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Kleinwalsertal

Kleinwalsertal

Das Kleinwalsertal vom Gipfel des Widdersteins aus gesehen

Lage Vorarlberg, Österreich
Gewässer Breitach
Gebirge Allgäuer Alpen
Geographische Lage 47° 21′ N, 10° 10′ O Koordinaten: 47° 21′ N, 10° 10′ O
Höhe 1086 bis 1215 m ü. A.
Länge 16 km
Fläche 96,9 km²
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Das Kleinwalsertal (auch: Kleines Walsertal | walserdeutsch nur Walsertal) liegt in den Allgäuer Alpen und gehört zum österreichischen Bundesland Vorarlberg. Das Tal liegt im Gemeindegebiet von Mittelberg und ist Teil des Bezirks Bregenz. Aufgrund der geographischen Lage mit seiner alpinen Geländestruktur hat das Kleinwalsertal keine direkte Verkehrsverbindung zum übrigen Vorarlberger Land. Das Tal ist nur von der Nachbargemeinde Oberstdorf in Bayern auf einer Straße zu erreichen. Für die Bundesrepublik Deutschland handelt es sich damit um eine sogenannte funktionale Enklave (vgl. auch Jungholz).

Der Name des Tals kommt von den Walsern, die im 13. Jahrhundert aus dem Wallis hierher zogen (siehe auch Großwalsertal). Auch wenn die einzige Straßenverbindung über Oberstdorf führt, gehört das Kleinwalsertal nicht zum Allgäu.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Lage und Berglandschaft

Das Kleinwalsertal ist ein hochgelegenes Kerbtal im Osten von Vorarlberg. Es ist umgeben von den Nordwestlichen und Südöstlichen Walsertaler Bergen die im Osten und Südosten an die Allgäuer und Lechtaler Alpen, im Süden an den Tannberg und im Westen an den Bregenzerwald grenzen. Nach Norden hin öffnet sich das Alpenvorland. Die Breitach zieht sich durch das gesamte Tal und wird von einigen Seitenbächen gespeist, die aus den Seitentälern des Kleinwalsertals stammen.

Das Kleinwalsertal wird fast vollständig von hohen Bergen umschlossen. Von ihnen wird das Kleinwalsertal gegenüber dem übrigen Staatsgebiet Österreichs abgeschnitten. Deren höchste Erhebung ist der Große Widderstein (2536 m). Eine Verkehrsverbindung besteht lediglich zum auf bayerischer Seite liegenden Oberstdorf (Enklave). Aus dieser geographischen Sonderstellung ergaben und ergeben sich eine Reihe von Besonderheiten, siehe Geschichte und Wirtschaft.

Weitere Berge sind der Elferkopf (2387 m), der Hohe Ifen (2230 m), die Kanzelwand (2058 m), das Fellhorn (2038 m) und das Walmendinger Horn (1990 m) – siehe Nordwestliche und Südöstlichen Walsertaler Berge.

Im Kleinwalsertal treffen vier geologische Einheiten aufeinander. Das Helvetikum mit dem verkarsteten Schrattenkalk (Ifen, Gottesackerplateau), der Rhenodanubische oder Vorarlberger Flysch (Walmendingerhorn, Heuberg, Güntlispitze, Fellhorn) und die schroffen Felsen des Ostalpin (Nördliche Kalkalpen) aus Hauptdolomit (die Walser Kerle: Widderstein, Elfer, Schafalpköpfe, Kanzelwand). Die Arosazone bildet einen schmalen, lückenhaften Gürtel zwischen Flysch und Ostalpin. Sie enthält die größte Vielfalt an Gesteinen und zieht sich vom Üntschenjoch, dem Bärenkopf entlang quer durchs Gemstel- und Wildental bis unter die Kanzelwand. Aber auch Lias-Gesteine am Elfer und Gesteine der Ultrahelvetikum-Mélange, in der Umgebung Mittelalp finden sich im Kleinwalsertal.

Der Widderstein ein Afrikaner, der Ifen ein Europäer?

Im Erdmittelalter erstreckte sich zwischen Europa und Afrika das Ur-Mittelmeer Tethys, das weit nach Norden reichte und auch unser Gebiet bedeckte. In der jüngeren Kreidezeit bewegten sich die beiden Kontinente aufeinander zu, Gesteinsschichten wurden übereinander geschoben, die Alpen entstanden. Das Gesteinsmaterial des Helvetikums legte einen verhältnismäßig kurzen Weg zurück, die Gesteine des Ostalpin aber bis zu 1000 km. So ist der Widderstein, vom Rand des afrikanischen Kontinents kommend, dem Europäer Ifen so nahe gerückt. Die Bärgunthütte liegt an der geologischen Grenze zwischen Afrika und Europa.

Die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein/Nordsee und Donau/Schwarzem Meer verläuft über das Gottesackerplateau und den Hohen Ifen zum Gerachsattel und weiter zum Hochalppass beim Widderstein.

Gliederung

Das Kleinwalsertal umfasst die Gemeinde Mittelberg und die drei Orte Mittelberg mit Baad, Hirschegg und Riezlern. Der amtliche Name dieser Gesamtgemeinde lautet Mittelberg nach dem zuerst besiedelten Ort. Auf einer Fläche von 96,82 Quadratkilometern leben 5034 Einwohner, das ergibt eine Bevölkerungsdichte von knapp 52 Einwohnern je Quadratkilometer (Stand: 30. Juni 2010).

Das Kleinwalsertal, auch Breitachtal, nach der Breitach, hat folgende Seitentäler und Bäche:

Seitental Seitenbach Länge des Baches in km Ortschaft
Turatal (walserdeutsch: Duura) Turabach 3,1 Baad in Mittelberg
Derratal (walserdeutsch: Dellera) Derrabach 2,7 Baad in Mittelberg
Bärgunttal (walserdeutsch: Bergont) Bärguntbach 1,5 Baad in Mittelberg
Lüchletobel Lüchlebach Baad in Mittelberg
Gemsteltal (walserdeutsch: Gänschel) Gemstelbach Mittelberg
Wildental Wildenbach 1,9 Mittelberg
Zwerenbach 2,0 Riezlern
Schwarzwassertal (walserdeutsch: Schwarzwasser) Schwarzwasserbach 6,2 Hirschegg
(walserdeutsch: Schmittatobel) Schmiedebach 2,3 Riezlern
Gattertal (walserdeutsch: Gattertobel) Gatterbach Riezlern
Hörnlebach Riezlern
(walserdeutsch: Buachtobel) Buchenbach Riezlern

Geschichte


Das Kleinwalsertal wurde im Jahre 1270 von den Walsern besiedelt, einer Volksgruppe, die aus dem deutschsprachigen Oberwallis in der Schweiz zuwanderte. Diese alemannische Herkunft unterscheidet die Bewohner sprachlich noch heute von den Bewohnern der umliegenden Gemeinden. Ihr Dialekt wird dem Höchstalemannischen zugeordnet, während man im Allgäu einen niederalemannischen Dialekt und im restlichen Vorarlberg einen hochalemannischen Dialekt (Vorarlbergerisch) spricht.

Steinzeitfunde

Das Kleinwalsertal wurde schon in der Steinzeit bewohnt. Davon zeugen von Detlef Willand geführte Ausgrabungen am Gottesacker, bei denen unter anderem Schaber, Pfeilspitzen und Feuerstellen aus der Jungsteinzeit zu Tage kamen. Teile dieser Funde können in der Bergschau im Veranstaltungszentrum Walserhaus in Hirschegg besichtigt werden.

Am Widderstein und am Bärenkopf wurden zudem nach den umfangreichen Prospektionsarbeiten des Geoarchäologen Alexander Binsteiner Radiolaritabbaustellen entdeckt. Vermutlich wurde in diesen steinzeitlichen Bergwerken mit Hirschgeweihhacken oder faustgroßen Hämmern das wertvolle Gestein abgetragen. Es wird noch untersucht, inwieweit die Steine weit über die Grenzen des Kleinwalsertals gehandelt wurden.[1]

Mittelalter

Nach 1800

Wirtschaft


Das Tal ist heute Österreichs drittgrößtes Tourismusziel.[5] Der jahrhundertelang bedeutendste Wirtschaftszweig war die Landwirtschaft, die aktuell nur mehr eine marginale Bedeutung hat. Schon 1960 erreichte die Nächtigungszahl erstmals eine Million. Im Tourismusjahr 2001/02 gab es insgesamt 1.678.180 Übernachtungen bei einer Kapazität von 12.000 Betten.

Der Wander- und Ausflugstourismus – vor allem auch von Familien mit kleineren Kindern und Senioren – ist sehr ausgeprägt. Die Auswahl an einfachen Spazierwegen und mäßig schwierigen Wanderpfaden ist entsprechend breit und gut ausgeschildert. Mit dem eng getaktet fahrenden Walserbus, der den Kurtaxe zahlenden Touristen als Inhabern der Walsercard kostenlos zur Verfügung steht, ist die Mobilität im Tal ohne PKW gewährleistet.

Zur starken Ausprägung des Tourismus verhalf auch die gute Verkehrsanbindung nach Norden. So benötigt man für die Strecke Stuttgart-Kleinwalsertal nur etwa zweieinhalb Stunden.

Im Jahr 2003 gab es am Ort 243 Gewerbebetriebe mit 1573 Beschäftigten und 144 Lehrlingen; lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige waren 2518 Personen.

Tourismus

Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Tal, wobei der Sommertourismus inzwischen etwa gleich ausgeprägt ist wie der im Winter.

Im Saisonjahr 2016/17 erzielte das Kleinwalsertal knapp 1,7 Mio. Nächtigungen (10.003 Gästebetten, 337.838 Gäste). Die Übernachtungszahlen betrugen im Winter 2017/18 841.356[6] gegenüber 900.404[7] in der Sommersaison 2017.

Im Sommer kommen die Gäste meist zum Wandern und Bergwandern. Die Wanderwege erstrecken sich über drei Höhenlagen zwischen 1.086 und 2.536 m. Das Wegenetz besteht aus 185 km naturbelassenen, markierten Wanderwegen. Sie werden von 40 Hütten, Sennalpen und Bergrestaurant flankiert. Das Kleinwalsertal ist auch Start- oder Zielpunkt des „Grossen Walserwegs“ von Zermatt ins Kleinwalsertal oder eben umgekehrt.

In der Region gibt es zudem beliebte Klettersteige – der Mindelheimer Klettersteig (B–C) führt über die Schafalpköpfe im Wildental. 2007 wurde von der Bergschule Kleinwalsertal an der Kanzelwand der sportlich anspruchsvolle 2-Länder-Sportklettersteig (C–D) und der Walsersteig, der Erlebnissteig für Einsteiger (B), errichtet. Die Bedingungen für das Sportklettern am Hohen Ifen und am Bärenköpfle zählen zu den besten der Alpen. Es ist jedoch aus jagdlichen Gründen stark eingeschränkt oder ganz verboten.[8] Diese Einschränkungen wurden besonders angesichts der umfangreichen Erschließungen der näheren Umgebung von Bergsteigerverbänden als unangebracht und fachlich nicht fundiert kritisiert. So schrieb die Zeitschrift Alpin, dass „[…] sich ein solches Sperrgebiet gut ins Gesamtkonzept des Kleinwalsertales einfügt: Harter und lauter Tourismus mit großem wirtschaftlichen Nutzen dort und eine Ruhezone hier, wo eben nichts zu holen ist“.[9] Von Seiten der Jagdaufsicht wird hingegen die Notwendigkeit einer Ruhezone für das Wild in dem ganzjährig stark touristisch genutzten Tal betont.

Wintersport

Der große Stellenwert des Tourismus schlägt sich auch in der Wintersportinfrastruktur nieder. Eingebettet in die Skiberge Kanzelwand/Fellhorn, Ifen, Walmendingerhorn und Heuberg erstreckt sich das Kleinwalsertaler Skigebiet mit 103 Pistenkilometern über das ganze Tal – nur unterbrochen durch die Breitachbrücke (3 Gehminuten oder Bus) und das Schwarzwassertal (Buspendel von der Bergstation Parsenn zur Talstation Ifen). Gerade die talnahen Schlepplifte sind für Ski-Einsteiger geeignet – dazu gibt es neben der Skikarte für das gesamte Gebiet auch Anfängerkarten. Benachbarte Skigebiete sind das Söllereck auf halbem Weg nach Oberstdorf (1 Gondel- und 4 Schlepplifte, 14 Pistenkilometer) und das Nebelhorn in Oberstdorf (3 Gondel-, 2 Sessel- und 2 Schlepplifte, 13 Pistenkilometer). Insgesamt bietet das grenzübergreifende Skigebiet Kleinwalsertal-Oberstdorf über 130 km Pisten in allen Schwierigkeitsgraden an 48 Liftanlagen (7 Gondel-, 9 Sessel- und 15 Schlepplifte).

1940 wurde der erste Lift im Kleinwalsertal, der Parsenn-Schlepplift, erbaut – bald darauf, 1945, der Heuberglift als Einer-Sessellift. Die erste Bergbahn des Tales, die Kanzelwandbahn, wurde 1955 in Riezlern fertiggestellt und 1989 erneuert. Die Walmendingerhornbahn wurde 1966 erbaut. Die Ifenbahn im Schwarzwassertal in der Nähe des Gottesackers wurde 1972 eröffnet und 2016/2017 mit 10er-Kabinen bzw. einer 6er-Sesselbahn komplett erneuert. Zudem werden ein Funpark und ein Boarderpark angeboten.

Langlauf ist auf der Schwendeloipe mit 12 km, der Küren-Wäldele-Egg-Loipe mit 14 km und der Steinbockloipe mit 14,6 km (plus 10 km Skating-Loipe) in einer Höhenlage von 1044 und 1290 m ü. A. möglich.

Über 50 km Winterwanderwege ergänzen das Angebot. Die Bergbahnen Ifen, Parsenn, Walmendingerhorn und Kanzelwand sowie die Sesselbahnen Heuberg und Zaferna befördern auch Fußgänger zu den Gipfelstationen oder Höhenwegen.

Zollausschlussgebiet

Seit 1891[10][2] ist das Kleinwalsertal Zollausschlussgebiet und somit deutsches Wirtschaftsgebiet (der Vertrag wurde nach dem 1. Weltkrieg wie auch 1945[11] zwischen der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland wiederhergestellt). Dies ermöglichte der Walser Bevölkerung, zollfrei mit den benachbarten bayerischen Regionen zu handeln und erleichterte den Warenaustausch sehr, weil damit zollfreier Handel nicht mehr nur zu Fuß über Berge und Pässe notwendig war. Nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 verlor der Sonderstatus des Kleinwalsertals seine Bedeutung, da nun Österreich und Deutschland dem gleichen Wirtschaftsraum angehören.

Bis zum EU-Beitritt mussten Güter aus Österreich in Deutschland verzollt oder die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt werden, während deutsche Güter abgabenfrei bezogen werden konnten. Die Steuern waren bis zur Einführung des Euro an das österreichische Finanzamt in D-Mark zu zahlen. Ferner galt bei der Post ein Sondertarif. Sendungen nach Österreich wurden nach den Inlands-Tarifen der österreichischen Post berechnet, solche nach Deutschland waren mit Inlands-Porti der bundesdeutschen Post freizumachen. Alle Postämter führen zwei Stempel, einen mit österreichischer Postleitzahl und einen zweiten mit der deutschen. Eigentlich sollten die deutschen Postleitzahlen (87567 Riezlern, 87568 Hirschegg, 87569 Mittelberg) zum 31. Dezember 2006 abgeschafft werden, wurden jedoch nach Protesten beibehalten (die österreichischen sind 6991, 6992 respektive 6993).[12][13] Die deutsche Telefonvorwahl 08329 hingegen wurde per 1. Juli 2003 stillgelegt, gültig ist nur mehr die österreichische Vorwahl 05517 (aus Deutschland: 0043 5517).[14][15]

Noch heute darf die Polizei in Österreich festgenommene deutsche Staatsangehörige nicht über Deutschland nach Vorarlberg zum Gericht bringen. Sie werden mit dem Polizeihubschrauber Libelle des Innenministeriums (BMI) ausgeflogen. Andere Nationalitäten können allerdings auf herkömmliche Weise mit dem Streifenwagen auf dem Landweg über Deutschland befördert werden.

Bei einer Lieferung ins Kleinwalsertal aus Deutschland oder aus der Europäischen Union ohne Österreich (gleichgültig ob deutsche oder österreichische Postleitzahlen verwendet werden) handelt es sich immer um eine innergemeinschaftliche Warenlieferung, somit ist sie von der Umsatzsteuer befreit, sofern ein Unternehmer an einen Unternehmer liefert. Als Bestätigung hierfür ist eine gültige UID-Nummer ausreichend.

Der gültige Satz für die volle Umsatzsteuer beträgt wie in Jungholz 19 % (restliches Österreich 20 %) und orientiert sich damit an dem in Deutschland gültigen Satz. Bei der einzigen noch verbliebenen Tankstelle im Kleinwalsertal wird für Treibstoff nach wie vor die Mineralölsteuer von Deutschland erhoben. Im Kleinwalsertal kommt man also nicht in den Genuss der im Allgemeinen günstigeren österreichischen Benzinpreise.

Verkehr und Infrastruktur


Sicherheit

Seit Dezember 1995 besitzt das Kleinwalsertal eine eigene Rettungswache, die im Frühjahr 2011 vom Ortsteil Hirschegg nach Riezlern in eine neue Wache umzog. Die Walser Rettung besitzt einen rund um die Uhr besetzten RTW und einen Bereitschafts-RTW, um eine schnellstmögliche Versorgung zu gewährleisten, sollte der rund um die Uhr besetzte Rettungswagen im Einsatz sein. Der Rettungsdienst wird vom Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Oberallgäu, betrieben. Grundlage für diese Zuständigkeit ist ein mit dem Österreichischen Roten Kreuz abgeschlossener Kooperationsvertrag.

Im Kleinwalsertal gibt es vier Allgemeinärzte, die auch als Notärzte fungieren. Zusätzlich dazu wird immer ein Notarzt aus dem benachbarten Oberstdorf alarmiert. Die Allgemeinärzte aus dem Kleinwalsertal übernehmen die notärztliche Erstversorgung mit der Walser Rettung, bis der Notarzt aus Oberstdorf eintrifft, der dann, sollte der Patient in ein Krankenhaus eingeliefert werden, die Fahrt begleitet. Jeder Ort hat eine eigene Freiwillige Feuerwehr, die alle dem Landesfeuerwehrverband Vorarlberg angehören. Die Gebietsstelle Kleinwalsertal des Österreichischen Bergrettungsdienstes gliedert sich in die zwei Ortsstellen Mittelberg-Hirschegg und Riezlern. Muss ein Hubschrauber angefordert werden, z. B. zur Bergung eines Schwerverletzten, wird grundsätzlich der Rettungshubschrauber Christophorus 8 aus Nenzing, der Gallus 1 der Firma Wucher aus Zürs oder der Polizeihubschrauber Libelle der österreichischen Flugpolizei von der Flugeinsatzstelle Hohenems alarmiert.

Weiters gibt es in Hirschegg mit der Polizeiinspektion Kleinwalsertal eine Dienststelle der österreichischen Bundespolizei, die der Landespolizeidirektion Vorarlberg unterstellt ist. Die Alarmierung aller Rettungsorganisationen und der Notärzte erfolgt über die Vorarlberger Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch.

Nachdem es im Tal kurze Zeit keine Tankstelle gab, hat die Gemeinde Mittelberg eine Tankstelle gekauft, die Bürger sowie Touristen mit Treibstoff versorgen soll. Neben dieser neuen Tankstelle hat die Energieversorgung Kleinwalsertal (EVK) in Riezlern neben dem Stern-Areal eine Strom-Tankstelle für Elektroautos eröffnet.

Straße

Das Kleinwalsertal ist nur über eine öffentliche Straße, die Kleinwalsertalstraße (B201), vom deutsch-bayrischen Oberstdorf aus zu erreichen, welche in Baad (Kleinwalsertal) endet. Die Walserstraße besitzt keine Verbindung zum übrigen österreichischen Straßennetz, sodass das Kleinwalsertal eine funktionale Enklave ist.

Öffentlicher Personennahverkehr

Im Kleinwalsertal existiert mit dem Walserbus ein Nahverkehrssystem, das mit insgesamt fünf Buslinien in einem dichten Takt ein Nahverkehrsangebot für Touristen bietet, dessen Benutzung auf österreichischem Staatsgebiet sogar kostenlos ist. Die Hauptlinie ist die Linie 1, die entlang der Walserstraße das zuhinterst im Tal gelegene Baad mit dem Bahnhof Oberstdorf verbindet. Alle anderen Linien ergänzen die Linie 1 an den Knotenpunkten Riezlern Post (Linien 2, 3, 5) und Mittelberg (Linie 4).[16]

Energieversorgung

Die Stromversorgung des Kleinwalsertals erfolgt über eine zweikreisige 110-kV-Freileitung, die vom Umspannwerk Rubi in Deutschland zum Umspannwerk Riezlern in Österreich führt.[17]

Rundfunkversorgung

Die Versorgung mit Rundfunkprogrammen des ORF erfolgt über den Sender Mittelberg 1 und den Sender Mittelberg 2.

Bräuche


Alljährlich im September findet der Almabtrieb – der Viehscheid – statt.[18]

Literatur


Weblinks


 Commons: Kleinwalsertal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Abriss der Oberstdorfer Geschichte. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Oberstdorf-online.info. 31. Dezember 2012, archiviert vom Original am 31. Oktober 2013; abgerufen am 11. Februar 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. a b Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn, betreffend den Anschluß der österreichischen Gemeinde Mittelberg an das Zollsystem des Deutschen Reichs vom 2. Dezember 1890 . RGBl 1891, Nr. 11 (41,42) (Originaltext deutsch/ungarisch auf Wikisource).
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  4. Volker Koop: In Hitlers Hand. Sonder- und Ehrenhäftlinge der SS. Böhlau Verlag, Wien, 2010, ISBN 978-3-412-20580-5. Darunter waren der bekannte Diplomat André François-Poncet, Italiens Ex-Premier und Antifaschist Francesco Saverio Nitti, die Prinzessinnen von Savoyen-Aosta.
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Januar 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Tourismus Winter 2008/2009. (PDF; 435 kB) Amt der Vorarlberger Landesregierung, Landesstelle für Statistik, Juni 2010, abgerufen am 11. Februar 2014.
  7. Tourismus Sommer 2008. (PDF; 458 kB) Amt der Vorarlberger Landesregierung, Landesstelle für Statistik, August 2009, abgerufen am 11. Februar 2014.
  8. Amtsblatt für das Land Vorarlberg, Jahrgang 52, Nr. 24 vom 14. Juni 1997
  9. W. Mayr: Das verlorene Paradies. in: Alpin 06/1998.
  10. insb. Christoph Krebs: Der Anschluß der österreichischen Gemeinde Mittelberg an den Deutschen Zollverband. Staatswiss. Diss., Innsbruck 1969
  11. insb. etwa Renate Tuma: Das Problem der territorialen Integrität Österreichs 1945–1947: unter besonderer Berücksichtigung der Grenzziehung gegenüber Deutschland, der Tschechoslowakei und Ungarn. Dissertation, Universität Wien. erschienen als Universität Wien: Dissertationen der Universität Wien, Band 6, Verlag facultas.wuv/maudrich, 1995, ISBN 978-3-85114-204-4, Kapitel Westallgäu und die Frage möglicher separatistischer Bestrebungen, S. 155 ff (Google eBook, vollständige Ansicht ).
  12. Kampf um Postleitzahlen. Ein Tal will deutsch bleiben. In: n-tv.de. 18. April 2006, abgerufen am 11. Februar 2014.
  13. Post bestätigt Beibehaltung der PLZ. In: Kleinwalsertal.com – News. 8. Juli 2006, archiviert vom Original am 31. Dezember 2011; abgerufen am 11. Februar 2014.
  14. Bundesnetzagentur Losgrößenverzeichnis ONB: Sonderfestlegungen in den Ortsnetzen – Mitteilung über die Abschaltung der deutschen Vorwahlen zum 1. Juli 2003 (Memento vom 11. April 2013 im Internet Archive), bundesnetzagentur.de
  15. Österreichische Gemeinde kämpft um deutsche Vorwahlnummer. Telekom will Vorwahlnummer 08329 zum 1. Juli abschalten . Von dpa / Marie-Anne Winter, teltarif.de '› Meldungen › Festnetz › Vorwahl › „Streit“, 29. Juni 2003.
  16. Walserbus auf kleinwalsertal.com (Memento des Originals vom 29. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. Geschichte der EVK
  18. Viehscheid im Kleinwalsertal
  19. Vorstellung (Memento des Originals vom 25. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf vorarlberger-walservereinigung.at



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