Kemeten


Kemeten
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 20,67 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 16° 9′ O
Höhe: 305 m ü. A.
Einwohner: 1.495 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 7531
Vorwahl: 03352
Gemeindekennziffer: 1 09 07
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Bachgasse 2
7531 Kemeten
Website: www.kemeten.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Koller (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2017)
(19 Mitglieder)
13
4
2
13 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Kemeten im Bezirk Oberwart

Katholische Pfarrkirche Kemeten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kemeten [ˈkɛmɛtn̩] ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Vaskomját, auf Burgenland-Romani heißt die Ortschaft Kemeta.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Die Gemeinde liegt im Südburgenland am Beginn des Stremtales. Kemeten ist der einzige Ort in der Gemeinde. Es fließen die Strem, der Burggrabenbach, der Hartelsbach und der Langerwieserbach durch Kemeten.

Die Gemeinde liegt auf einer Höhe von ca. 305 m ü. A.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Romani Ortsname
Kemeten Vaskomját Kemeta

Eingemeindungen

Der frühere Gemeindeverbund mit Litzelsdorf (Lódós) wurde in den 1970er Jahren gelöst.

Nachbargemeinden

Markt Allhau Oberwart
Wolfau Unterwart
Litzelsdorf

Geschichte


Erstmals wurde der Ort Kemeten im Jahre 1475 urkundlich erwähnt. Von kleineren Scharmützeln mit der Oberwarter (Felsőőr) und Unterwarter kleinadeligen Bevölkerung wird um das Jahr 1482 berichtet. Es ging dabei um die exakte Verlegung der Hottergrenze im Streit mit Georg Baumkirchner. Dieser ließ die Kemeter Bevölkerung, nach vorheriger Verdrängung durch die Ober- und Unterwarter, wieder rund zehn Joch (drei Hektar) in Richtung Oberwart roden und bewirtschaften. (Sollte somit der Name „Kraufanger“, der sich auf Rodungsarbeiten bezieht, welche nur als Vorwand zum Fangen einer Krähe gedient haben sollen, bereits auf das Jahre 1482 zurückgehen?) Im Jahre 1496 wurde diesbezüglich in Eisenburg der Prozess gemacht und den Oberwartern wurde vom Richter Peter Vingarti die Rechtmäßigkeit ihrer Grenze bestätigt. Den Oberwartern wurden allerdings im Prozess sehr gute Kontakte zu den Landesrichtern nachgesagt, welche eine einseitige Entscheidung herbeigeführt hätten, dies führte wiederum zu einigen kleineren Sachbeschädigungen der Kemeter in Oberwart und umgekehrt: 32 Kemeter Weingärten wurden ausgehauen und Vieh von den Weiden vertrieben, im Gegenzug in Oberwart und Unterwart Vieh und Getreide geplündert. Die Türkeneinfälle dieser Zeit verwischen wieder die Spuren.

Mehrmals wechselte das Gebiet im 16. und 17. Jahrhundert den Besitzer. Im 18. Jahrhundert zählte Kemeten zu den sogenannten Kontraktdörfern, das heißt, dass diese Dörfer ihre Leistungen aufgrund von mit der Herrschaft geschlossenen Verträgen erbringen mussten. Da Kemeten ein landwirtschaftlich geprägter Ort war, waren auch die Abgaben in Form von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu erbringen.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vaskomját verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bis zu ihrer Deportation im Jahr 1938 lebten in Kemeten rund 200 Roma. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde mit ihrer Deportation begonnen, die 1941 abgeschlossen war. Sie wurden im Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach interniert oder direkt ins Ghetto Łódź gebracht. Über ihr weiteres Schicksal ist wenig bekannt, allerdings steht fest, dass allein in Auschwitz 47 Roma aus Kemeten ermordet wurden. Nur 5 der 200 Roma kehrten nach dem Krieg wieder nach Kemeten zurück.

Im Oktober 2003 gab es im Gemeinderat einen Antrag auf die Anbringung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die ermordeten Roma, der jedoch mit 14 zu 5 Stimmen abgelehnt wurde. Das Abstimmungsergebnis lässt darauf schließen, dass auch mindestens vier SPÖ-Mandatare gegen die Gedenktafel gestimmt haben.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kemeten

Drehort des STS Videos "Großvater"

Wirtschaft und Infrastruktur


Im Norden der Gemeinde wurde in den Jahren 2001 bis 2005 ein Betriebsgebiet errichtet.[1] Die Anzahl der Produktionsbetriebe nahm von neun im Jahr 2001 auf 17 im Jahr 2011 zu. Die Anzahl der darin Beschäftigten stieg im gleichen Zeitraum von 36 auf 87. Auch die Anzahl der Betriebe sowie die Angestellten im Dienstleistungssektor verdoppelten sich in diesem Jahrzehnt.[2][3]

Von 1999 bis 2010 sank die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 68 auf 43, wobei im Jahr 2010 nur vier davon Haupterwerbsbetriebe waren.[4]

Politik


Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

Wappen

Die burgenländische Landesregierung hat der Gemeinde Kemeten das Wappen am 7. März 1984 verliehen. Die Verleihungsurkunde wurde am 8. Juni 1985 anlässlich der Eröffnung des neu errichteten Gemeindezentrums im Beisein von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger überreicht.

Blasonierung: „Schild gespalten von Gold und Rot. In Gold aus grünem Schildfuß ein grünes Haus wachsend, überhöht von einer roten Sonne; in Rot eine goldene Pflugschar, überhöht von einer goldenen Schöpfkelle.[9]

Persönlichkeiten


Literatur


Sachbücher

Belletristik

Weblinks


Commons: Kemeten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Geschichte - Gemeinde Kemeten. Abgerufen am 21. Oktober 2020.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Kemeten, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Kemeten, Beschäftigte. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Kemeten, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2002 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  6. Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2007 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  7. Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2012 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  8. Land Burgenland: Wahlergebnis Kemeten 2017 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  9. Unsere Gemeinde - Gemeinde Kemeten. Abgerufen am 21. Oktober 2020.









Kategorien: Gemeinde im Burgenland | Ort im Bezirk Oberwart | Kemeten | Porajmos | Katastralgemeinde im Bezirk Oberwart | Ersterwähnung 1475




Stand der Informationen: 28.07.2021 11:01:00 CEST

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