 2011.
  4. o.V.: Inhaltsverzeichnis, in Edfried Bühler, Herbert Droste, Hans Georg Gmelin, Hans-Günter Peters, Horst Rohde, Waldemar R. Röhrbein, Diedrich Saalfeld: Heimatchronik des Landkreises Hannover ( = Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes, Band 49), 1. Auflage, Köln: Archiv für Deutsche Heimatpflege, 1980, S. 534–537; hier: S. 534
  5. Harald Gläser et al. (Red.): Handbuch der Museen: Bundesrepublik Deutschland. Deutsche Demokratische Republik. Österreich. Schweiz. Liechtenstein ( = Handbook of museums), 2., neubearbeitete Auflage, München; New York; London; Paris: K. G. Saur, 1981, ISBN 978-3-598-10345-2 und ISBN 3-598-10345-X, S. 163; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  6. Rainer Albert: Sebastian Steinbach neuer Kurator im Münzkabinett Hannover. In: GN. Band 55, Nr. 307, Januar 2020, ISSN 0435-1835 , S. 430.
  7. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. August 2015 auf Seite 11: "Grünschnabel trifft wilde Tiere. Audioguide lotst Besucher künftig durch Naturwelten-Schau im Landesmuseum."
  8. Das Königliche Münzkabinett (Memento des Originals vom 27. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Der Münzschatz von Niedersachsen In: Die Welt kompakt (Hamburg-Ausgabe) vom 10. September 2009, S. 15.




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