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Kinder des Olymp

Filmdaten
Deutscher TitelKinder des Olymp
OriginaltitelLes Enfants du paradis
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1945
Länge190 Minuten
Stab
RegieMarcel Carné
DrehbuchJacques Prévert
ProduktionRaymond Borderie,
Fred Orain
MusikMaurice Thiriet,
Joseph Kosma
KameraRoger Hubert,
Marc Fossard
SchnittHenri Rust,
Madeleine Bonin
Besetzung
Synchronisation

Kinder des Olymp ist ein von 1943 bis 1945 von Marcel Carné nach einem Drehbuch von Jacques Prévert gedrehter Spielfilm. Er gilt als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus in Frankreich. Der Film erzählt die Beziehungen einer Frau zu vier Männern im Pariser Theatermilieu um 1835. Der deutsche Titel ist die sinngemäße Übersetzung des französischen, da der höchste Rang im Theater (französisch: paradis) auf deutsch „Olymp“ heißt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung


Die vier Männerfiguren, von denen drei tatsächlich lebten, gruppieren sich um Garance, deren Schönheit und Anziehung sich niemand zu entziehen vermag. Die Handlung beginnt 1827.

Garance verlässt ihren Liebhaber, den Anarchisten und Gauner Lacenaire, und trifft auf den Pantomimen Baptiste Deburau, der sich Hals über Kopf in sie verliebt. Zunächst scheint Garance seine Liebe zu erwidern, doch er ist nicht bereit, den letzten Schritt zu tun, und so muss Baptiste zusehen, wie sie sich mit dem selbstbewussten Schauspieler Lemaître einlässt. Garance verlässt die Stadt mit dem adligen Lebemann de Monteray, nachdem er sie gegen eine falsche Beschuldigung protegiert hat.

Nach Jahren kehrt sie zurück und das Liebeskarussell dreht sich erneut. Lemaître gelingt es als einzigem, sich emotional – durch seine Schauspielleidenschaft – zu lösen. Lacenaire tötet den Grafen de Monteray, um sich auf diese Weise von Garance zu befreien und auch ein Duell zwischen Lemaître und de Monteray zu verhindern. Im mittlerweile verheirateten Baptiste Deburau flammt die Liebe zu Garance wieder auf. Er verlässt für eine Nacht seine Frau und sein Kind, um sich mit Garance zu treffen. Als seine Frau ihn mit Garance entdeckt und beide zur Rede stellt, flüchtet Garance. Baptiste folgt ihr, aber Garance entschwindet in einer Kutsche, und er geht im Gewühl des Straßenkarnevals unter.

Anmerkungen


Ein wesentlicher Aspekt, der die Faszination des Filmes begründet, liegt in der Konsequenz der Handlung. Alle Männer, so unterschiedlichen Charakters sie auch sind, verhalten sich der Frau gegenüber auf die ihnen durch ihr jeweiliges Wesen vorgegebene Weise. Die vielschichtige und immer wieder abgebrochene und kommentierte Handlung folgt den fünf Personen, die aneinander gekettet sind und ihr Schicksal nicht selbst bestimmen können. Besonders bemerkenswert die filmische Metapher der tragischen Ironie, wenn – zum Schluss des Films – Baptiste die Spur Garances im Gewühl als Pierrot verkleideter Karnevalisten verliert, eben jenem Kostüm, in dem er selbst vorher auf der Bühne brilliert hat.

Dabei setzen die Filmemacher die Möglichkeiten des Mediums in einen spannungsvollen Kontrast zum Théâtre des Funambules, in dem die Schauspieler auftreten. Der Film wurde ein einzigartiges Kunstwerk – trotz der schwierigen Umstände im besetzten Frankreich nach dem Waffenstillstand von Compiègne von 1940. Seine Wirkung erzielt der Film auch heute noch. Technisch, psychologisch und inhaltlich, nicht zuletzt aber auch von einem großen Bogen melancholischer Poesie und dem genialen Szenenbild Alexandre Trauners getragen, der hierfür den Boulevard du Temple rekonstruierte, hat er sich seine Einzigartigkeit bewahrt, der man sich auch heute nicht entziehen kann.

Entstehungsbedingungen


Alle künstlerischen Produktionen unterlagen der Zensur der deutschen Besatzungsmacht. Weil nur Filme von 90 Minuten Länge erlaubt waren, wurde das Projekt in zwei Halbfilme aufgespalten (Le boulevard du Crime und L'homme blanc). Außerdem musste der Film sich völlig auf private, intime Beziehungen beschränken und in einer weit entlegenen Zeit spielen. Zugleich wurde er von den Produzenten sehr groß angelegt (umfangreiche Equipe, enorme Statisterie, lange Drehzeit), damit es durch die Arbeit für diesen Film möglichst vielen Künstlern ermöglicht wurde, der Rekrutierung durch den berüchtigten STO (Service du travail obligatoire) zu entgehen, der Hunderttausende von Franzosen als Arbeitskräfte nach Deutschland deportierte. Einige Künstler konnten nur unter Pseudonym mitarbeiten, z. B. Joseph Kosma, der schon die Musik für Jean Renoirs von Joseph Goebbels verbotenes Meisterwerk Die große Illusion komponiert hatte und sich Georges Mouqué nannte. Wegen des Nahrungsmittelmangels war es schwierig, Szenen mit üppig gedecktem Tisch zu drehen – er war oft schon leer gegessen, bevor die Klappe geschlagen wurde. Robert Le Vigan, der Darsteller des Jéricho, erwies sich als Kollaborateur und wurde durch Pierre Renoir ersetzt. Carné und Prévert sollen wichtige Filmrollen versteckt gehalten haben, damit sie nicht den Besatzern in die Hände fielen. Die Uraufführung des Films fand einige Monate nach der Befreiung am 9. März 1945 in Paris statt. Dass auch Arletty wegen einer Affäre mit dem deutschen Luftwaffenoffizier Hans-Jürgen Soehring als Kollaborateurin in Haft kam, vermochte dem Ansehen und dem Erfolg des Films nicht mehr zu schaden. Als Filmarchitekt wirkte Raymond Gabutti mit.

Deutsche Synchronisation


Synchronregie für die deutsche Fassung des Filmes führte Ela Elborg.

Kritiken


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Kinder des Olymp. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 1. November 2016. 



Kategorien: Filmtitel 1945 | Französischer Film | Filmdrama | Pantomime (Werk) | Schwarzweißfilm



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