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Kladno



Dieser Artikel beschreibt die Stadt. Zur Gemeinde im Okres Chrudim, siehe Kladno u Hlinska.
Kladno
Basisdaten
Staat:  Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Kladno
Fläche: 3696 ha
Geographische Lage: 50° 9′ N, 14° 6′ O
Höhe: 381 m n.m.
Einwohner: 69.054 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 272 01
Kfz-Kennzeichen: S
Verkehr
Bahnanschluss: Praha–Chomutov
Kralupy nad Vltavou–Kladno
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 6
Verwaltung
Bürgermeister: Milan Volf (Stand: 2015)
Adresse: nám. Starosty Pavla 44
272 52 Kladno
Gemeindenummer: 532053
Website: www.mestokladno.cz
Lage von Kladno im Bezirk Kladno

Kladno (deutsch Kladen[2]) ist eine Industriestadt in der Mittelböhmischen Region in Tschechien. Sie liegt 25 km nordwestlich von Prag und wurde erst im Jahr 2000 zur Statutarstadt ernannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Der Ort Kladno wurde zum ersten Mal 1318 erwähnt. 1561 erfolgte die Erhebung zur městys (d. h. zu einer Marktgemeinde), mit der das Privileg zur Berechtigung von zwei Jahrmärkten und auch Wochenmärkten verbunden war. Das der Stadt verliehene Stadtwappen zeigte auf blauem Feld einen halben silbernen Adler und einen Luchs in natürlichen Farben. Der Adler wurde dem Wappen der damaligen Besitzern, der Žďárští ze Žďáru entnommen. Der Luchs wies auf den Wildreichtum der umgebenden Wälder hin.[3]

Die Stadt blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts eher unbedeutend, erst die Entdeckung von Steinkohle in den 1820er Jahren durch den Bergmann Johann Wania machte sie zu einem industriellen Zentrum. 1830 erfolgte die Inbetriebnahme der zweiten öffentlichen Pferdebahn auf dem europäischen Festland zwischen Weiche/Vejhybka bei Maßhaupt (heute Kladno-Výhybka), die 1863 von der Buschtěhrader Eisenbahn übernommen und durch eine Dampfeisenbahn ersetzt wurde. 1850 wurde die Kohlengrube Lucerna eröffnet, 1889 das Stahlwerk Poldi Hütte. Zwischenzeitlich, im Jahr 1870, hatte Kladno auch das Stadtrecht erhalten. Wenig später wurde das Stadtwappen noch um die grafischen Symbole des Bergbaus, nämlich Schlägel und Eisen ergänzt. Die Stadt wurde zu einem Zentrum der Industrialisierung in Böhmen und hatte auch eine sehr aktive Arbeiterbewegung. 1918–1920 fanden hier viele Streiks und Demonstrationen statt. Um 1900 befand sich in Kladno auch die Kohlengrube Kübeck. Ein Modell des Schachtes („Kübeckschacht bei Kladno der k.k. Priv.Staats-Eisenbahn-Gesellschaft“) dieser Grube befindet sich im Schlossmuseum Sokolov (Kreismuseum des Kreises Karlsbad).

Während der deutschen Besatzung waren die Repressionen in Kladno besonders stark. Nachdem in der Nacht vom 7. zum 8. Juni 1939 der alkoholisierte Polizeihauptwachtmeister Wilhelm Kniest durch die beiden Widerstandskämpfer František Petr und Jan Smudek getötet wurde[4][5], wurde am 8. Juni das Kriegsrecht über die Stadt verhängt. So wurden 107 Menschen inhaftiert, darunter alle Mitglieder des Stadtrates und der Bürgermeister František Pavel. Dieser beging am 11. Juni in der Haft Selbstmord, indem er aus dem Fenster sprang.

Besonders bekannt wurde auch die Ermordung der Bevölkerung des nahegelegenen Dorfes Lidice.

1950 wurde Vrapice und 1980 Švermov nach Kladno eingemeindet. Am 21. August 1968 wurde Kladno im Rahmen einer Militärintervention als Folge des Prager Frühlings von der Sowjetarmee besetzt.

Ortsteile


Verkehr


Städtischer Personenverkehr

Der öffentliche städtische Personennahverkehr wird vom Unternehmen ČSAD MHD Kladno a.s., einem Tochterunternehmen Arrivas durchgeführt, welches auch außerörtlichen regionalen Busverkehr bedient. Die Stadtbusse sind auf den Linien 601 bis 616 (wobei die Linien 608 und 615 nicht existieren) unterwegs.

Eisenbahnverkehr

Kladno liegt an der Bahnlinie 120, welche von Prag nach Rakovník, von welcher in Kladno die Linie 093 nach Kralupy nad Vltavou führt.

Städtepartnerschaften


Bildung


Kladno ist Standort der Fakultät für Biomediziningenieurwesen der Tschechischen Technischen Universität.

Sehenswürdigkeiten


Sport


Kladno ist Heimat des Eishockeyclubs Rytíři Kladno sowie des Fußballvereins SK Kladno.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Im Ort lebten und wirkten

Weblinks


Commons: Kladno  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 7,4 MiB)
  2. Antonín Profous: Místní jména v Čechách. Jejich vznik, původ, význam a změny. Band 1–5. Česká akademie věd a umění, Prag 1947–1960.
  3. Geschichte Kladnos auf der Homepage der Stadt Kladno (tschechisch), abgerufen 30. Juni 2018
  4. Aus dem Protektorat. In: Druckerei Moldavia (Hrsg.): Agrarische Post. Nr. 24. Druckerei Moldavia, Wien 17. Mai 1939, S. 3, Sp. 1 (onb.ac.at [abgerufen am 15. Oktober 2018]).
  5. Die Mordtat von Kladno. Entschuldigung des tschechischen Ministerpräsidenten. In: Linzer Tages-Post. Nr. 131. Linz an der Donau 12. Juni 1939, S. 3, Sp. 1 (onb.ac.at [abgerufen am 15. Oktober 2018]).
  6. MěstoKladno.cz: Partnerská města Kladna
  7. http://www.pivovarkladno.cz/pivovar/budoucnost.html (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.



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