Lädine - de.LinkFang.org

Lädine

Eine Lädine oder Ledine ist ein historischer Lastensegler, der als Schiffstyp zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert für die Dauer von etwa 500 Jahren in der Bodenseeschifffahrt gebräuchlich war. Die Lädine ähnelt vom Typus her anderen Lastsegelschiffen, die auf mitteleuropäischen Binnengewässern verbreitet waren. Die kleinere Ausgabe der Lädine heißt Segmer oder Segner.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Entwicklung


Der Aufbau beider Arten war einheitlich, die Abmessungen unterschieden sich aber in den fünf Anrainerstaaten des Bodensees. So reichte die Tragfähigkeit einer Lädine bis 150 t bei einer Masthöhe von 24 m, einer Länge von 32 m und einer Breite von 4 m. Der Tiefgang betrug 1,17 m bis 1,46 m, das Freibord 0,35 m bis 0,42 m. Die vier Arten der Segmer hatten eine Tragfähigkeit zwischen 7 t und 75 t und waren bis zu 20 m lang.

1764 gab es auf dem Bodensee etwa tausend Frachtsegler, davon 150 Lädinen, deren Zahl bis 1824 auf 60 bis 70 schrumpfte. Um die Jahrhundertwende segelten nur noch wenige. Manche wurden mit 5-PS-Benzinmotoren ausgerüstet oder von Dampfschiffen geschleppt. Die meisten wurden abgebrochen und Brennholz, so wie die letzte originale Lädine 1952 in Bodman.[1]

Transportkonzept


Als Transportmittel hatte die Lastschifffahrt, im Zeitalter der Fuhrleute mit Ochsenkarren und Lastpferden, gegenüber dem Überlandtransport mehrere Vorteile, nämlich schneller, billiger und zuverlässiger zu sein. Heute, im Zeitalter der Lastkraftwagen und Autobahnen trifft dies nur noch für so genannte Massengüter zu, wenn Start- und Endpunkt des Transports über Wasserstraßen per Lastschiff erreichbar ist.

Gemäß dem damaligen technischen Wissensstand bediente man sich bauchiger, flacher hölzerner Einmaster-Kähne, die mit einem riesigen Rahsegel vor dem Wind segeln konnten. Bei Windflaute musste man entweder rudern, treideln oder am Ufer staken, um zum Zielort vorzustoßen. Gegenwind bedeutete, im Hafen abzuwarten, weil das Kreuzen ohne Kiel nicht möglich war. In den Geschichtsquellen finden sich häufig Klagen über Verletzungen der christlichen Sonntagsruhe, da man lieber den vorhandenen Wind nutzte als mühselig und langwierig zu rudern oder zu staken. Mit dem Löffelbug war es möglich, das Schiff am Ufer abseits der Häfen zu be- und entladen.

Transportgüter


Am Beispiel des Bodensees lässt sich sagen, dass dort wertvolle Speisesalzfrachten aus Bayern nach Westen verschifft wurden, Baumaterialien und landwirtschaftliche Produkte von den übrigen Anrainerorten des Sees in umgekehrter Richtung. Bei steifer Brise brauchte eine Lädine für die insgesamt 63 Kilometer längs des Bodensees etwa acht bis zehn Stunden. Weiterhin sind auch Getreide und Fässer mit Wein als historisches Transportgut bekannt. Zum Wein-Transport wird berichtet, dass es als Lohn für die Mannschaft typischerweise ebenfalls Wein gab, so dass ein Platz in der Crew bei solch einer Fahrt hoch begehrt war und schon auf der Hinfahrt üppig vom Naturallohn konsumiert wurde.

Nachbau


Eine historische Lädine (genauer: Segmer) wurde durch den Lädinen-Verein Bodensee e.V. mit Sitz und Heimathafen in Immenstaad nachgebaut und am 9. Mai 1999 in Dienst gestellt. Der 17 Meter lange und 20 Tonnen schwere Rahsegler fährt seither regelmäßig für Rundfahrten hinaus auf den Bodensee und nimmt auch zahlende Gäste mit. Für plötzliche Windstille und andere Notfälle ist das Schiff mit einem 120 PS starken Dieselmotor ausgerüstet. Die Immenstaader Lädine zählt zu den auffälligsten und größten Segelbooten unter den rund 55.000 Schiffen, die auf dem Bodensee amtlich zugelassen sind. Bereits ein halbes Dutzend Vereinsmitglieder haben das für die Schiffsführung nötige Kapitänspatent erworben. Dafür mussten einhundert Praxisstunden an Bord nachgewiesen werden. Weiterhin waren Prüfungen in Navigation und Wetterkunde abzulegen. Im ersten Jahrzehnt waren es 70.000 Passagiere, die auf den nachgebauten Lastensegler stiegen.[2]

Literatur


Weblinks


 Commons: Lädine St. Jodok (1999)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch


Einzelnachweise


  1. Dietmar Bönke: Schaufelrad und Flügelrad. Die Schiffahrt der Eisenbahn auf dem Bodensee. GeraMond Verlag, München 2013, ISBN 978-3-86245-714-4, S. 17f.
  2. Zum Geburtstag gibt es einen Steg. In: Südkurier vom 11. Mai 2009.



Kategorien: Schiff (Bodensee) | Binnenschiffstyp | Segelschiffstyp



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Lädine (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 21.10.2019 09:01:11 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.