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Kirchlinteln



Dieser Artikel beschreibt die Einheitsgemeinde. Zum Kernort siehe Kirchlinteln (Kernort)
Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Verden
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 174,17 km2
Einwohner: 9956 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27308
Vorwahlen: 04236, 04230, 04231, 04237, 04238Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VER
Gemeindeschlüssel: 03 3 61 005
Gemeindegliederung: 17 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
27308 Kirchlinteln
Website: www.kirchlinteln.de
Bürgermeister: Wolfgang Rodewald (parteilos)
Lage der Gemeinde Kirchlinteln im Landkreis Verden

Kirchlinteln (plattdeutsch: Karklinteln oder Kerklinteln) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Verden in Niedersachsen im Osten des Kreisgebietes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Kirchlinteln ist die flächenmäßig größte Gemeinde im Landkreis Verden und liegt im Dreieck der Großstädte Bremen, Hannover und Hamburg. Die 17 Ortschaften der Gemeinde liegen in der Lintelner Geest und dem südlich angrenzenden, Kleinbahnwinkel genannten Bereich bis zur Aller. Das Holtumer Moor gehört zur Wümmeniederung. Die Lintelner Geest als Teilgebiet der Achim-Verdener Geest und auch die Wümmeniederung sind Teilgebiete des Naturraumes Stader Geest.

Nachbargemeinden

Langwedel, Ahausen Westerwalsede Kirchwalsede
Verden (Aller) Visselhövede
Dörverden Häuslingen Walsrode

Gemeindegliederung

Diese Ortschaften besitzen jeweils einen Ortsvorsteher.

Geschichte


Name, erste Erwähnung

Kirchlinteln: Der Name Lintlo für Kirchlinteln wird erstmals 1123 in einer Urkunde des Bischofs Dithardus von Verden erwähnt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein nannte sich der Kernort noch amtlich Großlinteln.

Bendingbostel wurde als Bostellde 1320 im Güterregister des Bischofs Nikolaus von 1320 erwähnt.

Heins: wurde als Berndeß-Heinße 1320 im Güterregister des Bischofs Nikolaus von 1320 erwähnt.

Hohenaverbergen, der Name ergibt sich aus seiner Lage auf einem Hügel.

Holtum fand 935 erstmals in einer Urkunde von Heinrich I. Erwähnung.

Kreepen: Die erste urkundliche Erwähnung Cregenhob (vermutlich Kreepen) stammt aus dem Güterregister des Bischofs Nikolaus von 1320.

Kükenmoor führt seinen Namen auf von der Kük, den früheren Eigentümern dreier Hofstellen, zurück.

Schafwinkel wurde 1385 erstmals urkundlich erwähnt, der Ortsteil Odeweg 1144.

Weitzmühlen wurde auf Grund eines früheren getreideverarbeitenden Betriebes benannt.

Geschichte

Archäologische Funde in der Gegend lassen auf Besiedlungen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit schließen. Die Hügelgräber der Hügelgräber-Heide bei Kirchlinteln stammen aus der Bronzezeit, etwa aus der Zeit 2500 bis 1400 Jahre v. Chr.

Die meisten Ortschaften gehen auf Ansiedlungen aus dem Mittelalter zurück. Die ursprünglich romanische Kirche zu Wittlohe ist seit 1231 urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich älter. Die dem heiligen St. Petri gewidmete Kerke to Lintloh – deren Turm von um 1200 noch steht – wurde erstmals 1385 in einer Urkunde des Verdener Bischofs Johann II. erwähnt.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Kirchlinteln war zunächst Teil des Herzogtums Verden, das nach dem Dreißigjährigen Krieg zum schwedischen Gebiet Bremen-Verden gelangte. Nach kurzer dänischer Herrschaft wurde Kirchlinteln 1715 Teil des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, aus dem nach den napoleonischen Kriegen 1814 das Königreich Hannover wurde. Von 1866 wurde Hannover nach dem Deutschen Krieg von Preußen besetzt und blieb bis 1946 preußische Provinz. Einen Aufschwung als Zielort für den Fremdenverkehr und Ausflugstourismus erlebte Kirchlinteln mit dem Bau der Amerikalinie 1874.

1946 wurde Kirchlinteln Teil des wiedererrichteten Landes Hannover, das sich im selben Jahr mit Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Oldenburg zum Land Niedersachsen vereinte. Nach dem Krieg siedelten sich viele Vertriebene aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien, der Tschechoslowakei und Bessarabien auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde an.

Mit der Zeit gewinnt Kirchlinteln durch seine verkehrsgünstige Lage an der Autobahn 27 und der damit verbundenen kurzen Fahrzeit nach Bremen und Hannover viele Neubürger, die im ländlichen Bereich wohnen wollen, andererseits jedoch auf kurze Pendelzeiten zu den benachbarten Großstädten Wert legen.

Eingemeindungen

Im Rahmen einer Verwaltungsreform wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Armsen, Bendingbostel, Brunsbrock, Heins, Hohenaverbergen, Holtum (Geest), Kirchlinteln, Kreepen, Kükenmoor, Luttum, Neddenaverbergen, Otersen, Schafwinkel, Sehlingen, Stemmen, Weitzmühlen und Wittlohe im östlichen Landkreis Verden zur Einheitsgemeinde Kirchlinteln zusammengelegt.[2] Namensgebend war die größte Ortschaft Kirchlinteln, in der auch die wichtigsten Verwaltungsstellen ihren Sitz haben.

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Kirchlinteln besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren (bis 2016: 26). 26 Ratsmitglieder ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 10.001 und 11.000 Einwohnern[3], zum Stichtermin war die Einwohnerzahl der Gemeinde knapp unter 10.000 gerutscht. Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Wolfgang Rodewald (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kirchlinteln ist Wolfgang Rodewald (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 86,5 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,1 %.[4] Rodewald trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Gold, vorn ein durchgehendes geschliffenes silbernes lateinisches Hochkreuz, hinten ein radloser, blauer Pflug.“

Flagge

Die Farben der Flagge sind Rot-Gold-Rot, belegt mit dem Wappen.

Partnergemeinden

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Bauwerke

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich am 3. Septemberwochenende findet in Kirchlinteln der „Lintler Rübenmarkt“ statt, ein Traditionsfest, das erstmals 1660 stattfand.

Am ersten Adventswochenende hat sich seit einigen Jahren „Der Andere Weihnachtsmarkt“ rund um die Kirchlintelner St.-Petri-Kirche etabliert.

Wirtschaft und Verkehr


Unternehmen

Die Landwirtschaft spielt eine bedeutende Rolle in den Dörfern der Gemeinde Kirchlinteln. Ferner wird der ländliche Tourismus gefördert. Neben dem örtlichen Handwerk gibt es einige Betriebe im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie im Speditionsgewerbe. Kirchlinteln besitzt Geschäftsstellen der Volksbank Aller-Weser eG und der Kreissparkasse Verden.

Verkehr

Straßenverkehr

Die Gemeinde Kirchlinteln liegt an der A 27 Bremen–Walsrode. Die Anschlussstelle Verden-Ost liegt zwar auf dem Gebiet der Stadt Verden (Aller), ist von Kirchlinteln aus in ca. 3 km Entfernung jedoch sehr schnell zu erreichen. Die Landesstraße 171 (Verden–Schneverdingen) durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost und bindet die Ortschaften in der Lintler Geest an. Im Süden des Gemeindegebietes werden Ortschaften, die ehemals an der Kleinbahnstrecke der Verden-Walsroder-Eisenbahn lagen – im Volksmund auch häufig als "Kleinbahnbezirk" bezeichnet – durch die Landesstraßen 160 und 159 verbunden.

ÖPNV

Die Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln sind über Linienbusse an Verden (Aller) angeschlossen. An den Kreisgrenzen besteht an einzelnen Stellen Anschluss an Linienbusverbindungen nach Rotenburg (Wümme) und Walsrode. Innerhalb Kirchlintelns existiert ein Bürgerbussystem, das den Osten und den Süden der Gemeinde erschließt. Die Ortschaft Holtum (Geest) wird nicht angebunden.

Schienenverkehr

Im Bereich der Gemeinde verlaufen drei Eisenbahnstrecken mit unterschiedlicher Bedeutung. Von West nach Ost durchquert die Bahnstrecke Uelzen–Langwedel das Gemeindegebiet. Neben dem Bahnhof in der Ortschaft Bendingbostel befand sich seit 1873 am nordwestlichen Ortsrand des Zentralortes der Bahnhof Kirchlinteln. Seit etwa 1912 war der Ort auch Sitz einer Bahnmeisterei. Die Bahn war damit über Jahrzehnte einer der größten Arbeitgeber. Nachdem der Verkehr seit den 1970er Jahren immer mehr zurückging, verließ der letzte Personenzug am 26. September 1987 Kirchlinteln; drei Jahre darauf wurde auch der letzte Güterverkehr eingestellt. Die restlichen technischen Anlagen, die von Langwedel aus gesteuert wurden, sind seit 2004 zurückgebaut; der Bahnhof seither endgültig entwidmet. Die Regional- und Güterzüge durchqueren somit das Gemeindegebiet heute ohne Halt. Aktuell ist die Wiedereinrichtung eines Haltepunktes in Kirchlinteln vorgesehen.[5]

Im Süden der Gemeinde gibt es seit 1911 die sogenannte Kleinbahnstrecke der Verden-Walsroder Eisenbahn, die heute in Stemmen endet. Sie wird nur noch gelegentlich für den Güterverkehr sowie als Museumseisenbahn genutzt. Im Nordwesten des Gemeindegebietes liegt seit 1928 die eingleisige, heute elektrifizierte Bahnstrecke Verden–Rotenburg (Weser-Aller-Bahn); in der Ortschaft Holtum (Geest) befindet sich ein Bahnhof, der für den Personenverkehr allerdings nicht mehr genutzt wird, sondern als Ausweichstelle von Verden aus ferngesteuert wird.

Die nächsten Bahnhöfe des Personenverkehrs befinden sich in Verden (Aller), Visselhövede sowie in Langwedel.

Radfernweg

In Verdenermoor soll sich die Katze und in Ramelsen der Hahn den anderen „Bremer Stadtmusikanten“ angeschlossen haben.[6] Ein Radfernweg verbindet alle vier Stätten, an denen die vier Tiere gelebt haben sollen, und das Räuberhaus in Horst, das ebenfalls auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchlinteln liegt. Dieser „Stadtmusikantenweg“ genannte Radweg wurde 2008 eingeweiht.[7]

Infrastruktur


Öffentliche Einrichtungen

Soziale Einrichtungen

Bildung

Kirchen


Literatur


weitere Dorfchroniken aus der Gemeinde Kirchlinteln

Weblinks


Commons: Kirchlinteln  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018  (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten , abgerufen am 1. Dezember 2014
  4. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 1. Dezember 2014
  5. Wiedereröffnung des Bahnhofs
  6. Klaus Merkle: Die Geschichte über die vermutliche Herkunft der Stadtmusikanten (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  7. Landkreis Verden: Stadtmusikanten-Weg



Kategorien: Kirchlinteln | Gemeinde in Niedersachsen | Ort im Landkreis Verden | Ort in der Stader Geest | Ersterwähnung 1123



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchlinteln (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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Stand der Informationen: 05.05.2020 09:02:25 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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