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Kulturwissenschaftliches Institut Essen




Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
Gründung 1989
Trägerschaft Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr)
Ort Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Land Deutschland
Leitung Julika Griem[1]
Website www.kulturwissenschaften.de

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein interdisziplinäres Forschungskolleg Geistes- und Kulturwissenschaften in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technische Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden. Zukünftig stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt: Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation sowie ein „Lehr-Labor“. Fortgesetzt werden außerdem die Projekte in den Forschungsbereichen PartizipationsKultur und KommunikationsKultur sowie Einzelprojekte.

Inhaltsverzeichnis

Über das KWI


Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden. Das KWI hat seine Themen bereits in der Vergangenheit in der Auseinandersetzung mit den Themen seiner Fellows und Leitungen immer wieder neu ausgerichtet. Zum 1. April 2018 hat die Literaturwissenschaftlerin Julika Griem ihr Amt als neue Direktorin angetreten[2]. Mit dem Wechsel wird die Forschung in vier neuen Feldern organisiert: Unter dem Stichwort "Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung" soll untersucht werden, welche Rolle Sprache, Symbole, Bilder und Medien für die Selbstbeschreibung und Organisation der Wissenschaft spielen. Im Feld "Kultur- und Literatursoziologie" fragen wir danach, wie mit überzeugend kombinierten Methoden und Theorien Daten und Erkenntnisse gewonnen werden können, mit denen philologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen verbunden werden können. Die Sektion "Wissenschaftskommunikation" widmet sich der Analyse aktueller Vermittlungsprobleme angesichts der Herausforderung einer populistischen Wissenschaftsskepsis. Ein "Lehr-Labor" soll dazu genutzt werden, neue geistes- und kulturwissenschaftliche Formate und Veranstaltungstypen zu entwickeln, die auch an anderen Hochschulen als Prototypen forschungsorientierter Lehre weiter modifiziert werden können.

In den letzten Jahren haben sich am KWI verschiedene Forschungsbereiche erfolgreich etabliert, die in die neue Institutskonzeption integriert werden und ihre Arbeit unter Julika Griems Leitung fortsetzen. Zu diesen gehören u. a. die Projekte, die unter den Stichworten "Partizipationskultur" und "Kommunikationskultur" zu finden sind sowie Einzelprojekte unter dem Punkt "Weitere Forschungsprojekte".

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) wirkt interuniversitär als Kooperations- und Netzwerkplattform und wirbt für neue Projekte zusätzliche Drittmittel ein. Das Institut fördert die praxisorientierte kulturwissenschaftliche Forschung, den internationalen Austausch, den interkulturellen Dialog und bezieht den wissenschaftlichen Nachwuchs betont mit ein. Kommissarischer Geschäftsführer des Instituts ist Dr. Armin Flender. Nach zehnjähriger Amtszeit des Politologen Claus Leggewie übernahm die Neuzeithistorikerin Ute Schneider zum 1. August 2017 die kommissarische Leitung des Instituts. Zum 1. April 2018 folgte ihr die neue Direktorin des KWI, die Literaturwissenschaftlerin Julika Griem.

Ins Zentrum der künftigen Institutsarbeit rückt die Reflexion kulturwissenschaftlicher Forschung selbst: Was kann es heute heißen, Kulturwissenschaft zwischen disziplinären und interdisziplinär organisierten Wissensformationen zu betreiben? Mit welchen Relevanz-Erwartungen und Sinnstiftungs-Anforderungen ist sie konfrontiert? Wie definiert sie ihre Form von Kritik und Kommentar; ihre Routinen des Lesens und Schreibens, Zeigens und Argumentierens? Unter welchen sozialen und ökonomischen Bedingungen vollzieht sich unsere Arbeit? Welche Systemzwänge, Förderlogiken und ungewollten Effekte beeinflussen unsere kulturwissenschaftliche Forschung? Und kann man diese schließlich so analysieren, dass sie sich gegebenenfalls verändern und verbessern lassen? Mit diesen Fragen nach den praktischen und epistemischen Voraussetzungen, Grundlagen und Folgen unserer Arbeit am KWI markiert das Institutsteam einen wissenschafts- und hochschulpolitischen Schwerpunkt, den es kulturwissenschaftlich zu schärfen gilt. Gerade als Teil der Universitäts-Allianz Ruhr (UAR) und seines vielschichtigen institutionellen Gefüges sehen wir die Möglichkeit, zu offenen und furchtlosen Diskussionen unserer Arbeitsverhältnisse und ihrer gesellschaftlichen Folgen einzuladen. Eine besondere Rolle wird dabei die Lage junger Kolleginnen und Kollegen spielen, für die das KWI als Treffpunkt und Diskursarena bereit steht.

Ein weiteres Feld, in dem sich das KWI künftig noch stärker engagieren wird, stellt schließlich das hauseigene literarische Programm dar. Dieses wird mit den vielen erfolgreichen Veranstaltern und Veranstalterinnen in der Region sorgfältig abgestimmt werden, um Bestehendes behutsam um Neues zu ergänzen. Wir freuen uns, dass mit der Buchhandlung „Proust“ und der Literarischen Gesellschaft Ruhr bereits aussichtsreiche Kooperationen vereinbart werden konnten.

Geschichte


Das KWI wurde auf Initiative des damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau 1989 gegründet. Die Landesregierung wollte einen Verbund wissenschaftlicher Einrichtungen schaffen, der die neuen Herausforderungen moderner Gesellschaften aufspüren und Orientierungen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik geben sollte. Im „Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen “, dem auch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Institut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen angehörten, übernahm das KWI den geistes- und kulturwissenschaftlichen Part.

Themen der ersten Stunde, die sich bis heute fortentwickelt haben, waren: „Kulturgeschichte der Natur“, „Topographien der Geschlechter“, „Gedächtnis“ und „Revierkultur – Zeitgeschichte und Zukunft“. 1990 richtete das KWI in Leipzig eine Außenstelle ein, die sich den verdrängten Themen der DDR-Erfahrung widmete. 2007 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung das KWI in eine gemeinsame Trägerschaft der Ruhrgebiets-Universitäten überführt.

Auf den Gründungspräsidenten Lutz Niethammer folgten 1992 die Historiker Wilfried Loth von der Gesamthochschule Essen und 1997 Jörn Rüsen von der Universität Bielefeld. Von 2007 bis 2017 war Claus Leggewie Direktor des KWI. Seit seinem Weggang zum August 2017 leitet die Neuzeithistorikerin Ute Schneider kommissarisch das Institut. Im November 2017 wurde die Literaturwissenschaftlerin Julika Griem als Leiterin des Kollegs berufen, die ihren Dienst am 1. April 2018 antrat.[3]

Forschung


Die Forschungstätigkeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am KWI gliedert sich zurzeit in die übergreifenden Forschungsschwerpunkte Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation, KommunikationsKultur, PartizipationsKultur und Einzelprojekte sowie ein "Lehr-Labor". Außerhalb der Profilschwerpunkte wird in weiteren geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Projekten geforscht. Durch den Wechsel seiner Themen und Fellows verändert das KWI stetig sein Profil.

Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung

Wissenschaft beschert uns nicht nur Fakten, und schon gar keine Wahrheiten. Vorstellungen von Interesselosigkeit, von Wert- und Zweckfreiheit sind zwar wichtig, um wissenschaftliches Wissen abzugrenzen; immer wieder musste diese Abgrenzung aber auch zu Auffassungen von Nützlichkeit und Anwendbarkeit in Beziehung gesetzt werden. Wissenschaftstheorie, -geschichte und -soziologie haben zudem zeigen können, dass Wissenschaft nicht in luftleeren Räumen entsteht und besteht – sie hängt vielmehr eng mit historisch und sozial spezifischen Bedingungen der Produktion jenes Wissens zusammen, welches jeweils Wissenschaft genannt wird.

Am KWI gehen wir davon aus, dass die klassischen Disziplinen der Wissenschaftsforschung um kulturwissenschaftliche Ansätze und Methoden bereichert werden können. Damit rücken mediale, sprachliche, rhetorische, symbolische und performative Aspekte in den Blick: Welche Rolle spielen Aufzeichnungs- und Speicherungsmöglichkeiten für die Tradierung wissenschaftlichen Wissens; wie ändern sich Publikationsformen? Mit welchen Möglichkeiten der Illustration, des Aufzeigens und Beweisens werden peers und Laien informiert und überzeugt? Aus welchen Quellen sind solche Veränderungen zu ermitteln, wie können sie in ihren längst nicht immer linearen Verläufen dargestellt werden? Wie können wir die vielen nonverbalen und impliziten Faktoren beschreiben, die ebenfalls mitbestimmen wie Wissenschaft praktiziert, eingeübt, aufgeführt und belohnt wird? Und ist es schließlich sinnvoll, von Wissenschaftskulturen zu sprechen – falls ja, wie können diese historisch und systematisch konkretisiert werden? Am KWI soll diesen Fragen nachgegangen werden, um andere Ansätze der Wissenschaftsforschung zu ergänzen. Die kulturwissenschaftliche Erforschung von Wissenschaft kann ebenfalls dazu beitragen, wissenschaftspolitische Debatten mit historischer und vergleichender Weitsicht zu versorgen.

Kultur- und Literatursoziologie

Die deutsche Tradition der Kultursoziologie wird international rezipiert und gegenwärtig auf vielfältige Weise weitergeführt. Der Bereich der Literatur ist bisher allerdings weniger intensiv soziologisch erforscht worden als andere künstlerische Formen und kulturelle Felder. Am KWI soll in den nächsten Jahren versucht werden, diese Lücke zu schließen. Dazu besteht ausreichend Anlass: Das Literatursystem und der Literaturbetrieb sind einem folgenreichen Strukturwandel unterworfen – neue Formate, Medien und Gattungen relativieren ästhetische Standards; neue Akteure wie z. B. Agenten und Blogger*innen verschieben professionelle Leitbilder und ihre Rollen. Über Leserschwund und mangelnde Wertschätzung für ‚das gute Buch’ wird ohnehin in regelmäßigen Abständen geklagt. In dieser Lage wollen wir kulturkritische und technik-euphorische Diagnosen hinterfragen und zu genaueren Analysen beitragen. Dazu müssen Vertreter*innen unterschiedlicher Fächer zusammenkommen: Das gegenwärtige Leseverhalten und seine Geschichte kann z. B. nur präzise beschrieben werden, wenn es gelänge, kognitionspsychologische, philologische, kultursoziologische und kulturökonomische Expertisen zusammen zu führen. Ein besonderes Augenmerk wird auf der Aufgabe liegen, literarische Texte nicht allein als „black box“ in größeren Handlungs-, Verwertungs- und Distinktionszusammenhängen zu betrachten. Es gilt vielmehr, diese Ausdrucksformen so zu beschreiben, dass sie auch für sozialwissenschaftliche Forschung zu attraktiven Dokumenten, Wissensspeichern und Sinnzusammenhängen werden. Gleichzeitig ist danach zu fragen, wie in den Sozialwissenschaften und insbesondere in der Soziologie literarische Quellen, Motive, Strategien und Traditionen wissenschaftlich genutzt werden bzw. noch stärker genutzt werden könnten. Ein besonderes Augenmerk unserer Arbeit wird auf der Entwicklung interdisziplinär einsetzbarer Methoden und damit auch auf dem In- und Export literaturwissenschaftlicher Terminologie liegen.

Wissenschaftskommunikation

Wissenschaft ist schon immer kommuniziert worden. Doch gegenwärtig gibt es immer deutlicher zu vernehmende Einladungen und Verpflichtungen zu verstärkter, erneuerter und besserer Wissenschaftskommunikation: Von ihr versprechen sich viele Akteure nicht nur geeignete Informationsmöglichkeiten, sondern eine transparentere Forschung, eine bessere Einbindung der Zivilgesellschaft und die Eindämmung von Wissenschaftsskepsis und Wissenschaftsfeindlichkeit. Am KWI gehen wir davon aus, dass Investitionen in Wissenschaftskommunikation nicht automatisch vielschichtige soziale und politische Probleme lösen. Wir wollen zunächst besser verstehen wie Wissenschaftskommunikation sich historisch entwickelt hat und wie sie in unterschiedlichen Wissenschaftssystemen noch präziser beschrieben werden kann. Erst wenn ihre Funktionen und unter Umständen auch Fehlentwicklungen wirklich verstanden werden, sind Empfehlungen für neue Formate gut zu begründen.

Wir glauben, dass die Kulturwissenschaften dazu einen wichtigen Beitrag leisten können. Dies bedeutet auch, dass man die Analyse von Wissenschaftskommunikation nicht allein der Kommunikationswissenschaft überlassen sollte. Auch Historiker*innen, Kulturökonomen und Soziolog*innen, ebenso wie Expert*innen für Bildgestaltung, Design, Mediennutzung, Erzählen, Rhetorik und Journalismus, können wichtige Beiträge leisten. Zentral ist uns in diesem Arbeitsfeld, Beschreibungen und Analysen von Wissenschaftskommunikation nicht kommerziellen Anbietern und Beratern zu überlassen, sondern neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen gegebenenfalls auch kritisch zu kommentieren. Und uns mit langfristigeren Entwicklungen und Systemeffekten gerade auch populärer Maßnahmen zu befassen.

KommunikationsKultur

Der 2015 eingerichtete Forschungsbereich ‚Kulturen der Kommunikation’ untersucht interdisziplinär die kommunikativen Praktiken, die Angehörige unterschiedlicher ‚Kommunikationskulturen’ nutzen, um ihre Handlungen aufeinander abzustimmen. Untersucht werden z. B. Kommunikationskulturen, die an Sprachen oder Nationalitäten oder an religiöse oder weltanschauliche Orientierungen oder an unterschiedlich entwickelte Vermögen von Menschen, ihr Handeln kommunikativ aufeinander abzustimmen (dementierende oder autistische Menschen) oder an verschiedene Modi der Kommunikation (emotional, sprachlich, interaktiv) gebunden sind.

Kommunikatives Handeln zieht nicht ‚automatisch’ Verstehen und Befolgen nach sich. Beides ist von spezifischen sozialen und situativen Bedingungen abhängig. Hier spielt die im früheren kommunikativen Miteinander erworbene Kommunikationsmacht eine besondere Rolle. Auch wenn das gesprochene Wort unterschiedslos jeden erreicht, der in der Nähe ist, und damit scheinbar egalitär und somit auf Gleichheit angelegt ist, so bemisst sich die Macht des kommunikativen Handelns empirisch nach der sozialen Macht und der Kommunikationsmacht der Sprecher. Kommunikatives Handeln kann aber nichts erzwingen, sondern nur nahelegen und mit Konsequenzen versehen. Kommunikationsmacht beruht also immer auf Anerkennung.

PartizipationsKultur

Der 2013 eingerichtete transdisziplinäre Forschungsschwerpunkt PartizipationsKultur ist das erste wissenschaftliche Kompetenzzentrum zum Thema Bürgerbeteiligung mit dem Fokus technologische Innovationen in Deutschland. Proteste gegenüber neuen Technologien, vor allem bei großen Infrastrukturprojekten oder öffentlichen Planungen, sind heute nicht mehr durch den bloßen Hinweis auf demokratisch zustande gekommene Beschlüsse oder Informationskampagnen zu befrieden. Mehr denn je wollen sich Bürger über Wahlen und Abstimmungen hinaus politisch engagieren und mitreden, wenn es um die Endlagerung hochradioaktiven Abfalls, den Bau von Stromtrassen oder die breite Anwendung von Gentechnik geht. Der Forschungsschwerpunkt PartizipationsKultur analysiert, evaluiert und erprobt Bürgerbeteiligung.

Im Jahr 2015 startete die Beteiligung am Virtuellen Institut „Transformation – Energiewende NRW“.

Lehr-Labor

Institutes for Advanced Study schaffen Freiräume für Forschung. Diese können ebenso neue Ideen für die Lehre entstehen lassen. Das KWI steht daher auch für Studierende offen und wendet sich mit regelmäßigen Seminarangeboten an die drei Hochschulen der Universitätsallianz Ruhr (UAR), um bereits auf Ebene der Studiengänge die Kooperation innerhalb der UAR zu unterstützen. Darüber hinaus sind Mitarbeitende und Fellows eingeladen, ihre Forschungsprojekte unter dem Aspekt forschenden Lehrens zu reflektieren: Wo und wie lassen sich Studierende einbinden; wie können diese die jeweiligen Projekte bereichern und auf diesem Weg früh und eigenständig mit wissenschaftlichen Methoden vertraut gemacht werden?

Das Lehr-Labor steht in enger Verbindung mit allen anderen Arbeitsbereichen des KWI. So können Studierende wichtige Rückmeldungen zu spezifischen Formaten und Strategien der Wissenschaftskommunikation geben, denn sie haben die Routinen akademischen Kommunizierens noch nicht so weit verinnerlicht, dass alternative und innovative Möglichkeiten nur noch schwer zu vermitteln sind. Auch aus literatur- und kultursoziologischer Perspektive sind die Erfahrungen von Studierenden wertvoll: Sie verkörpern eine Vielfalt von Gebrauch und Konsum, Erfahrung mit populären Formen und Genres sowie Spezial-Expertisen, die unsere Erforschung des Kunst- und Mediensystems nur bereichern können. Und schließlich kann auch die kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung um die Perspektiven des Lernens und Lehrens ergänzt werden: So ist beispielsweise noch keineswegs ausreichend erforscht, wie Studierende in unterschiedlichen disziplinären und nationalen Kontexten lesend und schreibend Wissen aufnehmen; und wie diese Kern-Kompetenzen noch besser in neue Lernumgebungen und an neue Anpassungen angepasst werden könnten, ohne darüber den Blick auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichten zentraler wissenschaftlicher Kulturtechniken zu verlieren.

Publikationen


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Homepage Kulturwissenschaftliches Institut Essen: Julika Griem wird neue KWI-Direktorin (Memento des Originals vom 19. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 5. November 2017
  2. Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen vom 02.11.2017. Abgerufen am 21. Mai 2019.
  3. Pressemitteilung des KWI vom 3.11.2017. Abgerufen am 6. November 2017.



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