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Korneuburg



Stadtgemeinde
Korneuburg
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Korneuburg
Kfz-Kennzeichen: KO
Fläche: 9,71 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 16° 20′ O
Höhe: 168 m ü. A.
Einwohner: 13.245 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 1364 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2100
Vorwahl: 02262
Gemeindekennziffer: 3 12 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 39
2100 Korneuburg
Website: www.korneuburg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Gepp (ÖVP)
Gemeinderat: (2020)
(37 Mitglieder)
22
9
4
1
1
22 
Insgesamt 37 Sitze
Lage von Korneuburg im Bezirk Korneuburg

Hauptplatz mit neogotischem Rathaus und dahinter der spätgotische Stadtturm.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Korneuburg ist eine Stadtgemeinde im niederösterreichischen Weinviertel mit 13.245 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Sie ist sowohl der Sitz der Bezirkshauptmannschaft des gleichnamigen Bezirkes als auch des Bezirksgerichtes Korneuburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Korneuburg liegt im Weinviertel in Niederösterreich an der Donau, 12 km nordwestlich von Wien. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 9,71 Quadratkilometer. 20,76 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Das Korneuburger Becken erstreckt sich von hier etwa 15 Kilometer nach Norden.

Gemeindegliederung

Es gibt die Katastralgemeinde Korneuburg.

Nachbargemeinden

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Geschichte


In der Geographike Hyphegesis von Claudius Ptolemaios wird in dieser Gegend ein Ort Mediolanion genannt. Ursprünglich aus einer Ufersiedlung entstanden, war Korneuburg jahrhundertelang mit Klosterneuburg unter dem gemeinsamen Namen Nivenburg verbunden. Die Verbindung war eine Furt durch die damaligen Donauarme. Der lateinische Name war Corena Nova. Im Jahre 1136 wurde es erstmals urkundlich in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Klein-Mariazell erwähnt, als neuer Marktplatz – novum forum, forum trans Danubium. 1298 erhielt Korneuburg das Stadtrecht durch Herzog Albrecht I., was die formelle Trennung von Klosterneuburg bewirkte.

Die Stadtanlage entspricht deutlich einem schlesischen Gründungsschema. Bemerkenswerterweise ist Korneuburg damit die einzige österreichische Stadt mit einem typisch schlesischen zentralen regelmäßig rechteckigen „Ringplatz“, also mit großem Markt, der in der Mitte das Rathaus und eine weitere Häuserinsel, in Niederösterreich „Grätzl“ oder auch „Kretzl“ genannt, umschließt.

Abseits des Hauptplatzes, der mit seinen Patrizierhäusern über städtisches Ambiente verfügt, beginnt die Stadtstruktur deutlich dörfliche Züge zu tragen. Ebenerdige Häuser bestimmen das Stadtbild, und manche Einfamilienhäuser liegen schon in der Nähe des Hauptplatzes an. Das Erscheinungsbild der Stadt wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts grundlegend umgestaltet.

Aufgrund seines Status als landesfürstliche Festung war Korneuburg in verschiedenen Kriegen immer wieder stark umkämpft, so zum Beispiel während der Kriege zwischen dem ungarischen König Matthias Corvinus und Friedrich III. Nachdem es 1482 erneut zum Krieg zwischen den beiden Herrschern gekommen war, besetzten die ungarischen Truppen große Teile der Habsburgischen Erblande. Dazu hatte König Matthias drei Armeen aufgeboten, von denen die von István Dávidházy († 1484) geführte Armee Bruck an der Leitha belagerte, die von Tobias von Boskowitz und Černahora kommandierte Armee weitere Orte in Niederösterreich erobern und die Bruck belagernden Truppen sichern sollte, und die dritte Armee in die Steiermark und in Kärnten einmarschierte, um hier die Streitkräfte Friedrichs III. zu binden.

Nachdem Bruck und seine Zitadelle gefallen waren, begannen die Ungarn im April 1484 mit der Belagerung von Korneuburg, die auch dem Ziel diente, Wien zu zernieren. Friedrich III. wollte den Verlust Korneuburgs unbedingt verhindern. Zum Entsatz der Stadt sandte er eine Feldarmee, die aber in der Schlacht bei Leitzersdorf eine Niederlage erlitt. Mit dem Ausgang der Schlacht war nicht nur das Schicksal Korneuburgs, sondern auch das Wiens besiegelt, und beide Städte fielen schließlich an den ungarischen König.

Kampfschauplatz war Korneuburg auch in den folgenden Jahrhunderten, so zum Beispiel während des Dreißigjährigen Krieges. Als die Schweden in der Endphase des Krieges weite Teile Niederösterreichs besetzten und bis vor Wien vorrückten, erging am 4. April 1645 an Oberst Lukas Spicker, den Kommandanten der Festung Korneuburg und der Burg Kreuzenstein, die Aufforderung, beide wehrhaften Plätze zu übergeben. Angesichts der geringen Anzahl an Truppen, die ihm zur Verfügung standen, kam Spicker der Forderung umgehend nach und übergab Burg und Stadt bereits am 5. April kampflos den von Feldmarschall Lennart Torstensson kommandierten schwedischen Truppen. Vor dem Abzug der schwedischen Hauptstreitmacht Ende September 1645 nach Mähren ließ Torstensson die Festung Korneuburg baulich verstärken und legte eine starke Garnison mit ausreichend Munition und Verpflegung hinein. Auf diese Weise sollte die Festung als Ausgangspunkt für einen eventuellen Sturm auf Wien im folgenden Jahr dienen. Dazu kam es allerdings nicht und die schwedische Garnison Korneuburgs sah sich ab Mai 1646 einer Belagerung durch kaiserliche Truppen ausgesetzt. Nachdem ein Entsatzversuch sich als undurchführbar erwiesen hatte, kapitulierte der schwedische Festungskommandant Oberst Johann Copy schließlich Anfang August 1646. Die Festungsmauern Korneuburgs waren während der hartnäckigen Kämpfe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.[1]

Während der türkischen Belagerung Wiens 1683 und auch während der Napoleonischen Kriege war Korneuburg ebenfalls Kriegsschauplatz. Unmittelbar nach der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 kam es bei Korneuburg zu einem Gefecht der abziehenden österreichischen Nachhut mit den nachdrängenden französischen Truppen.

1927 wurde die Raffinerie Korneuburg in Betrieb genommen. 1958 folgte das Kraftwerk Korneuburg.

Am 18. Mai 1930 kam es in der Stadt zum sogenannten Korneuburger Eid. Damals leisteten christlich-soziale Heimwehren einen Schwur zur Abschaffung der Demokratie, bekannten sich zum Faschismus und zur Errichtung eines „Ständestaates“.

Seit 2006 ist Korneuburg Mitglied des Regionalentwicklungsvereins 10 vor Wien.

Stadtentwicklung


Korneuburg nimmt mit seiner partizipativen Stadtentwicklung eine Vorreiterrolle ein. In einem partizipativen Prozess – d. h. unter Beteiligung von Politik, Verwaltung und Bürger – wurden im Jahr 2014 das Leitbild „Leben im Zusammenfluss“[2] und im Jahr 2016 der Masterplan bis zum Jahr 2036[3] fertiggestellt.
Für die Stadtplanungs-Aktivitäten und die innovativen Formen der Bürgerbeteiligung hat Korneuburg österreichische und europäische Anerkennung erhalten:

Bevölkerungsentwicklung


Korneuburg hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein stetiges, zwischen 1880 und 1890 sogar rasantes (+ 38 % in nur zehn Jahren) Anwachsen der Bevölkerung zu verzeichnen. Rückgänge brachten jeweils die Kriegsjahre (zwischen 1910 und 1923 −4,4 % und zwischen 1939 und 1951 gar −20,4 %). Seither nimmt die Bevölkerung zu. Der Zuwachs von der vorletzten 1991 zur letzten Volkszählung 2001 betrug 13,4 % und ist ausschließlich auf die Zuwanderungsbilanz (+13,6 %) zurückzuführen, da die Geburtenbilanz leicht negativ (−0,2 %) war.

Religionen


Die Mehrheit der Bevölkerung (68,4 %) ist römisch-katholisch, 4,2 % sind evangelisch, 3,6 % sind orthodoxe Christen. 3,1 % bekennen sich zum Islam. 17,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Politik


Der Gemeinderat hat 37 Mitglieder.

Bürgermeister

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Korneuburg

Verkehr


Des Weiteren wird Korneuburg durch die Donau Straße (B3) und Laaer Straße (B6) durchfahren. Mit dem 2015 bis 2017 ausgearbeiteten und im September 2017 im Gemeinderat beschlossenen Mobilitätskonzept will die Stadtgemeinde die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr trotz des massiven Bevölkerungswachstums in den Griff bekommen.[12]

Zusätzlich stehen Regionalbusse, ein Anrufsammeltaxi (AST) und nextbike Leihräder zur Verfügung.[13] Das Mobilitätskonzept der Stadtgemeinde Korneuburg sieht eine Verbesserung des Angebotes im Umweltverbund (Öffis, Rad, Fußgänger) vor.

Öffentliche Einrichtungen


Gerichte

In Korneuburg hat eines der vier niederösterreichischen Landesgerichte seinen Sitz. Sein Sprengel umfasst im Wesentlichen das gesamte Weinviertel (Bezirksgerichte Gänserndorf, Mistelbach, Korneuburg und Hollabrunn), sowie den Landstrich entlang des südlichen Donauufers bis zur Staatsgrenze nach Osten (Bezirksgerichte Bruck an der Leitha und Schwechat) sowie der Städte Klosterneuburg und Gerasdorf (Bezirksgericht Klosterneuburg). Das Landesgericht Korneuburg selbst zählt zum Sprengel des Oberlandesgerichts Wien. Es beschäftigt derzeit etwa 30 Richter. Im Jahr 2012 nahmen Landes- und Bezirksgericht sowie Staatsanwaltschaft – bisher am Hauptplatz beheimatet – die Arbeit am neuen Standort am Landesgerichtsplatz 1 (nahe der Donauauen) auf.

Schulen

Gesundheit

Militär

Weitere Einrichtungen

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur


Weblinks


Commons: Korneuburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Peter Broucek: Der Schwedenfeldzug nach Niederösterreich 1645/46. (=Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 7) Österreichischer Bundesverlag Ges.m.b.H., 3. Aufl., Wien 1989, ISBN 3-215-01654-0, S. 10, 20f und 23.
  2. Leitbild 'Leben im Zusammenfluss'
  3. Masterplan bis zum Jahr 2036 (Version 1.0)
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 10. Februar 2020.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 10. Februar 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 10. Februar 2020.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 10. Februar 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 10. Februar 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Korneuburg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 10. Februar 2020.
  10. DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Verlag Berger, Horn/Wien 2010, ISBN 978-3-85028-395-3, S. 539ff.
  11. Garage oder was? (Memento des Originals vom 4. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 472 kB) Publikation der ARGE jüdisches Leben in Korneuburg
  12. This site requires a frames-compliant browser.: Mobilitätskonzept und Umfrageergebnisse. In: Korneuburg. (korneuburg.gv.at [abgerufen am 26. Oktober 2017]).
  13. AST Info. Stadt Korneuburg



Kategorien: Gemeinde in Niederösterreich | Stadt in Niederösterreich | Ort im Bezirk Korneuburg | Korneuburg | Bezirkshauptstadt in Österreich | Ort an der Donau | Ersterwähnung 1136 | Stadtrechtsverleihung 1298



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Stand der Informationen: 05.05.2020 02:11:18 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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