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Ketzin/Havel

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 93,63 km2
Einwohner: 6498 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14669
Vorwahl: 033233
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 148
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 7
14669 Ketzin/Havel
Website: www.ketzin.de
Bürgermeister: Bernd Lück (FDP)
Lage der Stadt Ketzin/Havel im Landkreis Havelland

Ketzin/Havel ist eine amtsfreie Kleinstadt im Havelland zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel im Landkreis Havelland, Brandenburg. Bis zum 31. Dezember 2010 hieß die Stadt Ketzin.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Ketzin liegt im Süden des Landkreises Havelland zwischen Brandenburg an der Havel (ca. 25 km) und Potsdam (ca. 22 km) am nördlichen Ufer der Havel. Im Gemeindeteil Paretz zweigen der Havelkanal und der Sacrow-Paretzer-Kanal von der Havel ab. Das Stadtgebiet rings um Ketzin ist eine geschützte Naturlandschaft mit einer ausgedehnten Seen- und Bruchlandschaft.

Nachbargemeinden

Die Stadt Ketzin/Havel grenzt (im Uhrzeigersinn)

Stadtgliederung


Das Stadtgebiet gliedert sich in die Stadt Ketzin, fünf Ortsteile und acht Wohnplätze:[2]

Geschichte


Im Jahr 1197 wurde Ketzin erstmals urkundlich erwähnt. Ketzin und Etzin lagen bis 1571 im Hochstift Brandenburg, dem Reichsfürstentum des Bischofs des Bistums Brandenburg und waren darüber de jure nicht Teil der Mark Brandenburg.[3] 1375 wurde im Landbuch Kaiser Karls IV. berichtet, dass Ketzin Fährrecht besaß. 1424 wurde auf Gesuch der Schuhmacher und Lohgerber erstmals ein Markt abgehalten. 1738 wurde die Ketziner Fischergilde gegründet.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die bereits 1197 erwähnte St.-Petri-Kirche, die seit 1541 evangelisch war, durch einen Neubau ersetzt. Lediglich ein Teil des Wehrturms ist erhalten geblieben. Von den vier Glocken sind drei jüngeren Datums; eine stammt von Veit Dietrich (Lothringen, 1555). 1860 entdeckte der Lehrer Kaselitz unter feuchtem Wiesengrund gelegene Tonerde, mit der sich Ziegelsteine herstellen ließen. 1865 wurden die ersten Töpfer sesshaft, ab 1870 breiteten sich Ziegeleien aus. 1882 gab es 14 große Ziegeleien und 13 Tongruben. Der nordwestlich gelegene Burgwall (ehemals 120 × 160 m) ist nicht erhalten. Er fiel 1881 dem Tonabbau zum Opfer[4], wobei Rudolf Virchow immerhin dafür sorgte, dass die Wallanlage zuvor wissenschaftlich untersucht wurde, so dass viele Fundstücke erhalten blieben. 1892 wurde die Zuckerfabrik gebaut (1967 geschlossen). Am 13. Dezember 1893 wurde die Bahnlinie Ketzin – Nauen eröffnet. Seit Einstellung des Personenverkehrs am 22. Mai 1963 wird auf dieser Strecke nur noch Güterverkehr betrieben. 1900 wurde die Schiffer- und Schiffbauerinnung gegründet, 1911 wurde das umgebaute Rathaus eingeweiht, und es entstand die katholische Kirche für die 1885 gegründete katholische Gemeinde.

1917 zogen die 1720 von Christoph Späth am Halleschen Tor in Berlin gegründeten Späth'schen Baumschulen nach Ketzin um (von Neu-Falkenrehde). Der damalige Inhaber Hellmut Späth wurde am 15. Februar 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet. Am 25. April 1945 schlossen Einheiten der Roten Armee in Ketzin den Ring um Berlin und leiteten das Ende des Zweiten Weltkrieges ein.

1943 wurde das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten, das bis dahin in Berlin auf dem Mitteljoch der Kurfürstenbrücke stand, zum Schutz vor Kriegseinwirkungen demontiert und zu Wasser auf einem Lastkahn nach Ketzin gebracht. Erst im Januar 1946 wurde der Prahm mit dem Reiterstandbild wieder nach Berlin geschleppt und im Borsighafen am Tegeler See vertäut.

1964 wurde östlich von Ketzin in der Gemeinde Knoblauch der erste Untergrundgasspeicher der DDR in Betrieb genommen. Verschiedene Gasausbrüche bis an die Oberfläche zwangen 1966/67 zur Aufgabe des Ortes. Die Einwohner (1964: 460) wurden großzügig entschädigt und in Ketzin, Markee und Falkenrehde angesiedelt. Das Dorf einschließlich Kirche wurde vom Staat aufgekauft und abgerissen.

Seit dem 1. Januar 2011 trägt Ketzin wieder seinen alten Stadtnamen Ketzin/Havel.[5]

Verwaltungsgeschichte

Ketzin, Etzin, Falkenrehde und Paretz gehörten seit 1817 zum Kreis Osthavelland, Tremmen und Zachow zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg. 1952 wurden die Orte in den Kreis Nauen im DDR-Bezirk Potsdam eingegliedert. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Havelland.

Am 1. Juli 1950 wurde der Ort Knoblauch eingemeindet.[6] Paretz kam am 1. Januar 1960 dazu.[6] Gutenpaaren war bereits am 1. Juli 1950 nach Zachow eingemeindet worden.[6]

Am 22. Mai 1992 schloss sich Ketzin mit vier Gemeinden zum Amt Ketzin zusammen.[7] Sitz der Amtsverwaltung war die Stadt Ketzin. Im Zuge der Gemeindereform in Brandenburg wurde das Amt Ketzin zum 26. Oktober 2003 wieder aufgelöst. Die amtsangehörigen Gemeinden Etzin[8], Falkenrehde, Tremmen und Zachow wurden zu diesem Zeitpunkt in die Stadt Ketzin eingegliedert[9].

Bevölkerungsentwicklung


Jahr Einwohner
1875 2 569
1890 3 462
1910 3 771
1925 3 079
1933 3 475
1939 3 415
1946 5 107
1950 4 732
1964 4 179
1971 4 995
1981 4 565
Jahr Einwohner
1985 4 520
1989 4 287
1990 4 201
1991 4 146
1992 4 143
1993 4 124
1994 4 127
1995 4 064
1996 3 990
1997 3 944
1998 3 968
Jahr Einwohner
1999 3 976
2000 3 959
2001 3 933
2002 3 942
2003 6 503
2004 6 487
2005 6 541
2006 6 483
2007 6 488
2008 6 448
2009 6 403
Jahr Einwohner
2010 6 405
2011 6 379
2012 6 405
2013 6 389
2014 6 355
2015 6 412
2016 6 474
2017 6 503
2018 6 498

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[10][11][12]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik


Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Ketzin besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[13]

Partei / Wählergruppe Sitze
SPD 6
CDU 3
Bündnis 90/Die Grünen 2
Die Linke 1
Freie Wähler Tremmen 1
Freie Wählergemeinschaft Falkenrehde 1
FDP 1
Freie Wähler für Zachow 2008 1
Einzelbewerber Bert Tschirner 1
Piratenpartei Deutschland / Die PARTEI 1

Bürgermeister

Lück wurde in der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 mit 80,1 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von acht Jahren[16] gewählt.[17]

Wappen

Das Wappen wurde am 5. November 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau aufrecht nebeneinander und silbern eine Garnnadel (Knüttespun), ein Bindestock mit der Spitze nach unten und ein mit dem Bart nach außen gekehrter Schlüssel.“[18]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge

Die Flagge ist Blau - Weiß - Blau im Verhältnis 1:3:1 gestreift mit dem Stadtwappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten und Kultur


Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Ketzin/Havel mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmalen.

Falkenrehde

Gutenpaaren

Ketzin

Paretz

Tremmen

Zachow

Der Ursprung von Zachow liegt im Jahr 1170. Die Dorfkirche Zachow ist ein im Ursprung gotischer, im 18. Jahrhundert barock umgebauter Kirchenbau. Auffällig ist ein gotischer Blendengiebel. In der Nähe Zachows liegt der Trebelsee, auf dem Wassersportarten möglich sind.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im August findet jährlich das Fischerfest mit einem großen Fischzug auf der Havel statt.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Im Stadtteil Ketzin kreuzen sich die Landesstraßen L 86 (NauenGroß Kreutz) und L 92 (RoskowNeu Fahrland). Den Ortsteil Falkenrehde durchqueren die L 204 (früher Teilabschnitt der B 273) und die L 862 als Verbindung zwischen Ketzin und Falkenrehde. Zwischen Ketzin und Schmergow verkehrt im Verlauf der L 86 eine Fähre über die Havel, die erstmals 1375 als Floß erwähnt wurde.

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn A 10 (westlicher Berliner Ring) mit der Anschlussstelle Potsdam-Nord (ca. 8 km entfernt).

Nächster Bahnhaltepunkt ist Marquardt an der Bahnstrecke Jüterbog–Nauen (Bestandteil des Berliner Außenrings), der von der Regionalbahnlinie RB 21 (WustermarkPotsdam Hauptbahnhof) bedient wird.

Der Bahnhof Ketzin war Endpunkt der Bahnstrecke Nauen–Ketzin, auf der der Personenverkehr 1963 eingestellt wurde.

Das Stadtgebiet und die größeren Ortsteile werden durch Buslinien von Potsdam und Nauen nach Ketzin erschlossen.

Bildung

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Literatur


Weblinks


Commons: Ketzin/Havel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Stadt Ketzin/Havel
  3. Gustav Abb und Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg. Erster Teil, In: Germania sacra, Berlin und Leipzig 1929, Walter de Gruyter, S. 68 f.
  4. Ketzin-der slawische Burgwall
  5. Seite nicht mehr abrufbar , Suche in Webarchiven: Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 30. Dezember 2010 , gelesen am 1. Januar 2011
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7
  7. Bildung des Amtes Ketzin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. April 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 33, 22. Mai 1992, S. 501.
  8. Eingliederung der Gemeinde Etzin in die Stadt Ketzin. Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 20, Potsdam, 15. Mai 2002, S. 519 PDF
  9. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 73
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland . S. 14–17
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden , Tabelle 7
  12. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  13. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  14. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Havelland (Memento des Originals vom 5. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen , S. 25
  16. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019
  18. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  19. Letzter „DDR-ICE“ auf dem Weg ins Museum. Abgerufen am 14. Mai 2018.



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Stand der Informationen: 01.03.2020 12:03:48 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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