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Kaufmännischer Verband Schweiz


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Der Kaufmännische Verband (bis 2014 KV Schweiz, bis 2001 Schweizerischer Kaufmännischer Verband, SKV[1]) ist die grösste schweizerische Berufsorganisation der Angestellten in Büro und Verkauf sowie verwandter Berufe. Auf nationaler Ebene vertritt der Kaufmännische Verband die Interessen von 48'000 Mitgliedern. Er ist in allen drei Sprachregionen und in allen Landesteilen der Schweiz vertreten und in 29 Sektionen aktiv.[2]

Viele seiner Sektionen unterhalten an den grösseren Orten in der Schweiz Schulen. Der Verband ist Träger und Mitträger verschiedener Berufsprüfungen und höherer Fachprüfungen. Direkt dem Verband gehören die Schulen: SIB Schweizerisches Institut für Betriebsökonomie und HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich (60 %). 120 Weiterbildungslehrgänge hat der Verband pro Jahr in seinem Angebot. Er sieht sich als Vordenker, der Massstäbe für Lernende, Angestellte und Arbeitgeber setzt. Er ist Vertragspartei bei Gesamtarbeitsverträgen und engagiert sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie auch für die Gleichstellung von Frau und Mann im Beruf. Der Verband ist Besitzer der SKV Immobilien AG.

Inhaltsverzeichnis

Organisation


Das oberste Organ des Verbandes ist die Delegiertenversammlung. Diese tagt einmal pro Jahr. Für die Strategie ist der Zentralvorstand verantwortlich. Die Geschäftsleitung arbeitet im Zentralsekretariat von Zürich aus. Der Verband besitzt auch eine Zweigstelle in Neuchâtel. Die Zusammenarbeit zwischen Zentralsekretariat, Regionen und Sektionen wird in der Operativen Gesamtleitung bestimmt. Zentralpräsident ist Daniel Jositsch.[3]

Der Verband ist konfessionell neutral, keiner politischen Partei angeschlossen und föderalistisch (Sektionen) aufgebaut.

Verbandsziele


Der Verband steht nach eigenen Angaben für Smart Economy, eine zukunftsorientierte, realitätsbezogene, intelligente Wirtschaft, die auf den Menschen baut. Er fördert die berufliche Entwicklung seiner Mitglieder durch Information und Weiterbildung. Er betreibt Interessenvertretung in der Berufspolitik und ist in der Aus- und Weiterbildung (duale Ausbildung) für kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Berufe engagiert. Der Verband vertritt zudem die Interessen seiner Mitglieder als Angestellte. Er engagiert sich nach eigenen Angaben auf der Basis einer echten Sozialpartnerschaft für eine moderne und faire Arbeitswelt, für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und leistet damit einen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Zu den Adressaten gehören nicht nur Arbeitnehmende, sondern auch Arbeitgeber. Zur Realisierung dieser Ziele macht der Verband seinen politischen Einfluss geltend und kooperiert sachbezogen mit anderen Verbänden und Gruppierungen.

Geschichte


Am 7. März 1861 wurde in Zürich die Vorgängerorganisation Verein junger Kaufleute durch den Vorstandsvorsitzenden Stefan Keusch als erste Sektion des späteren Dachverbandes gegründet. Unter dem Motto «Bildung, Fortschritt, Freundschaft» sollte der Verein der Vervollkommnung der dem Kaufmann nötigen Kenntnisse dienen. Bereits 1838 hatten Arbeiter den Schweizerischen Grütliverein in Genf als patriotisch-demokratischen Arbeiterbildungsverein gegründet. In den 1870er-Jahren bildeten sich weitere Vereine junger Kaufleute, die sich 1873 als Zentralverein zusammenschlossen. Weibliche Mitglieder wurden ab 1918 zugelassen. 1918 war der Verband bei der Gründung der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände beteiligt. Damit markierte er Distanz zur sich radikalisierenden Arbeiterbewegung und zum Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Die Krisenjahre führten zu einem Bündnis mit den Gewerkschaften im Rahmen der Kriseninitiative 1934.

Um den durch die Auswirkungen des Amerikanischen Bürgerkrieges 1861–1865 und der Wirtschaftskrise stellenlos gewordenen Angestellten zu helfen, wurde in Zürich vorübergehend eine Stellenvermittlung eingerichtet. 1868 wurde erstmals ein handgeschriebenes «Vereinsblatt» im Vereinslokal aufgelegt und vier Jahre später erschien die erste gedruckte Nummer des Vereinsorgans Der Fortschritt.

1896 übernahm der Zentralverein die Verlagsrechte und brachte das Schweizerische Kaufmännische Zentralblatt heraus. Im Rahmen der Vereine entstanden eine Reihe von Klubs und Sektionen, und zwar der Dramatische Klub, der Schachklub, die Gesangssektion, die Warensektion, der Cercle français, der English Club, der Circolo italiano und die Turnsektion. 1883 übernahm der Kaufmännische Verband Zürich die Führung des Offiziellen Verkaufsbüros der ersten Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. Vom erzielten Reingewinn konnte der Grundstock zum späteren Erwerb des ersten eigenen Vereinshauses am Pelikanplatz in Zürich gebildet werden. 1895 fand die erste freiwillige Lehrlingsprüfung in Zürich statt und 1906 wurde mit dem kantonalzürcherischen Lehrlingsgesetz die Lehrabschlussprüfung obligatorisch.

Der Einstieg in die Berufspolitik bildete die Revision des kantonalen Gesetzes betreffend die Polizei an öffentlichen Ruhetagen. Dort verlangte der Kaufmännische Verband Zürich das Verbot der Büro- und Ladenarbeit an Sonntagen. Seine Vorschläge wurden bei der Ausarbeitung des Gesetzes betreffend die öffentlichen Ruhetage von 1907 berücksichtigt.

Seit 1909 führt der Verband die Diplom-Buchhalterprüfung durch. Diese erhielt 1934 mit dem neuen schweizerischen Berufsbildungsgesetz die staatliche Anerkennung. Heute ist der Kaufmännische Verband zusammen mit dem VEB Schweiz Träger dieser Prüfung.

Die Mitgliederzahlen erreichten in den 1970er-Jahren mit über 80'000 Mitgliedern ihren Höhepunkt. Seither findet ein Mitgliederschwund statt.

1925 wurde der Verlag SKV gegründet. Er publiziert und vertreibt Lehrbücher für die Grund- und Weiterbildung sowie Ratgeber im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich.

1991 trat der Verband mit der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände zum Europäischen Gewerkschaftsbund, einem Teil der supranationalen Gewerkschaftsbewegung, bei.

Auf Anfang 2015 führte der Verband ein Rebranding durch. Seither präsentiert sich dieser als Kompetenzzentrum für Bildung und Beruf im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld sowie als Vordenker, der Massstäbe für Lernende, Angestellte und Arbeitgeber setzt.

Auszeichnungen


Für besondere Verdienste um die Gleichstellung von Frau und Mann in der Arbeitswelt verleiht der Verband alle drei Jahre den Prix Egalité.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Kaufmännischer Verband Schweiz  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons Zürich, abgerufen am 13. Mai 2012.
  2. Ueber uns  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , Website des Kaufmännischen Verbandes, abgerufen am 31. Mai 2012.
  3. Daniel Jositsch ist neuer Präsident des KV Schweiz. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. November 2011.








Kategorien: Berufsverband (Schweiz) | Verein (Zürich) | Gegründet 1861








Stand der Informationen: 04.07.2020 08:51:08 CEST

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